www.haefely.info Guldentaler Kalender 2006 - "So isch's dr Bruuch..."
JUNI

Bild: Die Mümliswiler Fronleichnamsprozession um 1965 [Bild: Thomas Baschung]
«…d’Fronlichnamsprozässion am Liebeherrgottstag»
Das Fronleichnamfest erinnert an die Einsetzung der Eucharistie am Gründonnerstag. Der Passionswoche wegen wurde es an das Ende der österlichen Zeit gelegt. Eine Vision der Nonne Juliana von Lüttich gab den Anstoss, Papst Urban IV. erhob im Jahre 1264 das "Fest des Leibes Christi" - im Deutschen mit dem Wort "vronlichnam" = Herrenleib wiedergegeben - zum allgemeinen Fest. Den besonderen Charakter erhielt der Tag durch die Prozession. Mit grossem Aufwand trugen Katholiken ihren Glauben in die Öffentlichkeit. In Gestalt der Hostie wurde Christus nach kirchlichem Glauben durch Dörfer und Fluren geführt. Dafür entstand die reichverzierte Monstranz. An der Spitze die Dorfmusik vor Messdienern mit Kreuz, Weihrauch und Kerzen, dann blumenstreuende Mädchen. Unter Baldachin und Laternen, von Kirchgemeinderäten getragen, der Pfarrer, in Rauchmantel und Schultervelum gehüllt, mit dem Allerheiligsten. Es folgten Kirchenchor, kirchliche Vereine mit Fahnen, am Schluss das Volk. In Mümliswil wurden an vier Orten Altäre aufgebaut und mit Blumenteppichen geschmückt: im Mitteldorf beim Haus Haefely, im Unterdorf beim Haus Bloch, im Oberdorf beim Möbelhaus Kamber und auf dem Kirchplatz. Bei jedem wurde mit der Monstranz der Segen gespendet. Am 7. März 1974 schlug der neu gewählte Pfarrer Josef von Arx dem Kirchgemeinderat vor, statt dessen einen Feldgottesdienst mit anschliessender Prozession zur Kirche abzuhalten. Im Zuge dieser Neuerung verschwand mit den Fronleichnamsaltären auch die Prozession aus Mümliswil.
[jch]
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