www.haefely.info Guldentaler Kalender 2005 - "Viva la musica - Es lebe die Musik"
SEPTEMBER
Bild: Orgelbauer Roger Brunner in seiner Werkstatt beim Intonieren der Zungenpfeifen eines Orgelpositivs. [Foto: jch]
In
der Orgelwerkstatt
Im Jahre 246 v. Chr. baute der griechische Ingenieur Ktesibios ein Instrument,
das einer grossen Panflöte mit Pumpe glich. Er nannte es «Hydraulos». Unsere
Bezeichnung «Orgel» stammt vom lateinischen Wort «Organum» ab, was «Instrument»
bedeutet. Ursprünglich dienten die damals noch kleinen Instrumente weltlichen
Zwecken. Seit der Barockzeit entwickelten Orgelbauer für Kirchen und Kathedralen
mächtigere Werke mit Pedal und mehreren Manualen. Zudem bildeten sich
landestypische Eigenarten heraus, etwa die horizontal angeordneten «spanischen
Trompeten». - Auch Roger Brunner arbeitet in seiner kleinen Werkstatt am
Mümliswiler Steinenbergweg nach jahrhundertealten Verfahren. Trotz
Holzbearbeitungsmaschinen bleibt noch viel Handarbeit. Jede Orgel wird einzeln
geplant, Windversorgung und Pfeifenabmessungen genau berechnet und Klang und
Lautstärke jeder Pfeife individuell intoniert. Der Mümliswiler lernte seine
Kunst in der Schönenwerder Werkstatt von Meister Beat Streuli und bildete sich
dann in Strassburg weiter. Nach der Vollendung einer grossen Orgel in einer
Berliner Kirche hat er sich 2003 selbständig gemacht und im Herbst 2004 ein
kleines Meisterwerk vollendet. Diese Truhenorgel mit historisch gestaltetem
Nussbaumgehäuse hat drei Register und einer Keilbalganlage zum Treten. Auf dem
Bild sehen wir, wie die Zungenstimmen des Registers «Regal 8’» intoniert werden
- eine heikle Angelegenheit, die viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl
verlangt. [jch]
Orgelpositiv aus der Werkstatt von Roger Brunner mit den Registern Regal 8', Copula 4', Principal 2'. Schleifenteilung h/c', Windversorgung mittels Tretbalg. Die Bemalung der Flügeltüren und Dekorationen an den Pfeifenstöcken fehlen noch.
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