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   Alltag & Lebensweise

Selten stolpert man über Kleinlastwagen. Es sind aber meistens kleinere Dinge, die uns das Leben schwer machen. Umgekehrt sind es oft auch Winzigkeiten, welche es erfreulich gestalten. Diese Seite dokumentiert Erfahrungen und Gedankenblitze, sie vermittelt bescheidenste Impulse aus dem Alltag für den Alltag. Das Besondere muss nicht immer teuer, das Gesunde nicht immer speiübel und das Richtige nicht immer anrüchig sein. In einer Lebensweise, die etwas weniger von Konsum und Verbrauch bestimmt wird als unsere "normale" und sich mehr von naturgegebenen Grundlagen inspirieren lässt, könnte durchaus kreatives Potential stecken. Kritische Gedanken über Sinn und Unsinn eines Lebensstils nach den Regeln der sogenannt zivilisierten Gesellschaft seien also zugelassen, auch wenn Anspruch und Realität regelmässig etwas Distanz halten. Es braucht nicht begründet zu werden, dass Energiebedarf, Ernährung und Bekleidung, Wohnen, Verkehr und Wirtschaft kaum mehr unseren natürlichen Ressourcen entsprechen. - Aber nicht alles lässt sich an einem Tag umbauen. Jeder soll eigene Erfahrungen machen und Lust auf mehr bekommen. Worüber ich gestolpert bin, sei hier kontinuierlich aufgezeichnet.

Josef Christoph Haefely

23.02.2006   Damit unser tägliches Brot nicht länger zum Kotzen ist - Tag für Tag wird in Wien gleich viel Brot entsorgt, wie Graz verbraucht. Auf rund 350.000 Hektar, vor allem in Lateinamerika, werden Sojabohnen für die österreichische Viehwirtschaft angebaut, daneben hungert ein Viertel der einheimischen Bevölkerung. Jede Europäerin und jeder Europäer essen jährlich zehn Kilogramm künstlich bewässertes Treibhausgemüse aus Südspanien, wo deswegen die Wasserreserven knapp werden. Mit dem neuen Dokumentarfilm "WE FEED THE WORLD" hat sich Erwin Wagenhofer auf die Spur unserer Lebensmittel gemacht. Sie hat ihn nach Frankreich, Spanien, Rumänien, in die Schweiz, nach Brasilien und zurück nach Österreich geführt. Roter Faden ist ein Interview mit Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. "WE FEED THE WORLD" ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse - ein Film über den Mangel im Überfluss. Er gibt in eindrucksvollen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel sowie erste Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat. Zu Wort kommen neben Fischern, Bauern, Agronomen, Biologen und Jean Ziegler auch der Produktionsdirektor des weltgrössten Saatgutherstellers Pioneer sowie Peter Brabeck, Konzernchef von Nestlé International, dem grössten Nahrungsmittelkonzern der Welt. Oder auch ein einfacher Beschäftigter in der Fischverarbeitung, der es auf den Punkt bringt: "Wir sagen, wenn wir solche Fische fangen: Es ist nicht zum Essen, es ist nur zum Verkaufen." Den Trailer könnt Ihr Euch ansehen unter http://www.we-feed-the-world.at/trailer.htm  Auf der Homepage findet man auch viele weiterführende Infos: http://www.we-feed-the-world.at/facts.htm ; Filmkritiken unter http://www.oneworld.at/root/start.asp?ID=8435 sowie unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22532/1.html

0.02.2006   Das Double-Fitness-Dinkel-Brot - Am letzten Wochenende buk ich mein erstes Sauerteigbrot - die alte sprachliche Form "buk" werde ich weiterhin hochhalten, wenn ich nach neuer deutscher Rechtschreibung auch "backte" sagen dürfte - mit von Hand selbst gemahlenem Dinkelmehl. Zum Voraus: Das Ergebnis war nicht nur essbar, es mundete entgegen meinen Befürchtungen sogar herrlich. Und eigentlich ist sowas überhaupt nicht schwierig. Die nächste Hürde wird in Kürze das selbstgebackene Holzofenbrot sein, in unserem frisch restaurierten, fast 200jährigem Kachelofen. Das "Elektrobrot" war eigentlich nur das Vorspiel dazu. Es interessiert Sie, wie ich auf die Idee gekommen bin? Nun, wenn ich mal ganz ehrlich sein will: Es hängt mit meinem heimlichen privaten "Katastrophen-Szenario" zusammen. Hab da ein kleines Hobby, das heisst: "Was wäre, wenn...???" Beispielsweise: "Was wäre, wenn uns morgen der Strom abgestellt würde?" Ha, nicht nur kein Licht mehr, kein PC, kein Internet, sondern auch kein Brot mehr: Der Bäcker bäckt im Elektroofen. Und er kriegt kein Mehl mehr, denn auch Mühlen mahlen heute elektrisch. Kein Brot mehr, das wäre für einen Brotfresser mich schlichtweg fatal. Gegenmassnahme: Als erstes habe ich mir bei eBay für ein paar lumpige Euros in Deutschland eine alte, funktionierende Handmühle ersteigert. Jetzt könnte ich gegen ein Startgeld Mahl-Meisterschaften veranstalten: Wer braucht wie lange, um ein Kilo Dinkel zu mahlen? Der zweite Katastrophen-Streich: "Was wäre, wenn es in den Läden keine Hefe mehr zu kaufen gäbe, und ich nicht geneigt wäre, jeden Tag Fladenbrot zu essen?" Zum Glück gibt es im Moment noch Strom und Internet: Mal kurz gegoogelt, und nach erfolgreicher Suche wird mein erster Sauerteig angesetzt. http://www.top-getreidemuehlen.de/rez_brot1.shtml  Das war am Montag, am Freitag war der Sauerteig sauer, und ich ging peinlich genau nach dem Rezept unter obigem Link vor. Funktioniert auch für Back-Banausen wie mich bestens! Ausnahme: Ich buk gleich zwei Kilo, um den Elektro-Ofen zu füllen: Ein Kilo als Kümmelbrot, das andere normal gesalzen. Auf dem Bild rechts die Resultate. Und wie war das gleich mit dem Double-Fitness-Dinkel-Brot? Na, erstens werden Arm- und Schultermuskulatur beim Mahlen und beim Kneten ganz gehörig trainiert (mein momentaner Stand: 2 kg Mehl in 30 min; na ja, man wird sich steigern), und zweitens ist es wohl auch das gesündeste Brot, das man sich überhaupt vorstellen kann.

01.02.2006   Pflanzen-Proteine helfen, Blutdruck niedrig zu halten - Es muss nicht immer Fleisch sein. Vielleicht war das Linsenmus, die klassische Speise armer Leute, auf Dauer tatsächlich gesünder als das tägliche Steak. Wer viel pflanzliche Proteine zu sich nimmt, tut offenbar seinem Blutdruck etwas Gutes. Denn den Ergebnissen der so genannten INTERMAP-Studie zufolge ist ein niedriger Blutdruck mit einem hohen Anteil an Pflanzenproteinen in der Ernährung assoziiert. Pflanzliche Proteine finden sich in Getreide und Hülsenfrüchten. Mehr unter http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/02/01/018a0502.asp?cat=/news Und hier einige Kochtipps zu Hülsenfrüchten: http://www.kochatelier.de/Warenkunde/huelsenfruechte.htm

12.01.2006   Schluss mit chemisch-industriellem Waschpulver: Die Textilwäsche mit umweltfreundlichen Waschnüssen funktioniert!  - Zufällig stiess ich in einer Drogerie auf sie: Waschnüsse, was soll das sein? Ich liess mich informieren und nahm etwas skeptisch eine Versuchspackung mit nach Hause. Das ist nun vielleicht ein Jahr her. Seither gehört in unserem Haus das Waschen damit längst zum Alltag. Und irgendwo in einem asiatischen Dorf haben Menschen durch das Sammeln der Nüsse eine gesicherte Existenz. - Der Baum der Waschnuss, botanischer Name sapindus mukorossi, wächst in Nepal und Indien. Der Baum gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse, welche in tropischen und subtropischen Zonen vorkommen. Seit Menschengedenken sind die Waschnüsse dort als Wasch- und Reinigungsmittel im Gebrauch. Waschnüsse sind ein nachwachsender Rohstoff. Nach ca. zehn Jahren tragen die Bäume die ersten Früchte, welche dann ungefähr neunzig Jahre lang geerntet werden können. Die Qualität wird vom richtigen Zeitpunkt der Ernte und dem Alter der Bäume bestimmt. Nach der Ernte werden die etwa Zwei-Fränkler grossen Waschnüsse geknackt. Die Schalen werden sorgfältig getrocknet und verpackt. Der innere schwarze Kern ist weder zum Waschen noch für eine weitere Verwendung geeignet. Die Schale der Nuss enthält Saponin, einen hochwirksamen Inhaltsstoff, den die Pflanzen produzieren, um sich selbst vor Schädlingsbefall zu schützen. Dieser besitzt jedoch auch grosse Reinigungskraft. Daher ist das Geheimnis der Waschnuss so effektiv wie einfach: Der in der Schale enthaltene Stoff Saponin wirkt wie Seife sobald er mit Wasser in Berührung kommt. Menschen mit empfindlicher Haut, Neurodermitis-, Psoriasis-Patienten und Allergiker finden mit dem 100%-igen Naturprodukt eine echte Alternative. Es enthält keine chemischen Zusätze und ist daher viel hautverträglicher. Sanfte abbaubare Zusatzmittel sind nur nötig zum Bleichen für die Weisswäsche, und natürlich nach Wunsch ein natürliches ätherisches Öl als Beigabe, damit die Wäsche herrlich frisch  duftet, denn Waschnüsse sind geschmacksneutral. Die Anwendung ist problemlos, und die Nüssesind ergiebig. Einige davon werden in ein Stoffsäckchen gepackt und mit der Schmutzwäsche in die Maschine gegeben. Der Duftstoff besser oben in den Schieber einfüllen, sonst wird er gleich ausgewaschen. Sie finden im Internet leicht verschiedene Anbieter. Die Qualität sei unterschiedlich, wird gesagt. Wir sind bis jetzt gut gefahren mit den Nüssen, die von www.waschbaer.ch angeboten werden. Damit sich der Wirkstoff Saponin rascher aus der Schale löst, zerkleinert man die Nüsse vor der Wäsche am besten leicht  in einem Mörser. Also, treten auch Sie den Chemiekonzernen wieder mal eins ans Schienbein und waschen Sie mit der Natur! Mehr z.B. unter http://www.teefischer.ch/product_info.php?cPath=143&products_id=941  http://www.frankotto.de/nusshop/

21.08.2005   "The Meatrix" - Moment mal, da steckt doch ein Fehler drin?! Und das nicht nur im Titel. Die Auflösung des "Matrix"-Remake erfolgt - als witzig aufgemachte Animation - unter dem angegebenen Link und weist auf eine problematische gesellschaftliche Entwicklung hin, von der auch Schweizer Schweine betroffen sind. Unsere Grosseltern schafften es mindestens jeden Freitag mal ohne Fleisch. Und wir heute? Schliesslich, wo die Nachfrage steigt, wird die Produktion rationalisiert, ein Prozess, der nicht unbedingt auch das Lebensgefühl betroffener Schweine steigert. Gut gemachtes Video in englischer Sprache mit deutscher Untertitelung unter http://www.themeatrix.com/german/ Auch die weiterführende Website ist mehr als einen kurzen Blick wert.

05.08.2005   Lokalisierung statt Globalisierung - Der Philosoph Michael Grossheim denkt über das neue Bekenntnis zur heimischen Kultur nach. Der Rückgriff auf Identität und Herkunft scheint krisengeschüttelte Branchen kurieren zu können. Dafür spricht auch der in Zeiten des Niedergangs traditioneller Versandhäuser ungewöhnliche Erfolg des Manufactum-Katalogs, der seinen Kunden nicht nur Produkte verkauft, sondern Geschichten. Denn wer von uns wusste schon, dass in Altreichenau im Bayerischen Wald schlichte Federschalen aus Buchenholz seit einem halben Jahrhundert, ja, nicht hergestellt oder produziert, nein, "gefertigt" werden? Mehr unter http://www.spiegel.de/kultur/kulturspiegel/0,1518,366377,00.html

03.08.2005   Do-it-Alltagshilfen zum Schmunzeln - Monat für Monat haben sich die Köpfe des Ateliers v. Grafik Design zusammengesteckt und jeweils ein ungewöhnliches, praktisches, preisgünstiges Do-it-yourself-Designerobjekt entwickelt. Einige der nicht immer todernst gemeinten Artikel: Abwaschhilfe, Ölfinger, Schweizerstäbli, Fasnachtsgabel, Stopppinsel, Antitropf, Nuggiweg. Nun hat das Team das Projekt abgeschlossen und die Ergebnisse als Buch veröffentlicht. Alle Objekte plus Buch auf einer schönen Website unter http://www.atelier-v.ch/index.htm

25.05.2005   Lutschen Sie auch gerne zuckerfreie Bonbons? - Über Jahrzehnte hinweg lutschte ich meine zuckerlosen "Halter" oder "Ricola". Vorteile des Lutschens: Einen immer frischen Atem, "Schmieren" der Stimme in einem Beruf, wo man seine Stimme braucht. Und dank zuckerfrei auch keine Zahnlöcher. So dachte ich, wenigstens bis vorgestern. Seither ist nämlich ausgelutscht! - Die meisten künstlich gesüssten Bonbons erhalten den Zurckeraustauschstoff ASPARTAM. Vorgestern las ich einen Artikel über diesen chemischen Stoff, und seither gehört für mich Aspartam nicht mehr in die Hosentasche sondern vielleicht eher in den Giftschrank. Hier der Link, der die Gefährlichkeit dieses Süssstoffes beschreibt, der auch in der beliebten Cola-light mitgeschlürft wird: http://www.gesund-laenger-leben.de/Aspartam.htm  Die Alternative zum Lutschen? Kauen, und zwar stehe ich in einem Selbstversuch mit Anis-Samen. Anis wurde von den Ägyptern, Griechen, Römern und den Arabern als Gewürz- und Heilpflanze genutzt. Er wächst zwar auch bei uns sehr schön, benötigt zur Entfaltung des vollen Aromas jedoch viel Sonne während der Blütezeit. Die ursprünglich aus Asien stammende Pflanze ist bei uns nur in Gärten aufzufinden, nicht in der freien Natur. Die süsslich schmeckenden Früchte sind in der Weihnachtsbäckerei und in Schnäpsen bekannt. Wirkung und Anwendung von Anis: Gegen Blähungen, Bronchitis, trockenen Husten und sogar gegen Schlaflosigkeit. Einige wenige Samen in den Mund gegeben und etwas gekaut, und der Atem bleibt angenehm frisch. Anis hilft gegen saures Aufstossen und ach ja, er ist nervenstärkend, eine im Beruf nicht unangenehme Nebenwirkung! http://www.heilkraeuter-lexikon.de/heilkraeuter-lexikon/anis.htm  Und kaum bin ich vom Aspartam-Lutscher zum Anis-Kauer mutiert, kommt bereits die Aspartam-Entwarnung, und zwar auf einer anderen Website: http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax/aspartam.shtml Wenig schlau wird der Nichtjurist aus einem deutschen Gerichtsurteil in dieser Kontroverse unter: http://www.uni-kiel.de/toxikologie/aktuelles/aspertam.html - Sei's drum: Die Anissamen vom Gewürzregal im Dorfladen sind nicht nur garantiert unschädlich sondern gar gesundheitsfördernd, und erst noch billiger als die ständigen Bonbonschächteli vom Kiosk.

08.02.2005   Haben Sie Ihre Kreuzfahrt schon gebucht? Dann lesen Sie vorher noch diesen Abschnitt! - Beispiel Karibik: Die Verschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe, Tanker und andere Schiffe stellt eine ständig wachsende Bedrohung für Gesundheit und Wohlergehen der Inseln und tief liegenden Staaten der Karibik dar. Die Gegend ist einer der dicht befahrensten maritimen Knotenpunkte der Welt, mit jährlich ca. 50.000 Schiffen und 14,5 Millionen Touristen an Bord (60% des Anteils an Kreuzfahrtteilnehmern weltweit). Die Küstenlinien vieler Inseln entlang der Fahrtrouten (z.B. zwischen dem Atlantik und dem Golf von Mexiko) werden stark beeinträchtigt. Ein typisches Kreuzfahrtschiff mit 3000 Passagieren an Bord scheidet täglich zwischen 400-1200 Kubikmeter Abwässer aus. Ebenfalls täglich fallen 70 Liter Sondermüll an, angefangen von Fotoentwicklern über Farben bis zu Lösungsmitteln, Laserdrucker-Kartuschen, NiCd-Akkumulatoren und Trockenreinigungsflüssigkeiten. Ein Durchschnitts-Kreuzfahrtschiff erzeugt ausserdem ca. 50 Tonnen Festmüll pro Woche. 900.000 Tonnen werden jährlich in die Weltozeane verklappt, fast ein Viertel davon stammt von Kreuzfahrtschiffen. Die Ballastwassertanks der Schiffe transportieren invasive Species herbei, die oftmals die Existenz einheimischer und teilweise einzigartiger und ohnehin gefährdeter Pflanzen und Tiere bedrohen. So wurden allein in der Dominikanischen Republik 186 Fremdspezies festgestellt. Weitere unappetitliche Details unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19397/1.html

18.11.2004   Weg mit dem Vitamin-Pillenschrott - Her mit dem Obst! - Habe doch schon immer leise gedacht, dass das Überschwemmen des Marktes mit synthetischen Vitaminen nicht zuletzt ein Riesengeschäft sei. Da wurde stets von "naturidentisch" gesprochen und dem Konsumenten versichert, die Vitamine aus der Pharmaküche seien mindestens genauso gesund wie jene von Mutter Natur, vielleicht gar noch hygienischer als letztere, und erst noch praktischer einzunehmen. Flockenmischungen wurden mit Vitaminzusätzen angereichert, Gesundheit mit dem täglich Brot quasi mitgekaut. Das ist Schnee von gestern: Erst vor wenigen Tagen haben Mediziner vor einer Herz-Kreislauf-Gefahr durch Vitamin-E-Pillen gewarnt. Nun gerät auch synthetisches Vitamin C ins Zwielicht: Eine Langzeitstudie besagt, dass die Pillen das Risiko einer lebensbedrohlichen Herzkrankheit zumindest für Diabetiker drastisch erhöhen können. Eine von Experten als äusserst wichtig bewertete Untersuchung legt nahe, dass die industriell hergestellten Vitaminpillen keinesfalls die in frischem Obst und Gemüse enthaltenen natürlichen Vitamine vollwertig ersetzen können. Auch die Annahme, dass wasserlösliche und daher mit dem Urin auszuscheidende Vitamine selbst in hoher Dosierung keinen Schaden anrichten können, dürfte der Vergangenheit angehören. Bleibt Ihnen nur noch, selbst in die saure Zitrone zu beissen! Mehr Details unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,328204,00.html

09.11.2004   Über fünfzig Jahre lang blieb der historische Kachelofen in unserem Haus kalt - Sämtliche Renovationswellen hat er unbeschadet überstanden. Diesen Herbst wurde das fast 200 jährige Stück fachmännisch hergerichtet und kann jetzt wieder beheizt werden, wie früher üblich von der Küche aus. Neben der Feuertür wurde gleich durch die Firma Perler & Co. ein antiker restaurierter Holzherd montiert. Nun hat das Haus wieder ein Herz. Ob die beiden Begriffe "Herd" und "Herz" denselben Ursprung haben? Jedenfalls sehe ich den Wald seither mit etwas anderen Augen: Überall liegt dort Unmengen an Gratisenergie herum. Sie muss auf meinem Arbeitsweg, der durch zwei Wälder führt, nur eingesammelt werden. Plötzlich komme ich auch mit Menschen ins Gespräch, die sich als heimliche Holzofen- oder Holzherd-Besitzer und -Liebhaber outen. Nicht, dass ich mir jetzt die grosse Öl- oder Elektrizitätskrise herbeisehne, aber irgendwo beruhigt es schon etwas, dass der allerschlimmste Fall etwas abgefedert wäre. Ganz abgesehen davon, dass das Prozedere des Anfeuerns und Unterhalten eines Feuers Freude bereitet, gerade mit Kindern, sofern man sich Zeit dafür nehmen kann. Und der Geruch erinnert wirklich etwas an die gute alte Zeit, die es ja so nie gegeben hat. Wenn schliesslich die Zeit mal knapp ist, steht immer noch der - traditionelle - Elektroherd mit Glaskeramik vis-à-vis.

15.07.2004   Olivenöl aus Palästina: Wie Sie mithelfen können, Familien das Überleben zu sichern - Am vergangenen Mittwoch hielt sich der Redaktor dieser Site in Zürich auf, wo er sich in einem Büro beim HEKS mit Herrn Kozeed Abo Safiah, einem in der Schweiz lebender Palästinenser, traf. Dieser war am Tag zuvor aus der Westbank zurückgekehrt. Er hatte dem Schreibenden für Bauteile einer Kleinorgel etwas Olivenholz aus dem Heiligen Land mitgebracht. Nun erfuhr der Redaktor, dass dieses Holz aus dem Olivenhain der dort lebenden Eltern des Palästinensers stammt, und die Ölbäume dem israelischen "Sicherheitszaun" hatten weichen müssen. Der kleine Ort in der Nähe von Nablus ist von israelischen Siedlungen umgeben und ist durch dem Zaun nun praktisch eingekreist worden. - Olivenbäume sind für viele palästinensische Familien seit Jahrhunderten eine wichtige Existenzgrundlage. Durch die angespannte Situation sind Ernte und Verkauf von fast unüberwindbaren Schwierigkeiten begleitet. Um so wichtiger, dass eine Initiative, die von verschiedenen karitativen Organisationen unterstützt wird, den Familien einen fairen Preis bezahlt und Export wie Vertrieb unentgeltlich übernimmt.  Unter der angegebenen Adresse können Sie neben Öl auch eine Art palästinensisches Couscous und Zatar, ein typisches Gewürz, direkt bestellen. Das palästinensische Ölivenöl ist naturbelassen und von Bio-Qualität, Kartons mit Viertel- oder Dreiviertelliterflaschen. Unter http://www.abosafiah.ch/import_export/html/home/about.htm oder unter http://www.olivenoel-palaestina.ch/

02.06.2004   Viele viele bunte Recycling-Ideen! - Wer gerne werkelt und "grättelet", wie wir im Solothurnischen sagen, findet hier eine ganze Palette von Ideen, die wenig kosten und viel Spass bringen, z.B. für den Kindergeburtstag oder den verregneten Sonntagnachmittag. Etwa das selbstgemachte Würfelspiel aus einem alten Stadtplan: Spielend eine Stadt kennen lernen! Mehr unter http://www.recyclingbasteln.de/linksmuell.htm

02.06.2004   Um Recycling-Design geht's auch hier, und um Kunst - Eine Ideenfundgrube mit Objekten ganz verschiedener Recyclisten, die Lust auf Werken macht, auch wenn die Geschmäcker höchst verschieden daherkommen! Mehr unter   http://www.funrecycling.com/

02.06.2004  Echte Designerprodukte für jedermanfraukind! - Das links etwa ist der praktische Wattebesen für den Toilettentisch. Oder wie wär's mit einem praktischen Original-Handsack, oder einem Häber für Kleiderbügel, einer griffbereiten Abwaschhilfe oder gar einem lustigen Ölfinger für die immer genau richtige Dosierung? Unter dem Titel "objekt" fördert das atelier-v. in Worb in den kreativen Pausen zwischen grafischen Aufträgen regelmässig den Teamgeist und stellt das überraschende Ergebnis kostenlos ins Internet. Und jedes Design-Objekt ist garantiert für weniger als 20 Franken zu haben oder selbst nachzubauen. Nicht jedes Produkt scheint mir gleichermassen gelungen, aber nur schon die Gestaltung der Homepage der Tüftlertruppe ist ein Augenschmaus! Mehr unter www.atelier-v.ch

12.05.2004   Die guten alten Dinge, und wo man sie noch bekommt - Das ist einer meiner Lieblingskataloge! "Manufactum" ist mittlerweile in verschiedenen Ländern vertreten, so auch in der Schweiz. »Ein genialer Katalog der guten alten Dinge: Es ist eine fast literarische Warenkunde von Küche, Möbel, Kleidung, Werkzeug bis Spielzeug. Der Katalog ist ein Geschenk an den guten Geschmack« So äusserte sich einmal David Blieswood in der Welt am Sonntag 1998. Dort bekomme ich etwa meine Bleistiftverlängerer, dort gibt es noch den unverwüstlichen klassischen Bundesordner, den bequemen englischen Rolls-Ledersattel und die aus dem Stück handgeschmiedete Bratenpfanne. Gewiss, gute Dinge haben manchmal ihren Preis, aber das sind ja auch Klassiker, die Generationen überdauern.  www.manufactum.ch

12.05.2004   Ein Online-Forum über Sepp Holzers "Permakultur" - Unter anderem findet sich da eine lebendige Schilderung von Holzers biographischer Entwicklung. Mehr unter http://300.rapidforum.com/topic=100990429772

07.05.2004   Wie man auf über 1000m Höhe Kiwis und Kirschen erntet - Sepp Holzer, bisweilen als österreichischer Agro-Rebell bezeichnet, weiss, wovon er spricht. Seit vielen Jahren betreibt er mit seiner Frau Veronika am Südhang des Schwarzenberges in Ramingstein (Lungau/Österreich) nach seinen eigenen Grundsätzen erfolgreich einen Bergbauernhof. Der Krameterhof erstreckt sich über eine Fläche von 45 Hektar von 1100 bis 1500 Metern Seehöhe. "Es ist mein Glück, dass ich die kindliche Gabe bewahrt habe, die Logik der Natur auch im Leben umzusetzen. Ich halte meine Augen in der Natur immer offen. Durch ständiges Beobachten meiner Mitlebewesen entdecke ich Wege, ein erfolgreiches Leben in Harmonie miteinander zu führen. Zum obersten Prinzip wurde es mir, die Natur zu begreifen und sie nicht, wie in der Ausbildung anerzogen, zu bekämpfen. Jedes Tier und jede Pflanze hat ihre Aufgabe in der Schöpfung. Zu Problemen kommt es nur, wenn der Mensch die Geschicke falsch lenkt." - Nicht jeder hat wie er soviel Land zur Verfügung, aber Holzer zeigt auch konkret auf, wie jeder auf seinem Balkon eine kleine Selbstversorgung aufbauen kann, sogar mit Pilzen und Kiwis, und damit wieder mit der Natur zusammen denken lernt. Eine Multimedia-CD-ROM ist bei Holzers erhältlich und sehr zu empfehlen. Mehr unter http://www.krameterhof.at

07.05.2004   Das alte Israel als Vorbild für nachhaltige Landwirtschaft  - Das alte Judentum sei die einzige Religion gewesen, die von ihren Gläubigen sehr genaue Biologiekenntnisse abforderte. Diese These vertritt der Göttinger Forstbotaniker Professor Aloys Hüttermann. Und er ist der Ansicht, dass wir für das Überleben der Menschheit von den religiösen Quellen des antiken Israel einiges lernen können. Hüttermann referierte auf Einladung der Clearingstelle Kirche und Umwelt, der Philosophisch-Theologischen Hochschule und des Zentrums für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern. Mehr unter http://www.merkur-online.de/regionen/badtoelz/55,274864.html?fCMS=a6cc83aabefd855b8b853422d1e16a62

07.05.2004   Secondhand - ein Ökofaktor und eine Quelle der Inspiration - Statt ins Warenhaus oder in den Gäupark zu fahren, wieso nicht zuerst mal im Brockenhaus nachsehen, ob sich dort der gesuchte Gebrauchsgegenstand finden lässt? Oft entdeckt man dabei noch irgend etwas Spezielles, das man in keinem Warenhaus finden wird. Manchmal entdeckt man sogar regelrechte Spezialitäten zu einem bescheidenen Preis. Ihr Unterscheidungsvermögen zwischen Qualität und Ramsch lässt sich nirgendwo sonst besser entwickeln. Secondhand hilft Produktionsenergie zu sparen und ist ein aktives Zeichen gegen die Wegwerfmentalität. Durch das Weitergeben mutieren gut gemachte Dinge mit der Zeit zu wertvollen Antiquitäten und erhalten bisweilen sogar die Chance, zu Familienerbstücken mit ihrer besonderen Geschichte aufzusteigen. In England gehört der Besuch im Secondhand-Shop schon fast zum guten Ton, während die Schweiz in dieser Beziehung noch ein Entwicklungsland ist. Und wieso nicht einmal schöne und brauchbare Dinge, die den eigenen Bedürfnissen nicht mehr dienen, dorthin bringen, wo sie andere Menschen mit Freude entdecken werden?

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