www.haefely.info Guldentaler Kalender 2007 - "Gasthäuser und Pintenschenken"
TITELBILD
Bild: Das Mümliswiler Gasthaus "zum Kreuz" mit Behördenmitgliedern und auswärtigen Gästen [Foto um 1920 ]
Gasthof «Kreuz» und Walters Pintenschenke
Der launige Spruch der Kalender-Titelseite wurde 1818 beim Bau einer Pintenschenke an der Dorfstrasse Nr.190 in den Firstziegel eingekratzt. Betreiber war Urs Viktor Walter, Hauptmann und Kammfabrikant. Pinten durften weder warme Mahlzeiten noch Tanz anbieten. Die Lizenz galt einer Person mit gutem Leumund und erlosch mit dem Tod. Zuvor waren in Mümliswil «Kreuz» und «Ochsen» die einzigen Gasthäuser gewesen. Schon am 2. Mai 1597 wird als Kreuzwirt ein Beath Sässelin verzeichnet. 1760 zahlt ein Nachfolger fünf Gulden Tavernengeld. Mümliswiler Gasthäuser waren im 19. Jahrhunderts kantonsweit bekannte Schauplätze hitziger politischer Kämpfe. Gemäss Ortschronist Beat Walter war das «Kreuz» um 1840 Parteilokal der Konservativen oder Oligarchen, der «Ochsen» jenes der Liberalen oder Patrioten. Kreuzwirt war damals Georg Günter, der seit 1831 einer der vier örtlichen Gerichtsmänner war. Nochmals Walter: «Von Schnabstrinken in den Wirtschaften wuste man wenig. Köstliche Weine, Koknack etc., auf dem Lande wenig.» 1988 wurde das «Kreuz» von Josef Roth gesamterneuert. Es steht unter Denkmalschutz. Heute sorgen Elisabeth und Brigitte Grütter für das Wohl der Gäste. Die ehemalige Scheune beherbergt die Kreuz-Garage Zaccardo + Torri. Das Bild um 1920 zeigt Gemeindefunktionäre mit Vertretern der Autobusgesellschaft Liestal-Reigoldswil vor dem «Gasthaus zum Kreuz».
[jch]
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