www.haefely.info    Guldentaler Kalender 2007  - "Gasthäuser und Pintenschenken"

FEBRUAR

 

Die "Schweizerhalle"  am 5. Oktober 1938 [Foto: Album Dr. Bernhard Jaeggi-Büttiker]

 

Bankette in der Schweizerhalle

Die Schweizerhalle wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Schenke gebaut und ersetzte Urs Vikor Walters Pintenschenke an der Dorfstrasse Nr. 190. Von Amtsrichter Gustav Haefely-Hafner (1863-1931), dem «alten Hallenguscht», ging das Lokal an den «jungen Hallenguscht» über, an Gustav und Elisabeth Haefely-Jeker. Zusammen mit dem Laufener Architekten Gerster wurden 1948 Wirtschaft, Küche, Säli und der grosse Saal neu gebaut. Die Wirtschaft der Familie Haefely galt als traditionell «schwarzes» Lokal. Schon ihr Urahne hatte in Mariastein das «Kreuz» geführt, daher der Dorfname «Steinwirts». Schützenbund, Kirchenchor und Turnverein St. Martin, Musikgesellschaft Konkordia und natürlich die katholisch-konservative Volkspartei, Vorgängerin der CVP waren hier Stammgäste. Nach einem krankheitsbedingten Rückzug des Wirtpaares Haefely wurde die Gastwirtschaft im Jahre 1964 verpachtet. In den Jahren 1969 bis 1973 führte Gustavs Sohn Guido Haefely-Baumgartner mit Gattin Theres die Wirtschaft. Unvergessen sind viele Hochzeitsfeiern und Maskenbälle in der «Halle». Festlich ging es auch bei Primizen von einheimischen Neupriestern zu, damals eigentliche Dorffeste mit 250 bis 300 Gästen. Das erforderte einen Grosseinsatz der ganzen Familie. Als Institution galt auch das berühmte «Chämmerli»: Via Hintereingang und Durchreiche konnte man sich dort unbemerkt sein heimliches Schnäpslein gönnen. 1973 ging  die Schweizerhalle an Bruno und Helene Walter-Beyeler, die sie einige Jahre weiterführten. Nachdem Unternehmer Paul Flury sie erworben, mit grossem Aufwand umgebaut und vermietet hatte, stand sie ab 1993 leer. So veranlasste Flury 1994 die Schliessung zugunsten eines Büro-Wohnhauses. [jch]

 

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