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EUROPA-NEWS bis zum 31. Dezember 2003; neuere Meldungen ab dem 1. Januar 2004
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von Josef C. Haefely
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«Würde sich die EU bei uns um einen
Beitritt bewerben, müssten wir schreiben: Demokratisch ungenügend!»
Günter Verheugen, EU-Kommissar |
Seit dem 14.4.2003 sind
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Unfassbar:
EU-Beitritt bleibt Option!
17.12.2003 Seit über elf Jahren lagert das Schweizer
EU-Beitritts-Gesuch in Brüssel, doch seither hat das Schweizer Volk mehrfach
und eindeutig gegen den Beitritt entschieden. Es scheint an der Zeit, das
EU-Beitrittsgesuch endlich zurückzuziehen. So stand ein solcher Antrag der
SVP-Fraktion im Parlament zur Debatte. Mit 116 zu lediglich 61 Stimmen wurde
der Antrag auf Rückzug sehr deutlich abgelehnt. Zwar wurde auch eine Motion
der Grünen, welche den Bundesrat beauftragen wollte, alles zu tun, um den
raschen Beitritt der Schweiz zur EU vorzubereiten, abgelehnt, allerdings nur
sehr knapp mit 98 zu 75 Stimmen. Der Bundesrat werde in der soeben begonnenen
Legislatur 2003 bis 2007 entscheiden, ob das EU-Beitrittsgesuch neu aufgelegt
werde, stellte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey den EU-Befürwortern
in Aussicht. Diese Ergebnisse ist für Schweizer EU-Beitrittsgegner ein
Alarmsignal. (Quelle: www.parlament.ch )
Schweiz soll für EU-Erweiterung zahlen!
17.12.2003 Neben einem allfälligen Beitritt führte gestern
Dienstag auch der bilaterale Weg zu Diskussionen. Der Nationalrat überwies mit
103 zu 83 ein Postulat der SP, wonach der Bundesrat Kohäsionsbeiträge an die
erweiterte EU prüfen soll. Ein Gesuch der EU-Kommission um solche Beiträge sei
eingegangen, sagte Calmy-Rey. Es sei aber noch nicht klar, ob und wie der
Bundesrat darüber verhandeln werde. Die Aussenministerin zeigte sich
zuversichtlich, dass die EU-Kommission bei der anstehenden Erweiterung einem
adäquaten Übergangsabkommen zustimmen werde, sodass die Schweiz bei der
Personenfreizügigkeit nicht benachteiligt werde. Bereits im Januar 2003 warnte
die EU-kritische Vereinigung Young4FUN.ch vor diesem Szenario (siehe
http://www.young4fun.ch/news/communiques/11januar2003.htm ) und wurde
dafür belächelt. Nun scheint dieses skandalöse Szenario zur Tatsache zu
werden. Brüssel führt die Osterweiterung durch und die Schweiz soll dafür
zahlen!
(Quelle: www.parlament.ch )
EU-Gipfel
gescheitert
17.12.2003 (faz.) Der "Verfassungsgipfel" von Brüssel stand
unter schlechten Vorzeichen. Er war der Abschluss eines Jahres, in dem die
Widersprüche in der Europäischen Union und die Uneinigkeit ihrer Mitglieder -
der alten untereinander, aber auch Differenzen mit jenen neuen, die 2004
aufgenommen werden - offen zutage getreten sind. Da gab es zuerst die Spaltung
der EU wegen des Irak-Krieges, dann die Auseinandersetzungen über den
Stabilitätspakt, am Ende den Streit über die Machtverteilung in der Union,
soweit diese vom Stimmengewicht der Länder im Ministerrat bestimmt wird. Es
hätte fast schon etwas Surreales gehabt, wenn diese Konferenz zum Jahresende
doch noch erfolgreich gewesen wäre. Weil vieles zusammengekommen ist, hat es
wenig Sinn, Schuldige für das Scheitern zu benennen: Die Verbissenheit der
Polen, die Sturheit der Spanier oder die ungeschickte Verhandlungsführung der
italienischen Ratspräsidentschaft waren nur Anlässe für das Debakel. Sein
tieferer Grund ist, dass die Erweiterung der EU auf 25 oder mehr Mitglieder
(mit der Perspektive eines Ausgreifens auf andere Kontinente) ihre
gleichzeitige Vertiefung unmöglich macht. Ein weiter wachsendes Konglomerat
unterschiedlicher Traditionen, Kulturen und geopolitischer Orientierungen, das
geprägt wird von immer grösseren wirtschaftlichen Unterschieden, die dann die
politische Interessenlage bestimmen, lässt sich auch durch straffere Verfahren
und strengere Regeln nicht mehr auf einen Nenner bringen. Wenn es eines
Beweises dafür bedurfte, so hat ihn das Jahr 2003 mit seinem Brüsseler
Schlussakkord erbracht. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Lehren das
Scheitern dieser Konferenz birgt. Es wäre gut, wenn die Regierungen mit der
grundlegenden Einsicht begönnen, dass man "nach Brüssel" nicht einfach so
weitermachen kann wie "vor Brüssel".
EU in der Krise
17.12.2003 Die EU steht still und spätestens seit der
Osterweiterung dreht sich alles nur noch um Machtkämpfe. Der Streit zwischen
den EU-Ländern ist gewaltig. Nach dem gescheiterten Verfassungsgipfel gibt es
in der Europäischen Union Streit über die Finanzierung der Osterweiterung.
Sechs Länder, unter ihnen Schweden, Deutschland und Frankreich verlangen, den
Haushalt der Gemeinschaft auf dem jetzigen Niveau einzufrieren. Leidtragende
wären nach der Osterweiterung vor allem Länder wie Polen, an deren Widerstand
die EU-Verfassung vorläufig gescheitert ist. Profitieren dürften die arg
gebeutelten Steuerzahler der Nettozahler-Staaten. Mehr dazu auf:
http://www.europa-digital.de/laender/sve/eu_pol/verfassung6.shtml
http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200013,200051,697989/SH/0/depot/0/
Pressestimmen zum gescheiterten EU-Gipfel
17.12.2003
- Tagesspiegel: "So wie bei Fellini liefen
gewöhnlich die EU-Gipfel in der Vergangenheit ab: Streit und Eitelkeit und am
Ende eine versöhnliche Pressekonferenz. In Brüssel gab es dieses verlogene
Spiel nicht mehr, und das ist ein großer Gewinn eines gescheiterten Gipfels."
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/15.12.2003/891118.asp
- die tageszeitung: "Der EU-Gipfel ist geplatzt. Das ist keine
Katastrophe: Jetzt kann die neue Debatte um die Grenzen der Souveränität
beginnen. Am Ende muss eine Volksabstimmung stehen."
http://www.taz.de/pt/2003/12/15/a0195.nf/text
- Süddeutsche Zeitung: "Zunächst die gute Nachricht: Der
Verfassungsgipfel der Europäischen Union ist gescheitert. Das ist mehr, als
man erwarten durfte. Schlechter EU-Tradition hätte es entsprochen, im
Morgengrauen einen unausgereiften Kompromiss à la Nizza zu Papier zu bringen,
der die Probleme verdeckt, statt sie zu lösen und so eine Neubesinnung
verhindert."
http://www.sueddeutsche.de/sz/meinungsseite/red-artikel3580/
- Lausitzer Rundschau: "Die EU wird unregierbar. Durchgefallen. Ziel
verfehlt. Der erste Test der 25er-Gemeinschaft ging prompt daneben. Monate
hatten sich ihre politischen Spitzen eingesetzt, gestritten und gerungen, um
aus dem Konventsentwurf die erste EU-Verfassung zu schmieden. Vergeblich. Was
zum Debüt werden sollte, geriet zum Desaster."
http://www.lr-online.de/nachrichten/laurundschau/kommentare/1066,422358.html
- Bonner General-Anzeiger: "Ein Scherbenhaufen! Natürlich ist das
Scheitern der EU-Staats- und Regierungschefs auf dem Brüsseler Gipfel, der
Gemeinschaft und ihren Bürgern erstmals eine Verfassung zu geben, nicht das
Ende der Vereinigungspolitik. Aber der Vorgang enthüllt ein Bild des
Kontinents, das die Frage geradezu aufdrängt, ob denn die Staaten, ihre
Regierungen und Gesellschaften wirklich immer noch das anstreben, was einmal
Gründungsidee und späterer Antrieb waren."
http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/artikel.php?id=67263
EU-Verfassung:
Grundsätze werden nicht diskutiert
17.12.2003 Die EU-Verfassung ist zwar vorerst aufs Eis gelegt,
aber die Grundsätze werden nach wie vor nicht thematisiert. An der
gescheiterten Konferenz wurde lediglich über die Machtverteilung diskutiert.
Doch es geht um wesentlich mehr! Eine der besten Analysen hat der irische
Professor Anthony Coughlan unter
http://www.teameurope.info/working%20papers/wp-analysisconstitution.PDF
formuliert.
Erfolgreiche Konferenz "Visionen für ein demokratisches Europa"
17.12.2003 Während die EU-Gipfelkonferenz scheiterte trafen
sich zur selben Zeit, in der selben Stadt und im selber Gebäude Vertreterinnen
und Vertreter diverser Demokratiebewegungen sowie von EU-kritischen
Organisationen aus etwa 30 Nationen, um über die EU-Verfassung zu beraten und
um eine europaweite Kampagne für Volksabstimmungen über die Verfassung zu
lancieren. Selbst die EU-Föderalisten nahmen an der Konferenz teil. Das Ziel
war es, für mehr Demokratie in der EU zu sorgen. Neben Bruno Kaufmann vom
Initiativen&Referendums-Institut aus Amsterdam waren als einzige Schweizer
fünf Vertreter der Gruppe Young4FUN.ch dabei. Die Konferenz zeigte die
Entschlossenheit der Teilnehmer, sich mit aller Kraft für Volksabstimmungen
über die EU-Verfassung zu engagieren. Das Programm gibt es auf
http://www.teameurope.info/board/conferenceprogramme-brussels.2003.htm
und einen Kurzbericht auf
http://euobs.com/?aid=13880&rk=1 .
Neue Homepage von TEAM
17.12.2003 TEAM (the european alliance of eu-critical
movements) hat eine neue Internet-Seite, die unter
www.teameurope.info eingesehen
werden kann.
Weiter
Skepsis gegen EU
17.12.2003 Pierre Mirabaud, oberster Schweizer Bankier,
steht der EU kritisch gegenüber und will das Schweizer Bankgeheimnis gegen
Angriffe aus dem Ausland verteidigen. Dies gibt er im Gespräch mit der
österreichischen Zeitung "die Presse" bekannt. Ein Leserbrief aus Österreich
zum Artikel: "Die sind halt schlauer, die Schweizer und die Norweger!". Mehr
unter:
http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=e&ressort=eo&id=392656
Raus aus der EU!
17.12.2003 Kommentar von Werner Pirker zum
EU-Verfassungsgipfel in der "jungen Welt" vom 15.12.2003:
"Es macht wenig Sinn, für eine andere Europäische Union einzutreten. Die EU
ist eine imperialistische Blockbildung, repressiv im Inneren, aggressiv nach
aussen. Sie stellt auch kein Gegengewicht zur amerikanischen Hegemonialpolitik
dar, sondern ist deren Ergänzung. Das Konzept der "Weltinnenpolitik" zur
Disziplinierung der Trikontstaaten wird in den europäischen Metropolen ebenso
vertreten wie in Washington. Eine wirkliche europäische Volksbewegung müsste
daher auf die Bekämpfung des EU-Imperialismus gerichtet sein. Die
gesamteuropäische Losung der sozialen Unterschichten und Globalisierungsgegner
sollte daher "Raus aus der EU" lauten. Von Athen bis Stockholm, von Lissabon
bis Berlin." Den ganzen Artikel gibt es unter:
http://www.jungewelt.de/2003/12-15/002.php
European Fishbowl 2004
17.12.2003 Im Februar 2004 findet ein Jugendkonvent zur
Zukunft der EU statt. Ziel ist die Erarbeitung von Szenarien darüber, wie sich
die Europäische Union und das Leben in Europa in den nächsten zehn Jahren
entwickeln könnten. Zur Vorbereitung des Jugendkonvents, der in Düsseldorf
stattfinden wird, ist eine internetbasierte Szenarien-Werkstatt geplant.
Jugendliche, die am Jugendkonvent teilnehmen möchten, können sich bis zum 17.
Dezember 2003 mit einem kleinen Beitrag bewerben. Weitere Informationen:
http://www.european-fishbowl.net/
"Neutrale" EU-Staaten protestieren gegen Verfassungsentwurf
17.12.2003 Die vier "neutralen" EU-Staaten Irland, Schweden,
Finnland und Österreich protestieren gegen die neue EU-Verfassung, da sie
gegen ihre Neutralitätsauffassung verstösst. Ein Land, welches die
EU-Verfassung akzeptiert, wird sich auch nicht mehr "ein wenig" neutral nennen
können. Mehr dazu:
http://euobs.com/?aid=13815&rk=1
Von Helsinki bis Athen! Aktionen gegen die neue EU-Verfassung!
17.12.2003 Eine neue Verfassung für die EU ohne eine
Volksabstimmung ist undemokratisch und nicht bürgernah. Deshalb fand am 6.
Dezember eine koordinierte Aktion von EU-Gegnern in 42 Städten in mehr als 20
europäischen Ländern statt. Es ging am 6. Dezember darum, die Bevölkerung zu
sensibilisieren und Druck auf das EU Parlament auszuüben. Der Aktionstag wurde
von der European Referendum Campaign (ERC) organisiert, welche von 250
Organisation aus 28 europäischen Ländern mit insgesamt mehr als 4.5 Millionen
Mitgliedern unterstützt wird. In Deutschland wird es unter anderem in Berlin,
Hamburg, München und anderen Städten Aktionen geben für eine faire
Mitbestimmungschance der EU-Bürger. Bislang werden sechs Länder ein Referendum
haben: Irland, Dänemark, Luxembug, Niederland, Portugal und Spanien. (
http://euobs.com/?aid=13781&rk=1
)
Demokratie?
Wer Verfassung nicht akzeptiert fliegt raus!
17.12.2003 Der schon mehrmals als Hardliner aufgefallene
Kommissionspräsident Romano Prodi erzählte in einem Interview mit der
"Irish Times", dass es darum gilt, für die Endabstimmung eine Methode zu
finden, welche es verunmöglicht, dass ein Land bei der Abstimmung die
Einführung der EU-Verfassung blockiert. Er erklärte ebenfalls, dass es eine
Entscheidung des Landes sei ob es die Verfassung akzeptiere oder nicht, was
schlussendlich soviel bedeutet wie: Entweder Annahme der neuen Verfassung oder
Bye-Bye EU-Mitgliedschaft! Vielleicht kommt es wieder soweit wie im 2001 als
Irland die Nizza-Verträge ablehnte und danach eine weitere Volksabstimmung mit
massiver finanzieller Unterstützung der EU durchzuführen um ein "JA"-Resultat
zu erzielen. (
http://euobs.com/index.phtml?sid=18&aid=13769 )
Unabhängige Medien
17.12.2003 An die 50 Medien berichten täglich oder wöchentlich
nur über die Geschehnisse in der EU. Es ist unglaublich, aber wahr: Gerade
einmal zwei davon sind EU-unabhängig und bekommen keine finanzielle
Unterstützung durch die EU. Diese beiden unabhängigen Presseerzeugnisse sind:
http://www.eureporter.co.uk/
und http://www.euobserver.com.
Flugbeschränkungen: Bundesrat ergreift Rekurs gegen EU-Entscheid
17.12.2003 Die Niederlage des Bundes vor der EU-Kommission in
Sachen Anflugverfahren auf Zürich-Kloten ist auf den mangelnden Einsatz des
Bundesrates in diesem Dossier zurückzuführen. So wurden weder alle möglichen
juristischen Verfahren eingeleitet, noch auf politischer Ebene genügend Druck
ausgeübt. Es war absehbar, dass sich die EU nicht mit ihrem grössten
Nettozahler Deutschland anlegen will. Die EU-Kommission hat am 5. Dezember
beschlossen, die Beschwerde des Bundesrates gegen die deutschen
Flugbeschränkungen im Umfeld des Flughafens Zürich abzulehnen. Dieser
Entscheid ist inhaltlich nicht nachvollziehbar und kann nur durch politische
Begründungen motiviert sein.
Es ist nun dringend, alle zur Verfügung stehenden juristischen Verfahren
einzuleiten, so auch ein Verfahren vor dem ICAO-Rat. Doch auch auf politischer
Ebene ist Druck aufzubauen: Auf Verhandlungen zur Streckenführung der A98 darf
der Bundesrat nicht eintreten, solange die unhaltbare Situation im Flugverkehr
anhält. Es kann nicht sein, dass Deutschland seine eigene Bevölkerung vor Lärm
schützen will, gleichzeitig aber die Autobahnumfahrung Waldshut über
schweizerisches Gebiet führt. Im gleichen Atemzug ist der zunehmende Transit
deutscher Lastwagen durch die Schweiz zu nennen. Es ist zu begrüssen, dass der
Bundesrat am 15.12.03 (siehe:
http://www.admin.ch/cp/d/3fdd828d_1@presse1.admin.ch.html ) wenigstens
beschlossen hat, die Ablehnung der schweizerischen Beschwerde bezüglich
deutscher Flugbeschränkungen durch die EU-Kommission vor dem Europäischen
Gerichtshof anzufechten.
TV-Tipp: EU-Lobbying - läuft wie geschmiert
17.12.2003 Über die Mechanismen der Korruption in Europa
befragte die Luxemburgerin Myriam Tonelotto Politiker, Juristen, Journalisten,
Banker und EU-Funktionäre - und sie fragte sie alle auch, was dagegen
unternommen wird. Die Antworten waren entlarvend, denn sie fielen meist
hilflos aus. Tonelotto drehte in Paris, Brüssel und Berlin. Gelungen ist ihr
ein europäisches Kaleidoskop, das klar macht: Die ganz großen Interessen
werden mit so geschicktem Lobbying vertreten, dass ein Nachweis so gut wie
unmöglich ist: Die geldwerten Vorteile, die Entscheidungsträger auch auf
unteren Ebenen erhalten, sind oft so subtil, dass sie mit den Geschäften
selber scheinbar nichts zu tun haben - auch in der Selbstwahrnehmung der
Entscheidungsträger. Wie langfristig Lobbyisten Wirtschaftsprojekte fördern,
indem sie Politiker und Bürokraten, die damit befasst sind, "bespielen",
berichten Eingeweihte. Mindestens eine genauso große Rolle spielt das
effektive Torpedieren von missliebigen Geschäften und Gesetzesvorhaben. Dass
niemals wirklich Licht in das Dickicht von Politik, Bürokratie und Wirtschaft
zu bringen ist, glaubt Tonelotto, und hat die Statements ihrer
Film-Protagonisten deshalb verbunden mit einer Animation: Ein neugieriger
Bürger geht auf Entdeckungsreise, aber jede Entdeckung wirft ihm ein neues
Rätsel auf - und so reist er von dannen in einer endlosen kafkaesken
Maschinerie. Der Dokumentar-Film wird am 22.12. im Nachmittagsprogramm von
Arte ( www.arte.de ) ausgestrahlt.
Wahlen 2003: Stärkung für EU-Gegner /
NEBS-Präsident abgewählt
01.11.2003 Der überwältigende Erfolg der SVP darf als
Erfolg für alle EU-kritischen Kräfte in der Schweiz gewertet werden. Die SVP
ist unter anderem wegen ihres Widerstandes gegen eine Annäherung an die EU
stark geworden. Die Wahl eines zweiten SVP-Bundesrats wird daher Auswirkungen
auf die Europa-Politik haben. Doch nicht nur die Sitz-Gewinne der SVP stärken
die EU- und NATO-Gegner der Schweiz. Auch der Sitzgewinn der EDU ist eine
Stärkung der vernünftigen Kräfte der Schweizer Aussenpolitik und mit Dani
Vischer bekommen auch die Grünen endlich einen Vertreter im Nationalrat, der
schon den EWR ablehnte und klar gegen eine Annähreung an EU und NATO ist.
Ebenfalls innerhalb der FDP wurden die EU-kritischen Kräfte massiv verstärkt,
während zumeist EURO- und NATO-Turbos abgewählt wurden. Neben dem abgewählten Karl Tschuppert
ist hierbei vor allem an den Berner NEBS-Präsidenten Marc Suter zu
denken. Er gilt als Euro-Turbo Nr. 1 in der Schweiz und gestand selber
ein, dass er wohl abgewählt wurde, weil seine Positionen im Volk nicht mehr
ankämen.
Arme NEBS (Neue Europäische Bewegung Schweiz):
Zuerst muss sie mangels Abonnenten ihre Zeitung Courage eingehen lassen und
jetzt verliert sie auch noch ihren Präsidenten. Suter gab nach der Abwahl aus
dem Nationalrat nämlich seinen Rücktritt bekannt und die NEBS ist nun auf der
Suche nach einem Ersatz. Ob sich allerdings in der Schweizer Aussenpolitik
konkret etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Denn die EU-Befürworter stellen
in Bern leider weiterhin die Mehrheit.
Schweiz
muss Eigenständigkeit bewahren
01.11.2003 Oswald J. Grübel, Co-CEO der Credit
Suisse Group, erörtert die Bedeutung eines unabhängigen Finanzplatzes Schweiz
und warnt vor einer zu starken Vereinnahmung der Schweiz durch die EU in einem
neuen Interview auf:
http://emagazine.credit-suisse.com/article/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=39552
EU-Beitritt:
Wo sind denn da die Vorteile?
01.11.2003 In einem Interview mit der
Solothurner-Zeitung wurde EU-Erweiterungskommissar Verheugen folgende
Frage gestellt: Welche Vorteile hätte die Schweiz im Fall einer
Mitgliedschaft?
Verheugen: "Die
Schweiz ist ein urdemokratisches Land. Die Schweizerinnen und Schweizer
haben sich entschieden. Uns bleibt nichts anderes, als dies zu respektieren
und einen Weg zu finden, auf dem wir unsere Zusammenarbeit zum
beiderseitigen Nutzen so optimal wie möglich gestalten."
Na, habt Ihr die Vorteile gefunden? Nein? Also nochmals lesen. Immer noch
nicht gefunden? Mag sein, dass es gar keine...
Österreich
bei EU-Transit total gescheitert
01.11.2003 Gegen Österreichs
Willen hat die EU (einmal mehr) eine für Österreich gravierende Entscheidung
getroffen. Die EU-Staaten haben sich am Donnerstag auf ein Modell für die
Verlängerung des Transitvertrages festgelegt, das ab 2004 "nahezu freie Fahrt
durch Österreich" bedeuten würde. "Uns erwarten nur noch kosmetische
Lösungen", räumte Infrastrukturminister Hubert Gorbach am Donnerstag
ein, denn das EU-Parlament vertritt eine für Österreich noch ungünstigere
Position. Es könne also "nur noch schlechter werden." Die EU-Staaten haben
sich dafür ausgesprochen, ein knappes Drittel der jährlich 1,7 Millionen
Transitfahrten durch Österreich von der Ökopunktepflicht zu befreien. Das
Gesamtkontingent soll aber nicht gekürzt werden, so dass für die übrigen
Brummer ausreichend Fahrtberechtigungen zur Verfügung stehen dürften.
01.11.2003 ...und das schwächt auch die
Verhandlungsposition der EU gegenüber der Schweiz. Das kleine Liechtenstein
fordert die grosse EU erfolgreich heraus. Das Fürstentum verweigerte die
Unterschrift unter den Vertrag über die Erweiterung des Europäischen
Wirtschaftsraumes (EWR), dem Liechtenstein mit Norwegen, Island und der EU
angehört. Der Vertrag ist nötig, um die zehn neuen EU-Mitglieder aufzunehmen.
Norwegen und Island schlossen sich aus Solidarität der Vaduzer Haltung an. Die
EU hatte klar gemacht, ohne Erweiterung um die zehn neuen EU-Länder ihr
Interesse am EWR-Vertrag zu verlieren. Damit stünden Norwegen, Island und
Liechtenstein ab Mai 2004 ohne geregelte Beziehungen zur EU da. Die wichtigste
Veränderung des Erweiterungsvertrags betrifft den Beitrag der drei Länder zur
EU-Regionalpolitik. Bisher zahlen sie jährlich 25 Mio., künftig 230 Mio. 2.
Norwegen verzehnfacht seinen Beitrag, die beiden andern zahlen fünfmal mehr.
Die EU hat auch von der Schweiz einen solchen Beitrag verlangt. In seinem
Brief an den Bundesrat verwies EU-Aussenkommissar Chris Patten auf die
EWR-Länder als Massstab für den geforderten Beitrag. Wenn der EWR-Vertrag
blockiert ist, schwächt das die Verhandlungsposition der EU gegenüber der
Schweiz.
Kein Geld für stärkere EU-Aussenpolitik
01.11.2003 Neben allen politischen Problemen
einer stärkeren EU-Aussenpolitik, scheint auch die Finanzierung einer solchen
Aussenpolitik unmöglich. Dies geht aus einer Studie der Deutschen Regierung
hervor. Die Kriseneinsätze der Europäischen Union könnten die finanziellen
Möglichkeiten der EU-Kommission und der Mitgliedsländer künftig übersteigen.
In einem Strategiepapier der Bundesregierung zu möglichen EU-Einsätzen wird
vor einer Unterfinanzierung des Gemeinschaftsetats für außenpolitische
Aufgaben und zusätzlichen Belastungen für Deutschland gewarnt. Spannende
Hintergrundinformationen dazu gibt es in den "Financial Times Deutschland":
www.ftd.de/pw/eu/1067066338746.html?nv=cpm
Gleichzeitig beschloss Brüssel für afrikanische
Friedenstruppen jährlich weitere 250 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.
Eurostat-Skandal
und kein Ende
01.11.2003 Eurostat, das
Statistikamt der EU, welchem die Schweiz mit den Bilateralen II ebenfalls
beitreten soll, kommt aus den Skandalen nicht mehr raus. Die Deutsche
Zeitschrift Stern und der EUobserver deckten auf, dass die
Unregelmässigkeiten noch weiter gingen als bisher angenommen. Ein neuer
Bericht über die Unregelmäßigkeiten bei Eurostat belastet die derzeitige
EU-Kommission. Der Report des Internal Audit Service (IAS) der Kommission gibt
an, dass Unregelmäßigkeiten beim europäischen Statistikamt bis ins Jahr 2002
vorgekommen sein sollen. Kommissionspräsident Romano Prodi und seine
Beamten hatten bisher beteuert, die ärgsten Betrugsfälle bei Eurostat hätten
vor dem Beginn ihrer Amtsperiode 1999 stattgefunden.
Stern-Artikel vom 28.10.03:
www.stern.de/politik/ausland/index.html?id=514885&nv=hp_rt_al
EUobserver-Artikel:
http://euobs.com/?aid=13249&rk=1
EU vor Spaltung
01.11.2003 "Die EU steht vor der Spaltung. Nein, nicht etwa
nur in alte und neue Europäer, sondern auch in solche, die die Integration
vorantreiben und solche, die sie ablehnen. Und auch in große und kleine
Staaten. Entstehen werden statt dessen ein deutsch-französisch-britisches
Direktorium, das gerade erstmals im atomforschenden Iran seine
Handlungsfähigkeit bewiesen hat, und verschiedene Gruppen, die sich von Fall
zu Fall den großen dreien anschließen. Bereits die geltenden Verträge schieben
einer solchen Gruppenbildung keinen Riegel vor. Klar ist: In einer EU der 25
oder bald gar 30 Mitgliedstaaten werden die Bruchlinien immer größer.",
schreibt die Deutsche "tageszeitung". Den ganzen Artikel gibt es unter:
www.taz.de/pt/2003/10/29/a0142.nf/text
Economiesuisse-Präsident:
Schluss mit Europakompatibilität!
01.11.2003 Ueli Forster, Präsident der economiesuisse, hat am
Europa-Forum in Luzern eine vielbeachtete Rede zum Thema Schweiz-EU gehalten.
«Europakompatibilität ist ... als generelle Maxime keine gute Option für die
Schweiz», kritisierte Ueli Forster indirekt die offizielle Politik des
Bundesrats. Die Schweiz würde vielmehr auch Europa einen Dienst leisten, wenn
sie statt dessen ihren Handlungsspielraum extensiv nutzte. Sie könne gerade
wirtschafts- und sozialpolitisch «zu einer Art Gewissen Europas werden», zu
einer erfolgreichen Alternative zur EU, deren Verwaltung zur Uniformität
neige. Er kam dabei zu folgendem Schluss: "Es ist falsch, stets nach
Brüssel zu schielen und in eine Art Imitationssucht zu verfallen. Europa ist
zwar ein wichtiger Massstab, aber in der globalisierten Wirtschaft nicht der
einzige. Die Wettbewerbsfähigkeit steigern und damit Wachstum zu schaffen, ist
die beste Voraussetzung für die Erhöhung des Handlungsspielraums."
Die gesamte Rede gibt es unter:
Neuigkeiten von der TEAM-Allianz
EU-Parlament erklärt Wasser zum Grundrecht
Entschließung zur Wasserwirtschaft in Entwicklungsländern
25.10.2003 Am 4. September verabschiedete das Europäische
Parlament eine Entschließung zu der Mitteilung der EU-Kommission über die
Wasserbewirtschaftung in den Entwicklungsländern (Untertitel: "Politik und
Prioritäten der Entwicklungszusammenarbeit der EU"). In der Entschließung
bestätigt das Parlament unter anderem das Menschenrecht auf Wasser, das schon
der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte als
Grundrecht verankert hat. Die 145 Vertragsstaaten des Internationalen Pakts über
wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte verpflichten sich darin, ihren
Bevölkerungen einen "gerechten und nicht diskriminierenden Zugang" zu
Trinkwasser zu gewährleisten.
http://www.das-gibts-doch-nicht.org/seite2245.php
Wer macht eigentlich die Gesetze in der EU?
06.10.2003 Wer sich im Dschungel der
europäischen Regelwerke und Erlassmühlen nicht mehr zurechtfindet, dem sei der
folgende Link empfohlen. Ein Schema zeigt anschaulich auf, wie es z.B. der
Pharma-Lobby gelingt, ihre Anliegen als gesamteuropäische Interessen zu
verkaufen. Mehr unter
http://www.eu-referendum.de/deutsch/laws.html
EU-Kandidat Türkei verweigert ausländischen
Geistlichen Arbeitserlaubnis
21.09.2003
Der evangelische Kirchenrat Gerhard Duncker, von 1993 bis 2002 Pfarrer der
Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in der Türkei, schildert die Realität:
150 000 Christen leben in der Türkei. Für die Kirchen als "verfasste
Gemeinschaften oder Gemeinden" gebe es keine Religionsfreiheit. Seit 70 Jahren
bestehe ein Gesetz, das ausländischen Pfarrern jede Tätigkeit in der Türkei
verbietet. Dennoch arbeiten zwei deutsche Geistliche, ein evangelischer und ein
katholischer, in der Türkei - am Rande der Legalität. Weil sie keine
Arbeitserlaubnis erhalten, werden sie hilfsweise beim Deutschen Konsulat
pseudoangestellt. Sie gehören somit offiziell zur diplomatischen Vertretung der
Bundesrepublik. Wenn sie zur seelsorgerischen Unterstützung noch einen Vikar
oder Dekan benötigen, können sie die nur als Touristen ins Land holen. "So
müssen die Mitarbeiter ständig alle drei Monate aus- und wieder einreisen, um
mit Touristenstatus zu leben", sagt Duncker. Auch Religionsunterricht wird be-
oder gar verhindert. Pfarrer können keinen Unterricht erteilen, da sie als
Lehrer Schulen nicht betreten dürfen. Das Eigentum der Kirche muss durch
kirchliche Stiftungen verwaltet werden. Die Stiftungen der Christen dürfen
Grundstücke weder kaufen noch verkaufen. Anfang September 2003 pochte der
türkische Ministerpräsident Erdogan an die EU-Pforte. Er tat das am schon
halb geöffneten Haupteingang: in Deutschland. Kanzler Schröder enttäuschte den
Gast nicht. Er stärkte den Türken den Rücken, sprach sich für ihren EU-Beitritt
aus. Schröder und Fischer haben den Gast auf Menschenrechte angesprochen, doch
nicht ausdrücklich auf Religionsfreiheit. "Aber Kirchenrat Duncker hat Erdogan
darauf angesprochen, dass keine rechtliche Grundlage zur Arbeit von deutschen
Geistlichen existiert", sagt EKD-Auslandsbischof Koppe. In Deutschland prägen in
manchen Städten Minarette und Kuppeln imposanter Moscheen die Silhouetten. In
der Türkei müssen sich christliche Kirchen jedoch verstecken. Die kleine Kapelle
der katholischen Pfarrei Sankt Paul in Istanbul etwa darf es offiziell gar nicht
geben. "Die haben wir bei der Stadtverwaltung auf dem Plan eingezeichnet gesehen
- und da steht das türkische Wort für Wasserdepot", sagte die Pastoralreferentin
Hillebrenner im Deutschlandfunk. "Die kommt als Kapelle nicht vor. Aber jeder
weiß, dass wir da Gottesdienste feiern." Mehr
unter
http://www.wams.de/data/2003/09/21/171555.html?prx=1
Was war mit den Schweden los, dass sie vom Euro
nichts wissen wollten?
16.09.2003 Auch der Sympathie-Effekt
durch die Ermordung der Aussenministerin Anna Lindh konnte nichts daran ändern;
die Schweden bleiben bei ihrer Krone. Dagegen wird Brüssel und die EU mehr und
mehr skeptisch betrachtet. Dissidente Kabinettsmitglieder von Premier
Göran Persson, die gegen die Einführung der neuen Währung eingestellt sind,
bekamen im Abstimmungskampf einen Maulkorb umgelegt. Muss die Entscheidung gegen
den Euro auch als Protest von unten gegen das Establishment gesehen werden? Ein
Kommentar von Folke Schimanski unter
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15646/1.html
Die EU hat vor Gentech-Food längst kapituliert
04.08.2003 Die britische Regierung
versucht mit aller Macht, die Bevölkerung für GVO zu begeistern (vgl.
"Frankenstein
Food" - die Neuauflage). In einer Veranstaltung in
Somerset behauptete Professor Vivian Moses, Koordinator der EU für 'GM Education':
"GVO ist längst draussen. Die jetzige Aufgabe besteht lediglich
darin zu entscheiden, wie die verschiedenen Systeme nebeneinander bestehen
können."
Auf die Frage des lokalen Parlamentsabgeordneten, einem Bienenzüchter, wie sich
GVO auf die Pollen für die Bienen auswirke, gestand Vivian Moses zu, dass da
keine Trennung möglich sei. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer sprachen sich
gegen genveränderte Nahrungsmittel aus. Diese Quote entspricht einer aktuellen
Befragung des Milcherzeugers
Yeo
Valley Organic und weiterer Kooperativen in
Grossbritannien (93 Prozent Gegner), die von der Regierung geflissentlich
übersehen werden. Mehr unter
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15364/1.html
EU-Konvent bedeutet massiven
Demokratieverlust
04.08.2003 ATTAC Deutschland warnt
vor einem massiven Demokratieverlust in Europa, sollte die neue EU
Verfassung so beschlossen werden, wie sie in einem ersten Entwurf
vorgestellt wurde. Internationale Handelsverträge wie das
Dienstleistungsabkommen GATS würden künftig nicht mehr über die
Parlamente der Mitgliedsstaaten entschieden, sondern direkt auf
EU-Ebene. Es entfällt damit jegliches Mitspracherecht der
Mitgliedsstaaten in so sensiblen Bereichen wie Bildung, Gesundheit,
sozialen Dienstleistungen und audiovisuellen Medien. In der Aussendung
heisst es weiter: "Die nationalen Wirtschaftsministerien, die die
Handelsverträge ausarbeiten, müssten sich nicht mehr vor Parlament und
Öffentlichkeit verantworten." Eine ausführliche Analyse der Auswirkungen
des Verfassungsvorschlags findet
sich unter:
http://www.attac.de/gats/hintergrund/fritz_eu_konvent.doc
Karlsruher Kritik an EU-Verfassung
04.08.2003
Erstmals hat sich ein Bundesverfassungsrichter kritisch zum
vorliegenden Entwurf für eine EU-Verfassung geäußert. Unter Berufung
auf Siegfried Broß, der im zweiten Senat in Karlsruhe für Europarecht
zuständig ist, hat der CSU-Politiker Hartmut Koschyk die
Vorbehalte seiner Partei gegenüber dem Verfassungsentwurf bekräftigt.
Lettland: Mehrheit gegen EU-Beitritt
04.08.2003 Kaum zwei Monate vor dem
Referendum am 20. September ist die öffentliche Unterstützung für eine
EU-Mitgliedschaft des Landes auf unter 50 Prozent gefallen. In einer
Umfrage sprachen sich von 5'000 auf der Strasse befragten Personen gar 70%
gegen den EU-Beitritt aus! Mehr dazu:
http://euractiv.cabestan.com/Go/index.cfm?WL=4856&WS=23438_23485&WA=254
Keine Krone für den Euro
04.08.2003 Im September stimmen
die Schweden über den Euro-Beitritt ab. Obwohl die EU und die
schwedische Regierung einen Beitritt mit viel Propaganda wollen,
zeichnet sich bereits jetzt ein Nein ab. Ein guter Bericht über die
Abstimmungskampagne in Schweden findet sich in der österreichischen
Zeitung "Die Presse" unter:
http://diepresse.at/default.asp?channel=p&ressort=eu&id=369199
Wachsende Diskrepanz zwischen Beteiligten
und Betroffenen
04.08.2003 Auch Experten
stellen mittlerweile fest: "Besonders gewichtig sei die Differenz zwischen
nationalstaatlich organisierter politischer Herrschaft und politischer
Beteiligung einerseits und der Entscheidungszuständigkeit beispielsweise
der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union andererseits. Nicht
wenige Angelegenheiten von grösster Wichtigkeit für die Lebensführung
würden mittlerweile auf inter- und supranationaler Ebene entschieden - u.a.
auf der Ebene der Europäischen Union, unter Mitwirkung von Vertretern der
Regierungen der Mitgliedstaaten, doch unter Ausschaltung von
dirketdemokratischer Legitimation durch die Bevölkerung der
EU-Mitgliedstaaten."
(aus: Schmidt, Manfred
(2000). Demokratietheorien (3. Aufl.). Leske + Budrich; S. 290 Unter dem
Stichwort: Wachsende Diskrepanz zwischen Beteiligten und Betroffenen )
Streit EU - Tirol
eskaliert / Gorbach für Blockaden
Schweizer Europa-Barometer:
Skepsis vorherrschend
27.07.2003 Am
17. Juli wurden auf
http://www.gfs.ch/europa.html die Hauptergebnisse zum neusten
Europa-Barometer des GfS-Forschungsinstituts veröffentlicht. Die Ergebnisse
zeigen, dass weiterhin eine klare Mehrheit der Schweizer einen EU-Beitritt
ablehnt. Auch gegenüber den Bilateralen 2 sind die Schweizer kritisch. 47
Prozent sind heute auf dieser Position, während 33 Prozent hoffend sind. 20
Prozent können sich nicht entscheiden. 59% der Schweizer sind der Meinung, dass
die Bilateralen Verträge der Schweiz nicht mehr Vorteile als Nachteile bringen,
16% können sich nicht entscheiden und nur gerade 25% meinen, dass die
Bilateralen Verträge der Schweiz Vorteile bringen. Auch eine Einschränkung der
Neutralität, welche ein engeres Zusammengehen mit der EU bedeuten könnte, lehnen
63% strikte ab und nur gerade 17% können sich damit anfreunden. Eine
Einschränkung der Volksrechte, was ein EU-Beitritt zweifellos zur Folge hätte,
lehnen 70% ab, bei 8% Befürwortern. Alle Informationen zum Europa-Barometer gibt
es unter
www.gfs.ch/europa.html .
Wenig Kollegialität in
EU-Kommission
27.07.2003
Ein Jahr vor den EU-Wahlen ist die Endzeit der EU-Kommission angebrochen. Sie
ist offen zerstritten und beschäftigt sich zunehmend mit Luxusproblemen wie
Piercing und Rauchverboten. Eigentlich ist die EU-Kommission eine auf
Kollegialität verpflichtete Behörde. Aufgabe ihrer Sprecher ist es, ein Bild der
Einigkeit zu zeichnen. Nun sind die 20 Kommissare aber derart zerstritten, dass
ihre Sprecher sich öffentliche Schaukämpfe liefern. Anlass dafür ist eine Studie
über die Zukunft der EU. Wissenschafter schlugen im Auftrag des
Kommissionspräsidenten Romano Prodi eine umfassende Reform des
EU-Haushalts vor. Brüssel solle sich etwa auf Forschung und Entwicklung
konzentrieren. Die Agrarausgaben aber, etwa 40 Prozent der 100 Milliarden Euro
Jahresbudget, sollten renationalisiert werden. Die Strukturhilfe, ein weiteres
Drittel, sollte nur noch künftigen EU-Mitgliedern gewährt werden. Die
betroffenen Kommissare, Franz Fischler und Michel Barnier, waren empört. Prodi
ist zwar für seine Eigenwilligkeit hinlänglich bekannt, aber eine derart offene
Konfrontation mit Kollegen hat er bisher nicht gesucht. Prodi scheint ohnehin
seine Zukunft als Retter der Opposition in Rom mehr zu interessieren als seine
Gegenwart in Brüssel. Andere Kommissare wenden sich zunehmend Luxusproblemen zu.
Forschungskommissar Phillippe Busquin legte eine Studie über die Gefahren der
Tätowierung und des Piercings vor, Verbraucherkommissar David Byrne einen
Gesetzesvorschlag gegen irreführende Werbung. Sozialkommissarin Anna
Diamantopoulou will anzügliche Fotos aus Werbung und Medien verbannen.
Vorschläge dieser EU-Kommission haben nur Aussicht auf Umsetzung, wenn sie bis
Oktober vorgelegt werden. Sonst bleibt dem EU-Parlament vor den Wahlen keine
Zeit mehr, sie zu behandeln. Ab November haben die Kommissare dann wieder Zeit,
um ihren Hobbies nachzugehen. Einige tun dies bereits jetzt schon. (Quelle:
http://www.tagblatt.ch/mailartikel.cfm?pass_id=805191&ressortname=Archiv )
Unbekannte EU-Verfassung
27.07.2003 Eine Mehrheit der EU-Bürger
hat noch nie von der EU-Verfassung gehört, welche seit 16 Monaten breit
diskutiert wird. Es zeigt sich, dass hier einmal mehr am Volk vorbei
politisiert wird und dass die "europäische Öffentlichkeit" im Gegensatz zur
nationalstaatlichen Öffentlichkeit eine Utopie ist.
(Quelle:
http://europa.eu.int/comm/public_opinion/flash/fl142_convention.pdf)
TEAM: Die EU-Verfassung stoppen
27.07.2003 Die TEAM-Allianz hat sich zum Ziel gesetzt, die
EU-Verfassung zu verhindern.
Neue Verfahren der EU gegen
Nationalstaaten
27.07.2003
Wegen nicht ordnungsgemäßer Umsetzung der
Umweltverträglichkeitsprüfungs-Richtlinie leitete die EU-Kommission am Dienstag
rechtliche Schritte gegen acht EU-Staaten ein. Kein Einzelfall, denn in den
vergangenen Wochen hat die mehr als 100 Verfahren bei 35 Richtlinien
eröffnet. Die Versäumnisse der Staaten liegen vor allem in den Bereichen Umwelt
und Binnenmarkt. So verletzen alle 15 EU-Mitgliedstaaten EU-Recht zur
Luftreinhaltung. In Deutschland wurde die Richtlinie über die Verbrennung von
Abfällen (2000/76/EG) nicht übernommen und Grenzwerte für Benzol und
Kohlenmonoxid (2000/69/EG) nicht angewendet. Laut dem aktuellen
Binnenmarktanzeiger sind die grössten Sünder Italien (3,9%), Portugal (3,7%) und
Irland (3,5%). Der Prozentsatz der nach Fristablauf nicht umgesetzten
Richtlinien lag in Deutschland bei 3 Prozent. "Die Mitgliedstaaten, die
Richtlinien nicht fristgerecht umsetzen, verstoßen gegen Verpflichtungen, die
sie selbst eingegangen sind", kommentierte EU-Binnenmarktkommissar Frits
Bolkestein die Lage im Mai. Kommentar: Früher konnte man der EU beitreten
und über die 100'000 Seiten von Gesetzen, die die EU jährlich erlässt, lachen,
da man sie eh nicht umsetze. Diese Zeiten scheinen definitiv vorbei.
EU geht
gegen Mitgliedsstaaten vor:
http://www.eu-kommission.de/html/presse/pressemeldung.asp?meldung=4446
Überblick
zur Umsetzung von EU-Recht:
http://europa.eu.int/comm/secretariat_general/sgb/droit_com/index_en.htm
Binnenmarktanzeiger der EU-Kommission:
http://europa.eu.int/comm/internal_market/de/update/score/index.htm
Stabilitätspakt entzweit Notenbanker und
Politik
27.07.2003 Der Streit
zwischen der EZB und den Regierungen der Euro-Zone um die Haushaltsdefizite
könnte zu höheren Leitzinsen führen. Der Ton in der Debatte wird immer
schärfer. Mehr dazu in den Financial Times Deutschland:
http://www.ftd.de/pw/eu/1058704515810.html
Reklame und Realität
27.07.2003
Die EU-Kommission will die Werbung für Lebensmittel reglementieren – ein
sinnloser Versuch. Nach der Tabakreklame hat EU-Verbraucherkommissar David
Byrne nun die Lebensmittelwerbung im Visier. Ein neuer Verordnungsentwurf
der EU-Kommission zielt darauf, Werbeaussagen für Lebensmittel stark zu
reglementieren. Die Pressefreiheit und auch die Wirtschaft fühlen sich immer
mehr durch sinnlose und sozialistische Reglementierungen eingeengt. Mehr dazu
in "Die Welt":
http://www.welt.de/data/2003/07/17/136156.html
EU-Abgeordnete als EU-Topverdiener
27.07.2003
Während alle vom Sparen reden, scheint für die Europa-Abgeordneten die Welt
noch in Ordnung. Sie haben sich mit großer Mehrheit ein Statut gegeben, das
auf eine saftige Diätenerhöhung hinausläuft. 8671 Euro je Monat soll dann
jeder Europa-Abgeordnete kassieren können und dem Steuerrecht für
europäische Beamte unterliegen. Ein künftiger Europa-Abgeordneter aus
Estland würde zum Beispiel vier Mal so viel verdienen wie sein eigener
Staatspräsident. Die Höchstrente soll laut Statut schon nach 20 Jahren
erreicht sein und Pensionen müssen auf die Politikerbezüge nicht angerechnet
werden. Eine EU-Bürgerin schreibt
dazu: Was muß eigentlich passieren, bis das Faß tatsächlich übergelaufen
sein wird? Sind sich diese Politiker der Tatsache bewußt, was Sie da tun,
welche Ohrfeige das für den normalen Bürger darstellt? Und warum gilt
eigentlich nicht gleiches Recht für alle? Jeder sollte selbst darüber
befinden dürfen, wieviel er verdient und vor allem, wie hoch seine
Altersbezüge aussehen. Dem Volk die Luft zum Atmen abschnüren, selbst leben
wie die Made im Speck, und das vor dem Hintergrund der totalen Unfähigkeit,
zahlloser gesetzgeberischer Schildbürgerstreiche und purer Dummheit und
Arroganz. (Quelle ef-news.de)
Brüssel geht gegen Österreichs Pkw-Steuern vor
27.07.2003 Gegen die österreichischen Beschränkungen beim
Vorsteuerabzug hat die EU-Kommission am Donnerstag ein Verfahren wegen
Verletzung von EU-Recht eingeleitet. Besonders betroffen davon sind
österreichische Unternehmen, die im Ausland Fahrzeuge kaufen oder leasen. Mehr
dazu in "Der Standard":
http://derstandard.at/standard.asp?id=1370819
Brüssel droht mit einem Verfahren gegen die
Bundesregierung
27.07.2003
Die EU-Kommission hat die Bundesregierung davor gewarnt, am 31.August mit der
neuen streckenabhängigen Autobahnmaut für Lastkraftwagen zu starten. Sollte es
so weit kommen, dann würden die Deutschen europäisches Recht brechen, sagte
ein Sprecher der EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio. Als
Konsequenz müsse die Europäische Kommission unter Umständen ein
Vertragsverletzungsverfahren einleiten. Man habe in dieser Sache eine
eindeutige und harte Haltung, teilte der Sprecher weiter mit. Setzt sich die
rot-grüne Bundesregierung darüber hinweg, dann erhält sie einen umfangreichen
Fragebogen und muss sich zu dem Vorgang detailliert äußern. Misslingt
anschließend eine Einigung zwischen Brüssel und Berlin, wird der Vorfall vor
dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verhandelt. EU-Kommissarin de
Palacio hatte am Mittwoch ein Beihilfeverfahren gegen die Bundesregierung
eingeleitet. Berlin will die deutschen Spediteure aus Wettbewerbsgründen um
jährlich 600 Millionen Euro entlasten, entweder durch niedrigere
Mineralölsteuern oder durch eine niedrigere Kfz-Steuer. Brüssel vermutet darin
eine Diskriminierung ausländischer Transportfirmen. Zudem stößt sich de
Palacio an der Mauthöhe von durchschnittlich 12,4 Cent je gefahrenen Kilometer
und an der geringer Anzahl der Maut-Boxen, die Ende August bereit stehen
werden. Bundesverkehrminister Manfred Stolpe (SPD) ist weiterhin fest
entschlossen, wie geplant mit der Maut zu starten. Er braucht die Einnahmen
für seinen Verkehrshaushalt und den Ausbau von Straßen und Schienennetz.
(Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/sz/wirtschaft/red-artikel1541/)
Will die EU den Deutschen den Spass am
Rollen nehmen?
27.07.2003 Wieder einmal
herrscht dicke Luft zwischen Brüssel und Berlin. Deutschland und die
Kommission streiten sich darüber, wie Tabak aussehen muss, damit er als
Zigarette gilt. Bislang werden so genannte Rollies bei uns niedriger besteuert
als normale Zigaretten. Das stört die EU-Kommission und daher hat sie
Deutschland aufgefordert, die nicht ganz mundfertigen Tabakprodukte normal zu
besteuern.
Derzeit behandeln deutsche Behörden die Rollies, die Kommission nennt das
Beispiel "West Single Packs", als Feinschnitttabake. Da diese nicht
verbrauchsgerecht in Zigarettenform verkauft werden, sondern vom Konsument
erst zu einer Zigarette verarbeitet werden müssen, sind sie nach deutschem
Verständnis auch niedriger zu besteuern. Der deutsche Sonderweg in der
Tabakbesteuerung ist der Kommission, die stets bemüht ist die
Verbrauchssteuern im Binnenmarkt anzugleichen, ein Dorn im Auge. Der Tabak
einer selbstgedrehten Zigarette sei genau so schädlich wie der einer
vorgefertigten, argumentiert die Kommission. Für sie ist klar: "Tabakstränge,
die durch einen einfachen, nicht-industriellen Vorgang in eine Zigarettenhülse
geschoben werden", gelten ohne Wenn und Aber als Zigarette. Die Kommission
wittert einen Verstoss gegen die Bestimmungen der Verbraucherrichtlinien und
verlangt von der Bundesregierung, die Rollies zu verteuern. Sollten sie
innerhalb von zwei Monaten nicht zum gleichen Preis wie "richtige" Zigaretten
über deutsche Ladentheken gehen, droht ein Verfahren vor dem Europäischen
Gerichtshof. So wird der Bundesregierung nichts anderes übrig bleiben als der
Kommission zu folgen. Ob die Deutschen sich ihre Zigaretten aus Leidenschaft
selber rollen, oder es bisher nur getan haben, weil es billiger ist, wird sich
dann zeigen.
(Quelle:
www.europa-digital.de)
Umstrittener Expertenbericht
bestürzt Kommissare
27.07.2003
Ein hochrangiges Expertengremium lieferte am 17. Juli eine
Studie, die eine Verstaatlichung der Gemeinsamen Agrarpolitik und
Regionalförderung und gleichzeitig eine Flexibilisierung der EU-Haushaltspolitik
vorschlägt.
Mehr dazu:
http://www.nzz.ch/2003/07/18/wi/page-article8ZFYW.html
Europas
dreckige Politik
27.07.2003 Auf hervorragende und groteske Art
und Weise schreibt die englische Journalistin Janet Bush, wie sich die EU von
ihren ursprünglichen Zielen entfernt hat, heute selber eine dreckige Politik
betreibt und wie die EU zu etwas Sinnvollem werden könnte. Den Artikel gibt es
auf:
http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=12145
Haben EU-Beamte "Millionen
abgezweigt"?
21.07.2003
Der britische Guardian berichtete am 10. Juli 2003, dass drei der höchsten
Beamten einer Kommission der Europäischen Union vorgeworfen wird, mehrere
Millionen Euro veruntreut zu haben. Die Vorwürfe richten sich gegen den
Generaldirektor von Eurostat, Yves Franchet, und zwei seiner
Stellvertreter, Daniel Byk und Photius Nanopoulos. Alle drei weisen die
Anschuldigungen zurück. Eurostat ist die Abteilung, die sämtliche Zahlen und
Statistiken für die Organisationen der EU erstellt. 720 Menschen sind hier
beschäftigt und das jährliche Budget liegt bei 120 Millionen Euro. Neil Kinnock,
der Vizepräsident der Kommission, sagte, er habe "grundlegende und überzeugende
Anscheinsbeweise", daß es jahrelang "eine ziemlich ausgiebige Praxis" für
Eurostat-Beamte war, öffentliche Gelder in "unvorschriftsmäßigen Rücklagen" oder
geheimen Konten in Luxemburg einzuzahlen. Diese Vorgehensweise scheint seiner
Aussage nach weitverbreitet zu sein. Mehr unter
www.freace.de
Europäischer Konvent :
Mitgliedsstaaten verlieren nationale Eigenständigkeit
Kein einziger Artikel bietet Schutz vor unkontrollierter Ausweitung der
Unionskompetenz
17.07.2003 Am letzten
Sitzungstag des Europäischen Konvents wurde der dritte Teil des zukünftigen
Verfassungsvertrags veröffentlicht. Dies berichtet "Euro-Fam-News". In
Verbindung mit dem dritten Kapitel des ersten Teils des Verfassungsentwurfs wird
deutlich, dass dieser 338 Artikel umfassende Abschnitt zu einer massiven
Einschränkung der nationalen Eigenständigkeit der Mitgliedsstaaten führt, und
zwar in wesentlichen Politikbereichen. Selbst traditionelle nationale
Kompetenzen werden danach ausser Kraft gesetzt. Mit keinem Artikel hingegen wird
ein wirksamer Schutz gegen die Ausweitung der Gemeinschaftskompetenzen
vorgesehen. Die die Gemeinschaftskompetenzen betreffenden Artikel I-11, I-12,
I-13 und I-16 bestimmen die Politikbereiche, in denen die EU eine
ausschliessliche oder eine mit den Mitgliedsstaaten geteilte Kompetenz besitzt.
Einen Artikel, welcher ernsthaften Schutz vor einer unkontrollierten Ausweitung
der Unionskompetenz zu lasten der nationalen Eigenständigkeit bieten würde,
sucht man darin vergeblich. Das bedeutet, dass die Europäische Kommission
jederzeit auf politischen Druck hin jede der im dritten Teil aufgeführten
Politikbereiche zu einer gemeinschaftlichen Kompetenz erklären kann. In diesem
Falle würde sich die nationale Kompetenz nur mehr auf jene Punkte beschränken,
die von der Union nicht behandelt wurden.
www.euro-fam.org
Euro-Fam - eine Online-Plattform im Dienst
europäischer BürgerInnen
17.07.2003 www.euro-fam.org (kurz :
Euro-Fam) wird von Redakteuren aus Europa mit verschiedenen beruflichen
Erfahrungen und kulturellem Hintergrund gestaltet. Sie setzen sich über
konfessionelle und politische Ideen hinweg für den Frieden und die menschliche
Entwicklung Europas ein. Euro-Fam ist weder an eine Partei, ein Unternehmen oder
eine Kirche gebunden. Die Unterhaltskosten werden durch Spenden gedeckt. Die
Übersetzungen in derzeit sechs Sprachen werden durch Freiwillige realisiert. Die
Redakteure von Euro-Fam engagieren sich in der Überzeugung, dass der
unbestrittene, einzigartige wirtschaftliche Erfolg Europas seit 1945 heute in
Dienst des sozialen Friedens gestellt werden muss. Dies ist jedoch nicht
selbstverständlich, denn wesentliche Elemente des sozialen Zusammenhalts, wie
sie in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt sind, werden gerade
im Rahmen des Erweiterungsprozesses der europäischen Institutionen immer
häufiger und grundlegender in Frage gestellt. Daher geniessen wesentliche
Elemente des sozialen Friedens wie beispielsweise der Schutz der Würde des
Menschen, der Familie und des ungeborenen Lebens besondere Aufmerksamkeit.
Euro-Fam versteht sich grundsätzlich als Unterstützung auf europäischer Ebene
für nationale Netzwerke und Einzelpersonen, die sich in gleichartigen
Themengebieten engagieren. Dem Austausch von relevanten Informationen wird dabei
besondere Bedeutung zugemessen, beispielsweise zu offiziellen Texten dieser
Institutionen und die Ergebnisse der namentlichen Abstimmungen der
Europa-Abgeordneten. Dies gibt den Bürgern Europas die Möglichkeit, sich zu
informieren und die Abgeordneten ihres Landes zu diesen Themen zu befragen. Ein
periodisch erscheinender Newsletter kann gratis abonniert werden und orientiert
über aktuelle Entwicklungen in Europa.
www.euro-fam.org
Bürokraten, Bullen und Betrüger
16.07.2003 Unermüdlich produzieren
Brüsseler Beamte einen Wust an Paragraphen und Vorschriften. Steuermilliarden
verschwinden in unnützen EU-Projekten. Sehr zur Freude von Schlaumeiern und
einflussreichen Lobbyisten. Ein Bericht in der
"Weltwoche" Nr. 28/03 von Lutz Ribbe
http://www.weltwoche.ch/ressort_bericht.asp?asset_id=5435&category_id=60
Demokratische Juristen
befürchten ein Vereintes Europa der Repression
28.06.2003 "Der Europäische Haftbefehl war Bestandteil der
großen Mogelpackung namens Antiterrorismus-Roadmap, den Maßnahmen auf EU-Ebene
zur Terrorismusbekämpfung nach dem 11. September 2001", meint der Berliner
Strafverteidiger Wolfgang Kaleck. Die 32 Katalogstraftaten, für die zu einer Auslieferung die Strafbarkeit in beiden Ländern
nicht mehr erforderlich ist, kommen überwiegend aus dem Bereich der
Alltagskriminalität und sind beliebig interpretierbar.
"Werde ich demnächst nach London ausgeliefert und dort inhaftiert, wenn ich
einen spanischen Stierkämpfer bei einem Grundstückkauf in Großbritannien
berate?" Diese auf den ersten Blick wahrlich absurde Frage stellte ein Jurist am
Freitag auf einer vom Republikanischen Anwaltsvereins und dem Europäischen
Demokratischen Anwälten organisierten Tagung im Berliner Abgeordnetenhaus.
Europa - Raum von Freiheit, Sicherheit und Recht lautete das Motto. Im
Mittelpunkt stand der Europäische Haftbefehl, der am 1. Januar 2004 im gesamten
EU-Bereich in Kraft treten soll ( Europäischer Haftbefehl verabschiedet).
Freiheit stirbt
mit Sicherheit
"Instinktlos, zweifelhaft,
unsinnig": BVL rügt EU-Pläne zur Embryonenforschung
28.06.2003
Brüssel (ALfA). Der Gesetzesvorschlag der Europaeischen Kommission zur Förderung
der verbrauchenden Embryonenforschung stösst weiter auf Kritik (vgl.
ALfA-Newsletter vom 20. Juni). Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" (Ausgabe
vom 24. Juni), die "Financial Times Deutschland" (Ausgabe vom 25. Juni), "Die
Tagespost" (Ausgabe vom 26. Juni) sowie das "Deutsche Ärzteblatt"
(Online-Ausgabe vom 20. Juni). Der Sprecher der Union in der Enquete-Kommission,
Thomas Rachel (CDU), zeigte sich empört über die EU-Pläne und forderte
die Bundesregierung auf, gegen das Vorhaben vorzugehen. Regierung und
Forschungsministerium müssten alles unternehmen, um eine solche Beschlussfassung
des Ministerrates zu verhindern. Dabei solle die Regierung weitere Länder als
Bündnispartner gewinnen, um eine Sperrminorität zu erreichen. Verbrauchende
Embryonenforschung, die in Deutschland strafbar sei, dürfe nicht aus deutschen
Steuergeldern finanziert werden, so Rachel, der für eine europaweite
Stichtagsregelung nach Muster des deutschen Stammzellegesetzes plädiert. In
einer Mitteilung an die Presse hat die Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht
(BVL), Claudia Kaminski, an die EU-Kommissare appelliert, einer finanziellen
Förderung der Tötung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken ihre Zustimmung
zu versagen. "Der Plan von EU-Forschungskommissar Busquin, ab 2004 die Gewinnung
embryonaler Stammzellen aus Embryonen zu fördern, die für künstliche
Befruchtungen nicht mehr benötigt werden, kommt einer moralischen
Bankrotterklärung Europas gleich." Darüber hinaus sei das Vorhaben "politisch
instinktlos, rechtlich zweifelhaft und forschungspolitisch unsinnig", so
Kaminski weiter. (mehr dazu:
www.sueddeutsche.de; www.ftd.de;
www.die-tagespost.de;
www.aerzteblatt.de;
www.bv-lebensrecht.de)
EU-Kommissionsvorschlag zu Embryonenforschung missachtet europäische
Abmachungen
28.06.2003
Der Gesetzesvorschlag der Europaeischen Kommission zur Förderung der
verbrauchenden Embryonenforschung stösst auch deshalb auf Kritik, weil die
Vernichtung verwaister Embryonen zur Entwicklung geldwerter Medizinprodukte und
Therapien ein gesamteuropäischer Skandal wäre, hat die Vorsitzende des
Bundesverband Lebensrecht (BVL), Claudia Kaminski, an die EU-Kommissare
appelliert. Auf der Tötung von Waisen dürften keine Wertschöpfungsketten
aufbauen. Auch scheine Busquin zu vergessen, dass ein Anlaufen des 6.
EU-Forschungsrahmenprogramms erst möglich geworden sei, nachdem auf die
Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung verzichtet und mit dem
Moratorium den Einwänden Deutschlands, Spaniens, Österreichs und Irlands
Rechnung getragen wurde. Es könne nicht sein, dass EU-Bürger nun mit ihren
Steuern Vorhaben finanzieren sollen, für die sie, wenn sie sie in ihrem
Heimatland verfolgten, ins Gefängnis wandern würden. Da nur neun von 15.000
Projekten die Finanzierung verbrauchender Embryonenforschung beantragen, gebe es
auch keinen Grund, ein Angebot zu schaffen, für das eine so geringe Nachfrage
existiere. Angesichts der fragwürdigen Heilungschancen von Krankheiten mittels
embryonaler Stammzellen, der Gefahr der Entartung dieser Zellen zu Krebszellen
und der Abstossungsgefahr des so gezüchteten Gewebes durch das Immunsystem des
Empfängers "ist die künstliche Schaffung eines solchen Marktes
forschungspolitischer Unsinn und gefährlich", so die BVL-Vorsitzende. (mehr
dazu: www.sueddeutsche.de;
www.ftd.de;
www.die-tagespost.de;
www.aerzteblatt.de;
www.bv-lebensrecht.de)
Neue EU-Biopatent-Richtlinie
setzt deutsche Grüne unter Druck
21.06.2003 Berlin (ALfA). Bei der Umsetzung der umstrittenen
europäischen Biopatentrichtlinie in nationales Recht setzen die Grünen im
Bundestag auf eine "Doppelstrategie". Das berichtet die "tageszeitung" (Ausgabe
vom 18.06.). Einerseits forderten die Grünen eine möglichst "restriktive
Umsetzung", bei der die von der Richtlinie vorgegebenen "Spielräume" auch
ausgeschöpft werden sollten. Gleichzeitig müsse die Bundesregierung in Brüssel
aktiv werden, um eine Neuverhandlung der Richtlinie durchzusetzen, schreibt die
Zeitung unter Berufung auf den stellvertretenden Fraktionschef der Grünen,
Reinhard Loske. Allgemein wird erwartet, dass Justizministerin Brigitte Zypries
(SPD) demnächst ihren Entwurf für ein Biopatentgesetz dem Bundestag vorlegen
wird. Laut Loske werde der Gesetzesentwurf derzeit zwischen den verschiedenen
Ministerien abgestimmt. Loskes Kritik richtet sich vor allem gegen das so
genannte "Stoffpatent" für Gensequenzen. Ein Gen könne die Information für bis
zu mehreren tausend Funktionen besitzen. Im Patentantrag müsse aber nur eine
Funktionen aufgeführt werden, um für das Gen und alle damit verbundenen
kommerziellen Verwendungen einen Verwertungschutz zu bekommen. Selbst wenn
andere Forscher später neue Funktionen entdecken, seien diese durch das Patent
bereits abgedeckt, so die "taz". Die Ansicht, dass die Patentrichtlinie zu einer
ungerechten Aufteilung der Verwertungsrechte führe, teilt laut der Zeitung auch
Peter-Tobias Stoll, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Göttingen.
Ein Forscher, der mit einem bereits patentierten Gen arbeitet und neue
Einsatzmöglichkeiten entwickelt, gerate in die völlige Abhängigkeit der
Patentanmelders. Mit dem Stoffpatent in der Tasche könne dieser jedem "die
Nutzung und Herstellung des Gens untersagen", zitiert die "taz" Stoll. Anstatt
Innovationen in der Biotechnologie zu fördern, würde die strikte Umsetzung der
Richtlinie das Gegenteil bewirken. Justizministerin Zypries zeigt sich bisher
unbeeindruckt von der Kritik an dem geplanten Gesetz. Wie schon ihre Vorgängerin
im Justizministerium, Herta Däubler-Gmelin (SPD), hält sie eisern daran fest,
dass die EU-Richtlinie eins zu eins in deutsches Recht umgesetzt werden müsse.
Wie die "taz" schreibt, halte Zypries eine Neuverhandlung in Brüssel derzeit
nicht für durchsetzbar. Dort entscheide letztendlich nur die EU-Kommission über
das weitere Schicksal der Biopatentrichlinie. (mehr dazu:
www.taz.de )
EU-Bürger müssen für EU-freundliche Parteien zahlen
20.06.2003 Die EU hat eine neue Idee, um Steuergeld
auszugeben. Sie wird ab 2004 die grössten europäischen Parteien, die
mindestens in einem Viertel aller Mitgliedsländer vertreten sind, mit
8,4 Millionen Euro jährlich unterstützen. Das Ziel der Aktion ist leicht
durchschaubar: Die grössten Parteien Europas, welche sich in mehreren
Ländern zusammengeschlossen haben und alle hinter der EU stehen, sollen
finanziell unterstützt werden. Die EU-kritischen Parteien sind
verständlicherweise nicht über Landesgrenzen hinweg organisiert und
sehen somit keinen Cent. Der Beschluss wurde gefasst, obwohl in
einzelnen Mitgliedsländern die staatliche Subventionierung der Parteien
verboten ist.
EU-Verfassung: Ohne Herz und ohne Seele
20.06.2003 Bei der Erschaffung der amerikanischen oder der
Schweizer Verfassung schlossen sich Bürger mit Visionen zusammen, die
mit Herz und Seele einen gemeinsamen Staat wollten. Die EU-Verfassung
werde ein bürokratisches Machtkonstrukt ohne Visionen und somit
ständen die Bürger der EU-Staaten nicht hinter der Verfassung, meint
die britische Journalistin Janet Bush. (siehe
http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=11760)
Das Endziel einer Verfassung ist die Vernichtung von Selbständigkeit
und Eigenstaatlichkeit der Nationalstaaten in einem "Europastaat".
Dessen "Qualität" lässt - siehe das Treiben des Brüsseler
Kommissariats - bereits jetzt Böses ahnen. Das grosse Ideal eines
engen Schulterschlusses europäischer Völker, eines Europas der
Demokratien, wird durch die von vielen Etablierten im Schilde
geführten EU-Pläne bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet, ja
pervertiert. Die Menschen in Europa wünschen sich sehr wohl eine
europäische Zusammenarbeit, aber sie wollen deswegen nicht ihren
eigenen Staat aufgeben. Zu unterschiedlich sind die einzelnen Staaten
und Kulturen und genau diese Vielfalt auf engem Raum macht Europa so
einzigartig. Diese Vielfalt darf, wird und kann nicht für den
EU-Einheitsbrei zerstört werden.
EU-Verfassung: Weg zum Brüssel-Zentralismus
20.06.2003 Nach Edmund Stoiber (siehe
http://www.ftd.de/pw/de/1055680374832.html?nv=hpm) und zahlreichen
anderen Exponenten aus ganz Europa, äusserte sich auch Bayerns
Europaminister Bocklet gegen die EU-Verfassung. Den „Weg zum
Zentralismus Brüsseler Prägung“ beschreitet der Konventsentwurf für
eine europäische Verfassung nach Auffassung von Bayerns Europaminister
Reinhold Bocklet (CSU). Der EU-Konvent habe bei der aus bayerischer
Sicht wichtigsten Frage, einer sinnvollen Verteilung und Abgrenzung
zwischen den Mitgliedsstaaten, keine Fortschritte erzielt, betonte
Bocklet: „Diese Aufgabe hat der Konvent sehr einseitig zur Stärkung
der Aufgaben der EU genutzt.“ In einer EU, in der die
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Unterschiede wegen der
Osterweiterung zunehmen werden, müsse sich die Gemeinschaft auf die
Aufgaben konzentrieren, die nur im europäischen Bündnis gelöst werden
können. „Beispielsweise fühlt sich die EU nun auch für den Sport oder
den Zivilschutz zuständig und greift damit auch in die Aufgaben der
deutschen Länder ein,“ kritisierte der Staatsminister im Vorfeld des
EU-Gipfels am 20. Juni im griechischen Saloniki. Durch die
ausdrückliche Betonung der Koordinierungszuständigkeit der EU für die
Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik seien Befugnisse
geschaffen worden, die sich in der Praxis als „Supergeneralklauseln“
für die EU auswirken werden, warnte Bocklet. Nach dem Konventsentwurf
sei die Europäische Union außerdem fast uneingeschränkt für die
Einwanderung zuständig. „Das bedeutet, dass die EU mit
Mehrheitsentscheidungen auch gegen die Bundesregierung das Maß der
Einwanderung nach Deutschland und den Zugang zum deutschen
Arbeitsmarkt festlegen könnte,“ erklärte Bocklet. Bayern werde seine
Vorschläge und Vorstellungen jetzt intensiv in die Beratungen der
EU-Regierungskonferenz einbringen. Bocklet ist zuversichtlich, dass
noch Zeit für Verbesserungen besteht: Die Ergebnisse der
Regierungskonferenz werden frühestens Ende des Jahres vorliegen.
EU-Verfassung: Kritische Presse
20.06.2003 Selbst die internationalistische Wochenzeitung
WoZ hat in der neusten Ausgabe einen Artikel mit dem Titel "Was nutzt
die Verfassung der Europäischen Union ihren BürgerInnen?"
veröffentlicht. Das Fazit: NICHTS. Die offene Kritik dürfte auch
grosse Verfassungs-Kritiker freuen und überraschen, so wurde dieser
Schritt doch von den EUphorikern als "historisch" und "riesiger
Schritt" betrachtet. Wir haben einige Medienberichte zur EU-Verfassung
zusammengestellt. :
"Der Konventsentwurf sieht vor, dass in der Politik für
Asylsuchende, Flüchtlinge und Einwanderer die EU-Staaten nicht mehr
einstimmig entscheiden müssen. In Zukunft setzt sich schon die
qualifizierte Mehrheit durch. Kommt der Entwurf durch die
Regierungskonferenz - und das gilt in den wichtigen Punkten als sicher
- treten die Länder eine großes Stück Macht an die Europäische Union
ab. Erstmals werden in dieser heiklen, innenpolitischen Frage
Entscheidungen gegen den Willen einzelner Regierungen möglich.",
schreibt die Financial Times Deutschland.
"Die Regierungen der großen
Mitgliedsstaaten haben die Arbeit an der neuen EU-Verfassung von
Beginn an beeinflusst. Nun bleibt ihnen auch noch das letzte Wort. Die
kleinen Mitglieder haben nichts zu sagen.", meint die
österreichische Tageszeitung die Presse.
Und die Süddeutsche Zeitung denkt: "So
springt Europa nach vorn – und doch zu kurz. Alles wird besser. Aber
dem Konvent ist es letztlich nicht gelungen, seine drei großen, selbst
gesteckten Ziele zu erreichen: Ein für seine Bürger begreifbares
Europa zu schaffen, das zugleich – in seinem Innern und draußen in der
Welt – handlungsfähig ist. Und das obendrein seinen eigenen,
demokratischen Mindeststandards genügt."
In der NZZ steht: "Noch knapp rechtzeitig und unter Ausklammerung
strittiger Materien ist es Giscards Konvent gelungen, einen Entwurf
für einen neuen Grundvertrag der Europäischen Union vorzulegen. Obwohl
die Europa-Hymne «Freude schöner Götterfunken» bemüht wurde, der
grosse Wurf einer Verfassung ist das Dokument nicht."
TEAM: Einbahnstrasse von Zusammenarbeit zum EU-Staat
"Daily Mail"-Resultate verstärken Druck auf Blair
20.06.2003 Die "Daily Mail" führte die wohl grösste
Umfrage durch, welche in England je stattgefunden hat. In 7'000 Pubs und
Geschäften des ganzen Landes stelle sie Boxen auf, bei welchen man
abstimmen konnte, ob man über die EU-Verfassung eine Abstimmung will oder
nicht. 1,7 Millionen Menschen (!) haben an der Umfrage teilgenommen und
89,9% wollen eine Abstimmung, während nur 4,5% keine Abstimmung wollen.
Das dürfte den Druck auf Blair, welcher täglich zunimmt, weiter
verstärken. Die Resultate im Detail gibt es unter:
http://www.femail.co.uk/pages/standard/article.html?in_article_id=184989&in_page_id=2
Estland vor der Entscheidung
20.06.2003 Roger Helmer, Mitglied
des EU-Parlaments, hat Estland besucht und für das Forschungszentrum "Free
Europe" von Wirtschafts-Professor Ivar Raig (siehe
www.free-europe.info) eine
Abhandlung verfasst, um Estlands erneuten Kampf um die Freiheit zu
diskutieren. Er kommt zum Schluss, dass Estland auf keinen Fall der EU
beitreten darf. Den Artikel gibt es unter:
Schröder will EU-Beamte ausbooten
20.06.2003 Und schon ist die nächste Runde im Machtkampf um
die EU-Verfassung eingeläutet: Die Bundesregierung fürchtet, dass der
vorliegende Entwurf einer EU-Verfassung von Beamten in Brüssel
zerpflückt werden könnte. Nach dem Willen des Kanzlers sollen ab sofort
alle weiteren Beratungen über das Vertragswerk nur noch auf höchster
politischer Ebene stattfinden. Mehr dazu unter: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,253549,00.html
GATS: Schweiz macht beste Angebote
20.06.2003
Verschiedentlich wurde in der Presse über die unglaublichen Forderungen,
welche die EU über GATS an die Schweiz gestellt hat, berichtet. Nun vermelden
belgische Handels-Delegierte, dass die EU Kommission mit dem bisherigen
Verlauf der Verhandlungsrunde alles andere als glücklich ist. Bisher hat die
EU 26 Angebote erhalten und 36 Forderungen. Die Angebote blieben alle weit
hinter den Erwartungen der Liberalisierungsbefürworter zurück. Das beste
Angebot war (oh Wunder) das der Schweiz, auch Korea legte ein gutes Angebot
vor. Besonders enttäuscht zeigte man/frau sich von den Angeboten der USA und
Israel, die allerdings noch eine Nachbesserung versprachen. Auch innerhalb der
EU wird derzeit immer noch versucht , eine gemeinsame Linie festzulegen, da ja
die ersten Angebote 1994 nur von 12 Staaten gelegt wurden und drei Staaten
sind erst später Mitglieder der EU geworden und haben dementsprechend andere
Angebote gelegt. (Quelle:
GATS-Information-Campaign Newsletter 18.6.03)
Europa ohne Gottes Rechte
Der geschichtlichen Wahrheit folgend, hätte auch der Beitrag des
Christentums zum Werden Europas und zu den Werten Europas erwähnt werden müssen.
- eine Analyse von Stephan Baier
15.06.2003 Eine Verfassung ist weder ein Gebet noch ein
Glaubensbekenntnis. Entsprechend bescheiden waren von Anfang an die Ziele der
Kirchen hinsichtlich ihrer und Gottes Berücksichtigung in der künftigen
Europäischen Verfassung. Keine Anrufung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, wie
sie einst in der griechischen und der irischen Verfassung verankert wurde,
sollte die Präambel schmücken, aber doch eine Anrufung Gottes oder zumindest
Seine Nennung – wie etwa im deutschen Grundgesetz oder in der Verfassung Polens.
Der Sinn einer „invocatio Dei“ wäre gewesen, den Menschen daran zu erinnern,
dass er nicht selbst der Allmächtige ist, dass alle weltliche Macht Grenzen
haben und sich vor dem Schöpfer als dem Herrn des Lebens verantworten muss. Eine
Formulierung, der Christen, Juden und Muslime freudig hätten zustimmen können,
wäre nicht schwer zu finden gewesen. Doch nichts dergleichen war durchsetzbar.
Obwohl die Kirche diesmal – ganz im Gegensatz zu ihrer Beteiligung an der
Europäischen Grundrechtecharta – tatsächlich mit vollem Einsatz kämpfte, obwohl
der Papst Spitzengespräche mit den Entscheidungsträgern führte und die
Öffentlichkeit mahnte, obwohl Bischofskonferenzen und Laienverbände drängten,
obwohl die europäische Christdemokratie in erstaunlicher Geschlossenheit für die
Nennung Gottes eintrat: die laizistischen Kräfte waren letztlich zu stark.
Von geringerem philosophischen Gewicht, aber schlicht der geschichtlichen
Wahrheit folgend, hätte auch der Beitrag des Christentums zum Werden Europas und
zu den Werten Europas erwähnt werden müssen. Europa hat ja tatsächlich, wie
Kommissionspräsident Romano Prodi vor kurzem betonte, „sehr unterschiedliche
Einflüsse und Kulturen zu mischen und zu verschmelzen“ verstanden. Es wäre
deshalb eine Reverenz an die eigene Geschichte gewesen, hätten sich die
Mitglieder des Europäischen Konvents darauf verständigen können, in der neuen
Verfassung den je unterschiedlichen Beitrag des Christentums, der griechischen
Philosophie, des römischen Rechtsdenkens, aber auch der Aufklärung, des
Judentums und des Islam zur Gestaltwerdung Europas zu nennen. Stattdessen
bezieht sich die Präambel der Europäischen Verfassung nun nur auf die
„kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen Europas“. Einen
Erfolg konnten die Christen in praktischer Hinsicht verbuchen: Der so genannte
Kirchen-Artikel des Amsterdamer Vertrags, der den jeweiligen nationalen Status
der Kirchen sichert und garantiert, wird nicht nur in die Europäische Verfassung
übernommen, sondern sogar erweitert: „Die Union pflegt in Anerkennung der
Identität und des besonderen Beitrags dieser Kirchen und Gemeinschaften einen
offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit ihnen.“ Ist es schon
beruhigend, dass damit auch künftig europäisches Recht die jeweils national
garantierte Stellung der Kirchen nicht untergraben kann, so eröffnet der neue
Satz 3 des Artikels 51 darüber hinaus für die Kirchen die Chance, sich in
Brüssel und Straßburg Gehör zu verschaffen. Das ist wichtig, gerade weil es der
Kirche nie nur um ihre eigenen – die kirchlichen – Interessen geht, sondern um
den Menschen. Genau aus diesem Grund ist aber die Verdrängung Gottes aus dem
Rechtstext – und aus dem rechtsphilosophischen Denken – ein wirkliches
Alarmsignal. Wohin treibt eine Gesellschaft, die keine höhere Instanz als sich
selber kennt? Woran orientiert sich eine staatliche Gemeinschaft, die das Volk
beziehungsweise seine Mehrheit für die letzte und tiefste Quelle aller Macht
hält? Genau dies dürfte mit dem Thukydides-Zitat gemeint sein, das die Präambel
der Europäischen Verfassung einleitet: „Die Verfassung, die wir haben, heißt
Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit
ausgerichtet ist.“ Wenn die Mehrheiten letzte Rechtfertigung der Macht sind,
kann es für Minderheiten aller Art ungemütlich werden. Das Zwanzigste
Jahrhundert hat erschreckende Beispiele dafür geliefert. Auf welchen Wertekanon
stützt sich die neue Europäische Verfassung, die weder Christentum noch Judentum
und Islam nennt? Zunächst ausdrücklich auf den „Humanismus“, dessen Werte so
beschrieben werden: „Gleichheit der Menschen, Freiheit, Vorrang der Vernunft“.
Die Verfassung betont „die zentrale Stellung des Menschen und die Vorstellung
von der Unverletzlichkeit und Unveräußerlichkeit seiner Rechte“, ebenso auch den
„Vorrang des Rechts in der Gesellschaft“. Als „Werte der Union“ werden genannt:
„Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit,
Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte“, ferner „Pluralismus,
Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Nichtdiskriminierung“. Lauter edles
Beiwerk, doch den Geschichtskundigen kann diese Aufzählung wenig beruhigen, weiß
er doch wie Papst Johannes Paul II. bei der Seligsprechung von Pater Rupert
Mayer formulierte: „Gottesrechte und Menschenrechte stehen und fallen
miteinander!“ (Quelle: Auf KATH.NET seit dem 15.06.2003)
Raumschiff Brüssel. Wie die Demokratie in Europa scheitert.
13.06.2003
"Würde sich die EU bei uns um Beitritt bewerben,
müssten wir schreiben: "Demokratisch ungenügend"", meint EU-Kommissar Günter
Verheugen. Was
Brüssel sagt, ist Gesetz. Immer mehr greift die EU in unser Alltagsleben ein.
Welches Benzin wir tanken, welche Zusatzstoffe in die Schokolade kommen, ob
die Kohle subventioniert wird und ob große Firmen fusionieren dürfen - all das
und noch viel mehr wird in Brüssel entschieden. Längst hat der Euro die D-Mark
ersetzt - mit unabsehbaren Folgen für die deutsche Wirtschaft. In Brüssel
regiert eine mächtige EU-Kommission, die keiner gewählt hat, ein gewähltes
Europaparlament, das wenig Macht hat und ein Ministerrat, in dem bevorzugt
hinter verschlossenen Türen gekungelt wird. In ihrem Kern ist die EU ein
vordemokratisches Gebilde geblieben - die Bürger bleiben draussen. Aber Europa
ist zu wichtig, um es weiter denen in Brüssel zu überlassen!
Euro: "Nein danke!" Nach Dänemark und England auch Schweden
13.06.2003 Die englische Regierung hat
den Euro-Beitritt auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben, weil ein Euro-Beitritt
England im Volk absolut keine Chance hätte und auch weil die englischen Medien
täglich gegen die EU-Bürokratie, den Euro und den Konvent schiessen. Neben
Großbritannien nehmen mit Schweden und Dänemark zwei weitere EU-Länder bisher
nicht am Euro teil. In Schweden ist für den 14. September 2003 eine
Volksbefragung angesetzt, bei der über die Einführung der europäischen
Gemeinschaftswährung abgestimmt wird. Jüngste Meinungsumfragen zeigen, dass
die Schweden ihre Krone vorläufig behalten wollen. Ende Mai waren 49 Prozent
der befragten Schweden gegen eine Einführung des Euro, nur 35 Prozent sprachen
sich dafür aus. Es dürfte dabei bleiben, dass überall dort, wo das Volk
mitbestimmen kann, der Euro abgelehnt wird.
Quellen und weiterführende Informationen zum Thema:
News von TEAM
13.06.2003 Auf
www.teameurope.info sind zahlreiche
neue Artikel zum Eurostat, zur Demokratie in Europa, zur Osterweiterung und
zur geplanten EU-Verfassung erschienen. Ein Blick lohnt sich.
Millionenschaden bei Eurostat
13.06.2003 "Der Schaden bei Eurostat wird auf acht Millionen Euro
geschätzt", sagt Herbert Bösch, der im Europaparlament für die Kontrolle des
EU-Haushalts zuständig ist. Er wirft der EU-Kommission jahrelange Untätigkeit
bei der Aufklärung von Unregelmäßigkeiten beim Statistischen Amt der Union in
Luxemburg vor. Die Kommissionsführung habe auf interne Berichte nicht
reagiert, die bereits seit 1999 auf mögliche Betrugsfälle hingewiesen hätten.
Nun ermittelt bereits die französische Staatsanwaltschaft. Es geht um den
Vorwurf, dass Einnahmen aus dem Verkauf von Daten über private Firmen nicht in
das EU-Budget, sondern in schwarze Kassen geflossen seien.
Mehr dazu unter:
http://www.diepresse.at/default.asp?channel=p&ressort=eu&id=359690
EU-Kritiker präsentieren alternative EU-Verfassung
13.06.2003 Eine Gruppe von 10 EU-kritischen Abgeordneten
des Europäischen Parlaments hat einen alternativen EU-Verfassungs-Entwurf
ausgearbeitet. Sie möchten ein "Europa der Demokratien". Eine Zusammenfassung
dieses Entwurfes in deutsch gibt es unter:
(Quelle:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/2950886.stm)
Daily Mail führt eigene Abstimmung zur EU-Verfassung durch
13.06.2003 Die EU-kritische Tageszeitung aus England "Daily
Mail" ist wütend darüber, dass Tony Blair die immer grösser werdenden
Forderungen nach einer Volksabstimmung über die geplante EU-Verfassung
ignoriert und ablehnt, weil in England niemand eine solche Verfassung will.
Über 50% der Britten sind nämlich gemäss einer repräsentativen Umfrage von
YouGov der Meinung, dass England besser die EU verlassen sollte anstatt eine
Verfassung zu akzeptieren, die die Mitbestimmungsrechte der Engländer
beeinträchtigt. Und nur gerade 18% der Engländer verstehen, dass Blair nicht
das Volk über die Verfassung entscheiden lassen will. Und in einer anderen
Umfrage der Zeitung "Sunday Mirror" waren immerhin 31% der Meinung, England
solle die EU so oder so verlassen. Zusammen mit den Meinungslosen macht dies
beinahe 50%.
Die "Daily Mirror" hat nun in ganz England Abstimmungs-Boxen aufgestellt,
bei welchen man selber entscheiden kann, ob man in England über die
EU-Verfassung abstimmen will. Weitere Informationen zu dieser Aktion gibt es
unter:
http://www.femail.co.uk/pages/news/referendum.html?in_page_id=2. Die
Resultate werden anfangs nächster Woche veröffentlicht. Auch die
Organisation "European Referendum Campaign" (siehe
http://www.europeanreferendum.org/) setzt sich dafür ein, dass in ganz
Europa über die geplante EU-Verfassung abgestimmt werden kann.
Neuster EU-Skandal: Milliarden für serbische Zuckerhändler
13.06.2003 Europas Agrarbürokratie hat einen neuen Skandal:
Serbische Händler sollen mit Zucker EU-Subventionen in Millionenhöhe
erschlichen haben. Und die unendliche Geschichte des europäischen
Subventionsbetruges ist um einen Betrug reicher. Wie kam es dazu?
Die europäische Zuckermarktordnung, ein planwirtschaftliches Monstrum,
garantiert seit 1968 einem EU-weiten Kartell von Zuckerherstellern einen
festen Garantiepreis für die gesamte süsse Ware, die sie innerhalb der
Union aus den angebauten Zuckerrüben herstellen und verkaufen können. Weil
dieser Brüsseler Planwert mit 680 Euro pro Tonne mehr als das Dreifache
des Weltmarktes beträgt, sind Importe aus Nicht-EU-Ländern mit hohen
Zollen belegt. Die Konsumenten zahlen für diese Planwirtschaft einen
Aufpreis von sechs Milliarden Euro im Jahr.
Im Frühjahr 2000 kamen EU-Beamte auf die Idee, mit Hilfe dieser getarnten
Zuckersteuer der darbenden Landwirtschaft auf dem Balkan auf die Beine zu
helfen. Daher durften Kroatien und Jugoslawien ab 2001 ihren Zucker
zollfrei in die EU exportieren. Es kam wie es kommen musste: Die Exporte
stiegen auf 200'000 Tonnen im Jahr und im März 03 waren es schon 10'000
Tonnen Zucker in der Woche. Das dürfte mehr sein, also im ganzen Balkan
überhaupt produziert werden kann. Gleichzeitig stiegen die Zucker-Importe
im Balkan massiv an - zumeist von EU-Staaten, die ihren überschüssigen
Zucker zu Spottpreisen verhökerte. Der Trick war also einfach. Die
Serbischen Zuckerhändler importierten Zucker zum Weltmarktpreis von ca.
215 Euro pro Tonne und verkauften ihn in die EU zum EU-Garantierpreis von
680 Euro pro Tonne. Den Millionenschaden berappen (einmal mehr) die
EU-Steuerzahler......
(Einen ausführlichen Bericht über diesen Missbrauch gibt es im
Spiegel-Magazin: Nr.24/03, S.122)
Osterweiterung - Es rappelt in der Kiste
26.05.2003
Die Osterweiterung der Europäischen
Union wird Realität: Hunderte Diplomaten, Abgeordnete und Beamte aus den
Beitrittsstaaten sind bereits in Brüssel angekommen, Tausende werden folgen.
Die Zuzügler stellen die eingefahrenen Institutionen vor ungeahnte
Schwierigkeiten.
Lesen Sie den vollständigen und amüsanten Artikel der Financial Times
Deutschland dazu unter:
Betrugsaffäre Eurostat: EU-Kommissarin Schreyer unter Druck
26.05.2003
Der Schaden durch Finanztricks und schwarze Kassen hoher EU-Beamter belaufe
sich auf insgesamt acht Millionen Euro. Das Ausmass einer Betrugsaffäre beim
europäischen Statistikamt Eurostat wird offenbar immer größer. Unter Berufung
auf Ermittler des EU-Amtes für Betrugsbekämpfung (Olaf) schreibt der Münchener
"Focus", der Schaden durch Finanztricks und schwarze Kassen hoher EU-Beamter
belaufe sich auf insgesamt acht Millionen Euro. Bisher sei von einem Betrag in
Höhe von 900.000 Euro ausgegangen worden. Der "Spiegel" berichtet, dass drei
dubiose Bankverbindungen entdeckt worden seien. Die Fahnder hätten den
Verdacht, dass darüber Gelder am EU-Haushalt vorbeigeschleust worden sein. Die
Kommission hatte zwei unter Betrugsverdacht stehende Spitzenbeamte bei
Eurostat für die Dauer der Ermittlungen versetzt. Der Druck auf die deutsche
EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer nimmt zu. Haushaltskontrollexperten
des Europäischen Parlamentes werfen laut "Focus" der Politikerin vor, die
Affäre falsch eingeschätzt zu haben. Nach Angaben des "Spiegel" gerät Schreyer
immer stärker in die Kritik, da sie das Parlament bei Anfragen zu Eurostat nur
unzureichend informiert habe.
(Quelle: Die Welt,
26.5.03)
Aktion Volksentscheid zur EU
26.05.2003 In Brüssel wird derzeit fieberhaft an einer
Verfassung für die Europäische Union gearbeitet. In Italien, Frankreich,
Spanien, Irland, Österreich, Dänemark und weiteren EU-Staaten werden die
Bürger und Bürgerinnen über die EU-Verfassung abstimmen. Die Bürgeraktion Mehr
Demokratie fordert den Bundestag auf, auch in Deutschland den Weg frei zu
machen für einen Volksentscheid über die EU-Verfassung. Dafür hat der Verein
eine bundesweite Demokratie-Tour gestartet. Die Unterstützung der Forderung
nach einem Volksentscheid über die EU-Verfassung ist nun online mit einer
Unterschrift möglich:
http://www.mehr-demokratie.de/bu/ak/dtour/index.htm
Neue Dienstleistungsrichtlinie der EU – Gefahr für die
Wasserversorgung
26.05.2003
Der EU Kommissar für Binnenmärkte Frits Bolkestein stellte vor kurzem im
Rahmen der Binnenmarktstrategie für den Zeitraum zwischen 2003 und 2006 eine
neue Dienstleistungsrichtlinie vor, die vor dem Ende 2003 vorgeschlagen werden
soll. Dabei zählt die Öffnung des Wassermarktes, neben der weiteren
Liberalisierung so genannter „netzgebundener Wirtschaftszweige“ wie Energie,
Verkehr und Post zu den wichtigsten Elementen. In einer Presseaussendung heißt
es, dass die Wettbewerbssituation des Wassersektors geprüft werden soll, um
sie dann auch durch eventuelle rechtliche Maßnahmen zu öffnen. Die Stopp
GATS-Kampagne fürchtet, dass dadurch die ersten Schritte zu einer gänzlichen
Öffnung des Wassermarktes kommen. In einer Aussendung der Kampagne heisst es:
"Damit wird wohl versucht, diesen Bereich für den freien Markt zu öffnen,
was aus Sicht der Konzerne höchst verständlich ist. Immerhin wird der globale
Wassermarkt von der Weltbank auf rund 800 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt."