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Diese Site enthält EUROPA-NEWS bis zum 31. Dezember 2003; neuere Meldungen ab dem 1. Januar 2004 finden Sie hier !
redigiert von Josef C. Haefely
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«Würde sich die EU bei uns um einen
Beitritt bewerben, müssten wir schreiben: Demokratisch ungenügend!»
Günter Verheugen, EU-Kommissar |
Seit dem 14.4.2003 sind
Sie BesucherIn Nr.
Unfassbar:
EU-Beitritt bleibt Option!
EU-Gipfel
gescheitert
EU-Verfassung:
Grundsätze werden nicht diskutiert
Weiter
Skepsis gegen EU
Demokratie?
Wer Verfassung nicht akzeptiert fliegt raus!
Schweiz
muss Eigenständigkeit bewahren
01.11.2003 Oswald J. Grübel, Co-CEO der Credit
Suisse Group, erörtert die Bedeutung eines unabhängigen Finanzplatzes Schweiz
und warnt vor einer zu starken Vereinnahmung der Schweiz durch die EU in einem
neuen Interview auf:
http://emagazine.credit-suisse.com/article/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=39552
EU-Beitritt:
Wo sind denn da die Vorteile?
Der kalte Bürgerkrieg
01.11.2003 Die europäische Verfassung soll die Union
handlungsfähiger und bürgernäher machen. Doch es wächst Widerstand. Ein
Scheitern würde die EU in ihre tiefste Krise stürzen. Einen starken Artikel
zu diesem Thema gibt es unter:
www.weltwoche.ch/ressort_bericht.asp?asset_id=6036&category_id=66.
Österreich
bei EU-Transit total gescheitert
Eurostat-Skandal
und kein Ende
Economiesuisse-Präsident:
Schluss mit Europakompatibilität!EU-Parlament erklärt Wasser zum Grundrecht
Entschließung zur Wasserwirtschaft in Entwicklungsländern
25.10.2003 Am 4. September verabschiedete das Europäische
Parlament eine Entschließung zu der Mitteilung der EU-Kommission über die
Wasserbewirtschaftung in den Entwicklungsländern (Untertitel: "Politik und
Prioritäten der Entwicklungszusammenarbeit der EU"). In der Entschließung
bestätigt das Parlament unter anderem das Menschenrecht auf Wasser, das schon
der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte als
Grundrecht verankert hat. Die 145 Vertragsstaaten des Internationalen Pakts über
wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte verpflichten sich darin, ihren
Bevölkerungen einen "gerechten und nicht diskriminierenden Zugang" zu
Trinkwasser zu gewährleisten.
http://www.das-gibts-doch-nicht.org/seite2245.php
Wer macht eigentlich die Gesetze in der EU?
06.10.2003 Wer sich im Dschungel der
europäischen Regelwerke und Erlassmühlen nicht mehr zurechtfindet, dem sei der
folgende Link empfohlen. Ein Schema zeigt anschaulich auf, wie es z.B. der
Pharma-Lobby gelingt, ihre Anliegen als gesamteuropäische Interessen zu
verkaufen. Mehr unter
http://www.eu-referendum.de/deutsch/laws.html
EU-Kandidat Türkei verweigert ausländischen Geistlichen Arbeitserlaubnis
21.09.2003
Der evangelische Kirchenrat Gerhard Duncker, von 1993 bis 2002 Pfarrer der
Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in der Türkei, schildert die Realität:
150 000 Christen leben in der Türkei. Für die Kirchen als "verfasste
Gemeinschaften oder Gemeinden" gebe es keine Religionsfreiheit. Seit 70 Jahren
bestehe ein Gesetz, das ausländischen Pfarrern jede Tätigkeit in der Türkei
verbietet. Dennoch arbeiten zwei deutsche Geistliche, ein evangelischer und ein
katholischer, in der Türkei - am Rande der Legalität. Weil sie keine
Arbeitserlaubnis erhalten, werden sie hilfsweise beim Deutschen Konsulat
pseudoangestellt. Sie gehören somit offiziell zur diplomatischen Vertretung der
Bundesrepublik. Wenn sie zur seelsorgerischen Unterstützung noch einen Vikar
oder Dekan benötigen, können sie die nur als Touristen ins Land holen. "So
müssen die Mitarbeiter ständig alle drei Monate aus- und wieder einreisen, um
mit Touristenstatus zu leben", sagt Duncker. Auch Religionsunterricht wird be-
oder gar verhindert. Pfarrer können keinen Unterricht erteilen, da sie als
Lehrer Schulen nicht betreten dürfen. Das Eigentum der Kirche muss durch
kirchliche Stiftungen verwaltet werden. Die Stiftungen der Christen dürfen
Grundstücke weder kaufen noch verkaufen. Anfang September 2003 pochte der
türkische Ministerpräsident Erdogan an die EU-Pforte. Er tat das am schon
halb geöffneten Haupteingang: in Deutschland. Kanzler Schröder enttäuschte den
Gast nicht. Er stärkte den Türken den Rücken, sprach sich für ihren EU-Beitritt
aus. Schröder und Fischer haben den Gast auf Menschenrechte angesprochen, doch
nicht ausdrücklich auf Religionsfreiheit. "Aber Kirchenrat Duncker hat Erdogan
darauf angesprochen, dass keine rechtliche Grundlage zur Arbeit von deutschen
Geistlichen existiert", sagt EKD-Auslandsbischof Koppe. In Deutschland prägen in
manchen Städten Minarette und Kuppeln imposanter Moscheen die Silhouetten. In
der Türkei müssen sich christliche Kirchen jedoch verstecken. Die kleine Kapelle
der katholischen Pfarrei Sankt Paul in Istanbul etwa darf es offiziell gar nicht
geben. "Die haben wir bei der Stadtverwaltung auf dem Plan eingezeichnet gesehen
- und da steht das türkische Wort für Wasserdepot", sagte die Pastoralreferentin
Hillebrenner im Deutschlandfunk. "Die kommt als Kapelle nicht vor. Aber jeder
weiß, dass wir da Gottesdienste feiern." Mehr
unter
http://www.wams.de/data/2003/09/21/171555.html?prx=1
Was war mit den Schweden los, dass sie vom Euro nichts wissen wollten?
16.09.2003 Auch der Sympathie-Effekt
durch die Ermordung der Aussenministerin Anna Lindh konnte nichts daran ändern;
die Schweden bleiben bei ihrer Krone. Dagegen wird Brüssel und die EU mehr und
mehr skeptisch betrachtet. Dissidente Kabinettsmitglieder von Premier
Göran Persson, die gegen die Einführung der neuen Währung eingestellt sind,
bekamen im Abstimmungskampf einen Maulkorb umgelegt. Muss die Entscheidung gegen
den Euro auch als Protest von unten gegen das Establishment gesehen werden? Ein
Kommentar von Folke Schimanski unter
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15646/1.html
Die EU hat vor Gentech-Food längst kapituliert
04.08.2003 Die britische Regierung
versucht mit aller Macht, die Bevölkerung für GVO zu begeistern (vgl.
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15364/1.html
04.08.2003
Erstmals hat sich ein Bundesverfassungsrichter kritisch zum
vorliegenden Entwurf für eine EU-Verfassung geäußert. Unter Berufung
auf Siegfried Broß, der im zweiten Senat in Karlsruhe für Europarecht
zuständig ist, hat der CSU-Politiker Hartmut Koschyk die
Vorbehalte seiner Partei gegenüber dem Verfassungsentwurf bekräftigt.
Wachsende Diskrepanz zwischen Beteiligten und Betroffenen
04.08.2003 Auch Experten stellen mittlerweile fest: "Besonders gewichtig sei die Differenz zwischen nationalstaatlich organisierter politischer Herrschaft und politischer Beteiligung einerseits und der Entscheidungszuständigkeit beispielsweise der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union andererseits. Nicht wenige Angelegenheiten von grösster Wichtigkeit für die Lebensführung würden mittlerweile auf inter- und supranationaler Ebene entschieden - u.a. auf der Ebene der Europäischen Union, unter Mitwirkung von Vertretern der Regierungen der Mitgliedstaaten, doch unter Ausschaltung von dirketdemokratischer Legitimation durch die Bevölkerung der EU-Mitgliedstaaten."
(aus: Schmidt, Manfred (2000). Demokratietheorien (3. Aufl.). Leske + Budrich; S. 290 Unter dem Stichwort: Wachsende Diskrepanz zwischen Beteiligten und Betroffenen )
Streit EU - Tirol eskaliert / Gorbach für Blockaden
Schweizer Europa-Barometer: Skepsis vorherrschend
27.07.2003 Am
17. Juli wurden auf
http://www.gfs.ch/europa.html die Hauptergebnisse zum neusten
Europa-Barometer des GfS-Forschungsinstituts veröffentlicht. Die Ergebnisse
zeigen, dass weiterhin eine klare Mehrheit der Schweizer einen EU-Beitritt
ablehnt. Auch gegenüber den Bilateralen 2 sind die Schweizer kritisch. 47
Prozent sind heute auf dieser Position, während 33 Prozent hoffend sind. 20
Prozent können sich nicht entscheiden. 59% der Schweizer sind der Meinung, dass
die Bilateralen Verträge der Schweiz nicht mehr Vorteile als Nachteile bringen,
16% können sich nicht entscheiden und nur gerade 25% meinen, dass die
Bilateralen Verträge der Schweiz Vorteile bringen. Auch eine Einschränkung der
Neutralität, welche ein engeres Zusammengehen mit der EU bedeuten könnte, lehnen
63% strikte ab und nur gerade 17% können sich damit anfreunden. Eine
Einschränkung der Volksrechte, was ein EU-Beitritt zweifellos zur Folge hätte,
lehnen 70% ab, bei 8% Befürwortern. Alle Informationen zum Europa-Barometer gibt
es unter
www.gfs.ch/europa.html .
Wenig Kollegialität in EU-Kommission
27.07.2003
Ein Jahr vor den EU-Wahlen ist die Endzeit der EU-Kommission angebrochen. Sie
ist offen zerstritten und beschäftigt sich zunehmend mit Luxusproblemen wie
Piercing und Rauchverboten. Eigentlich ist die EU-Kommission eine auf
Kollegialität verpflichtete Behörde. Aufgabe ihrer Sprecher ist es, ein Bild der
Einigkeit zu zeichnen. Nun sind die 20 Kommissare aber derart zerstritten, dass
ihre Sprecher sich öffentliche Schaukämpfe liefern. Anlass dafür ist eine Studie
über die Zukunft der EU. Wissenschafter schlugen im Auftrag des
Kommissionspräsidenten Romano Prodi eine umfassende Reform des
EU-Haushalts vor. Brüssel solle sich etwa auf Forschung und Entwicklung
konzentrieren. Die Agrarausgaben aber, etwa 40 Prozent der 100 Milliarden Euro
Jahresbudget, sollten renationalisiert werden. Die Strukturhilfe, ein weiteres
Drittel, sollte nur noch künftigen EU-Mitgliedern gewährt werden. Die
betroffenen Kommissare, Franz Fischler und Michel Barnier, waren empört. Prodi
ist zwar für seine Eigenwilligkeit hinlänglich bekannt, aber eine derart offene
Konfrontation mit Kollegen hat er bisher nicht gesucht. Prodi scheint ohnehin
seine Zukunft als Retter der Opposition in Rom mehr zu interessieren als seine
Gegenwart in Brüssel. Andere Kommissare wenden sich zunehmend Luxusproblemen zu.
Forschungskommissar Phillippe Busquin legte eine Studie über die Gefahren der
Tätowierung und des Piercings vor, Verbraucherkommissar David Byrne einen
Gesetzesvorschlag gegen irreführende Werbung. Sozialkommissarin Anna
Diamantopoulou will anzügliche Fotos aus Werbung und Medien verbannen.
Vorschläge dieser EU-Kommission haben nur Aussicht auf Umsetzung, wenn sie bis
Oktober vorgelegt werden. Sonst bleibt dem EU-Parlament vor den Wahlen keine
Zeit mehr, sie zu behandeln. Ab November haben die Kommissare dann wieder Zeit,
um ihren Hobbies nachzugehen. Einige tun dies bereits jetzt schon. (Quelle:
http://www.tagblatt.ch/mailartikel.cfm?pass_id=805191&ressortname=Archiv )
Neue Verfahren der EU gegen Nationalstaaten
27.07.2003
Wegen nicht ordnungsgemäßer Umsetzung der
Umweltverträglichkeitsprüfungs-Richtlinie leitete die EU-Kommission am Dienstag
rechtliche Schritte gegen acht EU-Staaten ein. Kein Einzelfall, denn in den
vergangenen Wochen hat die mehr als 100 Verfahren bei 35 Richtlinien
eröffnet. Die Versäumnisse der Staaten liegen vor allem in den Bereichen Umwelt
und Binnenmarkt. So verletzen alle 15 EU-Mitgliedstaaten EU-Recht zur
Luftreinhaltung. In Deutschland wurde die Richtlinie über die Verbrennung von
Abfällen (2000/76/EG) nicht übernommen und Grenzwerte für Benzol und
Kohlenmonoxid (2000/69/EG) nicht angewendet. Laut dem aktuellen
Binnenmarktanzeiger sind die grössten Sünder Italien (3,9%), Portugal (3,7%) und
Irland (3,5%). Der Prozentsatz der nach Fristablauf nicht umgesetzten
Richtlinien lag in Deutschland bei 3 Prozent. "Die Mitgliedstaaten, die
Richtlinien nicht fristgerecht umsetzen, verstoßen gegen Verpflichtungen, die
sie selbst eingegangen sind", kommentierte EU-Binnenmarktkommissar Frits
Bolkestein die Lage im Mai. Kommentar: Früher konnte man der EU beitreten
und über die 100'000 Seiten von Gesetzen, die die EU jährlich erlässt, lachen,
da man sie eh nicht umsetze. Diese Zeiten scheinen definitiv vorbei.
EU geht
gegen Mitgliedsstaaten vor:
http://www.eu-kommission.de/html/presse/pressemeldung.asp?meldung=4446
Überblick
zur Umsetzung von EU-Recht:
http://europa.eu.int/comm/secretariat_general/sgb/droit_com/index_en.htm
Binnenmarktanzeiger der EU-Kommission:
http://europa.eu.int/comm/internal_market/de/update/score/index.htm
27.07.2003
Die EU-Kommission will die Werbung für Lebensmittel reglementieren – ein
sinnloser Versuch. Nach der Tabakreklame hat EU-Verbraucherkommissar David
Byrne nun die Lebensmittelwerbung im Visier. Ein neuer Verordnungsentwurf
der EU-Kommission zielt darauf, Werbeaussagen für Lebensmittel stark zu
reglementieren. Die Pressefreiheit und auch die Wirtschaft fühlen sich immer
mehr durch sinnlose und sozialistische Reglementierungen eingeengt. Mehr dazu
in "Die Welt":
http://www.welt.de/data/2003/07/17/136156.html
EU-Abgeordnete als EU-Topverdiener
27.07.2003
Während alle vom Sparen reden, scheint für die Europa-Abgeordneten die Welt
noch in Ordnung. Sie haben sich mit großer Mehrheit ein Statut gegeben, das
auf eine saftige Diätenerhöhung hinausläuft. 8671 Euro je Monat soll dann
jeder Europa-Abgeordnete kassieren können und dem Steuerrecht für
europäische Beamte unterliegen. Ein künftiger Europa-Abgeordneter aus
Estland würde zum Beispiel vier Mal so viel verdienen wie sein eigener
Staatspräsident. Die Höchstrente soll laut Statut schon nach 20 Jahren
erreicht sein und Pensionen müssen auf die Politikerbezüge nicht angerechnet
werden. Eine EU-Bürgerin schreibt
dazu: Was muß eigentlich passieren, bis das Faß tatsächlich übergelaufen
sein wird? Sind sich diese Politiker der Tatsache bewußt, was Sie da tun,
welche Ohrfeige das für den normalen Bürger darstellt? Und warum gilt
eigentlich nicht gleiches Recht für alle? Jeder sollte selbst darüber
befinden dürfen, wieviel er verdient und vor allem, wie hoch seine
Altersbezüge aussehen. Dem Volk die Luft zum Atmen abschnüren, selbst leben
wie die Made im Speck, und das vor dem Hintergrund der totalen Unfähigkeit,
zahlloser gesetzgeberischer Schildbürgerstreiche und purer Dummheit und
Arroganz. (Quelle ef-news.de)
Brüssel geht gegen Österreichs Pkw-Steuern vor
27.07.2003 Gegen die österreichischen Beschränkungen beim
Vorsteuerabzug hat die EU-Kommission am Donnerstag ein Verfahren wegen
Verletzung von EU-Recht eingeleitet. Besonders betroffen davon sind
österreichische Unternehmen, die im Ausland Fahrzeuge kaufen oder leasen. Mehr
dazu in "Der Standard":
http://derstandard.at/standard.asp?id=1370819
27.07.2003
Die EU-Kommission hat die Bundesregierung davor gewarnt, am 31.August mit der
neuen streckenabhängigen Autobahnmaut für Lastkraftwagen zu starten. Sollte es
so weit kommen, dann würden die Deutschen europäisches Recht brechen, sagte
ein Sprecher der EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio. Als
Konsequenz müsse die Europäische Kommission unter Umständen ein
Vertragsverletzungsverfahren einleiten. Man habe in dieser Sache eine
eindeutige und harte Haltung, teilte der Sprecher weiter mit. Setzt sich die
rot-grüne Bundesregierung darüber hinweg, dann erhält sie einen umfangreichen
Fragebogen und muss sich zu dem Vorgang detailliert äußern. Misslingt
anschließend eine Einigung zwischen Brüssel und Berlin, wird der Vorfall vor
dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verhandelt. EU-Kommissarin de
Palacio hatte am Mittwoch ein Beihilfeverfahren gegen die Bundesregierung
eingeleitet. Berlin will die deutschen Spediteure aus Wettbewerbsgründen um
jährlich 600 Millionen Euro entlasten, entweder durch niedrigere
Mineralölsteuern oder durch eine niedrigere Kfz-Steuer. Brüssel vermutet darin
eine Diskriminierung ausländischer Transportfirmen. Zudem stößt sich de
Palacio an der Mauthöhe von durchschnittlich 12,4 Cent je gefahrenen Kilometer
und an der geringer Anzahl der Maut-Boxen, die Ende August bereit stehen
werden. Bundesverkehrminister Manfred Stolpe (SPD) ist weiterhin fest
entschlossen, wie geplant mit der Maut zu starten. Er braucht die Einnahmen
für seinen Verkehrshaushalt und den Ausbau von Straßen und Schienennetz.
(Quelle: Umstrittener Expertenbericht
bestürzt Kommissare
27.07.2003 Ein hochrangiges Expertengremium lieferte am 17. Juli eine Studie, die eine Verstaatlichung der Gemeinsamen Agrarpolitik und Regionalförderung und gleichzeitig eine Flexibilisierung der EU-Haushaltspolitik vorschlägt.
Mehr dazu:
http://www.nzz.ch/2003/07/18/wi/page-article8ZFYW.html
Europas dreckige Politik
27.07.2003 Auf hervorragende und groteske Art
und Weise schreibt die englische Journalistin Janet Bush, wie sich die EU von
ihren ursprünglichen Zielen entfernt hat, heute selber eine dreckige Politik
betreibt und wie die EU zu etwas Sinnvollem werden könnte. Den Artikel gibt es
auf:
http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=12145
Haben EU-Beamte "Millionen abgezweigt"?
21.07.2003
Der britische Guardian berichtete am 10. Juli 2003, dass drei der höchsten
Beamten einer Kommission der Europäischen Union vorgeworfen wird, mehrere
Millionen Euro veruntreut zu haben. Die Vorwürfe richten sich gegen den
Generaldirektor von Eurostat, Yves Franchet, und zwei seiner
Stellvertreter, Daniel Byk und Photius Nanopoulos. Alle drei weisen die
Anschuldigungen zurück. Eurostat ist die Abteilung, die sämtliche Zahlen und
Statistiken für die Organisationen der EU erstellt. 720 Menschen sind hier
beschäftigt und das jährliche Budget liegt bei 120 Millionen Euro. Neil Kinnock,
der Vizepräsident der Kommission, sagte, er habe "grundlegende und überzeugende
Anscheinsbeweise", daß es jahrelang "eine ziemlich ausgiebige Praxis" für
Eurostat-Beamte war, öffentliche Gelder in "unvorschriftsmäßigen Rücklagen" oder
geheimen Konten in Luxemburg einzuzahlen. Diese Vorgehensweise scheint seiner
Aussage nach weitverbreitet zu sein. Mehr unter
www.freace.de
Europäischer Konvent :
Mitgliedsstaaten verlieren nationale Eigenständigkeit
Kein einziger Artikel bietet Schutz vor unkontrollierter Ausweitung der
Unionskompetenz
17.07.2003 Am letzten
Sitzungstag des Europäischen Konvents wurde der dritte Teil des zukünftigen
Verfassungsvertrags veröffentlicht. Dies berichtet "Euro-Fam-News". In
Verbindung mit dem dritten Kapitel des ersten Teils des Verfassungsentwurfs wird
deutlich, dass dieser 338 Artikel umfassende Abschnitt zu einer massiven
Einschränkung der nationalen Eigenständigkeit der Mitgliedsstaaten führt, und
zwar in wesentlichen Politikbereichen. Selbst traditionelle nationale
Kompetenzen werden danach ausser Kraft gesetzt. Mit keinem Artikel hingegen wird
ein wirksamer Schutz gegen die Ausweitung der Gemeinschaftskompetenzen
vorgesehen. Die die Gemeinschaftskompetenzen betreffenden Artikel I-11, I-12,
I-13 und I-16 bestimmen die Politikbereiche, in denen die EU eine
ausschliessliche oder eine mit den Mitgliedsstaaten geteilte Kompetenz besitzt.
Einen Artikel, welcher ernsthaften Schutz vor einer unkontrollierten Ausweitung
der Unionskompetenz zu lasten der nationalen Eigenständigkeit bieten würde,
sucht man darin vergeblich. Das bedeutet, dass die Europäische Kommission
jederzeit auf politischen Druck hin jede der im dritten Teil aufgeführten
Politikbereiche zu einer gemeinschaftlichen Kompetenz erklären kann. In diesem
Falle würde sich die nationale Kompetenz nur mehr auf jene Punkte beschränken,
die von der Union nicht behandelt wurden.
www.euro-fam.org
Euro-Fam - eine Online-Plattform im Dienst europäischer BürgerInnen
17.07.2003 www.euro-fam.org (kurz :
Euro-Fam) wird von Redakteuren aus Europa mit verschiedenen beruflichen
Erfahrungen und kulturellem Hintergrund gestaltet. Sie setzen sich über
konfessionelle und politische Ideen hinweg für den Frieden und die menschliche
Entwicklung Europas ein. Euro-Fam ist weder an eine Partei, ein Unternehmen oder
eine Kirche gebunden. Die Unterhaltskosten werden durch Spenden gedeckt. Die
Übersetzungen in derzeit sechs Sprachen werden durch Freiwillige realisiert. Die
Redakteure von Euro-Fam engagieren sich in der Überzeugung, dass der
unbestrittene, einzigartige wirtschaftliche Erfolg Europas seit 1945 heute in
Dienst des sozialen Friedens gestellt werden muss. Dies ist jedoch nicht
selbstverständlich, denn wesentliche Elemente des sozialen Zusammenhalts, wie
sie in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt sind, werden gerade
im Rahmen des Erweiterungsprozesses der europäischen Institutionen immer
häufiger und grundlegender in Frage gestellt. Daher geniessen wesentliche
Elemente des sozialen Friedens wie beispielsweise der Schutz der Würde des
Menschen, der Familie und des ungeborenen Lebens besondere Aufmerksamkeit.
Euro-Fam versteht sich grundsätzlich als Unterstützung auf europäischer Ebene
für nationale Netzwerke und Einzelpersonen, die sich in gleichartigen
Themengebieten engagieren. Dem Austausch von relevanten Informationen wird dabei
besondere Bedeutung zugemessen, beispielsweise zu offiziellen Texten dieser
Institutionen und die Ergebnisse der namentlichen Abstimmungen der
Europa-Abgeordneten. Dies gibt den Bürgern Europas die Möglichkeit, sich zu
informieren und die Abgeordneten ihres Landes zu diesen Themen zu befragen. Ein
periodisch erscheinender Newsletter kann gratis abonniert werden und orientiert
über aktuelle Entwicklungen in Europa.
www.euro-fam.org
Bürokraten, Bullen und Betrüger
16.07.2003 Unermüdlich produzieren
Brüsseler Beamte einen Wust an Paragraphen und Vorschriften. Steuermilliarden
verschwinden in unnützen EU-Projekten. Sehr zur Freude von Schlaumeiern und
einflussreichen Lobbyisten. Ein Bericht in der
"Weltwoche" Nr. 28/03 von Lutz Ribbe
http://www.weltwoche.ch/ressort_bericht.asp?asset_id=5435&category_id=60
Demokratische Juristen
befürchten ein Vereintes Europa der Repression
28.06.2003 "Der Europäische Haftbefehl war Bestandteil der
großen Mogelpackung namens Antiterrorismus-Roadmap, den Maßnahmen auf EU-Ebene
zur Terrorismusbekämpfung nach dem 11. September 2001", meint der Berliner
Strafverteidiger Wolfgang Kaleck. Die 32 Katalogstraftaten, für die zu einer Auslieferung die Strafbarkeit in beiden Ländern
nicht mehr erforderlich ist, kommen überwiegend aus dem Bereich der
Alltagskriminalität und sind beliebig interpretierbar.
"Werde ich demnächst nach London ausgeliefert und dort inhaftiert, wenn ich
einen spanischen Stierkämpfer bei einem Grundstückkauf in Großbritannien
berate?" Diese auf den ersten Blick wahrlich absurde Frage stellte ein Jurist am
Freitag auf einer vom Republikanischen Anwaltsvereins und dem Europäischen
Demokratischen Anwälten organisierten Tagung im Berliner Abgeordnetenhaus.
Europa - Raum von Freiheit, Sicherheit und Recht lautete das Motto. Im
Mittelpunkt stand der Europäische Haftbefehl, der am 1. Januar 2004 im gesamten
EU-Bereich in Kraft treten soll ( Europäischer Haftbefehl verabschiedet).
Freiheit stirbt
mit Sicherheit
"Instinktlos, zweifelhaft,
unsinnig": BVL rügt EU-Pläne zur Embryonenforschung
28.06.2003
Brüssel (ALfA). Der Gesetzesvorschlag der Europaeischen Kommission zur Förderung
der verbrauchenden Embryonenforschung stösst weiter auf Kritik (vgl.
ALfA-Newsletter vom 20. Juni). Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" (Ausgabe
vom 24. Juni), die "Financial Times Deutschland" (Ausgabe vom 25. Juni), "Die
Tagespost" (Ausgabe vom 26. Juni) sowie das "Deutsche Ärzteblatt"
(Online-Ausgabe vom 20. Juni). Der Sprecher der Union in der Enquete-Kommission,
Thomas Rachel (CDU), zeigte sich empört über die EU-Pläne und forderte
die Bundesregierung auf, gegen das Vorhaben vorzugehen. Regierung und
Forschungsministerium müssten alles unternehmen, um eine solche Beschlussfassung
des Ministerrates zu verhindern. Dabei solle die Regierung weitere Länder als
Bündnispartner gewinnen, um eine Sperrminorität zu erreichen. Verbrauchende
Embryonenforschung, die in Deutschland strafbar sei, dürfe nicht aus deutschen
Steuergeldern finanziert werden, so Rachel, der für eine europaweite
Stichtagsregelung nach Muster des deutschen Stammzellegesetzes plädiert. In
einer Mitteilung an die Presse hat die Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht
(BVL), Claudia Kaminski, an die EU-Kommissare appelliert, einer finanziellen
Förderung der Tötung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken ihre Zustimmung
zu versagen. "Der Plan von EU-Forschungskommissar Busquin, ab 2004 die Gewinnung
embryonaler Stammzellen aus Embryonen zu fördern, die für künstliche
Befruchtungen nicht mehr benötigt werden, kommt einer moralischen
Bankrotterklärung Europas gleich." Darüber hinaus sei das Vorhaben "politisch
instinktlos, rechtlich zweifelhaft und forschungspolitisch unsinnig", so
Kaminski weiter. (mehr dazu:
www.sueddeutsche.de; www.ftd.de;
www.die-tagespost.de;
www.aerzteblatt.de;
www.bv-lebensrecht.de)
EU-Kommissionsvorschlag zu Embryonenforschung missachtet europäische
Abmachungen
28.06.2003
Der Gesetzesvorschlag der Europaeischen Kommission zur Förderung der
verbrauchenden Embryonenforschung stösst auch deshalb auf Kritik, weil die
Vernichtung verwaister Embryonen zur Entwicklung geldwerter Medizinprodukte und
Therapien ein gesamteuropäischer Skandal wäre, hat die Vorsitzende des
Bundesverband Lebensrecht (BVL), Claudia Kaminski, an die EU-Kommissare
appelliert. Auf der Tötung von Waisen dürften keine Wertschöpfungsketten
aufbauen. Auch scheine Busquin zu vergessen, dass ein Anlaufen des 6.
EU-Forschungsrahmenprogramms erst möglich geworden sei, nachdem auf die
Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung verzichtet und mit dem
Moratorium den Einwänden Deutschlands, Spaniens, Österreichs und Irlands
Rechnung getragen wurde. Es könne nicht sein, dass EU-Bürger nun mit ihren
Steuern Vorhaben finanzieren sollen, für die sie, wenn sie sie in ihrem
Heimatland verfolgten, ins Gefängnis wandern würden. Da nur neun von 15.000
Projekten die Finanzierung verbrauchender Embryonenforschung beantragen, gebe es
auch keinen Grund, ein Angebot zu schaffen, für das eine so geringe Nachfrage
existiere. Angesichts der fragwürdigen Heilungschancen von Krankheiten mittels
embryonaler Stammzellen, der Gefahr der Entartung dieser Zellen zu Krebszellen
und der Abstossungsgefahr des so gezüchteten Gewebes durch das Immunsystem des
Empfängers "ist die künstliche Schaffung eines solchen Marktes
forschungspolitischer Unsinn und gefährlich", so die BVL-Vorsitzende. (mehr
dazu: www.sueddeutsche.de;
www.ftd.de;
www.die-tagespost.de;
www.aerzteblatt.de;
www.bv-lebensrecht.de)
Neue EU-Biopatent-Richtlinie
setzt deutsche Grüne unter Druck
21.06.2003 Berlin (ALfA). Bei der Umsetzung der umstrittenen
europäischen Biopatentrichtlinie in nationales Recht setzen die Grünen im
Bundestag auf eine "Doppelstrategie". Das berichtet die "tageszeitung" (Ausgabe
vom 18.06.). Einerseits forderten die Grünen eine möglichst "restriktive
Umsetzung", bei der die von der Richtlinie vorgegebenen "Spielräume" auch
ausgeschöpft werden sollten. Gleichzeitig müsse die Bundesregierung in Brüssel
aktiv werden, um eine Neuverhandlung der Richtlinie durchzusetzen, schreibt die
Zeitung unter Berufung auf den stellvertretenden Fraktionschef der Grünen,
Reinhard Loske. Allgemein wird erwartet, dass Justizministerin Brigitte Zypries
(SPD) demnächst ihren Entwurf für ein Biopatentgesetz dem Bundestag vorlegen
wird. Laut Loske werde der Gesetzesentwurf derzeit zwischen den verschiedenen
Ministerien abgestimmt. Loskes Kritik richtet sich vor allem gegen das so
genannte "Stoffpatent" für Gensequenzen. Ein Gen könne die Information für bis
zu mehreren tausend Funktionen besitzen. Im Patentantrag müsse aber nur eine
Funktionen aufgeführt werden, um für das Gen und alle damit verbundenen
kommerziellen Verwendungen einen Verwertungschutz zu bekommen. Selbst wenn
andere Forscher später neue Funktionen entdecken, seien diese durch das Patent
bereits abgedeckt, so die "taz". Die Ansicht, dass die Patentrichtlinie zu einer
ungerechten Aufteilung der Verwertungsrechte führe, teilt laut der Zeitung auch
Peter-Tobias Stoll, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Göttingen.
Ein Forscher, der mit einem bereits patentierten Gen arbeitet und neue
Einsatzmöglichkeiten entwickelt, gerate in die völlige Abhängigkeit der
Patentanmelders. Mit dem Stoffpatent in der Tasche könne dieser jedem "die
Nutzung und Herstellung des Gens untersagen", zitiert die "taz" Stoll. Anstatt
Innovationen in der Biotechnologie zu fördern, würde die strikte Umsetzung der
Richtlinie das Gegenteil bewirken. Justizministerin Zypries zeigt sich bisher
unbeeindruckt von der Kritik an dem geplanten Gesetz. Wie schon ihre Vorgängerin
im Justizministerium, Herta Däubler-Gmelin (SPD), hält sie eisern daran fest,
dass die EU-Richtlinie eins zu eins in deutsches Recht umgesetzt werden müsse.
Wie die "taz" schreibt, halte Zypries eine Neuverhandlung in Brüssel derzeit
nicht für durchsetzbar. Dort entscheide letztendlich nur die EU-Kommission über
das weitere Schicksal der Biopatentrichlinie. (mehr dazu:
www.taz.de )
20.06.2003 Die "Daily Mail" führte die wohl grösste Umfrage durch, welche in England je stattgefunden hat. In 7'000 Pubs und Geschäften des ganzen Landes stelle sie Boxen auf, bei welchen man abstimmen konnte, ob man über die EU-Verfassung eine Abstimmung will oder nicht. 1,7 Millionen Menschen (!) haben an der Umfrage teilgenommen und 89,9% wollen eine Abstimmung, während nur 4,5% keine Abstimmung wollen. Das dürfte den Druck auf Blair, welcher täglich zunimmt, weiter verstärken. Die Resultate im Detail gibt es unter: http://www.femail.co.uk/pages/standard/article.html?in_article_id=184989&in_page_id=2
Estland vor der Entscheidung
20.06.2003 Roger Helmer, Mitglied des EU-Parlaments, hat Estland besucht und für das Forschungszentrum "Free Europe" von Wirtschafts-Professor Ivar Raig (siehe www.free-europe.info) eine Abhandlung verfasst, um Estlands erneuten Kampf um die Freiheit zu diskutieren. Er kommt zum Schluss, dass Estland auf keinen Fall der EU beitreten darf. Den Artikel gibt es unter:
Schröder will EU-Beamte ausbooten
20.06.2003 Und schon ist die nächste Runde im Machtkampf um die EU-Verfassung eingeläutet: Die Bundesregierung fürchtet, dass der vorliegende Entwurf einer EU-Verfassung von Beamten in Brüssel zerpflückt werden könnte. Nach dem Willen des Kanzlers sollen ab sofort alle weiteren Beratungen über das Vertragswerk nur noch auf höchster politischer Ebene stattfinden. Mehr dazu unter: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,253549,00.html
20.06.2003 Verschiedentlich wurde in der Presse über die unglaublichen Forderungen, welche die EU über GATS an die Schweiz gestellt hat, berichtet. Nun vermelden belgische Handels-Delegierte, dass die EU Kommission mit dem bisherigen Verlauf der Verhandlungsrunde alles andere als glücklich ist. Bisher hat die EU 26 Angebote erhalten und 36 Forderungen. Die Angebote blieben alle weit hinter den Erwartungen der Liberalisierungsbefürworter zurück. Das beste Angebot war (oh Wunder) das der Schweiz, auch Korea legte ein gutes Angebot vor. Besonders enttäuscht zeigte man/frau sich von den Angeboten der USA und Israel, die allerdings noch eine Nachbesserung versprachen. Auch innerhalb der EU wird derzeit immer noch versucht , eine gemeinsame Linie festzulegen, da ja die ersten Angebote 1994 nur von 12 Staaten gelegt wurden und drei Staaten sind erst später Mitglieder der EU geworden und haben dementsprechend andere Angebote gelegt. (Quelle: GATS-Information-Campaign Newsletter 18.6.03)
Europa ohne Gottes Rechte
Der geschichtlichen Wahrheit folgend, hätte auch der Beitrag des
Christentums zum Werden Europas und zu den Werten Europas erwähnt werden müssen.
- eine Analyse von Stephan Baier
15.06.2003 Eine Verfassung ist weder ein Gebet noch ein
Glaubensbekenntnis. Entsprechend bescheiden waren von Anfang an die Ziele der
Kirchen hinsichtlich ihrer und Gottes Berücksichtigung in der künftigen
Europäischen Verfassung. Keine Anrufung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, wie
sie einst in der griechischen und der irischen Verfassung verankert wurde,
sollte die Präambel schmücken, aber doch eine Anrufung Gottes oder zumindest
Seine Nennung – wie etwa im deutschen Grundgesetz oder in der Verfassung Polens.
Der Sinn einer „invocatio Dei“ wäre gewesen, den Menschen daran zu erinnern,
dass er nicht selbst der Allmächtige ist, dass alle weltliche Macht Grenzen
haben und sich vor dem Schöpfer als dem Herrn des Lebens verantworten muss. Eine
Formulierung, der Christen, Juden und Muslime freudig hätten zustimmen können,
wäre nicht schwer zu finden gewesen. Doch nichts dergleichen war durchsetzbar.
Obwohl die Kirche diesmal – ganz im Gegensatz zu ihrer Beteiligung an der
Europäischen Grundrechtecharta – tatsächlich mit vollem Einsatz kämpfte, obwohl
der Papst Spitzengespräche mit den Entscheidungsträgern führte und die
Öffentlichkeit mahnte, obwohl Bischofskonferenzen und Laienverbände drängten,
obwohl die europäische Christdemokratie in erstaunlicher Geschlossenheit für die
Nennung Gottes eintrat: die laizistischen Kräfte waren letztlich zu stark.
Von geringerem philosophischen Gewicht, aber schlicht der geschichtlichen
Wahrheit folgend, hätte auch der Beitrag des Christentums zum Werden Europas und
zu den Werten Europas erwähnt werden müssen. Europa hat ja tatsächlich, wie
Kommissionspräsident Romano Prodi vor kurzem betonte, „sehr unterschiedliche
Einflüsse und Kulturen zu mischen und zu verschmelzen“ verstanden. Es wäre
deshalb eine Reverenz an die eigene Geschichte gewesen, hätten sich die
Mitglieder des Europäischen Konvents darauf verständigen können, in der neuen
Verfassung den je unterschiedlichen Beitrag des Christentums, der griechischen
Philosophie, des römischen Rechtsdenkens, aber auch der Aufklärung, des
Judentums und des Islam zur Gestaltwerdung Europas zu nennen. Stattdessen
bezieht sich die Präambel der Europäischen Verfassung nun nur auf die
„kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen Europas“. Einen
Erfolg konnten die Christen in praktischer Hinsicht verbuchen: Der so genannte
Kirchen-Artikel des Amsterdamer Vertrags, der den jeweiligen nationalen Status
der Kirchen sichert und garantiert, wird nicht nur in die Europäische Verfassung
übernommen, sondern sogar erweitert: „Die Union pflegt in Anerkennung der
Identität und des besonderen Beitrags dieser Kirchen und Gemeinschaften einen
offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit ihnen.“ Ist es schon
beruhigend, dass damit auch künftig europäisches Recht die jeweils national
garantierte Stellung der Kirchen nicht untergraben kann, so eröffnet der neue
Satz 3 des Artikels 51 darüber hinaus für die Kirchen die Chance, sich in
Brüssel und Straßburg Gehör zu verschaffen. Das ist wichtig, gerade weil es der
Kirche nie nur um ihre eigenen – die kirchlichen – Interessen geht, sondern um
den Menschen. Genau aus diesem Grund ist aber die Verdrängung Gottes aus dem
Rechtstext – und aus dem rechtsphilosophischen Denken – ein wirkliches
Alarmsignal. Wohin treibt eine Gesellschaft, die keine höhere Instanz als sich
selber kennt? Woran orientiert sich eine staatliche Gemeinschaft, die das Volk
beziehungsweise seine Mehrheit für die letzte und tiefste Quelle aller Macht
hält? Genau dies dürfte mit dem Thukydides-Zitat gemeint sein, das die Präambel
der Europäischen Verfassung einleitet: „Die Verfassung, die wir haben, heißt
Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit
ausgerichtet ist.“ Wenn die Mehrheiten letzte Rechtfertigung der Macht sind,
kann es für Minderheiten aller Art ungemütlich werden. Das Zwanzigste
Jahrhundert hat erschreckende Beispiele dafür geliefert. Auf welchen Wertekanon
stützt sich die neue Europäische Verfassung, die weder Christentum noch Judentum
und Islam nennt? Zunächst ausdrücklich auf den „Humanismus“, dessen Werte so
beschrieben werden: „Gleichheit der Menschen, Freiheit, Vorrang der Vernunft“.
Die Verfassung betont „die zentrale Stellung des Menschen und die Vorstellung
von der Unverletzlichkeit und Unveräußerlichkeit seiner Rechte“, ebenso auch den
„Vorrang des Rechts in der Gesellschaft“. Als „Werte der Union“ werden genannt:
„Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit,
Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte“, ferner „Pluralismus,
Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Nichtdiskriminierung“. Lauter edles
Beiwerk, doch den Geschichtskundigen kann diese Aufzählung wenig beruhigen, weiß
er doch wie Papst Johannes Paul II. bei der Seligsprechung von Pater Rupert
Mayer formulierte: „Gottesrechte und Menschenrechte stehen und fallen
miteinander!“ (Quelle: Auf KATH.NET seit dem 15.06.2003)
EU-Kritiker präsentieren alternative EU-Verfassung
13.06.2003 Eine Gruppe von 10 EU-kritischen Abgeordneten
des Europäischen Parlaments hat einen alternativen EU-Verfassungs-Entwurf
ausgearbeitet. Sie möchten ein "Europa der Demokratien". Eine Zusammenfassung
dieses Entwurfes in deutsch gibt es unter:
26.05.2003
Der Schaden durch Finanztricks und schwarze Kassen hoher EU-Beamter belaufe
sich auf insgesamt acht Millionen Euro. Das Ausmass einer Betrugsaffäre beim
europäischen Statistikamt Eurostat wird offenbar immer größer. Unter Berufung
auf Ermittler des EU-Amtes für Betrugsbekämpfung (Olaf) schreibt der Münchener
"Focus", der Schaden durch Finanztricks und schwarze Kassen hoher EU-Beamter
belaufe sich auf insgesamt acht Millionen Euro. Bisher sei von einem Betrag in
Höhe von 900.000 Euro ausgegangen worden. Der "Spiegel" berichtet, dass drei
dubiose Bankverbindungen entdeckt worden seien. Die Fahnder hätten den
Verdacht, dass darüber Gelder am EU-Haushalt vorbeigeschleust worden sein. Die
Kommission hatte zwei unter Betrugsverdacht stehende Spitzenbeamte bei
Eurostat für die Dauer der Ermittlungen versetzt. Der Druck auf die deutsche
EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer nimmt zu. Haushaltskontrollexperten
des Europäischen Parlamentes werfen laut "Focus" der Politikerin vor, die
Affäre falsch eingeschätzt zu haben. Nach Angaben des "Spiegel" gerät Schreyer
immer stärker in die Kritik, da sie das Parlament bei Anfragen zu Eurostat nur
unzureichend informiert habe.
26.05.2003
Der EU Kommissar für Binnenmärkte Frits Bolkestein stellte vor kurzem im
Rahmen der Binnenmarktstrategie für den Zeitraum zwischen 2003 und 2006 eine
neue Dienstleistungsrichtlinie vor, die vor dem Ende 2003 vorgeschlagen werden
soll. Dabei zählt die Öffnung des Wassermarktes, neben der weiteren
Liberalisierung so genannter „netzgebundener Wirtschaftszweige“ wie Energie,
Verkehr und Post zu den wichtigsten Elementen. In einer Presseaussendung heißt
es, dass die Wettbewerbssituation des Wassersektors geprüft werden soll, um
sie dann auch durch eventuelle rechtliche Maßnahmen zu öffnen. Die Stopp
GATS-Kampagne fürchtet, dass dadurch die ersten Schritte zu einer gänzlichen
Öffnung des Wassermarktes kommen. In einer Aussendung der Kampagne heisst es:
"Damit wird wohl versucht, diesen Bereich für den freien Markt zu öffnen,
was aus Sicht der Konzerne höchst verständlich ist. Immerhin wird der globale
Wassermarkt von der Weltbank auf rund 800 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt."26.05.2003 Im
Sommer 2002 sickerten einige Forderungen der EU durch. Bereits damals ließen
die Dokumente nichts Gutes erhoffen. Am 25. Februar 2003 veröffentlichte das
kanadische
Polaris-Intitute die bis dahin streng geheim gehaltenen Forderungen der
EU. Nun wurde bestätigt, was die EU unter der "Doha-Entwicklungsrunde"
versteht: Öffnung von hochsensiblen Bereichen wie Wasserversorgung und
Kapitalmärkten für die EU-Konzerne.
Die Dokumente können auf der Homepage von gatswatch.org heruntergelden werden.
>>
www.gatswatch.org/requests-offers.html
Wann blüht uns die EU-Knolle?
26.05.2003
Ausgerechnet am Europatag kam die schlechte Nachricht für alle
Urlaubs-Autosünder aus Brüssel: Während andere die EU-Einigung feierten,
einigten sich die EU-Innenminister bei ihrer Ratssitzung am 8. Mai auf die
gegenseitige Anerkennung von Bußgeldern. Wer in Zukunft irgendwo in der EU
falsch parkt, muss nun damit rechnen, dass die Knolle ihm auch in der Heimat
blüht. Der populäre "Ignorieren"-Tipp, zu dem manch ein Reiseführer Sündern
bisher riet, ist damit wohl bald passé. Die Schweizer Urlauber als
Nicht-EU-Mitglied sind glücklicherweise nicht betroffen. "Schöne Ferien!",
kann man da nur sagen. Viel mehr als die Pressemitteilung über die
grundsätzliche Einigung und die 70-Euro-Grenze gelangt nicht ans Tageslicht.
Eine Spurensuche im Internet muss erfolglos bleiben - lehrt aber doch einiges
über die Funktionsweise diverser Newssites und Datenbanken. Den Abschluss
dieser Frage der Woche bildet daher ein kleiner Einblick in die mühsame
Recherche von EU-Informationen:
Aktuelle Informationen über die Arbeit der Ministerräte liefert zunächst nicht
die Website des Rats (http://ue.eu.int), denn
hier hängen die Informationen oft über Wochen nach. Vielmehr liefert die Site
der Präsidentschaft, in diesem Fall also Griechenlands
www.eu2003.gr die gewünschten Dateien. Wer
nun vermutet, Dokumente sortiert nach Gipfel oder Thema zu finden, wird erneut
enttäuscht - die Griechen haben ihre News nach Arbeitsschritten sortiert: Eine
Liste mit Vorlagen, eine weitere mit den Tagesordnungen, schließlich ein
weiterer Link mit Pressematerial etc. Die spärlichen Infos zum gesuchten
Treffen am 8. Mai muss man sich mühsam zusammenklicken. Am Ende landet man von
hier aus übrigens doch noch auf Rats-Site, und zwar beim Klick auf die
"Schlussfolgerungen", dem offizielle Abschlusspapier des Treffens. Das PDF
liefert auch den Hinweis auf die Initiative von 2001. Die Angabe über die
Fundstelle (Amtsblatt C 278 vom 2.10.2001) führt zu EUR-Lex, der Datenbank zu
aktuellen Rechtsakten. Dort ist man dem Ursprung nahe - Neues zum aktuellen
Stand gibt es hier nicht.
Letzter Versuch: SCADplus, die Datenbank zu laufender Gesetzgebung. Hier gibt
es eine nach Politikbereichen sortierte Zusammenfassung über den Rechtsstand
der EU. Tatsächlich widmet sich ein eigener Abschnitt dem Kapitel "Justitielle
Zusammenarbeit in Strafsachen: Gegenseitige Anerkennung von Geldstrafen oder
Geldbußen". Dort - leider - auch nur ältere Infos.
Schlechter Start für EU-Verfassung
9.3.03 Mit den Vorschlägen für die ersten 16 Artikel einer zukünftigen EU-Verfassung scheint fast niemand so recht zufrieden zu sein. Wer die nötige Zeit und Geduld mitbringt, kann sich unter http://european-convention.eu.int/amendemTrait.asp?lang=DE&Content= die über 1000 – also fast 100 pro Artikel mit jeweils wenigen Sätzen Umfang – Änderungsvorschläge zu Gemüte führen.
EU macht Norweger arbeitslos
Die EU greift immer unverblümter zu unverschämten Methoden, um das verhältnismässig reiche Norwegen für einen EU-Beitritt weichzuklopfen. Sie will nämlich die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben, damit die Norweger aufgrund vorgegaukelter wirtschaftlicher Vorteile einem Beitritt zustimmen.
9.3.03 Die EU
zwingt Norwegen dazu, eine landesweit einheitliche Besteuerung der Arbeitnehmer
einzuführen. Während Arbeitnehmer in Städten 14,1% ihres Lohnes direkt dem
Fiskus übergeben müssen, beträgt diese Quote im strukturschwachen und dünn
besiedelten Norden 10,6%. Dieser Unterschied, der nicht gerade wahnsinnig gross
ist und den die Norweger verstehen und für den Zusammenhalt des Landes gerne
mittragen, ist äusserst wichtig. Würde nämlich eine einheitliche Lohnbesteuerung
eingeführt, kann dies laut Wirtschaftsexperten einen Rückgang der
Beschäftigungsquote um bis zu 11% bewirken. Zwischen 14'000 und 30'000 Norweger
könnten in die Arbeitslosigkeit abgleiten. Dem norwegischen Staat würde das
wiederum eine Erniedrigung der Steuereinnahmen bei gleichzeitiger Erhöhung der
Staatsausgaben bescheren. Genau das scheint sich die EU zu wünschen. Die
Möglichkeit, diese unerhörten Forderungen zu stellen, hat die EU überhaupt erst
wegen der EWR-Mitgliedschaft Norwegens. Während in der Schweiz die
EU-Befürworter sämtliches Versagen fehlgeschlagener Wirtschaftspolitik dem
EWR-Nein von 1992 anlasten, wird an einem Beispiel mehr deutlich, wie die EU der
Schweiz im Falle eines EWR-Ja die Daumenschrauben angelegt hätte. Die Norweger
hoffen, den Landwirtschafts- und Fischereisektor noch vom neuen
Besteuerungszwang ausnehmen zu können. Denn diese zwei Bereiche werden im EWR
nicht behandelt. Doch die EU wird die rechtlich klare Situation vermutlich
einfach ignorieren. Möge der starken „Nein zur EU“-Bewegung genug Kraft
geblieben sein, die harten Auseinandersetzungen zu bestreiten. Das Vorhaben der
EU ist ein Skandal, ist aber für die europaweit Brüssel-gesteuerte Presse kein
Thema.
http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=9456&sid=9
Italien will zum Lira
zurückkehren
Der italienische Ministerpräsident Berlusconi hat bei der Europäischen
Zentralbank den Antrag gestellt den Lira in Italien als Zweitwährung wieder
einzuführen. Alle Preise sollen zukünftig in Lira und in Euro ausgezeichnet
werden. Gemäß den internationalen Verträgen muß die Europäische Zentralbank und
der EU-Ministerrat dem zustimmen. (PHI vom 21.2.2003)
Warum ist das EU-Gemeinschaftsrecht so teuer?
Parlament verlangt Antworten von der Kommission
Können alle EU-Bürger sich über das europäische Gemeinschaftsrecht kundig
machen? Ja, lautet die Antwort. Aber nur, wenn sie es auch bezahlen können. Für
die Europäische Kommission handelt es sich um "erschwingliche" Preise, wenn
Bürger für die Celex-online-Nutzung jährlich 960 Euro zahlen müssen, die Lizenz
für den Vertrieb kostet etwa das Zehnfache. Die Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofs kostet jährlich 750 Euro, die Lizenz ebenfalls das Zehnfache.
Mehr...
Kritik an EU könnte Briten
künftig vor Gericht bringen
EU-Gesetze könnten bald auch englische Staatsbürger verfolgen, auch wenn
diese nach ihren eigenen Gesetzen unschuldig wären.
Sie haben ein Problem mit der homosexuellen Lebensweise? Sie sind gegen die
EU? Seien Sie vorsichtig, denn das kann sie vor Gericht bringen. So kommentieren
führende britische Medien ein neues Gesetz, das in Kürze vom englischen
Parlament behandelt werden soll. Nach diesem Gesetz können englische
Staatsbürger auf Verlangen eines Gerichtes in einem EU-Land an dieses Land
ausgeliefert werden, wenn sie öffentlich gegen ein in diesem Land herrschendes
Gesetz verstoßen. Bisher konnte zum Beispiel ein Brite in Deutschland den
Holocaust leugnen, dann wieder in seine Heimat zurückkehren und, da es in
England kein Gesetz gegen die nationalsozialistische Wiederbetätigung gibt,
nicht auf dieser Grundlage verurteilt werden, auch wenn er damit gegen das
deutsche Verbotsgesetz verstoßen hat. Das soll sich jetzt ändern. Denn wenn das
englische Parlament dem EU-Gesetz zustimmt, nach dem es ein
Auslieferungsabkommen unter allen EU-Ländern geben soll, dann wären englische
Bürger auch vor Rechtsübertretungen nicht mehr sicher, die in ihrem eigenen Land
keinen Straftatbestand darstellen. Nach Meinung vieler Experten wird sich aber
diese Rechtspraxis bald über den momentanen Rahmen, nämlich die Verfolgung
rassistischer und fremdenfeindlicher Aussagen hinaus, ausdehnen. Dann werden
möglicherweise auch Aussagen gegen die Homosexualität, gegen die EU selber oder
Kritiken an anderen Religionen strafrechtlich verfolgt werden können. (Auf
KATH.NET seit dem: 24. 02. 2003 14:31 Uhr)
Nicht-EU Land Norwegen zahlt
an EU-Osterweiterung massiv mit
Konstantin Alther, Oslo, im TagesAnzeiger vom 28.1.2003
Norwegen hat sich den Zugang zum Binnenmarkt der EU - zwar mit wesentlichen Beschränkungen - durch den EWR-Vertrag erstanden. Inzwischen ist es aber offenbar, dass der Preis für diesen Vertrag sehr hoch geworden ist. Obschon Norwegen nicht EU-Mitglied ist, hat das Land eine ständig wachsende Menge von Gesetzen und Verordnungen zu akzeptieren, ohne bei den Entscheidungen der EU von 15 auf 25 Länder werden nun auch neue Zollbarrieren errichtet, 2002 exportierte Norwegen Fischprodukte im Wert von 1,3 Mrd. NKR zollfrei in die neuen EU-Länder. Nun verlangt die EU beinahe 4 Mrd. NKR, um diese Möglichkeit aufrechtzuerhalten. Die laufenden Verhandlungen um die Erweiterung des EWR.Vertrages werden Norwegen zweifellos sehr teuer zu stehen kommen. In dieser Situation sieht ein wachsender Teil der Bevölkerung einen EU-Beitritt als das geringste Übel.
Euro-Verdrossenheit der EU-Bürger als Chance für die Schweiz
12.01.2003
Vor Einführung des Euro wurde von Behördenseite erklärt: "Ist der Euro erst
einmal reales Geld und keine blosse Phantomwährung am Bankschalter, denn wird
sich das Misstrauen gegen ihn schon legen." Das erweist sich zunehmend als
Wunschdenken, wie Umfragen zeigen. Vor allem in Deutschland wünschen sich viele
Bürger wieder die D-Mark zurück. Die Sehnsucht nach den alten nationalen
Währungen lehrt die EU-Bürokraten, dass man ein neues zwar Geld zum gesetzlichen
Tahlungsmittel erklären kann, Sparer, Anleger und Investoren davon aber wenig
beeindruckt werden. Sie legen ihre Ersparnisse dort an, wo sie sie für sicherer
halten. Viele haben ihr Vermögen aus den Euro-Ländern auswandern lassen. Diese
für die EU-Volkswirtschaften schmerzliche Entwicklung trifft bei den Politikern
einen empfindlichen Nerv: "Woher wollen Sie überhaupt wissen, dass wir diese
Kapitalflucht haben und wie gross sie ist?", fuhr vor wenigen Tagen ein
sichtlich genervter Bundeskanzler einen Journalisten an. Dieser hatte sich
getraut, den Kanzler auf die Kapitalflucht aus Deutschland anzusprechen. Für die
Antwort auf seine Frage hätte der Kanzler nur in den Monatsberichten der
Europäischen Zentralbank nachschlagen müssen. Seit es den Euro gibt, verlassen
alljährlich 300 bis 400 Millirarden Euro brutto - die meisten aus Deutschland -
sein Währungsgebiet, um Zuflucht in einem sicheren Fremdwährungshafen zu suchen.
Dieses Kapital fehlt letztendlich in den EU-Ländern, um Arbeitsplätze zu
schaffen. Für die Schweiz ergeben sich daraus vielfältige Chancen. Hält sie sich
der EU fern, wird sie weiterhin ein attraktiver Finanz- und Investitionsplatz
bleiben. Das braucht allerdings gute Rahmenbedingungen und Politiker, welche die
Stärken der Schweiz selbstbewusst nach aussen vertreten. (Quelle: Zeitschrift
"Alarm" Nr. 1, 17.1.2003)
EU-Regelung zwingt Kirchen, Atheisten anzustellen
Religiöse Institutionen in England fühlen sich durch ein
geplantes, auf einer EU-Richtlinie basierendes Anti-Dikriminierungs-Gesetz
bedroht. Demnach soll es ihnen künftig vorgeschrieben werden, auch offen
anti-christlich eingestellte Menschen in ihren Einrichtungen zu beschäftigen,
berichtet die Zeitung "The Telegraph". Die Gesetzesvorlage, über die die Regierung
um Freitag den letzten Tag beraten hat, soll Diskriminierung am Arbeitsplatz
aufgrund religiöser Einstellungen oder sexueller Orientierung verhindern.
Christliche Organisationen reagieren verstimmt. Das Gesetz beschneide nicht nur
ihre Freiheit, Menschen zu beschäftigen, die ihren Glauben auch praktizieren,
heißt es in einem Bericht des Christian Institute. Eine massive Ungerechtigkeit
bestehe darin, dass politische Parteien von dem Gesetz nicht betroffen sind. Die
Labour Party etwa könne weiterhin nur Parteimitglieder beschäftigen. Während die
vegetarische Gesellschaft ablehnen kann, Fleischesser zu beschäftigen, und die
Tierschützer einen Angestellten hinauswerfen können, der einen Pelzmantel kauft,
kämen Kirchen, die nur Christen beschäftigen, nun mit dem Gesetz in Konflikt,
gab das Christian Institute in einer Presseerklärung bekannt. Die Regierung
schreibt den Kirchen vor, wie sie funktionieren sollen und was sie glauben
sollen, ist Colin Hart, Leiter des Christian Institute, empört. Das Gesetz
könnte zum Beispiel Schulen oder Pfarren daran hindern, praktizierende
Homosexuelle nicht anzustellen. Zusätzlich dürften beispielsweise Angestellte
nicht gekündigt werden, die zum Islam konvertieren, und meinen, dass sie die
Arbeit in der Pfarre trotzdem erledigen könnten. Die Regierungsbestimmungen
haben die Kraft, die Versammlungsfreiheit für religiöse Menschen ernsthaft zu
gefährden, sagt der auf Menschenrechte spezialisierte Jurist Ian Leigh von der
Durham University, einer der Autoren des Berichts. Sie platzieren das moderne
Konzept von der Gleichheit über die religiöse Freiheit. (Auf KATH.NET seit
dem: 27. 01. 2003 14:55 Uhr)
Nach Euro-Einführung: Jährlich 300-400 Milliarden Euro Kapitalflucht aus Euroland
Eine Voraussage der EU-Bürokraten
erweist sich als Wunschdenken: «Ist der Euro erst einmal reales Geld und keine
blosse Phantomwährung am Bankschalter, dann wird sich das Misstrauen gegen ihn
schon legen». Das Gegenteil ist der Fall. Vor allem in Deutschland wünschen sich
gemäss Umfragen viele Bürger wieder die D-Mark zurück. Seit es den Euro gibt,
verlassen jährlich 300 bis 400 Milliarden Euro brutto sein Währungsgebiet, um
Zuflucht in einem sicheren Fremdwährungshafen zu suchen. Diese Angaben machen
Monatsberichte der Europäischen Zentralbank. Es ist dies Kapital, das
letztendlich in den EU-Ländern fehlt, um Investitionen und Arbeitsplätze zu
schaffen.
Die EU auf dem Weg in die Zweiklassen-Informationsgesellschaft
Nach US-amerikanischem Vorbild will die EU den digitalen
Rechtschutz ("Digital Rights Management") verstärken. Am 29. Januar 2003 findet
in Deutschland zum Zweck der konkreten Umsetzung des Urheberrechtsgesetzes eine
öffentliche Anhörung des Rechtsausschusses des Bundestages statt. Wenn der
Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Erneuerung des Urheberrechts in seiner
aktuellen Form verwirklicht wird, dann ist bald Schluss mit dem Privatarchiv,
das fast jeder auf seiner Festplatte und oder in seinen Regalen hortet. Bleibt
es beim aktuellen Entwurf, wäre es in Zukunft nämlich illegal, digitale
Privatkopien zu erstellen von Werken und Daten, die einem Kopierschutz
unterliegen. Bislang galt: Solange die Kopie rein privaten, also nicht
kommerziellen Zwecken dient, ist sie vollkommen legitim. Bereits am Morgen hatte
eine
Pressekonferenz
stattgefunden, bei der Vertreter der Wissenschaften, Bibliotheken, Juristen und
Cyber-Rechtler zum einen darstellten, wie DRM funktioniert. Zum anderen ging es
um die krassen Einschränkungen, die DRM für Wissenschaft, Forschung und
Meinungsfreiheit mit sich bringt. Schließlich geht es bei DRM nicht nur um
Kopierschutz, sondern um den Zugang zu Informationen aller Art. Anders
ausgedrückt: Mittels DRM lässt sich bestimmen, wer wann was und in welchem
Umfang erfährt.
Bernd
Lutterbeck, Informatikprofessor an der TU Berlin, dokumentierte anhand eines
aktuellen Beispiels, wie viel es kostet, legale Kopien von Zeitungsmeldungen
anzufertigen, die online publiziert werden und diese der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Dabei kam er auf 387 Euro inklusive Lizenzgebühren,
Honorar und Steuern - für eine unbebilderte Meldung von schlappen sechs Sätzen
Länge. Sein Fazit: die Wissenschaft kann sich ein solches Urheberrecht
schlichtweg nicht leisten - zumal die Kopien dieses neuen Gesetzesentwurfes
nicht ausgehändigt werden durften, Sie waren einzig und allein für die Besucher
der Pressekonferenz genehmigt worden - mit der Auflage, nicht direkt daraus zu
zitieren. Bibliotheken werden ganz erheblich unter den neuen Bestimmungen
leiden. Wollen diese nämlich auch in Zukunft ihrem offiziellen Auftrag
nachkommen und das Wissen der Welt nicht nur archivieren, sondern auch weiterhin
jedermann zugänglich machen, dann wird das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht
nur sehr teuer (schon heute nutzen beispielsweise wissenschaftliche Verlage wie
Reed Elsevier ihre Monopolstellung schamlos aus - vgl.
Die
Wissenschaft schlägt zurück), sondern auch ein Verwaltungsakt
sondergleichen. Schließlich kann der Rechteinhaber verlangen, dass mit jedem
Endnutzer ein eigens gültiger Lizenzvertrag geschlossen wird. Abgesehen
von zukünftigen Informationslücken schafft DRM auch eine
Zwei-Klassen-Informationsgesellschaft, denn wenn Informationen wie Waren
behandelt werden, wird ihre Verfügbarkeit eine Frage des Geldes. Darüber hinaus
lässt sich mittels DRM der Informationsfluss selbst regulieren. Dies wiederum
begünstigt das Entstehen von "Realitätsverstörungsfeldern" - begünstigt also
Propaganda, die sich nicht mehr als solche entlarven lässt, weil die
Öffentlichkeit keinen allumfassenden Zugang mehr hat zu Informationen jeder Art.
Weggesperrt
in Krypto-Flaschen
Marcel Ospel: "Die Schweiz soll ihr EU-Beitrittsgesuch zurückziehen!"
«EU hat Appetit auf Finanzplatz Schweiz» äussert der USB-Verwaltungsratspräsident
BASEL - «Ich bin entrüstet, wie
die EU mit ihren kleineren Mitgliedern umspringt», sagte
UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel gegenüber der Wirtschaftszeitung
«Cash». Die meisten europäischen Politiker seien vom schweizerischen
Steuer-Konzept überzeugt. «Nur zwei , drei grosse EU-Länder verfolgen andere
Ziele. Sie wollen ein Steuerkartell auf möglichst hohem Niveau und haben Appetit
auf ein Stück des Finanzplatzes Schweiz», empörte sich Ospel. «Trotz viel
Herzblut für ein gemeinsames Europa» sprach sich der UBS-Chef deshalb für den
Rückzug des Schweizer EU-Beitrittsgesuches aus. Auch mit der Schweizer
Wirtschaft ging Ospel hart ins Gericht. Er kritisierte das
«Wirtschafts-Establishment», welches im Laufe dieses Jahres für einige Skandale
gesorgt hat. Die Schweiz sei ein kleines Land mit einer hohen Dichte an
multinationalen Konzernen. Damit kein «Filz» mit «gegenseitigen
Verwaltungsrats-Verflechtungen» entstehe, müsse das Rekrutierungsfeld für
Spitzenkräfte über die Schweizer Grenzen hinaus gehen. (Blick Online
26.12.2002)
Inakzeptabel: "Die Schweiz wird wie 'der Irak der Alpen' behandelt!"
Luxemburgs Regierungschef wehrt sich gegen Diskriminierung seitens der EU
LUXEMBURG - Im
Zinssteuer-Streit hat Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker kritisiert,
dass die Schweiz in der EU teils wie "der Irak der Alpen" behandelt würde. Das
sei "inakzeptabel", sagte Juncker am Vorabend des EU-Finanzministerrats. Juncker
sagte an einer Podiumsdiskussion in Luxemburg, die Art und Weise, wie "einige
Kollegen die Schweiz behandeln, als wäre sie der Irak der Alpen, ist absolut
inakzeptabel". Diese "feindselige Art" werde den guten Beziehungen der
Europäischen Union (EU) zur Schweiz nicht gerecht und führe zudem zu Widerstand.
Juncker machte die Äusserungen am "Finanzforum Luxfinance", das vom Verband des
luxemburgischen Finanzsektors veranstaltet wurde. An der Podiusmdiskussion über
die EU-Zinsbesteuerung nahmen auch der deutsche Staatssekretär Caio Koch-Weser
und der Generalsekretär des belgischen Finanzministeriums, Grégoire Brouhns,
teil. Alle Drei betonten, dass in den kommenden Wochen im Zinssteuer-Streit eine
Lösung gefunden werden müsse. Juncker behielt sich indes vor, erst danach zu
entscheiden, ob eine mit der Schweiz gefundene Einigung der Forderung Luxemburgs
nach Gleichbehandlung genügt. Die Schweiz hat zudem laut dem luxemburgischen
Premier- und Finanzminister bereits "wichtige Schritte" gemacht: Hätte das
frühere Koexistenzmodell mit der Wahl zwischen Informationsaustausch und
Quellensteuer in der EU "überlebt, hätten wir das Kapitel bereits
abgeschlossen", sagte er. Die Meldepflicht sei auch international das
"zukunftsgerichtete Modell", sagte demgegenüber Koch-Weser. Gerade Deutschland
habe mit der Schweiz sehr enge Beziehungen, sagte Koch-Weser weiter. (drs-news,
07.10.2002 19:44)
Niederlande: "Politischer Ehrgeiz für Friedensmission" als Ursache für Regierungsrücktritt
16.04.2003 DEN HAAG Der niederländische Ministerpräsident Wim Kok teilte nach einer Krisensitzung den Rücktritt seines Kabinetts mit. Anschliessend fuhr er zu Königin Beatrix, um ihr das Mandat zurückzugeben. Die Regierung war wegen der umstrittenen Rolle niederländischer Blauhelm-Soldaten beim Massaker von Srebrenica 1995 unter Druck geraten. Kurz vorher war ein Bericht veröffentlicht worden, in dem die Rolle der niederländischen Blauhelm-Soldaten in Srebrenica beleuchtet wird. Die Verfasser kommen zum Schluss, dass "politischer Ehrgeiz" die Niederlande dazu gebracht habe, sich auf eine "unklare" und "praktisch nicht durchführbare" Friedensmission in Bosnien einzulassen. Im Juli 1995 hatten bosnisch-serbische Soldaten die UNO-Schutzzone um Srebrenica eingenommen und dabei mehr als 7500 Moslems umgebracht. (Quelle: sda vom 16.04.02)
Auch innerhalb
der Schweizer Regierung hat sich der Druck verstärkt, sich an internationalen
"Friedensmissionen" beteiligen zu wollen. Eine genaue Analyse der
niederländische Erfahrung in Bosnien wäre somit angezeigt.
Die Schweiz hat laut Prodi bei EU-Beitritt viel zu verlieren
EU-Kommissionspräsident nimmt Schweizer Euro-Turbos den Wind aus den Segeln
BERN - Die Schweiz hat laut
EU-Kommissionspräsident Romano Prodi bei einem EU-Beitritt derzeit eine Menge zu
verlieren. Wenn die europäische Intergration erfolgreich verlaufe, verschiebe
sich das Gewicht jedoch zu Gunsten der EU. Wann das soweit sein werde, wisse er
nicht, sagte Prodi in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". "Derzeit besteht
für die Schweiz keine Eile." Jedenfalls würden sich die gegenseitigen
Beziehungen vervielfältigen und die Europäische Union (EU) und die Schweiz seien
mehr und mehr verflochten.
Für Prodi wäre es allerdings an der Zeit, die veraltete Form des Bankgeheimnisse
abzuschaffen, weil damit auch schmutziges Geld aus unbekannten Quellen geschützt
werde. Langfristig wäre es auch im Interesse der Schweiz, Missbrauch
vorzubeugen, sagte er. Doch wenn das Bankgeheimnis für die Schweiz so wichtig
sei, so müsse sie eben von einem EU-Beitritt absehen. Im Gegensatz zum
Bankengeheimnis, das Prodi als Instrument zum Schutz von Interessen sieht,
betrachtet er die Neutralität als unproblematisch bei einem EU-Beitritt. "Die EU
lässt Raum für die Neutralität, wie das Beispiel Irland zeigt", sagte er. Die
Neutralität sei auch ein Wert und Werte könnten nicht einfach abgeschafft
werden. Laut Prodi sind die Schweizer pragmatisch und in ihrer inneren
Überzeugung europäisch eingestellt. Die Schweiz wäre deshalb auch nicht das
schwierigste Mitglied der EU, sagte er. (drs-news 14.4.02)
Ständerat korrigiert den "Beitritts-gefärbten" Integrationsbericht 1999 des Bundesrates
Ständerat will keinen Umbau des Staates für einen EU-Beitritt
BERN - Die
Schweiz müsse sich der EU annähern, meint der Ständerat. Der einzig gangbare Weg
ist nach Ansicht der Aussenpolitischen Kommission (APK) des Ständerates der
bilaterale. Ein EU-Beitritt sei auf unabsehbare Zeit nicht mehrheitsfähig. Dies
schreibt die APK in ihren Bericht über die Optionen der schweizerischen
Integrationspolitik. Die Kommission rechnet damit, dass sich kurzfristig ohne
wirtschaftlichen und politischen Druck keine Mehrheiten für einen EWR- oder
EU-Beitritt finden lassen. Der bilaterale Weg wahre die formelle Souveränität
und Entscheidungsfreiheit der Schweiz, während der EU-Beitritt einen "Umbau" des
Staates bedeutete. Er habe aber seinen Preis: Einzelne bilaterale Vereinbarungen
könnten nur durch Gegenleistungen erzielt werden, die bei einem EU-Beitritt
nicht erbracht werden müssten.
Für die Option "Alleingang" - ohne Anschluss an eine "kontinentale Grossgruppe"
- gebe es durchaus Argumente, schreibt die APK. Dagegen sprächen die fehlenden
Mitsprachemöglichkeiten und der schlechte Ruf des Abseitsstehens, was sich als
aussenpolitische Schwäche auswirken könnte. Mit ihrem Optionen-Bericht
korrigiere die APK den Integrationsbericht 1999 des Bundesrates, der vom
strategischen Beitrittsziel "gefärbt" sei, sagte Hans-Rudolf Merz (FDP/AR). Ziel
des Berichtes sei es, die Diskussion über die Integrationspolitik zu
versachlichen. Der Bericht wird in der Sommersession im Ständerat diskutiert.
(drs-news, 26.3.02)
Das Bankgeheimnis ist kein Deckmantel für Geldwäscherei und Terrorismus
Nationalbankpräsident korrigiert Missverständnisse
LONDON -
Politische Stabilität, gut ausgebildetes Personal, die Zuverlässigkeit und eine
effiziente Infrastruktur verleihen dem Finanzplatz Schweiz seine weltweit starke
Stellung in der Vermögensverwaltung. Diese Ansicht vertritt
Nationalbankpräsident Jean-Pierre Roth. Viele Beobachter glaubten, der Erfolg der
Schweizer Banken im Asset Management und Private Banking beruhe einzig auf dem
Bankgeheimnis. Das sei ein Missverständnis, sagte Roth anlässlich eines
Vortrages vor der Britisch-Schweizerischen Handelskammer in London laut
Redetext. Das Bankgeheimnis sei kein Hindernis für die Bekämpfung der
Geldwäscherei und der Finanzierung des Terrorismus. Auch werde der faire
Steuerwettbewerb mit den Nachbarländern nicht behindert. Roth unterstützt den
Vorschlag des Bundesrates zur Einführung einer Zahlstellensteuer als Pendant zur
EU-Zinsbesteuerung. Der Nationalbankpräsident äusserte sich auch zu den
langfristigen Aussichten des Schweizer Frankens. Den Franken werde es noch viele
Jahre als eigenständige Währung geben, sagte Roth. Die Chancen seien gut, dass
der Franken als Insel im Euro-Meer Bestand haben werde. (drs-news, 26.2.02)
EU-Osterweiterung soll in den nächsten 10 Jahren 825 Mrd. DM kosten: Sonderabgabe geplant!
Nach aktuellen Experten-Schätzungen wird die EU-Osterweiterung in den nächsten 10 Jahren die kaum vorstellbare Summe von rund 825 Mrd. DM kosten. Eine Summe, darüber sind sich die maßgebenden Experten inzwischen weitgehend einig, die nur durch eine "Sonderabgabe" finanziert werden kann. Wenngleich es bisher dazu noch keine offizielle Stellungnahme gibt, gilt unter gut informierten Beobachtern inzwischen als fast sicher, dass es zur Erhebung einer dem deutschen "Solidaritätszuschlag" ähnlichen Sonderabgabe kommen wird. Noch hält man es in Brüssel allerdings für verfrüht, darüber offiziell zu sprechen. Erst wenn die weitere Entwicklung praktisch unumkehrbar geworden ist, wird man den "Mut" finden, die EU-Bürger über die wahren Kosten der Osterweiterung und die Notwendigkeit einer "Sonderabgabe" zu informieren. (Quelle: Vertrauliche Mitteilungen, entdeckt im online-Nachrichtenblatt der Universellen Freimaurerliga, Landesgruppe Deutschland, Januar 2002, Nr. 13)
Inzwischen wurde bekannt, dass die EU auch den EWR-Teilnehmerstaaten zu diesem Zweck Milliardenbeiträge abpressen will, und - man höre und staune - auch die Schweiz solle sich daran beteiligen, weil sie "im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit der 'Bilateralen Verträge' auch von der EU-Osterweiterung profitiere".
UBS-Chef Arnold: «Schweizer Modell hat für viele Ausländer eine grosse Anziehungskraft.»
Luqman
Arnold, Chef (CEO) der UBS, sagte in der "Weltwoche" Nr. 33/01, angesprochen
auf das Verhältnis der Schweiz zur EU: "Wenn Sie morgen im EU-Raum eine Umfrage
starten würden mit der Möglichkeit, entweder das EU-Modell zu billigen oder das
demokratische System der Schweiz einzuführen, würde letzteres eine
überwältigende Mehrheit erzielen. Tatsache ist doch, dass in der EU der Einzelne
kaum mehr eine Stimme zum Wählen hat, während in der Schweiz die vielen
Abstimmungen auch in den Kantonen einen grossen Einfluss auf die gesamt
Entwicklung haben. Das Schweizer Modell hat für viele Ausländer eine
ausserordentliche Strahlkraft."
Trotz Skepsis der Bevölkerung: Bundesrat nimmt weitere Angleichungen an die EU vor
PARIS - Die
Schweiz will sich der Europäischen Union laut Bundesrat Pascal Couchepin in kleinen
Schritten annähern. Das langfristige Ziel der Schweizer Regierung bleibe der
EU-Beitritt. Dies sagte Couchepin in einem Interview mit der französischen
Tageszeitung "Le Monde". Dies eine knappe Woche nach der Veröffentlichung der
neusten Ergebnisse des Europa-Barometers des gfs-Instituts, welche eine
verstärkte EU-Skepsis in der Schweiz zeigt. In der Legislatur 2003 bis 2007
dürfte ein Entscheid darüber fallen, ob die Schweiz Beitrittverhandlungen mit
der EU aufnehme oder nicht. Bis dahin wolle die Schweiz ihre Euro-Kompatibilität
verbessern. Couchepin stattet Frankreich am Montag und Dienstag einen
offiziellen Arbeitsbesuch ab. (drs-news, 8.9.01)
Die Zahl der Europa-Skeptiker in der Schweiz wächst
BERN - Die Schweizerinnen und Schweizer sind immer skeptischer gegenüber Europa. Dies geht aus dem neusten Europa-Barometer des gfs-Forschungsinstituts hervor. Ein Viertel der Personen, die im Juni befragt wurden, sprechen sich für eine Streichung des EU-Beitritts als Ziel aus. Rund 40 Prozent wollen das Beitrittsgesuch ohne Fixierung einer Zeitlimite belassen. Nur ein Viertel der Befragten ist für eine baldige Reaktivierung des Beitrittsgesuchs. Noch im Oktober vor einem Jahr hatte sich über ein Drittel für eine baldige Reaktivierung des Beitrittsgesuchs ausgesprochen, und nur ein Fünftel war für eine Streichung des Beitrittsziels. (drs-news 3.9.01)
Die Schweizer Bevölkerung steht nach wie vor hinter dem Bankgeheimnis
BASEL - Die Schweizer Bevölkerung steht nach wie vor klar hinter dem Bankgeheimnis. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent hat ein allgemein positives Verhältnis zu ihren Banken. Kritik gibt es aber an der knausrigen Haltung der Banken gegenüber den KMU. Dies hat eine Meinungsumfrage ergeben, die von der Bankiervereinigung in Auftrag gegeben wurde. Demnach befürworten 82 Prozent der Befragten die Beibehaltung des Bankgeheimnisses. 72 Prozent äussern sich dafür, dass die Schweiz dem internationalen Druck zur Abschaffung nicht nachgeben sollte. (drs-news, 18.6.01)
Manchmal ist das Gegenteil der EU-Empfehlungen erfolgreicher
Irischer Wirtschaftsminister Charley McCreevy macht's vor:
Tatsächlich können die Iren auch starke Argumente vorbringen, fernen EU-Gremien
weniger zuzutrauen als ihren eigenen Politikern: Als Brüssel die Grüne Insel im
Frühjahr aufforderte, das heißgelaufene Wirtschaftswachstum durch
Steuererhöhungen zu kühlen, tat der irische Wirtschaftsminister Charley McCreevy
kurzerhand genau das Gegenteil. Er kürzte die Steuern noch weiter, und zu
Brüssels Verblüffung und Dublins Freude, siehe da: Die Inflationsrate fiel
wunschgemäß.
(DIE WELT, Di
12.6.01)
Versprach Bundesrat vor der Abstimmung über "Bilaterale" zu viel?
Herbe Enttäuschung bei Schweizer Verhandlungsdelegation in Brüssel
LAUSANNE - Schweizer Studierende bleiben weiterhin von den europäischen Bildungsprogrammen "Socrates" und "Leonardo da Vinci" ausgeschlossen. Das habe die Schweizer Verhandlungsdelegation diese Woche in Brüssel erfahren müssen, schreibt die Westschweizer Zeitung "dimanche.ch". Grund sei eine unklare Haltung des Bundesrates gegenüber der EU. Die Partner von "Socrates" und "Leonardo da Vinci" stehen Studierenden aus 31 Ländern offen. (drs-news 6.5.01)
Man erinnere sich an die Werbung des Bundes im Vorfeld der Abstimmung über die Bilateralen: damit stehe den Jugendlichen Europa endlich offen. Nun versucht die EU gegenüber der Schweiz weiter Druck Richtung Beitritt zu machen, und viele Schweizer lassen sich dafür einspannen. Allerdings gibt es zu rätseln, was mit “unklarer Haltung des Bundesrates” gemeint sein könnte. Mehr als festschreiben kann der das EU-Beitrittsziel nicht. Wird in Brüssel vielleicht erwartet, dass der Bundesrat subito Verhandlungen aufnimmt. Hatte der Bundesrat vor der Volksabstimmung etwa entsprechende Signale gesendet, welche sich im Nachhinein nun nicht so rasch einlösen lassen, ohne die Stimmbürger zu verärgern?
Wo es um Friedenspolitik geht, geht das Nicht -EU-Mitglied Schweiz voran
Bundesrat Leuenberger lobt Gemeindepartnerschaften
BERN -
Europa sei ein grosses Friedensprojekt, sagte Bundespräsident Moritz Leuenberger in
seiner Ansprache zum Europatag. Die Schweiz nehme daran teil und baue mit. Dies
Als Beispiel nannte er die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Köniz und einem
südserbischen Dorf. Dieses habe während dem Balkankrieg versucht, seine ethnisch
durchmischte Bevölkerung zusammenzuhalten. Köniz habe während all diesen Jahren
das Dorf unterstützt. 43 europäische Ländern feiern heute den Europatag. Die
Schweiz ist seit 38 Jahren Mitglied des Europarates. Ziel dieser Organisation
ist es, Frieden, Menschenrechte und Demokratie auf dem europäischen Kontinent zu
schützen. (drs-news '05.05.01 12:01')
Gerade im Kosovo-Krieg konnte die Schweiz ihre Stärken im humanitären Bereich ausspielen, während andere Europäer Serbien mit Bomben eindeckten. Eine weitere Annäherung der Schweiz an die Nato durch die Umsetzung von "Armee XXI" könnte diese spezifischen Qualitäten allerdings ernsthaft gefährden.
Die EU-Länder hätten lieber die Schweiz und Norwegen in der Union
BRÜSSEL - Die Bürgerinnen und Bürger der EU würden lieber die Schweiz und Norwegen in der Union sehen als die offiziellen Beitrittskandidaten aus Mittel- und Osteuropa. Dies geht aus den detaillierten Zahlen des jüngsten "Eurobarometers" hervor. 70 Prozent der EU-Bevölkerung würden einen Beitritt der zurzeit nicht beitrittswilligen Länder Schweiz und Norwegens positiv beurteilen, 14 Prozent würden ihn ablehnen, wie es in der publizierten Studie heisst. Am beliebtesten sind die Eidgenossen in den Niederlanden, wo 85 Prozent der Befragten einen Schweizer EU-Beitritt gerne sähen. (drs-news '30.04.01 19:08')
Aller Unkenrufen zum Trotz: Die Schweiz ist in den EU-Ländern beliebt. Die Umfrage zeigt, die Schweizer sind Europäer, EU-Mitgliedschaft hin oder her!
CVP trotz Volksnein zur Initiative "Ja zu Europa" voll auf EU-Kurs
BERN - Trotz des massiven Neins
zur Initiative "Ja zu Europa" muss laut CVP-Fraktionschef
Jean-Philippe Maitre über eine
Annäherung zwischen der Schweiz und der EU gesprochen werden. Die Schweiz werde
bei der EU keine Sonderlösungen zum gängigen Preis mehr erhalten, sagte der
Genfer Nationalrat in einem Interview der Westschweizer Sonntagszeitung "dimanche.ch".
(drs-news '22.04.01 13:16')
Die EU gehört zu den massivsten Sponsoren der Abtreibung in der Dritten Welt. Insgesamt 60 Millionen Euro soll die EU-Kommission im Jahre 2002 von verschiedenen Budgets abgezweigt und zur Finanzierung von Abtreibungsmaßnahmen in Afrika bereitgestellt haben. Das geht aus einem Bericht des EU-Online-Magazins Euro-Fam hervor. Am 14. Jänner 2003 entdeckte die irische Europa-Abgeordnete Dana Rosemary Scallon, dass die EU-Kommission bereits seit dem Jahre 2001 50 Millionen Euro aus dem Fischerei-Haushalt und 10 Millionen Euro aus dem Landwirtschafts-Budget abgezweigt hatte und u. a. an abtreibungsfördernde Organisationen wie Marie-Stopes-International vergeben hatte. Wie sich solche EU-Tatsachen mit dem aussenpolitischen Kurs der CVP vertragen, müssten die Parteigremien vielleicht auch einmal diskutieren.
EU zwingt Schweiz zur Zulassung von allergieauslösenden Zusatzstoffen
Schweizer Konsumentenschutz gegen Anpassungspolitik
BERN - Die geplante Anpassung des Schweizer Lebensmittelrechts an EU-Recht stösst auf Widerstand. So wehrt sich der Verband der Pilzkontrolleure gegen die Abschaffung der Pilz-Kontrolle. Komme man mit Bundesrätin Dreifuss zu keiner Einigung, will der Verband eine Initiative lancieren. Weitere Gegner sind die Stiftung für Konsumentenschutz und das Konsumentenforum. Sie äussern Bedenken zur Deklarationspflicht und zur Zulassung von allergieauslösenden Zusatzstoffen. Hauptziel der Revision, so Bundesbern, sei der Schutz der Konsumenten vor Täuschungen bezüglich Herkunft und Herstellungsart der Produkte. (drs-news '08.04.01 09:58')
Jahrzehnte alte, auf die schweizerischen Gegebenheiten abgestimmte Erfahrungen sollen mit einem Federstrich beiseite gewischt werden. Was der Konsument braucht ist das Vertrauen in den Hersteller. Überschaubare Märkte ermöglichen einen direkteren Kundenbezug und somit eine effizientere Kontrolle als standardisiertes europaweites Hin- und Herkarren, vgl. BSE und MKS.
Heimliche Bundesratspolitik: EU-Beitrittshürden abbauen
Bundesrat
Deiss ging in seiner Ignorierung des Volkswillens so weit, dass er am
Abstimmungsabend nach der Ablehnung zu "Ja zu Europa" öffentlich erklärte, dass
der Bundesrat den Anschluss an die EU genauso wie bisher weiterverfolgen würden.
Dasselbe Ziel verfolgen allerdings - in aller Stille - auch die anderen
Bundesräte. So erklärte zum Beispiel Moritz Leuenberger in der Frankfurter
Rundschau vom 2. März 2001: “Je mehr Hürden wir abbauen, desto
selbstverständlicher kann der EU-Beitritt später werden. Das ist unsere
Strategie. Es geht um den Prozess der Veränderung”. Ein Beispiel dafür ist nach
Leuenberger “das Heiligtum der 28 Tonnen Limite”, das durch die bilateralen
Verträge bewusst zerstört worden ist. Leuenberger sagte bereits am 29.8.1998 in
einer Rede vor der Neuen Europäischen Bewegung in Luzern: Die LSVA sei nötig, um
600 000 zusätzliche EU-Lastwagen mit 40 Tonnen durch die Schweiz zu führen. Die
EU wolle das so in den bilateralen Verträgen.
EU überzeichnet Problem "Schmuggel" massiv
Schweizer Oberzolldirektor bezweifelt EU-Milliardenverluste:
BERN -
Die Schweiz will keine Drehscheibe des gewerbsmässigen Schmuggels sein. Sie ist
bereit, die bestehende Amtshilfe auszuweiten, wie Oberzolldirektor Rudolf
Dietrich nach Gesprächen mit EU-Fachleuten sagte. Es bestehe ein Problem,
allerdings werde es massiv überzeichnet. Ob der EU wirklich Milliarden
entgingen, wisse niemand. Auch ob der Schmuggel nur in der Schweiz angesiedelt
sei, sei fraglich, sagte Dietrich. Der Zollbetrug ist eines der Themen, über die
die Schweiz derzeit mit der EU im Hinblick auf eine zweite bilaterale
Verhandlungsrunde sondiert. (drs-news '29.03.01 18:55')
Geldwäscherei-Vorwurf "Werk eines Hinterbänklers"
Bundesrat Couchepin relativiert Kritik am Schweizer Finanzplatz
BERN - Die EU setzt die
Schweiz bei den hängigen Themen nicht unter Druck. Dies sagte Couchepin am
Westschweizer Radio. Die Verhandlungen Brüssels mit der Schweiz, der Brief von
Chris Patten und der Bericht der französischen Parlamentskommission mit seiner
Kritik an der Geldwäscherei-Bekämpfung der Schweiz dürften nicht auf diesselbe
Stufe gestellt werden. Der Geldwäscherei-Bericht sei das Werk eines
Hinterbänklers im französischen Parlament. Der Brief Pattens sei als Meinung
eines einzelnen europäischen Kommissars zu betrachten. Die Verhandlungen fänden
aber zwischen Brüssel und der Schweiz statt.
(drs-news
'24.02.01 17:10')
Osterweiterungsgegner in der EU legen zu
“Der Standard” Wien 15.01.2001 20:14 MEZ www.derstandard.co.at
Die Osterweiterung wird dagegen nur noch von 51 Prozent der Befragten befürwortet, während es 1999 noch 54 Prozent gewesen waren. Die Anzahl der Erweiterungsgegner nahm in der Zeitspanne um 5 Prozent auf 39 Prozent zu. In Frankreich wird die Erweiterung nur noch von 46 Prozent Befürwortet, während es 1999 noch 53 Prozent gewesen waren. 51 Prozent der Franzosen sind gegen die EU-Erweiterung. Die meisten Erweiterungs-Befürworter werden in Spanien (65 Prozent), Italien (57 Prozent) und Griechenland (56 Prozent) gezählt. 54 Prozent der Deutschen und 76 Prozent der Niederländer (45 Prozent im Durchschnitt der acht Länder) sind sogar der Ansicht, dass die Aufnahme der Türkei und der osteuropäischen Länder in die Union die Europäische Konstruktion "bremsen" würde. Nur 13 Prozent denken, dass diese Erweiterung die Konstruktion "beschleunigen" würde. (APA)
Befürworter und Gegner eines föderalistischen Europas gleichauf
“Der Standard” Wien 15.01.2001 20:14 MEZ www.derstandard.co.at
Die Errichtung eines föderalistischen Europa nach dem von Deutschlands Außenminister Joschka Fischer vorgeschlagenen Modell wird im europäischen Durchschnitt von 41 Prozent der Befragten befürwortet, während 40 Prozent dagegen sind. Die begeistertsten EU-Föderalisten befinden sich in Spanien und Frankreich mit je 56 und 55 Prozent Befürwortern. Es folgen Griechenland und Luxemburg mit je 51 Prozent, Deutschland mit 41 Prozent, Italien mit 37, die Niederlande mit 35 und Großbritannien mit 22 Prozent. Insgesamt erklärten sich 57 Prozent (plus 5 Prozent in Bezug auf 1999) mit der Errichtung einer gemeinsamen europäischen Armee einverstanden. Unter den Befürwortern führen die Franzosen mit 69 Prozent Befürwortern, während es in Großbritannien nur 36 Prozent sind. 47 Prozent der Befragen (gegen 44 Prozent) wünschen sich eine gemeinsame europäische Regierung und 53 Prozent (gegen 39 Prozent) einen im allgemeinen Wahlrecht von den Unionsbürgern gewählten Europa-Präsidenten. Für eine Harmonisierung der Rechtssprechungen sind 68 Prozent der Befragten, für eine Harmonisierung der Steuersysteme 62 Prozent.
Umfrage: Europäer sind mit EU-Konstruktion und Euro unzufrieden
“Der Standard” Wien 15.01.2001 20:14 MEZ www.derstandard.co.at
Paris - Nur 38 Prozent der Europäer (gegen 56 Prozent) sind zufrieden mit der Art und Weise, in der die Konstruktion der EU fortgeführt wird. 52 Prozent sind unzufrieden über die Ersetzung ihrer nationalen Währung durch den Euro, während 1999 noch 53 Prozent damit zufrieden gewesen waren. Dies geht aus einer von der französischen Tageszeitung "Le Monde" (Dienstag-Ausgabe) veröffentlichten Umfrage hervor, bei der das Meinungsforschungsinstitut Louis-Harris im Dezember, nach Abschluss des EU-Gipfels von Nizza, insgesamt 6.637 Unionsbürger in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Spanien, den Niederlanden, Luxemburg und Großbritannien befragt hat. Am kritischsten stehen die Griechen mit 65 Prozent Unzufriedenen, sowie die Franzosen und Deutschen mit je 61 Prozent Unzufriedenen der europäischen Konstruktion gegenüber. Es folgen die Briten und Italiener mit je 54 Prozent, die Spanier mit 47 Prozent, die Holländer mit 42 Prozent und die Luxemburger mit 41 Prozent Unzufriedenen. Bei den Euro--Währungskritikern führen die Deutschen mit 66 Prozent Unzufriedenen, gefolgt von den Spaniern mit 48 Prozent, den Niederländern mit 47 Prozent, den Franzosen und Griechen mit je 46 und den Italienern mit 42 Prozent.
Jugend befürwortet "Sonderfall Schweiz"
Eine Mehrheit der heute 20-Jährigen zieht den "Sonderfall Schweiz" der "offenen Schweiz" vor und erwartet eine zunehmende Überfremdung. Dies zeigen erste Ergebnisse der Eidgenössischen Jugend und Rekrutenbefragung "chx". Die Studie zeigt, dass die 20-Jährigen in Fragen wie UNO und EU-Beitritt oder Überfremdung kritischer eingestellt sind als ihre Eltern und Grosseltern. Die Befragung umfasst über 20'000 Rekruten sowie über 1000 gleichaltrige Frauen und nicht dienstpflichtige Männer sowie rund 660 Eltern und Grosseltern der dienstpflichtigen Männer. (drs-news 30.12.00 11:07)
Dänemark: Mit falschen Versprechungen für EU-Beitritt geködert
Ib Christensen, Dänemark, ehemaligem EU-Parlamentarier:
"Ähnlich wie
in anderen EU-Staaten - und wie in der Schweiz - besteht in Dänemark bezüglich
der Europapolitik eine grosse Diskrepanz zwischen den etablierten politischen
und wirtschaftlichen Kräften und der breiten Bevölkerung. Während im dänischen
Parlament die EU-Politik zu 5/6 auf Zustimmung stösst, sind 38% der Bevölkerung
gegen die EU-Mitgliedschaft an sich (nur etwa 50% sind dafür). Bei der
Abstimmung über den Beitritt zur EWG im Jahr 1972 wurde nur deshalb eine
Mehrheit erreicht, weil man mit der Argumentation, es sei bloss ein
Freihandelsvertrag und eine Union würde es nie geben, die Wähler überreden
konnte. Bei allen späteren Volksabstimmungen gaben die jeweiligen Regierungen
ähnliche Versprechen ab. So versicherte der damalige Premierminister Poul Schlueter
vor der Abstimmung über die Vertragserweiterung 1986, die Union sei mausetot."
"Wie ich verstanden habe, ist die Volksabstimmung am 21. Mai hier in der Schweiz nur auf Grund einer Bürgerinitiative zustande gekommen. Dies trotz der Mehrheit der EU-Anhänger im Parlament und trotz der Politik der Regierung. Leider existiert in Dänemark keine vergleichbare Möglichkeit in der Verfassung. Eine Abgabe von Souveränität bedarf allerdings einer 5/6-Mehrheit im Parlament oder aber einer Mehrheit bei einer Volksabstimmung. Deshalb fanden in Dänemark bereits einige Volksabstimmungen im Zusammenhang mit der EU statt. Wie in der Schweiz möchte jedoch eine Mehrheit in der Regierung und im Parlament am liebsten die Volksabstimmungen vermeiden. So wurde bereits verkündet, es gebe über den Nizza-Vertrag keine Volksabstimmung, obwohl hier auch wieder eindeutig eine weitere Souveränitätsaufgabe stattfindet." (Zeit-Fragen Nr. 67 vom 15.05.2000)
Die "Unionsbürgerschaft" - unklare Konstruktion im Niemandsland zwischen EU-Verträgen und nationalen Staatsverfassungen
Professor
Dr. Roberto de Mattei, Direktor des Centro Culturale Lepanto Via Tribuna Tor de’
Specchi 18a, Rom:
"Das Wesen des Maastrichter Vertrages ist nicht wirtschaftlich sondern
politisch. Seine Seele ist zweideutig und widersprüchlich, sein Ausgang
unvermeidlich Anarchie und Chaos. Das wird dann ganz klar, wenn man einen der
Hauptpunkte betrachtet, nämlich die Gewährung einer europäischen Bürgerschaft,
rechtlich und politisch absurd, mit verheerenden Folgen. Unter den Rechten der
sogenannten „Bürger der Union“, sind die wichtigsten jene, die im Artikel 8 B,
Paragraph 2 und 3 vorgesehen sind, wonach jeder Bürger der Union, der in einem
der Mitgliedstaaten ansässig ist, dessen Staatsbürger er nicht ist, das Recht
hat, bei den Gemeindewahlen oder auch bei den Wahlen zum europäischen Parlament
zu wählen oder selbst gewählt zu werden, genauso wie die Staatsbürger dieses
Staates. Der Begriff der Staatsbürgerschaft hat immer jenen der Souveränität
vorausgesetzt. Die erwähnten Artikel 8 und 8 B, die die europäische
Staatsbürgerschaft einrichten, sprechen zwar wiederholt von Mitgliedsstaaten der
Union, jedoch nehmen sie nie Bezug auf einen europäischen Staat. Übrigens wird
im Vertrag die Europäische Union nicht wie ein Staat vorgestellt, sondern als
eine einfache internationale Organisation.
Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem Staat und einer
internationalen Organisation besteht - wie der namhafte Rechtswissenschaftler
Riccardo Monaco feststellt - darin, dass „die juristische Verfassheit des
Staates gegenüber den anderen Staaten unmittelbar mit der Souveränität seiner
Befugnisse zusammenhängt, während eine internationale Organisation nicht durch
den Besitz von Hoheitsrechten ausgezeichnet ist“. Der Begriff der Bürgerschaft
ist untrennbar mit dem Begriff der Souveränität verbunden. Es gibt unendlich
viele Organisationen in der Welt, aber „Bürger“ kann man nur dort sein, wo
Souveränitätsrechte bestehen."
Ziel der EU: ein Nichtstaat
"Wenn es folglich Sinn macht, von „Bürgern eines Mitgliedstaates der Union“ zu
sprechen, so macht es keinen Sinn, von „Bürgern der Union“ zu sprechen, denn
Bürger kann man nur sein als Untertan eines mit Souveränität ausgestatteten
Gefüges, und die europäische Union ist weder ein Staat noch eine souveräne
Organisation. Der Maastrichter Vertrag hält auf der einen Seite die
Nationalstaaten mit den entsprechenden Staatsbürgerschaften aufrecht, auf der
anderen Seite führt er in geradem Widerspruch dazu, eine neue europäische
Staatsbürgerschaft ein. Mit dieser Einführung enteignet der Maastrichter Vertrag
die Nationalstaaten ihrer politischen Souveränität, ohne jedoch diese
Souveränität, einem neuen Staat oder einer höheren souveränen Einheit
einzuräumen. Die Europäische Union, wie sie in Maastricht vorgesehen ist, löst
die europäischen Staaten auf, ohne einen neuen Staat zu errichten. Das Ziel ist
ein Nichtstaat. Der europäische Kontinent läuft Gefahr, in eine Art verwirrte
Genossenschaft verwandelt zu werden, als Vorstufe für eine noch verwirrtere
universale Republik, nach den Bestrebungen der Utopisten aller Jahrhunderte.
Jeder Mitgliedstaat kann seine Staatsbürgerschaft jedem einzelnen verleihen, und
ab diesem Augenblick kann dieser bei den Gemeinde- und den europäischen Wahlen
jedes anderen Mitgliedstaates wählen und kandidieren."
Einzige Chance für EU-Skeptiker: Wählt EU-kritische Parlamentarier!
Ib Christensen, Dänemark, ehemaligem EU-Parlamentarier:
"Bei
sämtlichen Volksabstimmungen haben die Regierungen auch mit verheerenden
wirtschaftlichen Folgen - Arbeitslosigkeit, höheren Zinsen, niedrigerem
Wirtschaftswachstum und politischer Isolation - gedroht, falls die Wähler nein
sagen sollten. Dies trotz dem bestehenden Nachweis, dass die Efta-Länder
diesbezüglich einen ausgezeichneten Stand hatten. Trotzdem wagte eine Mehrheit
der Stimmbürger im Jahr 1992 ein Nein zum Maastricht-Vertrag in die Urne zu
werfen. Die politische Mehrheit im Parlament wollte dies ebensowenig wie die
Regierung nicht einfach hinnehmen. Das führte zur Konstruktion eines
«Kompromisses», der vier «Ausnahmeregelungen» für Dänemark beinhaltete: bei der
gemeinsamen Währung, der gemeinsamen Militärpolitik, der überstaatlichen
Rechtspolitik und dem Unionsbürgerrecht. In der Praxis wurden diese Ausnahmen
nie wirklich respektiert, auch wenn sie bei einer zweiten Volksabstimmung 1993
angenommen wurden. Am 28. September 2000 werden die Dänen nun über den Beitritt
zur gemeinsamen Währung (dem Euro) abstimmen."
"Man kann in diesem langjährigen Verlauf deutliche Parallelen zum Vorgehen in der Schweiz sehen, wo die Stimmbürger 1992 den Beitritt zum EWR ablehnten, dafür nun wieder unter Druck gesetzt werden, damit sie einen fast gleichbedeutenden Vertrag bei der Volksabstimmung am 21. Mai annehmen. Auch in Norwegen sieht man die gleichen Tendenzen: Hier besteht seit 1972 im Parlament eine grosse Mehrheit für den Beitritt zur EWG/EU. Die norwegischen Wähler lehnten aber die Mitgliedschaft bereits 1972 und 1994 ab. Dies hindert die neue norwegische Regierung nicht daran, eine weitere Abstimmung - vermutlich innerhalb der nächsten Jahre - durchziehen zu wollen."
"Diese Erfahrungen zeigen, wie gefährlich und wie unhaltbar es ist, wenn es bezüglich der Europapolitik keine Übereinstimmung zwischen den gewählten Politikern und ihren Wählern mehr gibt. Deshalb ist es absolut notwendig, den Wählern beizubringen, dass sie auch an den Parlamentswahlen die Politiker wählen sollten, die die EU ablehnen oder ihr zumindest skeptisch gegenüberstehen." (Zeit-Fragen Nr. 67 vom 15.05.2000)