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Bild und Zeichen

Beiträge zu Ursprung, Wesen und Ausformung christlicher Ikonographie

 

  1. Ein rätselhafter Bildtypus als Angelpunkt christlicher Bilderverehrung

  2. Das Schweisstuch der Veronika

  3. Das Christusbild König Abgars von Edessa

  4. Das Turiner Grabtuch (Grundinformationen, externer Link)

  5. Der Schleier 'Volto Santo' von Manoppello  aktualisiert: 27.06.2005

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08.06.2006   Italienischer Neurochirurg überprüfte das Turiner Grabtuch: Jesus soll 1,87 Meter gross gewesen sein - Jesus war 1,87 Meter gross. Zu diesem Schluss ist der italienische Neurochirurg Nicolo Cinquemani gekommen, nachdem er das Turiner Grabtuch im Detail überprüft hat. Aus der Analyse des Grabtuchs konnte der ehemalige Leiter der Abteilung für Traumatologie im römischen Krankenhaus San Giovanni feststellen, dass Jesus ein kräftiger Mann war, der 1,87 Zentimeter gross war, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Il Giornale" am Donnerstag. Der bekannteste Grabtuch-Experte, Pierluigi Baima Bollone, zeigte sich über Cinquemanis Berechnung skeptisch. "Es ist durchaus schwierig, die Grösse des Menschen festzustellen, der im Grabtuch eingewickelt war. Der untere Teil seines Körpers ist länger als der obere Teil. Vermutlich, weil die Leiche bereits starr war, als sie ins Grabtuch eingewickelt wurde, und der Kopf leicht nach rechts lag", so Bollone. Daher haben verschiedene Versuche, die Grösse des Mannes zu berechnen, unterschiedliche Resultate gegeben. Im Laufe der Jahrzehnte habe sich auch der Stoff des Grabtuchs zusammengezogen, dadurch könnte es zu Verzerrungen bei der Berechung der Grösse kommen, erklärte der Experte. Mehr unter http://derstandard.at/?url=/?id=2473391  Italienischer Originalartikel unter http://www.ilgiornale.it/a.pic1?ID=95309

02.03.2006   Turiner Grabtuch: Neue Untersuchungsmethoden - Römische Chemiker haben drei neue Methoden entwickelt, durch die Herkunft und Alter des Turiner Grabtuchs festgestellt werden sollen. Sie wurden bereits dem Vatikan vorgestellt - und sollen nun Klarheit schaffen. "Wir haben die Methoden bereits mit Kunstwerken ausprobiert und herausgefunden, dass sie zuverlässig sind. Mit diesen Systemen können wir den Diskussionen über das Alter des Grabtuchs ein Ende setzen", sagte Luigi Campanella von der Universität "La Sapienza" nach Angaben italienischer Medien. Altersbestimmung: Widersprüchliche Resultate. Nach Ansicht vieler gläubiger Christen ist "Santa Sindone" das Grabtuch, in das der Leichnam Christi nach der Kreuzigung gehüllt wurde. Das Grabtuch wird seit 1578 in einer Kapelle des Turiner Doms aufbewahrt. Das 4,36 mal 1,10 Meter grosse Leinentuch zeigt den Doppel-Abdruck eines kräftig gebauten, 1,81 Meter grossen Mannes mit Bart und langem Haar. Einig sind sich die Forscher, dass das Abbild alle Merkmale der in der Bibel beschriebenen Kreuzigung aufweist. Untersuchungen von Staub- und Blütenpartikel weisen auf eine Entstehung vor 2.000 Jahren im Vorderen Orient hin. Eine 1988 durchgeführte Untersuchung des Grabtuchs nach der C-14-Methode hatte das Grabtuch dagegen auf das Mittelalter datiert. Das Grabtuch wurde zuletzt in den Jahren 1998 und 2000 öffentlich gezeigt. Damals kamen insgesamt 3,5 Millionen Menschen in die piemontesische Hauptstadt, um das Leinen mit dem mutmaßlichen Abdruck des gekreuzigten Jesus zu sehen. Campanella hat ein altes Stück Leinen überprüft, das zirka 2.000 Jahre alt ist. "Dieses Stück Stoff kann uns nützlich sein, um die Resultate möglicher Analysen auf das Turiner Grabtuch zu vergleichen", erklärte der Experte. Er wartet nun auf die Reaktion des Vatikans, um das Grabtuch unter die Lupe zu nehmen. Ein weiterer Experte, der Franziskaner Gianfranco Berbenni, ist überzeugt, dass die Reliquie echt ist und bezweifelt die Zuverlässigkeit der Altersbestimmung mit der C-14-Methode. 1988 war ein Stück Gewebe vom Rand des Grabtuchs nach der Radiocarbon-Methode analysiert worden, drei unterschiedliche Labors hatten dabei unabhängig voneinander die Probe auf den Zeitraum zwischen 1260 und 1390 datiert. Laut Berbenni könnte die Probe durch spätere Zusätze zum Grabtuch, etwa Pilze, Mikroben oder Brandspuren, verunreinigt worden sein. Seiner Ansicht nach müssten die Tests mit der Radiocarbon-Methode wiederholt werden. [science.ORF.at/APA, 1.3.06]

05.01.2006   Trotz neuer Erkenntnisse: Turiner Grabtuch wird weiterhin als Mittelalter-Fälschung denunziert - Auch wenn neuste chemische Analysen erwiesen haben, dass der zeitlichen Datierung nach den Radiocarbon-Untersuchungen von 1988 schwerlich zu trauen ist, so werden diese in der Tagespresse und in populärwissenschaftlichen Medien immer wieder als der Weisheit letzter Schluss kolportiert. Jüngstes paradoxes Beispiel dafür liefert das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Noch am 27.01.2005 war ein Spiegel-Artikel, der sich auf diese neuen chemischen Analysen bezog, übertitelt mit "Das Turiner Grabtuch könnte doch echt sein". Heute weiss das Magazin in seiner online-Version über die Olympiastadt Turin unter dem Titel "Zwischen Punto und Pralinen": "Die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt allerdings findet sich neben dem Königspalast im Dom San Giovanni Battista - doch zu sehen ist sie vermutlich erst wieder im Jahr 2025: Die Sacra Sindone, das angebliche Grabtuch Christi. Es wird nur alle 25 Jahre gezeigt. Auch wenn moderne Forschungen die Entstehung der Reliquie auf das Mittelalter datieren, schmälert das ihre Anziehungskraft kaum. Die bislang letzte öffentliche Ausstellung im Jahr 2000 zog in zwei Monaten rund 900.000 Pilger und Neugierige an." Mag sein, dass der neuste Stand der Erkenntnis um das Turiner Grabtuch zwar in der Redaktion, aber noch nicht beim verantwortlichen Autor Thomas Kärst angekommen ist. Vielleicht sollte er einfach ab und zu mal den "Spiegel" lesen!

22.06.2005   Französische "Wissenschafts"-Dilettanten als Grabtuch-Fälscher - Wieder einmal wollen selbsternannte Experten dem berühmten Grabtuch von Turin, jenem "listigen Leinen", wie die Zeitschrift "Der Spiegel" einmal titelte, auf die Schliche gekommen sein und es als Fälschung entlarvt haben. Französische Wissenschafter haben im Auftrag einer Zeitschrift ein "Turiner Grabtuch" hergestellt, das nach ihren eigenen Angaben alle Eigenschaften der in Turin aufbewahrten Reliquie ("la Santa Sindone") aufweise. Wie französische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Zeitschrift "Science et Vie" berichteten, sei die Herstellung mit im Mittelalter vorhandenen Mitteln möglich gewesen, meldete sogar die Nachrichtenagentur kathpress, eine Behauptung, die allerdings stark bezweifelt werden muss. Bei dem Experiment der französischen Wissenschafter wurde ein feuchtes Leinentuch über ein Relief mit der Darstellung eines bärtigen Mannes gelegt. Mit Eisenoxid gefärbt, habe die Darstellung auf dem Tuch anschliessend auch mehrfaches Waschen und Erhitzen auf 250 Grad überstanden. Grund dafür seien die im Mittelalter weit verbreiteten Bindemittel. Mehr unter http://derstandard.at/?url=/?id=2087788 Dieser neuste Versuch reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher, welche zwar Uninformierte beeindrucken, einigermassen mit dem Gegenstand Vertraute nie restlos überzeugen konnten. Beispielsweise weisen Material und  Webart des Tuches gemäss der Schweizer Textilexpertin Mechthild Flury in den Zeitraum um Christi Geburt. Ebenso lässt sich bei dem jüngsten französischen Versuch kaum beantworten, wie ein künstlich hergestelltes Relief immer wieder ausgewiesene Mediziner in allen anatomischen und verletzungstechnischen Details zu überzeugen vermochte. Schliesslich wurde in jüngsten offiziellen Untersuchungen ausdrücklich festgehalten und in mikroskopischen Aufnahmen dargestellt, dass das Abbild des Gekreuzigten durch eine Art "Bräunung" der obersten Fasern zustande kam, dass also keine Bindemittel gefunden wurden, wie sie jetzt die französischen Laienfälscher im weissen Kittel verwendet haben. Etwas Gutes hatten solche zweifelhaften Versuche, die Sindone als mittelalterliche Fälschung zu entlarven, allerdings immer: Sie zeigten, dass es eben doch nicht so einfach war, ein wirklich überzeugendes Resultat zu erzielen. Alle bisherigen Nachahmungen widersprachen in wichtigen Details gesichertem Wissen, das an dem Tuch selbst erworben worden war.

27.01.2005   Turiner Grabtuch doch keine Fälschung? - Kein Ende der Spekulationen: Das weltberühmte Turiner Grabtuch, das der Überlieferung zufolge den Gesichts- und Körperabdruck von Jesus zeigt, ist möglicherweise doch älter als bisher angenommen. Der US-Forscher Raymond N. Rogers schätzt das Gewebe nach neuesten chemischen Analysen auf ein Alter von 1300 bis 3000 Jahren. Damit weise er Studien aus den 80er Jahren zurück, die von einer Fälschung aus dem Mittelalter sprechen, berichtet der britische Sender BBC. Die Originalstudie "Studies on the radiocarbon sample from the shroud of turin" von Rogers ist im Fachjournal "Thermochimica Acta" (Bd. 425, S. 189, Ausgabe vom 20.1.05) veröffentlicht worden. Bei so genannten Radiokarbon-Analysen im Jahr 1988 sei nicht das ursprüngliche Gewebe analysiert worden, glaubt Rogers von der Universität von Kalifornien in Los Alamos. Untersucht worden seien damals statt dessen Flicken, mit denen das Grabtuch im Mittelalter nach Brandschäden ausgebessert worden sei. Daher hätten die Forscher seinerzeit die Entstehung auf das Jahr 1260 bis 1390 datiert. Dagegen habe Rogers das ursprüngliche Gewebe untersucht. Dabei habe er einen wesentlichen geringeren Anteil von Vanillin ermittelt als bei den Stoffproben, die 1988 analysiert worden seien. Vanillin entsteht beim Zersetzen des Holzstoffes Lignin. "Die Bestimmung des Vanillin-Verlustes deutet auf ein Alter des Gewebes von 1.300 bis 3.000 Jahren hin", schreibt Rogers laut BBC. Das Grabtuch war erst vor drei Jahren restauriert worden. Dabei entfernten Experten etwa 30 Flicken, die Nonnen 1532 nach einem Brand über angeschwärzte Stellen genäht hatten. Der Streit über das Alter des 4,37 Meter langen und 1,11 Meter breiten Grabtuches dauert seit Jahrzehnten an. Die Studie von Rogers unterstützt ältere Mikrobiologische Studien: Israelische Forscher hatten bei Untersuchungen des Tuches Pollen und Pflanzenabdrücke gefunden, die es um diese Zeit ausschliesslich im Nahen Osten gegeben habe. [science.ORF.at/APA/dpa, 27.1.05]