Viva
la musica - Es lebe die Musik!
Aspekte eines ertasteten Phänomens
Seit dem 06.04.2006 sind Sie BesucherIn Nr.
18.05.2006 Umweltschützer entdecken Piano auf schottischem Berg - Die britischen Medien stehen vor einem Rätsel: Bei einem Naturschutz-Einsatz auf dem Ben Nevis in Schottland stiessen die Umweltaktivisten knapp unterhalb des 1347 Meter hohen Gipfels unvermittelt auf ein Piano. "Unsere Jungs wollten ihren Augen nicht trauen", berichtete heute Nigel Hawkins von der Umweltschutzgruppe John Muir Trust. Die 15 Mann starke Truppe war am Wochenende auf den Gipfel gestiegen, um ihn von Müll und Unrat zu säubern. In der Holzverkleidung des Pianos befand sich laut Hawkins ein kompletter Eisenrahmen mitsamt Saiten. "Nur die Tastatur fehlte, das ist ein weiteres Rätsel." Gruppenleiter Sandy Maxwell sagte, dass Klavier sei das grösste, schwerste und seltsamste Fundstück, das jemals auf dem Ben Nevis aufgetaucht sei. Er vermutete studentische Spassvögel als Drahtzieher. Mit Hilfe eines öffentlichen Aufrufes soll nun geklärt werden, wie das Klavier auf den Berg kam. Ein erster Hinweis wurde direkt unter dem Fundstück entdeckt: eine Keks-Verpackung mit Mindesthaltbarkeitsdatum Dezember 1986. (Quelle: "Spiegel"-Online vom 18.05.2006)
12.04.2006 Israel: Mozart zur Verbesserung der Lernfähigkeit im Kindergarten - Shani und Inbar, beide fünf Jahre alt, sitzen in der Musikecke und spielen zusammen auf der Geige und auf dem Metallophon. Ein anderes Kind schliesst sich an und spielt auf einer Schelle. Auf dem Teppich in der Mitte des Zimmers tanzt eine Gruppe Kinder zu den Klängen des Werks „Clowns“ von Kabalewski. Eine Stunde später machen die Kinder Übungen zur Stimmbildung. „Spürt, wie der Bauch sich zusammenzieht“ so die Kindergärtnerin Adina Stark während der Stimmübungen mit dem Ton „sch“. „Bei mir zieht sich der Bauch richtig zusammen“, bestätigt eins der Mädchen zufrieden. Dies ist das vierte Jahr, in dem der religiös-staatliche Pflichtkindergarten im Bezirk Pardes-Katz in Bnei-Brak/Israel ein musik-pädagogisches Projekt durchführt. Das musikalische Thema ist unübersehbar: An der Wand hängt zwischen Zeichnungen von Musikinstrumenten ein Bild Mozarts. In den Schränken und in den Zimmerecken liegen Massen von Musikinstrumenten. Auch die Ohren der Besucher, die Kindergartenlärm erwarten, finden am Eingang zum Kindergarten Ruhe, wo alle ungewöhnlich leise sprechen. (Quelle: Walla, 3.4.; Newsletter der israelischen Botschaft in Deutschland vom 12.04.2006))
07.04.2006
Pfeifenorgel für Kirchgemeinde zu teuer: Elektronischer Ersatz mit "viel
mehr Möglichkeiten" - Unter dem Titel "Ein Kulturgut liegt am Herzen"
berichtet das St. Galler Tagblatt von einer Bürgerversammlung der
Katholischen Kirchgemeinde Gähwil: Die Diskussion über Anschaffung einer
neuen Orgel sei "positiv" verlaufen. Die Kirchbürgerinnen und -bürger stimmten
am Mittwochabend einem Kredit von 104'000 Franken für die Anschaffung einer
neuen elektronischen Orgel und für die Kircheninnenreinigung zu. Gemäss dem
Orgelbauer halte eine Überholung immer weniger lang; in diesem Sinne
schilderte die Kirchenverwaltungspräsidentin den schlechten Zustand der Orgel.
Eine grosse Revision koste – vorbehältlich aller verdeckten Mängel – 50 000
Franken, was dem Preis einer neuen elektronischen Orgel entspreche. Mit der
Anschaffung einer solchen sei man auf der «sicheren Seite», meinte Berti
Ebneter, die Präsidentin des Kirchenverwaltungsrates. Die Orgelpfeifen würden
beibehalten und eine Renovation könnte jederzeit doch noch vorgenommen werden.
Der Orgelfachmann Ludo van Caenegem ergänzte: «Ob man das Kulturgut ersetzen
kann, ist die Frage». Als Orgelspieler bevorzuge er aber eine elektronische
Orgel, da diese viel mehr Möglichkeiten böte. Auch Organistin Hanni Gubelmann
sprach sich für eine elektronische Orgel aus: 95 Prozent der Zuhörer würden
den Unterschied nicht merken. Um eine mögliche neue Orgel nicht dem Schmutz
aussetzen zu müssen, hat der Kirchenverwaltungsrat entschieden, die
Innenreinigung der Kirche vorzuziehen. Nach einigen Fragen zum rund 54 000
Franken teuren Projekt erteilten die Kirchbürger den Kredit von 104 000
Franken für Orgel und Reinigung.
Kommentar: Immerhin wurde die alte Pfeifenorgel, ein Werk der 2. Generation der Firma Späth Orgelbau in Rapperswil, nicht herausgerissen und so der Nachwelt erhalten. Allerdings erscheint der Titel "Kulturgut liegt am Herzen" für diese Leistung etwas hoch gegriffen. Selbst als Organist tätig erinnere ich mich an einen Besuch der historischen Orgel in der alten Kirche von Loay auf der Insel Bohol/Philippinen. Der dortige Organist führte uns Besucher gerne auf die Empore, wo ich auf dem schönen Instrument in altspanischer Orgelbautradition spielen durfte. Der Kommentar des philippinischen Organisten: Er spiele eigentlich lieber auf der modernen elektronischen Orgel, die im Chor der Kirche steht. Das alte einmanualige Instrument mit kurzem Pedal sei so schwergängig, meinte er. Offenbar wissen nicht nur philippinische Organisten wenig zu schätzen, was sie an ihren Pfeifenorgeln haben: Kunstwerke in handwerklicher Tradition, welche sie und nur sie am Leben erhalten könn(t)en. Ein Freund, dem ich obigen Artikel über den Beschluss der Gähwiler Katholiken zukommen liess, drückte sich etwas drastischer aus: "Recht so! Ich denke, die Gähwiler können eh fast die ganze Investition sparen. Sie könnten ja eine etwas bessere Stereoanlage für etwa 3000.- plus 2-3 CDs anschaffen. Mit den verbleibenden rund 100'000 Fr. könnte man dann etwas Sinnvolleres machen. Z. B. die Zufahrt zur Kirche, welche vor 5 Jahren saniert worden ist, neu teeren. Zudem kann von den verbliebenen 50 Gottesdienstbesuchern höchstens ein Halber hören, dass nicht Orgelpfeifen blasen. Und wenn beim nächsten Mal das gleiche Stück ertönt, finden sowieso alle, das hätten sie noch nie gehört. Oben werden mit Ausnahme der Organisten die Pfeifen ersetzt, unten aber nicht (man möge mir die ungehobelte Ausdruckweise verzeihen)." Das tun wir gerne.
07.04.2006 Neue Webseite für
historische Bambusorgel von Las Pinas/Manila - Vor einigen Jahren hatte
ich das Vergnügen, mir vom philippinischen Orgelbauer Edgar Montiano die
welteinzige Orgel mit Bambuspfeifen vorstellen zu lassen und das Instrument
auch selbst zu spielen. Ebenso unterhielt ich mich mit dem Hauptorganisten von
Las Pinas, Prof. Armando
Salarza, mich über die Ausbildung junger philippinischer Organisten, deren
Förderung er sich neben seiner Gottesdienst- und Konzerttätigkeit
hauptsächlich widmet. Da sei noch viel Aufbauarbeit zu leisten, meinte Salarza.
Als ich 2004 anlässlich eines Philippinenaufenthalts den Besuch wiederholen
wollte, teilte mir sein Kompagnon
Cealwyn Tagle von der Firma
Diego Cera Organbuilders Inc.
mit, dass der kaum dreissigjährige Montiano inzwischen leider einem Herzanfall
erlegen sei; die Bambusorgel sei zur Zeit unspielbar, da in Revision.
Inzwischen ist die Überholung erfolgreich abgeschlossen, und diese
Welteinmaligkeit hat im www eine schöne Präsentation erhalten (englisch) unter
http://bamboorgan.f2g.net
06.04.2006 Mozart gegen das Geburtstrauma - Die Mediziner vom Weill Medical College der New Yorker Cornell University wollen den Neugeborenen über Kopfhörer Musik von Mozart vorspielen. Davon berichtet heute die Deutsche Ärztezeitung. In einer Studie soll ermittelt werden, ob die klassischen Stücke einen positiven Einfluss auf den Herzschlag und die Stresshormone sowie die Bewegungsaktivitäten der Neugeborenen hat. Die New Yorker Ärzte hatten von entsprechenden Versuchen im Kosice-saca-Krankenhaus in der Slowakei erfahren und beschlossen, die dort gewonnenen subjektiven Erfahrungen im Mozartjahr mittels einer Studie zu objektivieren. In einer Folgestudie könnte man dann vergleichend die Wirkung von Bach oder Vivaldi untersuchen.