Hoffnungszeichen
in Nahost?
Frieden für das Heilige Land
Seit dem 16.07.2003
sind Sie BesucherIn Nr.
22.07.2006
Erzbischof Elias Chacour: "Arabische Christen in Israel benachteiligt" -
Die arabischen Christen im von den Kämpfen betroffenen Norden Israels erhalten
vom israelischen Staat im Gegensatz zu den jüdischen Bürgern keine
Entschädigung. Das sagte der melkitisch-katholische Erzbischof von Galiläa,
Elias Chacour, bei einem Gespräch mit Kirche in Not. Anders als die jüdischen
Mitbürger hätten sie in ihren Dörfern keine Bunker, in denen sie Schutz suchen
könnten. Auch sei es ihnen nicht möglich nach Tel Aviv zu flüchten, bedauerte
der Erzbischof. Daher bräuchten gerade die arabischen Christen dringende
Unterstützung. Erzbischof Chacour bat Kirche in Not um Soforthilfe für dreißig
besonders stark betroffene Familien. Weiter berichtete er, es sei eine Reihe der
Dörfer, die von der christlichen Minderheit bewohnt werden, von Raketen
getroffen worden. Bei den Angriffen wurden bereits einige Menschen verletzt.
Erzbischof Chacour, das Oberhaupt von rund 70.000 griechisch-katholischen
Christen in Israel, gilt als Leitfigur des christlich-jüdisch-islamischen "Trialogs".
Wegen seines Einsatzes für die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern
wurde er mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert. Mehr unter
http://www.kirche-in-not.de/01_aktuelles/meldungen_2006_israel_arabische_christen.php
22.07.2006 Israelische Armee entführte vor Soldatenkidnapping durch Hisbollah zwei arabischen Zivilisten - „Die legitime Basis für die Operation der israelischen Armee in Gaza zerfiel in dem Augenblick, wo sie begann. Es ist kein Zufall, dass keiner den Überfall erwähnt, der nur einen Tag vor der Entführung des Soldaten Noam Shalit passierte, und bei dem die israelische Armee zwei Zivilisten – einen Arzt und seinen Bruder – aus ihrem Haus kidnappte. Wo liegt der Unterschied? Wir entführten zwei Zivilisten und sie einen Soldaten. Wir sind ein Staat und sie sind eine Terrororganisation. Wie lächerlich pathetisch klang Generalmajor Amos Gilad, als er sagte, daß die Gefangennahme von Shalit „illegitim und illegal“ ist – im Gegensatz zum Schnappen zweier Zivilisten aus ihrer Wohnung. Wie kann ein ranghoher Offizieller des Verteidigungsministeriums behaupten, daß sich „der Kopf der Schlange“ in Damaskus befinde, wenn die israelische Armee genau dieselben Methoden anwendet?“ (Quelle: Gideon Levy Ende Juni in der liberalen Tel Aviver Tageszeitung ‘Haaretz’)
21.07.2006
Die Stimme eines Rufers in der Wüste - „Die einzige weise und
zurückhaltende Stimme ist die des Vaters des in Gaza entführten Soldaten,
Noam Shalit. Dieser feine Mann rief nicht zu Härte auf und bat darum,
weiteres Leben von Soldaten und Palästinensern zu schonen. Sicher war es seine
schwierigste Stunde. Auf dem Hintergrund der rücksichtslosen Aktionen der
israelischen Armee und des arroganten Geredes des letzten Macho-Sprechers, des
Generalmajors Yoav Gallant vom südlichen Kommando und des Generalmajors Amos
Gilad, hört sich die Stimme von Shalits Vater wie die Stimme eines Rufers in der
Wüste an. Zehntausende armseliger Menschen aus ihren Häusern auf die Flucht zu
jagen – nur einige Dutzend Kilometer von dort entfernt, wo sein Sohn vermutlich
versteckt ist – und den Strom für Hunderttausende Menschen zu kappen, ist sicher
nicht das, was er in seiner zurückhaltenden, aber dringenden Bitte gemeint hat.
Es ist eine Schande, dass jetzt niemand von all diesen Leuten auf ihn hört.“
Quelle: Gideon Levy Ende Juni in der liberalen Tel Aviver Tageszeitung ‘Haaretz’
20.07.2006
Es ist unmöglich, sich auf eine Seite zu stellen - Der Krieg im Libanon:
Christen sollten sich mit vorschnellen Urteilen zurückhalten - Ein Kommentar von
Guido Baltes, Leiter des Gästehauses "Johanniterhospiz" in Jerusalem unter
http://www.kath.net/detail.php?id=14256
20.07.2006
Deutsche Sektion von "Jüdische Stimme" mahnt zu Friedensverhandlungen statt
Fliegerangriffen - Die jüdische Liebe zu Israel muss weder blind sein noch
das begangene Unrecht hinter einer Schweigemauer verstecken oder leugnen.
‘Jüdische Stimme’ nennt sich die deutsche Sektion der ‘Europäischen Juden für
einen gerechten Frieden’, die in zehn westeuropäischen Ländern tätig sind. Sie
unterstützt die Widerstands- und Friedensbewegung in Israel sowie den Kampf
Palästinas um Selbstbestimmung. Am 17. Juli veröffentlichte die ‘Jüdische
Stimme’ in Berlin eine Stellungnahme zu den schweren Angriffen der israelischen
Armee auf den Libanon. Die Erklärung stellt fest, dass die Angriffe der
israelischen Armee gegen die Zivilbevölkerung, die Zerstörung von
Elektrizitätswerken, Flughäfen, Brücken, Strassen und anderen Einrichtungen der
lebensnotwendigen Infrastruktur „unverhältnismässig und inakzeptabel“ sind. Ohne
die Intervention der Regierungen der internationalen Völkergemeinschaft drohten
die Kriegshandlungen Israels zu einem Flächenbrand zu eskalieren, der die
gesamte Region erfassen könnte. Die Geschichte Israels und Palästinas belege
seit 1948 unmissverständlich, dass ein dauerhafter Frieden nicht durch Krieg und
Zerstörung erreicht werden könne. Jüdische Stimme:„Jeder Waffengang brachte
bisher nur Blutvergiessen sowie den Verlust bitter benötigter Ressourcen. Das
Ergebnis: Leid und Hass auf beiden Seiten.“ Die internationale Gemeinschaft –
besonders die EU-Regierungen und die USA – müssten sich besinnen und „die
israelische Regierung zwingen, von einem Kriegspfad abzukehren, der schon jetzt
ausser Kontrolle geraten ist.“ Gleichzeitig werden die Vereinten Nationen
aufgefordert, endlich geeignete Schritte einleiten, um das Leben und Überleben
von Millionen Menschen in der Region wirksam zu schützen. Die europäischen
Regierungen müsste alle Mittel – auch Sanktionen – einsetzen, um die israelische
Regierung zu Verhandlungen mit der gewählten palästinensischen Regierung zu
bewegen. Die ‘Jüdische Stimme’ richtet sich auch an die Regierung der
Bundesrepublik Deutschland. Diese gebe vor, eine „besondere Verantwortung“ für
die sechs Millionen in Israel lebenden Juden wahrzunehmen. Darum sei es ihre
Pflicht, konstruktive Beiträge zum Schutz der israelischen und der
palästinensischen Bevölkerung einzuleiten. Doch die deutsche „Waffenbruderschaft
mit der israelischen Armee“ sowie die Lieferung von Waffen zu Test- und
Einsatzzwecken schüre das Feuer und verstosse gegen die Gesetzgebung der
Bundesrepublik. Die ‘Jüdische Stimme’ verurteilt auch die Erklärung des
‘Zentralrates der Juden in Deutschland’ vom 14. Juli, worin eine „einseitige
Kritik an Israel“ zurückgewiesen wird. In dieser Erklärung werde die Politik der
israelischen Regierung blind unterstützt: „Das halten wir für verantwortungslos.
Der Zentralrat kann in dieser Frage nicht im Namen aller in Deutschland lebenden
Juden sprechen.“ . - „Eine Beilegung der Feindseligkeiten hängt massgeblich
davon ab, dass die Regierung Israels ihre Weigerung aufgibt, mit der gewählten
Regierung Palästinas zu verhandeln.“ Der „Hauptdruck der internationalen
Gemeinschaft“ müsse daher gegen Israels Politik gerichtet sein, die unter
Missachtung einschlägiger Bestimmungen des internationalen Rechts allein auf
militärische Gewalt setze. Der Aufbau der UNO und der internationalen Regelwerke
nach 1945 habe das Ziel verfolgt zu verhindern, daß sich ein Volk über ein
anderes erhebt, es geringschätzig behandelt, unterdrückt oder terrorisiert und
sicher zu stellen, dass ein Staat seine Grenzen nicht eigenmächtig überschreiten
oder gar Krieg gegen einen anderen Staat entfachen darf. Diese Errungenschaften
würden preisgegeben, wenn die Welt keinen Weg finde, Israel dazu zu bringen,
alle UN-Resolutionen anzuerkennen, mit der gewählten Regierung Palästinas zu
verhandeln und einen Vertrag anzustreben, der die friedliche Koexistenz mit
einem künftig an der Grenze Israels von 1967 zu errichtenden Staat Palästina
sowie mit allen anderen Anrainerstaaten garantiere. Quelle:
http://www.kreuz.net/article.3566.html
19.07.2006
Maronitischer Bischof Rai zur Nahost-Krise: 'Apokalyptischer Krieg' -
Messianische Juden rechtfertigen Krieg Israels - Caritas Internationalis
veröffentlicht Appell. Mehr unter
http://www.kath.net/detail.php?id=14238
14.06.2006
Tochter des israelischen Regierungspräsidenten demonstriert gegen Grenzwall:
Festnahme! - Vor wenigen Tagen wurde die eigene Tochter des amtierenden
israelischen Regierungspräsidenten festgenommen, als sie bei einer Demonstration
an der Apartheidsmauer gegen die israelische Ausgrenzungspolitik demonstriert
hatte. Dieses symbolträchtige Ereignis, von dem verschiedene Internet-Foren und
Weblogs berichten, wurde in der Weltpresse weitgehend totgeschwiegen.
14.05.2006
Umstrittenes Gesetz gebilligt - Das höchste Gericht Israels hat heute mit
knapper Mehrheit ein Gesetz gegen eine Familienzusammenführung in Ehen mit
Palästinensern gebilligt. Das bedeutet, dass Araber/innen mit israelischer
Staatsbürgerschaft, welche einen palästinensische/n Partner/in ehelichen, keine
Aufenthaltsbewilligung in Israel erhalten. Menschenrechtsorganisationen hatten
das Gesetz als rassistisch gebrandmarkt. Mehr unter
http://tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/624428.html
24.04.2006 Die Israelis, die dem Iran beim Wiederaufbau des Erdbebengebiets helfen - Drei israelische Berater haben vor kurzem auf Einladung einer offiziellen Stelle insgeheim den Iran besucht, um beim Wiederaufbau der durch das Erdbeben (Februar 2005) beschädigten Infrastruktur zu helfen. Und so läuft diese unglaubliche Zusammenarbeit ab, und das nicht zum ersten Mal: Die Iraner bestellen die Durchführung der Arbeiten bei einer niederländischen Firma. Einer der Inhaber der Firma ist Israeli. Die niederländische Firma rekrutiert dann die israelischen Ingenieure und Berater, die auf den Wiederaufbau von Infrastruktur-Arbeiten spezialisiert sind, so wie es Firmen wie beispielsweise das Bauunternehmen „Solel Bone“ in den 70er Jahren getan hatten, vor der islamischen Revolution. Die israelischen Experten haben ihre israelischen Pässe in den Niederlanden hinterlegt und sind mit besonderen Reisepapieren in den Iran eingereist, in denen ihre israelische Staatsangehörigkeit nicht verzeichnet ist. (Quelle: Yediot Ahronot, 23.4.)
07.03.2006
Berliner Verein „Breaking the Ice“ bringt Juden und Muslime auf Sahara-Trip
- In dieser Woche beginnen zehn Männer und Frauen aus Israel, den
Palästinensischen Autonomiegebieten, Irak, Iran, Afghanistan, Ukraine und den
Vereinigten Staaten den Sahara-Trip „Into the eye of the storm“. In 30 Tagen
sollen 5.000 km Weg zurückgelegt und fünf Länder durchquert werden: Die Route
beginnt in Jerusalem, von dort geht es nach Ramallah, Jericho, Beit Shean,
Amman, über den Suez-Kanal und schliesslich Tripolis. Hinter dem Abenteuer steht
der Berliner Konfliktbewältigungs-Verein „Breaking the Ice“. Bereits vor zwei
Jahren erregte die Organisation weltweites Interesse mit einer Bergbesteigung in
der Antarktis mit vier Israelis und vier Palästinensern. Einige von ihnen sind
heute Freunde. Organisatoren und Teilnehmer hoffen, dass die gemeinsame
Herausforderung Vertrauen schafft und vielleicht zum Dialog zwischen westlichen
und muslimischen Ländern anregt. Die zwei israelischen Teilnehmer sind Gil Fogel,
59, aus Re’ut, und Galit Oren, 40, aus Tel Aviv. Gil ist israelischer Kampfpilot
(Res.), der bei einem Aufklärungsflug im Libanonkrieg abgeschossen und zwei
Jahre in syrischen Gefängnissen gefoltert wurde. Galit verlor ihre Mutter bei
einem palästinensischen Selbstmordattentat auf einen Bus in Ramat-Gan bei Tel
Aviv. Das Unternehmen ist eine Reise zu den Wunden der Vergangenheit, erklärte
Galit. „Breaking the Ice“ wurde vor drei Jahren von dem in Berlin lebenden
israelischen Unternehmer Heskel Nathaniel gegründet. Weitere Informationen
finden Sie auf dieser Internet-Seite:
http://www.breakingtheice.org/
. Ynet wird die Gruppe auf ihrer Reise begleiten und über die Erfahrungen der
israelischen Teilnehmer berichten. (Ynet, 22.2.)
07.03.2006 Überfall in Nazareth: Olmert und Livni telefonieren mit Kirchenvertretern - Der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert telefonierte am Freitag mit dem höchsten Vertretern der katholischen Kirche in Israel, Patriarch Michel Sabah, um sein Bedauern über den Zwischenfall in der Verkündungskirche von Nazareth am Freitag auszudrücken. Aussenministerin Tzipi Livni telefonierte mit dem Aussenminister des Vatikans, Francesco Lajolo und versicherte, dass Israel die Verantwortlichen vor Gericht stellen wird. „Die Regierung wird religiöse Zusammenkünfte weiterhin mit grösster Sensibilität behandeln und Vertreter aller Bevölkerungsgruppen und Religionen schützen“, sagte Livni in dem Gespräch. Olmert telefonierte mit Pater Pierbattista Pizzaballa, dem Franziskaner-Kustos des Vatikan für die Heiligen Stätten im Lande Israel. Der Staat Israel sei seit seiner Gründung peinlich darauf bedacht, die Religionsfreiheit aller religiösen Gruppen im Lande zu tolerieren. In Zeiten des Wahlkampfes dürfe niemand der Versuchung erliegen und Ereignisse dieser Art auszunutzen, sagte Olmert am Sonntag in der Kabinettssitzung. Der Leiter der griechisch-katholischen Kirche, Bischof Elias Shakur, rief am Samstag die Regierung auf, für die Sicherheit der Heiligen Stätten aller Bevölkerungsgruppen in Israel zu sorgen. Staatspräsident Moshe Katsav verurteilte den Überfall. Der Vorfall dürfe die guten Beziehungen zwischen Juden und Christen in Israel nicht schädigen. Israel werde alles daran setzen, damit ein aussergewöhnlicher Zwischenfall wie dieser nicht mehr vorkomme, sagte Katsav in einem Gespräch mit dem Franziskaner-Kustos. Am Freitag hatten zwei israelische Staatsbürger, ein Jude und seine christliche Ehefrau, Sprengsätze auf die Verkündigungskirche in Nazareth geworfen. Die Täter, Haim Eliyahu Habibi und Violet Habibi, sind den Behörden in Israel seit langem bekannt und gelten als geistig gestört. Die gemeinsamen Kinder kamen in die Obhut von Sozialarbeitern. Der Überfall auf die Kirche sei nicht politisch motiviert gewesen, erklärte das Ehepaar vor einem Gericht. Habibi steht seit längerem im Konflikt mit den Behörden in Israel. Vor mehreren Jahren hielt sich das Ehepaar sogar in der Muqata auf, dem Hauptbüro Yasser Arafats in Ramallah. Arafat selbst soll dafür gesorgt haben, dass das Ehepaar aus dem palästinensischen Autonomiegebiet nach Israel zurückgebracht wird. (Quelle: Haaretz, 05.03.2006)
23.02.2006 Israelische Regierung plant Zaunverlauf nach Siedlungsplänen - Ein neuer Bericht, den am Dienstag die israelischen Organisationen „Bezelem“ und „Bamakom“ veröffentlicht haben, prüft die Überlegungen bei der Festlegung des Zaunverlaufs durch die Sicherheitsbehörden an vier zentralen Stellen. In dem Bericht heisst es, dass hinter der Diskussion über den Zaunverlauf die Absicht stehe, bestehende Siedlungen auszubauen. Der Bericht prüft vier Gebiete: die Siedlungen Tzofin und Alfei Menashe bei Qalqilya, Modiin Elit und auch den Zaun, der den Bezirk Newe Yaakov im Norden Jerusalems schützt. Der Bericht zeigt einen direkten Bezug zwischen dem Zaun, der bereits vom Verteidigungsministerium gebaut wurde, und den zukünftigen Plänen dieser Siedlungen auf. Der Bericht behauptet, dass der Zaun in den meisten Fällen östlich der green line errichtet wurde, um die nahe liegenden Siedlungen in das Zaungebiet einzubinden und nicht aus Sicherheitsgründen. (Quelle: Israelische Zeitung Haaretz, 22.2.2006)
10.02.2006 Elias Chacour: Erster israelischer Staatsbürger und
Palästinenser zum Bischof ernannt - Am Mittwoch bestätigte Benedikt XVI. die
durch die Synode des griechisch-katholischen Patriarchates in Damaskus erfolgte
Wahl des Priester Elias Chacour (66) zum griechisch-katholischen Bischof im
Heiligen Land. Der neue Bischof stammt aus einem ausgelöschten Dorf und war
dreimal für den Friedensnobelpreis nominiert. Bischof Chacour ist der erste
israelische Staatsbürger und erste Einheimische, der in der
griechisch-katholischen Kirche des Heiligen Lands die Bischofswürde erreicht.
Seine Amtsvorgänger stammten meistens aus dem Libanon. Mons. Chacour wird für
die
griechisch-katholischen
Pfarreien auf dem Boden des Staates Israel zuständig sein und in Galiläa – im
Norden des Landes – residieren. Die griechisch-katholischen Gläubigen
zelebrieren die Liturgie im byzantinischen Ritus und benützen in der Liturgie
die arabische Sprache. Im Heiligen Land werden sie auch Melchiten genannt. Die
griechisch-katholische Kirche stellt in Israel mit ungefähr 70.000 Gläubigen die
grösste christliche Glaubensgemeinschaft dar. Offenbar soll für die zweite
griechisch-katholische Diözese, die den Gazastreifen, das Westjordanland und
Ostjerusalem umfasst, ebenfalls einen Bischof gewählt werden. Beide Diözesen
hängen vom griechisch-katholischen Patriarchat mit Sitz in Damaskus ab. Chacour
sagte gegenüber der Tel Aviver Tageszeitung ‘Ha’aretz’, dass er in einer Zeit
der besonders schwierigen Beziehungen zwischen Juden, Arabern und Moslems
berufen worden sei. Ein Teil seiner Aufgabe werde sein, die Toleranz, das
Zusammenleben und die Kooperation zwischen allen Bürgern Israels zu stärken. Er
wolle mithelfen, die griechisch-katholische Kirche neu zu organisieren, die in
den vergangen Jahren viel gelitten habe. Chacour stammt aus der
arabischsprechenden christlichen Ortschaft Biram nahe der Grenze zum Libanon.
Deren Bewohner wurden im Krieg von 1948 von israelischen Truppen vertrieben und
ihr Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Mons. Chacour studierte an der Sorbonne in
Paris Philosophie und Religion. Er besitzt auch einen Master in
Bibelwissenschaften der Hebräischen Universität Jerusalem. Seit den 70er Jahren
engagiert sich der designierte Bischof in zahlreichen Projekten, die zur
Gründung von Kindergärten, Jugendzentren und Schulen führten. Besonders stolz
ist er auf die
Mar-Elias-Universität
in Galiläa. Sie ist die erste arabische Einrichtung in Israel, an der man einen
akademischen Abschluss erwerben kann. Mons. Chacour war dreimal – in den Jahren
1986, 1989 und 1994 – Kandidat für den Friedensnobelpreis. Quelle:
http://www.kreuz.net/article.2685.html
Lesetipp: Elias Chacours bekannte Selbstbiographie unter dem Titel "Und
dennoch sind wir Brüder! - Frieden für Palästina" (Knecht Verlag).
Auch ein Film wurde über Elias Chacour gedreht:
"Elias
Chacour - Prophet im eigenen Land". In diesem Zusammenhang sei auch auf die
Initiative
"Olivenöl aus Palästina"
hingewiesen. Hier einige persönliche
Erfahrungsberichte
verschiedener Autoren dazu.
18.12.2005 Christenverfolgung im Judenstaat - Ein aus Russland eingewanderter israelischer Staatsbürger wurde von der französischen Justiz als Flüchtling anerkannt, weil seine Familie in Israel religiösen Schikanen ausgesetzt war. Zum ersten Mal ist ein israelischer Staatsbürger in Frankreich als Flüchtling anerkannt worden. Diese Entscheidung ist ein schwerer Rückschlag für ein Land, das sich gerne als „einzige Demokratie des Nahen Ostens“ bezeichnet. Das Schicksal eines im Jahre 1999 nach Israel eingewanderten Russen jüdischen Glaubens offenbart rassistische und fremdenfeindliche Praktiken auf allen Ebenen der israelischen Gesellschaft und Verwaltung. Der Bericht der französischen Kommission zu Anerkennung von Flüchtlingen liest sich wie ein Kriminalroman. Weil sie ein Kreuz trug, wurde die Tochter des Antragstellers im Oktober 1999 zur Zielscheibe von Demütigungen durch ihre Klassenkameraden. Ihr Vater weigerte sich, seine Tochter zum Judentum zu konvertieren. Deshalb habe die ganze Familie im Januar 2000 in die Stadt Hadera umziehen müssen. Hadera befindet sich am Mittelmeer 45 km nördlich von Tel-Aviv Jaffa. Am 23. Oktober 2001 wurde die Tochter Opfer eines Terrorattentats mit schweren Nachwirkungen. Wegen ihrer Behinderung wurde sie von den Klassenkameraden noch zusätzlich diskriminiert. Deshalb weigerte sich das Mädchen im September 2002 in ihre Schule zurückzukehren. Vergeblich bat ihr Vater die Schulbehörde um Hilfe. Während er und seine Frau im Juli 2002 einen israelischen Pass erhielten, wurde die Staatsbürgerschaft der Tochter verweigert, weil diese christlichen Glaubens sei. Dagegen reichte der Vater im August 2002 in Jerusalem Klage ein. Seine Bemühungen blieben ohne Erfolg. Im September 2002 teilten die Behörden der Familie mit, dass die Tochter keine feste, sondern nur eine vorläufige Aufenthaltsberechtigung besitze. Die Lage der Tochter verbesserte sich ein bisschen, nachdem über sie mehrere Zeitungsartikel veröffentlicht wurden. Im November 2002 erhielt sie einen Behindertenausweis, der ihre Behinderung jedoch nur teilweise abdeckte. Danach bestätigte der Schulrat dem Vater, daß die Tochter keine israelische Staatsbürgerin sei und dass ihm und seiner Frau das Sorgerecht entzogen werden könne, wenn die Tochter nicht in die Schule zurückkehre. Dem Vater wurde auch mitgeteilt, daß sich die Probleme lösen liessen, wenn seine Tochter zum Judentum konvertieren würde. Dank der Hilfe eines Abgeordneten und einer Hilfsorganisation konnte die Tochter im Dezember 2002 in die Schule zurückkehren. Gleichzeitig bemühte sich der Schulrat, der Familie das Sorgerecht über die Tochter zu entziehen. Am 23. Februar 2003 wurden der Familienvater und seine Frau von der Polizei vorgeladen und über die Familiensituation befragt. Am 15. März 2003 protestierte die Familie dagegen beim Innenministerium. Im April 2003 klagte sie gegen den Schulrat, weil sich die Situation der Tochter verschlimmert habe. Es folgten Drohanrufe und antichristliche Stellungnahmen mit der Aufforderung, die Klage zurückzuziehen. Vergeblich erstattete die Familie dagegen bei der Polizei Anzeige. Angesichts der Belästigungen der Tochter schlug auch der Revierchef den Eltern vor, ihre Tochter zu konvertieren. Die Eltern lehnten ab. Im Juni 2003 wurde der Behindertenausweis der Tochter eingezogen, obwohl sich ihr Gesundheitszustand verschlimmert hatte. Am 29. Juni 2003 wurde die Mutter vom Schulrat bedroht, falls sie ihre Klage nicht zurückziehen würde. Am 23. Juli 2003 wurden ihre Pässe von der Polizei eingezogen. Zwei Tage später erfuhr die Mutter, dass ein Gericht ihnen das Sorgerecht entziehen und die Tochter in ein Internat schicken wolle. Daraufhin floh die Familie, weil sie um ihre Sicherheit fürchte, aus dem Land. Der Familienvater befürchtet, im Falle einer Rückkehr Verfolgung zu erleiden. In Frankreich stellte die Kommission zur Anerkennung von Flüchtlingen fest, dass der Tatbestand des religiösen Drucks durch die Behörden einen schwerwiegenden Eingriff in die bürgerlichen Grundrechte darstellen und die Familie in einen Zustand der dauerhaften Unsicherheit versetzt habe. Das habe den Familienvater daran gehindert, im Land seiner Staatsbürgerschaft ein normales Leben zu führen. „Im Namen des französischen Volkes“ entschied die Kommission, dass der Vater berechtigt sei, sich als Flüchtling im Sinne der Genfer Konvention zu betrachten, und anerkennt ausdrücklich seinen Status als Flüchtling. (Die Information wurde von Danièle Abramovici von der politisch linken ‘Französischen jüdischen Union für den Frieden’ als Rundbrief versandt.)
18.12.2005 Jean Claude Meyer (EJJP): „Ich werde nicht nach Israel emigrieren !“ - Brief eines französischen Juden, der das geheime Einverständnis von Zionismus und Antisemitismus anklagt. Nein Mr. Sharon. Ich werde nicht nach Israel emigrieren. Um diejenigen, die sie die „Juden Frankreichs“ nennen, zur Emigration nach Israel zu drängen, haben Sie den Tag gewählt, an dem Frankreich der Winter-Velodrom-Razzia gedenkt. (siehe Fussnote) Ich werde niemals emigrieren. Frankreich ist das Land, in dem ich geboren wurde und seit vielen Generationen dasjenige meiner Familien väterlicher- und mütterlicherseits, die aus dem Elsass stammen. Ich bin ein Mündel der Nation, da mein Vater von den Nazis und ihren französischen Kollaborateuren erschossen wurde. Aber das war 1944. Heute befinden wir uns im Jahr 2004. „Glücklich wie Gott in Frankreich“, sagten die Juden aus Mitteleuropa und aus Russland als sie hier ankamen. Ich bin französischer Staatsbürger. Nein, ich werde nicht emigrieren. Frankreich ist nicht antisemitisch, auch wenn in letzter Zeit Akte gegen Juden, aber auch gegen die Araber und Islamophoben verübt wurden. Die Urheber solcher Taten sind unterschiedlich: Geistesschwache, Neonazis, die meinen, dass ihr Augenblick gekommen sei, weil sich viele Wähler im Votum für die extreme Rechte wieder erkennen, sowie verirrte Jugendliche. und Franzosen arabischer Abstammung, die sich im Feind irren und glauben, dass sie das palästinensische Volk dort unterstützen, wenn sie sich hier mit den Juden anlegen. Sie hören nicht Leila Shahids Stimme, die ihnen immer wieder erklärt, das sie das Ziel verwechseln.
Nein, ich werde nicht emigrieren. Der zionistische Ansatz war und bleibt derjenige, die Juden der Welt in Israel zu vereinen – einem Staat, den man als jüdisch bezeichnet. Während der politischen und Wirtschaftskrise in Argentinien haben Sie sich an die argentinischen Juden gewandt und sie aufgefordert, ihre „alyah“ zu vollziehen. Heute sind die Franzosen an der Reihe. Von neuem manifestiert sich die objektive Kollusion (heimliches Einverständnis) zwischen Zionismus und Antisemitismus. Jeder kann aber sehen, dass Israel eines der Länder auf der Welt ist, in dem die Juden weniger sicher sind – wegen der praktizierten Unterdrückung des palästinensischen Volkes. Nein, ich werde nicht emigrieren. Ihre unverantwortlichen Äusserungen möchten die jüdischen Franzosen in einen Gegensatz zu den arabisch-moslemischen Franzosen bringen. Das wird Ihnen nicht gelingen. Im Gegenteil, wir werden dem Beispiel der Juden der Französischen Jüdischen Union für den Frieden (UJFP) und der Maghrebiner der Vereinigung maghrebinischer Arbeiter in Frankreich folgen, die gemeinsam daran gegangen sind das palästinensische Volk und Israelis zu unterstützen, die gegen die verbrecherische Politik Ihrer Regierung sind. Das was in Frankreich wie im Mittleren Osten nötig ist, ist die Mauern einzureissen und Brücken zu bauen.
Ich werde niemals
emigrieren. Ich weigere mich von dem sogenannten „Gesetz über die Rückkehr“ in
ein Land zu profitieren, das niemals meines gewesen ist. Ein Land, in dem
Regierungen internationales Recht verletzen, eine illegale Mauer errichten,
illegalerweise die besetzten Gebiete in Cisjordanien und Gaza kolonisieren,
Häuser, Oliven- und Orangenhaine zerstören und dabei Männer, Frauen und Kinder
töten. Es sind die 1948, 1967 und heute verjagten Palästinenser, die das Recht
auf Rückkehr in ihre Heimat haben.
Ich werde niemals emigrieren. Mr. Sharon, es ist Ihnen bei Ihrem Unternehmen
gelungen, auch den CRIF (Repräsentativrat der jüdischen Institutionen in
Frankreich; Anm. des Übersetzers) dazu zu zwingen, sich von Ihrem Vorhaben zu
distanzieren. Jener CRIF, der den Anspruch erhebt, alle französischen Juden zu
vertreten und der mit seiner Untertänigkeit <gegenüber der israelischen
Regierung normalerweise> zur Vermengung von Israelis, Zionisten und Juden und
zur Verschärfung der Spannungen beiträgt. Zumindest dafür: Danke! Ich werde
nicht emigrieren. Ich werde hier in meinem Land, in Europa, alle Rassismen und
auch Ihre Politik solange bekämpfen bis das palästinensische Volk endlich in
seinem eigenen Staat (in Palästina) an der Seite des israelischen Volkes mit
allen seinen Bestandteilen (in Israel) in Frieden leben kann.
(Fussnote: Im
Juli 1942 wurde eine Mega-Razzia gegen die Juden in vielen europäischen Ländern
organisiert, die „Frühlingswind“ genannt wurde. Am 16.Juli um 4 Uhr morgens
wurden 12.884 Juden verhaftet. Ungefähr 7.000 von ihnen wurden jedoch ins
Winter-Velodrom deportiert. Fünf Tage lang überlebten sie ohne Nahrung und mit
nur einer Stelle, an der es Wasser gab. Wer zu fliehen versuchte, wurde
standrechtlich erschossen. Circa 100 (einhundert) Gefangene begingen
Selbstmord.)
28.07.2005
Israelischer Protest gegen Terror-Verlautbarung von Benedikt XVI. war
billiger Trick - Am Montag produzierte das israelische Aussenministerium
einen diplomatischen Eklat, indem es behauptete, der Papst habe israelische
Terroropfer ignoriert. Jetzt stellte sich heraus, dass die Toten nur als Vorwand
missbraucht wurden. Der jüngste israelische Angriff gegen den Papst diente nur
als Nebelgranate, um die Gespräche zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl zu
torpedieren. Die katholische Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’ hat in Erfahrung
gebracht, dass der direkte Angriff gegen die Person von Papst Benedikt XVI. vom
israelischen Aussenministerium als Nebelschild gedacht war. Das Ministerium
versuchte damit seine Absicht zu kaschieren, die seit Jahren behinderten
Verhandlungen mit dem Heiligen Stuhl noch einmal platzen zu lassen. Eine
Zusammenkunft war für den gleichen Tag vorgesehen. Die Verhandlungen zwischen
dem Heiligen Stuhl und dem Staat Israel werden von der ‘Grundlegenden
Übereinkunft’ ausdrücklich gefordert. Diese wurde im Jahre 1993 zwischen den
beiden Staaten unterzeichnet. Es handelt sich dabei um eine internationale
Vereinbarung. Sie regelt alle Beziehungen zwischen der Katholischen Kirche und
dem jüdischen Staat. Die gegenwärtig laufenden Verhandlungen haben zum Ziel,
eine Übereinkunft zwischen Israel und der Kirche zu erzielen. Dadurch sollen die
jahrhundertealte Steuerbefreiung und die Besitzrechte der Kirche im Heiligen
Land garantiert werden. Quelle:
http://www.kreuz.net/print.1596.html
28.07.2005
Rechte der katholischen Kirche in Israel werden seit 1948 ausgehöhlt -
Die Verhandlungen begannen offiziell schon am 11. März 1999. Doch in den letzten
Jahren hat Israel eine geringe Bereitschaft gezeigt, sich mit dem Heiligen Stuhl
überhaupt zu Verhandlungen zu treffen, geschweige denn, Resultate zu erzielen.
Am 28. August 2003 liess die israelische Delegation die vatikanischen
Unterhändler ganz sitzen. Erst ein Jahr später kehrte sie an den
Verhandlungstisch zurück. Um das zu erreichen, mußte die Kirche in den USA über
Präsident George Bush Druck auf Ministerpräsident Ariel Scharon ausüben. Danach
erklärte sich die israelische Regierung mit einigen wenigen Treffen im Jahre
2005 einverstanden. Eine Zusammenkunft wurde für den 19. Juli vereinbart. Doch
das Treffen wurde im letzten Augenblick abgesagt und auf den 25. Juli
festgelegt. Offensichtlich fürchtete sich die israelische Regierung davor,
diesen Termin ohne Vorwand zu streichen. Darum interpretierte sie einen
angeblichen Fehler in die päpstliche Angelus-Ansprache vom letzten Sonntag. Mit
diesem Trick sollte der mangelnde Respekt der Regierung vor der vertraglichen
Verpflichtung, mit dem Heiligen Stuhl zu verhandeln, kaschiert werden. In
jüngster Zeit haben Mitarbeiter der römischen Kurie offen von einer andauernden
Weigerung Israels gesprochen, den Verpflichtungen der Vereinbarung mit dem
Heiligen Stuhl zu entsprechen. Weder die ‘Grundlegende Vereinbarung’ von 1993
noch die ‘Rechtliche Persönlichkeitsübereinkunft’ aus dem Jahre 1997 wurde im
israelischen Gesetz umgesetzt. Letztes Jahr informierte die israelische
Regierung das Oberste Gericht des Landes hochoffiziell, dass sie sich in keiner
Weise von der ‘Grundlegenden Vereinbarung’ gebunden sehe. Trotz der Proteste des
Heiligen Stuhles hat sich an dieser Haltung bisher nichts geändert. Spezialisten
in der Frage des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat erklären, dass es sich
um die tiefste Krise zwischen dem Staat Israel und dem Heiligen Stuhl handelt.
Diese Probleme werfen auch einen dunklen Schatten über die geplanten
Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Konzilsdokumentes ‘Nostra Aetate’ über das
Verhältnis der Kirche zum Judentum. Quelle:
http://www.kreuz.net/print.1596.html
25.07.2005
Neues vom Mauer-Fall: Der Verlauf der Sperrmauer im Westjordanland ist nun
doch politisch – zumindest teilweise - Wenn es darum geht, den Bau der
Sperrmauer in den palästinensischen Gebieten zu rechtfertigen, ist Israels
Regierung selten um ein Argument verlegen: Öffentlichkeit und Gerichtsbarkeit
glauben gerne die Geschichte vom Sicherheitszaun, der nur vorübergehend ist und
ausserdem nur gebaut wird, um Israel vor schweren Attentaten zu schützen. Doch
jetzt wurden die Rechtsberater der Regierung vom Obersten Gerichtshof gefragt,
warum die Mauer einen Jerusalemer Stadtteil vom Rest der Stadt abtrennt und
gaben eine erstaunliche Antwort – aus politischen Gründen. Ein Bericht von
Oliver Eberhardt unter
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20528/1.html
13.06.2005
Die israelische Polizei im Patriarchat Jerusalem - Pater David-Maria A.
Jaeger OFM äusserte sich vor kurzem über die zwielichtige Rolle der israelischen
Regierung bei der Absetzung des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem.
„Die israelische Regierung hat in einem unerhörten Schritt bewaffnete Polizisten
in das griechisch-orthodoxe Kloster der Altstadt von Jerusalem geschickt, um dem
abgesetzten Patriarchen Irenaios I. zu helfen, in seinen patriarchalen
Wohngemächern bleiben zu können“, erklärt der Franziskaner. Damit stelle sich
die israelische Regierung gegen den Heiligen Synod von Jerusalem, gegen
praktisch alle Priester und Gläubigen des Patriarchates sowie gegen die
orthodoxen Patriarchen der ganzen Welt. „Es scheint unmöglich, dass ein Staat –
jeder demokratische Staat – im 21. Jahrhundert immer noch ernsthaft den Anspruch
stellt, zu entscheiden, wer Bischof einer christlichen Gemeinschaft ist oder
nicht ist“, erklärt Pater Jaeger: „Das steht im völligen Widerspruch zum
israelischen Grundgesetz und zur Unabhängigkeitserklärung, die allen die völlige
Religionsfreiheit verspricht.“ Der Jerusalemer Franziskaner wirft auch einen
interessanten Blick in die Geschichte der Beziehungen zwischen Staat und Kirche
im Heiligen Land. Mehr unter
http://www.kreuz.net/print.1344.html
12.06.2005
Israelischer Star-Moderator Haim Yavin berichtet aus den
Palästinensergebieten - Er war das ruhige, objektive Gesicht der
israelischen Nachrichten, DER Moderator der Kanal-1-Sendungen seit Gründung des
israelischen Fernsehens im Jahre 1968 gewesen. Bekannt als „Mr. TV“ liefert
Yavin nun eine Dokumentation über jüdische Siedlungen in der Westbank ab, in
welcher er seinem Pessimismus und Ärger Ausdruck verleiht. „Seit 1967 sind wir
brutale Eroberer und Besatzer gewesen, die ein anderes Volk unterdrücken“, sagt
der sich als "Zionist" bezeichnende Yavin in „Yoman Masa“ bzw. im „Tagebuch
einer Reise“, die er während der letzten zweieinhalb Jahre mit einer tragbaren
Videokamera in der Westbank und im Gazastreifen verfilmte. In der Dokumentation
spricht er Siedler, Palästinenser und Soldaten an. Israels Gründerväter würden
sich schämen, wenn sie die heutige Situation sehen würden, sinniert Yavin. Mehr
unter
http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/texte/yavin_haim_mr_tv.htm


29.12.2004
Journalisten zwischen den Fronten - Der Krieg zwischen Israelis und
Palästinensern steckt "in den Köpfen der Völker." Die Journalisten Daoud
Kuttab und Gideon Levy schreiben dagegen an und riskieren dabei
alles. Sonntags geht der Israeli Gideon Levy (49) fast immer auf Recherchetour.
Der Journalist der Tageszeitung Ha´aretz (hebräisch: Land) ist seit 15 Jahren
quasi mit entsichertem Kugelschreiber unterwegs im Westjordanland und im
Gaza-Streifen. "Ich bin wohl neben meiner Kollegin Amira Hass der einzige
Journalist hier, der so was tut. Ich will, dass kein Mensch später einmal sagen
kann: Wir haben es nicht gewusst!" Kuttab schreibt seit 1980 über den Konflikt
im Nahen Osten. Kompromisslos, intellektuell, detailreich sind die Analysen,
Berichte und Reportagen über seine kriegszerrüttete Umgebung und alle damit in
Verbindung stehenden weltpolitischen Verwicklungen. Bestürzend schlicht ist etwa
seine Reportage über den alltäglichen Wahnsinn, in dem er lebt und arbeitet
"Stinknormaler Alltag, der so sehr fehlt". Kuttab hat in all den Jahren nicht
den Blick für die alltägliche Irrealität verloren. Seine Artikel und Filme
werden mittlerweile im Nahen Osten ebenso rezipiert wie in den USA oder Europa.
Er schreibt regelmässig für ein halbes Dutzend Zeitungen und Fachzeitschriften
in England, Jordanien, den USA und Israel. Die zwei Journalisten aus Palästina
und Israel bekamen im Jahre 2003 den "Preis für die Freiheit und Zukunft der
Medien." Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig verlieh ihn für ihren
"unermüdlichen Einsatz um objektive Berichterstattung." Mehr unter
http://www.message-online.de/arch3_03/33_mayer.html
13.11.2004
Jedenfalls seien die Palästinenser "das letzte Opfer des Nationalsozialismus".
- Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "Palästina - Alltag unter
Besatzung" in Gütersloh prägte Dr. Reuven Moskovitz, ein 1928 in Rumänien
geborener jüdischer Friedensaktivist und Träger des Friedenspreises Aachen,
diesen Begriff. Die Palästinenser seien, als von den einst aus Europa
vertriebenen Juden bedrängtes Volk, das letzte NS-Opfer. Moskovitz schloss seine
Ausführungen mit Klängen seiner Mundharmonika, die er als Soldat im
Sechs-Tage-Krieg 1967 von einem Palästinenser bekommen hatte. Er spielte eine
Melodie zu Versen aus dem Psalm 34, wo es heisst: "Meide das Böse und tu das
Gute; / suche Frieden, und jage ihm nach!" Mehr unter
http://www.nw-news.de/nw/lokale_news/guetersloh/guetersloh/?cnt=278774
12.11.2004
Arafat und die Katholische Kirche: Wer hat das Türschloss geklaut? - Hat
sich seit der Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung zwischen Palästina und
dem Heiligen Stuhl für die Christen im Heiligen Land etwas geändert? Und wenn
ja, was? Mehr unter
http://www.kreuz.net/article.119.html
13.10.2004
Sharons Gaza-Rückzug Trick zur Annektierung der West-Bank? - Uri Avnery war
einer der wenigen, die sofort ihre Stimme gegen den Plan Sharons für eine
"einseitige Abkoppelung" erhoben. Er argumentierte, dies sei in Wirklichkeit ein
Plan, um den grössten Teil der West Bank zu annektieren, um den Friedensprozess
zu begraben und die Öffentlichkeit in Israel und im Ausland zu täuschen. Er war
sich sicher, weil er Sharon seit 50 Jahren kennt und drei biographische Aufsätze
über ihn geschrieben hat. Mehr unter
http://www.freace.de/artikel/200410/101004b.html
08.10.2004
Widerstand israelischer Kampfpiloten beeindruckt Scharon-Regierung - Eine
seltene Offenheit zeigt Ministerpräsident Ariel Scharons engster Berater Dov
Weisglass. In einem brisanten Interviewstellt in der Tageszeitung Haaretz
erklärt er unverblümt, die israelische Regierung friere den Friedensprozess
'Road Map' faktisch ein, um einen palästinensischen Staat zu verhindern. Ebenso
bemerkenswert ist auch Weisglass' Kommentar zu den Briefen der Piloten,
die sich weigerten, an Einsätzen in den besetzten Gebieten teilzunehmen. Zum
ersten Mal hört man von einem Mann aus dem nächsten Umkreis Scharons
unverhohlene Worte darüber, dass diese Aktion Eindruck auf die Regierung gemacht
hat: "Und dann wurden wir von den Briefen der Offiziere und der Piloten und der
Kommandos getroffen. Das waren keine verrückten Kids mit grünem Pferdeschwanz,
einem Ring in der Nase, die stark nach Gras riechen...(Sondern) tatsächlich
unsere besten jungen Leute." Mehr unter
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ost/18510/1.html
15.07.2004
Olivenöl aus Palästina: Wie Sie mithelfen können, Familien das Überleben zu
sichern - Am vergangenen Mittwoch hielt sich der Redaktor dieser Site in
Zürich auf, wo er sich in einem Büro beim HEKS mit Herrn Kozeed Abo Safiah,
einem in der Schweiz lebender Palästinenser, traf. Dieser war am Tag zuvor aus
der Westbank zurückgekehrt. Er hatte dem Schreibenden für Bauteile einer
Kleinorgel etwas Olivenholz aus dem Heiligen Land mitgebracht. Nun erfuhr der
Redaktor, dass dieses Holz aus dem Olivenhain der dort lebenden Eltern des
Palästinensers stammt, und die Ölbäume dem israelischen "Sicherheitszaun" hatten
weichen müssen. Der kleine Ort in der Nähe von Nablus ist von israelischen
Siedlungen umgeben und ist durch dem Zaun nun praktisch eingekreist worden. -
Olivenbäume sind für viele palästinensische Familien seit Jahrhunderten eine
wichtige Existenzgrundlage. Durch die angespannte Situation sind Ernte und
Verkauf von fast unüberwindbaren Schwierigkeiten begleitet. Um so wichtiger,
dass eine Initiative, die von verschiedenen karitativen Organisationen
unterstützt wird, den Familien einen fairen Preis bezahlt und Export wie
Vertrieb unentgeltlich übernimmt. Unter der angegebenen Adresse können Sie
neben Öl auch eine Art palästinensisches Couscous und Zatar, ein typisches
Gewürz, direkt bestellen. Das palästinensische Ölivenöl ist naturbelassen und
von Bio-Qualität, Kartons mit Viertel- oder Dreiviertelliterflaschen. Unter
http://www.abosafiah.ch/import_export/html/home/about.htm oder unter
http://www.olivenoel-palaestina.ch/
15.07.2004 'World
Youth Orchestra': Eine musikalische Botschaft der Hoffnung - Noten des
Friedens diesseits und jenseits der Trennungsmauer: im "World Youth Orchestra"
spielen junge Musiker aus Israel und Palästina zusammen. Mehr unter
http://www.kath.net/detail.php?id=8092
23.05.2004
Israel: Selbstmordattentäter gab nach Begegnung mit einem Christen auf -
Generalsekretär der Israelischen Bibelgesellschaft: Christliche Glaube die
einzige Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Israel. Mehr unter
http://www.kath.net/detail.php?id=7718
20.04.2004
Israelischer Gewissensgefangener 'Atomspion' Mordechai Vanunu kommt
nach 18 Jahren Haft "frei" - Noch nie hat Israel offiziell bestätigt, dass
das Land über Atomwaffen verfüge. Dass die Weltöffentlichkeit dennoch einiges
über die hochgeheimen Forschungen weiss, hat sie dem israelischen
Wissenschaftler Mordechai Vanunu zu verdanken. Er gehörte zum engen Kreis der
Eingeweihten und arbeitete von 1976 bis 1985 als Techniker in Israel im von der
israelischen Regierung lange geheim gehaltenen
Dimona Nuclear Research Center. Vanunu kam zur Überzeugung, dass es Unrecht
sei, die Weltöffentlichkeit zu täuschen und den Atomwaffensperrvertrag zu
unterlaufen. 1985 wurde er dort entlassen und ging bald darauf mit der
Information, dass Israel Atommacht geworden war, an die Öffentlichkeit. Die
Preisgabe konkreter überprüfbarer Informationen bezahlte der Wissenschaftler
aber teuer. In Italien wurde er vom israelischen Geheimdienst gekidnappt und in
einem Geheimprozess zu einer 18jährigen Haftstrafe verurteilt, von denen er 11
Jahre in Isolationshaft verbrachte. Nur der Tatsache, dass kleine Gruppen Vanunu
nicht allein liessen und unermüdlich die Umstände seines Schicksals an die
Öffentlichkeit weitergaben, ist es zu verdanken, dass er morgen Mittwoch, 21.
April, unter strengsten Auflagen "freigelassen" wird: Vanunu wird als "Träger
von Staatsgeheimnissen" - ein Vorwand, denn Vanunu hat die Anlage seit 20 Jahren
nicht mehr betreten - weiterhin von der Öffentlichkeit abgeschirmt und
überwacht, darf nicht ins Ausland, darf weder Mobiltelefon noch Internet
benutzen, sich nicht in die Nähe von Häfen oder Flugplätzen begeben und Kontakte
zu Ausländern nur nach staatlicher Genehmigung unterhalten. Israel möchte
offenbar publizitätswirksame Öffentlichkeitsauftritte Vanunus unter allen
Umständen vermeiden. Auch heute steht der Gewissensgefangene, der im Verlauf
seiner Haft Christ geworden ist, voll zu seinen damaligen Handlungen. Mehr unter
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,2119184,00.html und unter
http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/002158.html
Arabisch soll Pflichtfach
an jüdischen Schulen in Israel werden
12.03.2004 Bildungsministerin Limor Livnat (Likud) hat den Vorschlag
des Bürgermeisters von Haifa Yona Yahav (Arbeitspartei) begrüsst, Modernes
Arabisch und arabische Kultur als Pflichtfach an jüdischen Schulen in Israel
einzuführen. Livnat telefonierte am Donnerstag mit Yahav, nachdem es zuerst
geheissen hatte, dass Vertreter des Ministeriums überrascht auf die Anregung
reagiert hätten, weil sie nicht in vorheriger Abstimmung mit Jerusalem erfolgt
sei. In dem Gespräch sicherte die Ministerin die Unterstützung des Ministeriums
bei der Formulierung eines entsprechenden Lehrplanes zu. Yahav kündigte sein
Vorhaben am Mittwochabend anlässlich einer Feierlichkeit zur jüdisch-arabischen
Koexistenz durch die Abraham Fund Initiatives (AFI) in Haifa an. Die Stiftung
hat ihre finanzielle Unterstützung für ein Pilotprojekt in 15 Volksschulen in
Haifa zugesagt. „Die Sprachhürde ist eines der Hindernisse, die den
jüdisch-arabischen Konflikt erschweren. Es ist an der Zeit, dass dieses
Hindernis aus dem Weg geräumt wird“, sagte Yahav bei der Veranstaltung am
Mittwoch. „Ich freue mich, mitzuteilen, dass jüdische Kinder in Haifa bald die
arabische Sprache und Kultur schon in jungen Jahren lernen werden. Gemeinsam mit
AFI bereiten wir uns auf die Einführung der arabischen Sprache und Kultur als
Pflichtfach in den Volksschulen der Stadt vor.“ Arabisch sollte ein integraler
Bestandteil der Lehrpläne an den jüdischen Schulen im ganzen Land sein, weil
„die Mehrheit die Minderheit verstehen“ muss, schrieb Yahav am Donnerstag in
einem Brief an Ministerin Livnat. Aus diesem Grund sollte das Projekt landesweit
und so schnell wie möglich in Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium
umgesetzt werden. Der Vorsitzende der AFI Alan B. Slifka forderte zudem
Koexistenz-Unterricht an israelischen Schulen und die Einsetzung eines Ministers
für Koexistenz. „Um ihre Nachbarn hier in der Region zu verstehen, ist es
wichtig, dass Juden Kenntnisse über die arabische Sprache und arabische Kultur
haben. Genauso ist es wichtig, dass Araber die demokratischen Grundsätze,
Bürgerverantwortung und die Pflichten, die sie in der Gesellschaft erfüllen
müssen, kennen“, so Slifka. Bisher ist Arabisch ein Wahlpflichtfach an jüdischen
Schulen in Israel. (The Jerusalem Post)
Ausstellung mit Bildern
israelischer und palästinensischer Kinder in Jerusalem
23.02.2004 Die Jerusalemer Stadthalle zeigt bis 4. März 2004 eine
Ausstellung mit Hundert Bildern, die 150 israelische und palästinensische
Kindern in einem Kunst-Workshops der Stadt angefertigt haben. Die Kinder stellen
darin ihre ureigene Version einer neuen Realität vor: Der Gewalt müde haben sie
auf Papier eine Welt erschaffen, in der Kugeln aus Schokolade sind, Blumen aus
Fäusten wachsen und nächtliche Explosionsgeräusche nur von fröhlichem Feuerwerk
herrühren. Das Programm initiierte Dr. Kitty O. Cohen als Antwort auf die
Intifada. Cohen selbst hat den Holocaust als Kind überlebt. In dem Seminar
werden palästinensische und israelische Kinder von 9 bis 12 Jahren dazu
angeleitet, zuerst einmal in ihrem jeweils eigenen ethnischen Umfeld Schmerz,
Furcht und Zorn in Bildern auszudrücken. Während der ersten Phase des Programms
haben die palästinensischen Kinder Bilder mit den Titeln „Wir sind keine
eingesperrten Tiere", „Ausgangssperre", „Schmerz und Furcht",
„Artillerieangriff" und „Die Altstadt trägt Trauer" gemalt. „Wir haben in
harten, in gewalttätigen und in ruhigen Zeiten gearbeitet, was dazu führte, dass
die Kinder sich gut fühlten", sagte der palästinensische Kunstlehrer Issam
Sabbah. In ähnlicher Weise haben die israelischen Kinder Bilder mit Titeln wie
„Bomben im Stadtzentrum", „Mein Schmerz", „Ein Land im Schmerz", „Wir wurden
hart", „Flucht zu einem friedlichen Ort" und „Jerusalem ist so traurig" gemalt.
In einer zweiten Phase kamen die israelischen und palästinensischen Kinder
später zu Einzel- und Gemeinschaftsprojekten zusammen, die sich mit ihren
gemeinsamen Erfahrungen und Gefühlen von Trauer und Furcht und dann mit ihren
Hoffnungen für die Zukunft befassten. Die Ausstellung wird ab März in weiteren
israelischen Städten und im Ausland gezeigt. Mehr unter
www.israel21c.org
Heiliges
Land braucht 'Umkehr des Herzens'
Christen müssten unermüdlich als Friedensstifter wirken, meinte Pfarrer Bernt
Besch vom Lateinischen Patriarchat von Jerusalem. Mehr unter
http://www.kath.net/detail.php?id=6708
Missbrauch des Begriffs „Antisemitismus“
25.10.2003 Der
Vorabend des jüdischen Neujahrsfestes (26.9.2003) ist eine ausgezeichnete
Möglichkeit für das, was jüdische Tradition Kheshbon Nefesh nennt oder ein
In-Sich-Gehen und über sogenannten „Antisemitismus“ nachzudenken, der jetzt zum
einzigen bedeutsamsten Element jüdischer Identität geworden ist. Juden mögen an
Gott glauben oder nicht glauben, sie mögen Schweinefleisch essen oder nicht
essen, in Israel leben oder nicht dort leben – sie werden alle durch eines mit
einander verbunden: durch den unbegrenzten Glauben an den Antisemitismus. Ein
Brief aus Israel von Ran Ha Cohen.
http://zmag.de/article/article.php?id=102
Studieren für den Frieden -
Heute eröffnet die erste christlich-arabische Universität Israels
21.10.2003
Die kühnsten Träume werden heute Wirklichkeit: Vor zwanzig Jahren wurde die High
School eröffnet, aus der nun die neue Mar-Elias-Universität hervorgegangen ist.
Kurz zuvor hatte damals ein Mitarbeiter des israelischen Erziehungsministeriums
erklärt, diese Schule werde niemals öffnen, und wenn sie eines Tages doch öffne,
dann werde man sie sehr schnell wieder schliessen. Es ist anders gekommen. Die
Mar-Elias-Universität des bekannten chaldäischen Priesters Elias Chacour
ist eine Antwort auf die Stimmen so vieler Menschen, so vieler Schüler und
Eltern, die an eine bessere Zukunft für Israel und Palästina glauben. Mehr unter
http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel811/
Mitglieder der Al Aqsa
Brigaden retten Familie aus Kiryat Arba
14.10.2003 Aktivisten der Al-Aqsa-Brigaden, dem militärischen Arm
der Fatah, haben am Sonntag 12. Oktober eine israelische Familie aus Kiryat Arba
gerettet, die aus Versehen mit ihrem Wagen in das südlich von Ramallah gelegene
Flüchtlingslager Qalandiya geraten war. Im Wagen sassen die Eltern und zwei
Töchter. Palästinensische Quellen berichteten gegenüber dem online
-Nachrichtendienst der israelischen Tageszeitung Yedioth Aharonoth (y-net).
Palästinensische Jungen, die den Wagen entdeckten, begannen mit Steinen zu
werfen. Die Situation erhitzte sich. Dutzende von Einwohner versammelten sich
vor Ort zu einem regelrechten Strafgericht. Die Palästinenser berichteten, dass
Aktivisten der Fatah zu dem Ort eilten, die Israelis aus den Händen der Menge
befreiten und an einen sicheren Ort bringen konnten. Einer der Fatah-Leute im
Lager Qalandiya berichtete ynet: „Wir haben das getan, was wir tun mussten. Da
es sich um harmlose Zivilisten handelte, wollten wir nicht, dass sie irgend
jemand verletzt. Als ich zu dem Ort gekommen bin, sagte ich zu der Mutter, dass
sie keine Angst haben solle und dass wir sie beschützen werden. Sie hatten
Angst, die Fenster oder die Türen zu öffnen. Also hab ich ihnen gesagt, dass sie
die Fenster nur einen Spalt weit zu öffnen brauchen. Und noch mal habe ich ihnen
erklärt, dass sie keine Angst haben sollen und dass wir sie beschützen.“ Nachdem
die Familie sich aus Angst weigerte, aus dem Wagen zu steigen, schickten die
Palästinenser einen ihrer Männer zur Strassensperre, um den israelischen
Soldaten dort Bescheid zugeben, dass sich im Lager eine jüdische Familie
befindet. Die Palästinenser behaupteten, dass die Soldaten ihnen nicht glaubten
und dass sie so gezwungen waren, bis zum Flughafen Atarot zu gehen. Auch dort
berichteten sie den Soldaten über den Vorfall. Daraufhin kamen einige Soldaten
in das Flüchtlingslager. Als sie sahen, dass die Angaben tatsächlich stimmten,
riefen sie weitere Soldaten zu Hilfe und befreiten die Familie. Anschliessend
kam einer den Tanzim-Aktivisten zurück ins Lager und brachte den Wagen der
Familie zum Flughafen Atarot. Die Familie habe dem Palästinenser nach ihrer
Rettung gedankt, „es handelte sich um eine menschlichen Angelegenheit, auch wenn
die gleiche Siedlerfamilie auf palästinensischem Boden lebt“, erzählte der
Tanzim-Aktivist gegenüber y-net. (Yedioth Aharonoth)
Das Schlimmste ist die Gleichgültigkeit der Bevölkerung
22.09.2003 Die
Journalistin Amira Hass ist eine der seltenen jüdischen Reporterinnen, welche in
den besetzten Gebieten leben. Ihr Kollege Gideon Levy ist einer der wenigen -
wenn nicht gar der einzige - israelische Reporter, der regelmäßig in die Gebiete
geht, um für seine Geschichten zu recherchieren. Er sagte einmal, “die Tatsache,
dass die allermeisten Medien ignorieren, was passiert, enthebt die Bürger
Israels nicht ihrer Verantwortung”. Aber welche Bedeutung hat dieses verhängte
Schweigen für die öffentliche Meinung in Israel tatsächlich? Levy: "Eine
entscheidende. Das primäre Problem ist der Mangel an Information. Die Israelis
wissen Bescheid, sie haben eine Vorstellung, aber sie wissen nicht alles. Die
Information, die sie erreicht - für gewöhnlich ist sie entstellt und einseitig.
Nehmen wir Mythen wie: 'Es gibt keinen Partner für den Frieden' - es ist ein von
Ehud Barak verbreiteter Mythos. Solange die Leute das glauben, sind die
politischen Konsequenzen kritisch." - Lesen Sie das ganze Interview unter
Kein Ende in Sicht
Erste christlich-arabische Universität in Israel
23.08.2003
Jerusalem. In Israel entsteht die erste christliche arabische Universität: Die
Hochschule, die den Namen des Propheten Elias trägt und in Ibillin in Galiläa
ihren Sitz hat, geht auf eine Initiative des griechisch-katholischen Pfarrers
Elias Chacour zurück. Chacour setzt sich seit vielen Jahren für die
Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein. Nach vier
Jahren intensiver Verhandlungen hat das israelische Erziehungsministerium die
notwendigen Genehmigungen erteilt. Die neue Universität, die im Herbst den
Studienbetrieb aufnehmen wird, ist mit der US-amerikanischen Universität
Indianapolis verbunden. Die Unterrichtssprache wird englisch sein; einzelne
Vorlesungen werden aber auch auf arabisch und hebräisch (Iwrit) gehalten. [
Buchtipp: Elias Chacour "Und dennoch sind wir Brüder! - Frieden für Palästina",
Knecht Verlag, ISBN 3-7820-0583-X] Mehr unter:
http://www.jesus.ch/www/index.php/D/article/152/9526/
Widerstand gegen die neue "Berliner-Mauer"
01.08.2003 Verschiedene Camps mit
freiwilligen international zusammengesetzten Teams beobachten und kommentieren
den Mauerbau der israelischen Regierung. Viele ungenügend informierte Menschen
sind noch immer der Auffassung, die Mauer führe der sogenannten "grünen Grenze"
zwischen Israel und den Palästinensergebieten entlang und diene allein
israelischen Sicherheitsinteressen. Doch diese Vorstellung entspricht in keiner
Weise der Realität: Nach Angaben der israelischen Friedensgruppe
http://www.gush-shalom.org/thewall/ oder als Animation
http://www.gush-shalom.org/media/seperationmap_eng.swf
Hungrig nach Dialog
Kostenloser Friedens-Chat für Israelis und Palästinenser
29.07.2003
Alles hat mit einer falschen Telefonnummer angefangen. Eines Tages wählte die
Israelin Natalia Wieseltier versehentlich eine fremde Nummer. Am anderen Ende
der Leitung meldete sich eine Palästinenserin im Westjordanland. Die zwei fingen
an, über ihren Alltag zu reden - in Israel und in den palästinensischen
Autonomiegebieten. Natalia Wieseltiers Erlebnis drang bis zu der israelischen
Arbeitsgemeinschaft "Parent's Circle - Families Forum" vor. Der Initiativkreis
umfasst über 200 israelische und über 200 palästinensische Elternpaare. Jedes
von ihnen verlor Familienangehörige oder nahestehende Personen durch die
gewaltsamen Auseinandersetzungen. "Aus unserer eigenen schmerzvollen Erfahrung
wissen wir, dass es nichts bringt, sich in stiller Verzweiflung zu isolieren.
Wir müssen anfangen, miteinander zu reden - gerade mit jenen auf der anderen
Seite", so Mitglieder des Arbeitskreises. Im vergangenen Oktober startete das
Aktionsbündnis den einmaligen Versuch, den Dialog zwischen Israelis und
Palästinensern durch ein kostenloses Kontakttelefon zu erleichtern: "Hello Peace,
Hello Shalom, Hello Salaam" soll viele Menschen zum Gespräch mit der jeweils
anderen Seite bewegen und der Welt zeigen, dass beide Seiten "dialoghungrig"
sind. Wer die Nummer des Kontakttelefons wählt, um mit jemanden in Dialog zu
treten, wird von einem Computer automatisch an die Stelle verbunden, die zuvor
denselben Wunsch geäussert hat. Die Gespräche können in Hebräisch, Arabisch oder
Englisch 30 Minuten lang kostenlos geführt werden. Das Projekt wird von der
Europäischen Union, der amerikanischen Regierung und privaten Spendern
unterstützt.
In acht Monaten wurden mehr als 210.000 Anrufe registriert, die zu einem
Telefongespräch führten. "Unser Ziel ist, die Empathie auf beiden Seiten zu
stärken", sagt Roni Hirshenson der Organisation "Parent´s Circle", "Israelis
betrachten Palästinenser als Terroristen, und Palästinenser betrachten Israelis
als Soldaten und Siedler. Das muss ein Ende haben", so Hirshenson, der seinen
ältesten Sohn 1995 durch einen Terroranschlag auf eine Bushaltestelle verlor.
Als kurz darauf der beste Freund des jüngeren Sohnes im Libanon fiel, nahm sich
dieser in seiner Verzweiflung das Leben. "In der heutigen Zeit werden die
Bilder, die wir von dem jeweils anderen haben, durch das Fernsehen geprägt. Das
Fernsehen lebt aber von Bildern der Gewalt", sagt Hirshenson, "und das ist es,
wogegen wir ankämpfen." (Quelle: Newsletter der israelischen Botschaft in
Deutschland vom 29.07.2003)
Ein Lied für Frieden und Freiheit im palästinensischen TV
24.07.2003 Der offizielle palästinensische TV-Sender hat erstmals einen kurzen Video-Clip ausgestrahlt, in dem Kinder zu "Frieden und Versöhnung zwischen Arabern, Juden und Christen in Israel und Palästina" aufrufen. Während die Sendung auch auf positive Rückmeldung stiess, wiesen Medienforscher darauf hin, dass nur ein kleiner Teil der Zuschauer seine Aufmerksamkeit auf die Sendung richte, der Grossteil des palästinensischen Fernsehprogramms sei weiterhin von antiisraelischer Hetze bestimmt. Der Fernsehspot mit dem Titel "Song of Peace and Freedom" zeigt verschiedene Kinder, darunter einen Jungen in ultra-orthodoxer Kleidung und mit den traditionellen Schläfenlocken. Während die Kinder gemeinsam in Arabisch, Hebräisch, Englisch und Französisch singen, pflanzen sie gemeinsam einen Olivenbaum. "Die Botschaft des Liedes ist, dass drei Religionen dazu bestimmt sind, gemeinsam in diesem heiligen Land zu leben. Wir nennen es Palästina, ihr nennt es Israel, aber wir müssen alle zusammen in Frieden leben und eine bessere Zukunft für alle bauen", erklärte der Verantwortliche Haaj Maher Al Rais. Nach Angaben des palästinensischen Fernsehens soll der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde Yasser Arafat den TV-Clip vor einigen Monaten gebilligt haben, als Zeichen seines Friedenswillens, auch wenn der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern noch wüte, so Vertreter des palästinensischen Fernsehsenders. (Israelinsider)
Unterzeichner der Alexandria-Erklärung unterstützen die Road-Map
24.07.2003 Der
Ständige Ausschuss zur Umsetzung der Erklärung von Alexandria PCIAD hat
offiziell seine Unterstützung für den Friedensplan des Nahost-Quartetts (Road
map) erklärt. Die im Friedensplan enthaltenen Prinzipien stehen in vollem
Einklang mit jenen der Ersten Erklärung von Alexandria durch die religiösen
Führer des Heiligen Landes am 21. Januar 2002, erklärte der Vorsitzende des
Ausschusses. Die jüdischen, christlichen und muslimischen Vertreter der
Erklärung von Alexandria treffen sich seit 18 Monaten zu regelmäßigen
Konferenzen, um die Umsetzung dieser Prinzipien voranzutreiben. Die religiösen
Würdenträger der drei Religionen verurteilen jede Form der Gewalt und der
Dämonisierung des Anderen. Mit der gemeinsamen Erklärung zur Unterstützung des
Friedensplans hat sich der Prozess von Alexandria das Ziel gesetzt, mit allen
zur Verfügung stehenden Mitteln einen förderlichen Beitrag zur erfolgreichen
Umsetzung der Road map zu leisten. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit der
politischen Führung beider, der Palästinensischen Autonomiebehörde und der
Regierung des Staates Israel.
Israelisch-palästinensisches Energie-Projekt
24.07.2003 Der
israelische Infrastrukturminister Yosef Paritzky hat erste Massnahmen zum Bau
eines gemeinsamen israelisch-palästinensischen Elektrizitätswerks an der
Karni-Kreuzung im Grenzgebiet zwischen Israel und Gaza eingeleitet. Das
Elektrizitätswerk soll Israel und die Palästinenser gleichermaßen mit Strom
versorgen. Die Finanzierung soll mit Hilfe europäischer Einrichtungen
unterstützt werden. "Wir werden alles daran setzen, um den Friedensprozess
voranzutreiben", sagte Paritzky, "wenn Menschen gemeinsame Projekte teilen,
werden sie auch zusammen in Frieden leben." Bereits in zwei bis drei Jahren soll
die Energiegewinnung aus natürlichen Erdgasressourcen vor der Mittelmeerküste
Israels und des Gazastreifens möglich sein. Ein entsprechendes Abkommen wollen
beide Seiten Ende Oktober unterzeichnen. EU-Kommissar Loyola de Palacio, der
zwischen Israelis und Palästinensern vermittelte, nannte die Initiative am
Mittwoch einen "wichtigen Schritt für den Frieden". Das Projekt sol bei einer
Konferenz im November in Brüssel vorgestellt werden. An der Konferenz sollen
auch Vertreter der Nachbarländer Ägypten, der Türkei, Jordaniens, des Libanon
und Syriens teilnehmen. (Ha'aretz)
Jean Ziegler würdigt Friedensarbeiter in Nahost
23.07.2003 Zum
ersten Mal werde der Druck aus Washington für eine friedliche Lösung des
Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern ernst genommen. "Das war neu für
mich", resümiert UN-Sonderberichterstatter Jean Ziegler nach einer zehntägigen
Reise durch die palästinensischen Autonomiegebiete. Tatsächlich habe das
Engagement der US-Administration im Nahen Osten inzwischen erstaunliche Ausmasse
erreicht. Während der palästinensische Ministerpräsident Mahmut Abbas am 25.
Juli zum ersten Mal mit dem US-Präsidenten in Washington zusammenkommt, wird es
für den israelischen Premier Ariel Scharon vier Tage später bereits das achte
Treffen sein. Ob er dem Friedensfahrplan trotz aller Widerstände und der
katastrophalen Versorgungslage in den Palästinensergebieten eine Chance gebe?
"Ja, denn es ist die einzig existente Gesprächsbasis." Wichtig sei aber auch die
politische Diskussion innerhalb Israels. "Von unserer Warte aus privilegieren
wir oft Gruppen wie Gush Shalom, wenn es um die Opposition zu der Militärpolitik
der amtierenden Regierung geht", sagt er. Tatsächlich habe er mehrere Rabbiner
getroffen, die aus religiöser und individueller Überzeugung Friedensarbeit
leisten. Das zu erwähnen sei wichtig, weil es verhindere, dass der Konflikt
entlang religiöser Trennlinien definiert wird. Er jedenfalls habe den Eindruck,
"dass die Lage in Israel politisch viel heterogener ist, als im Ausland oft
wahrgenommen." Mehr unter
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ost/15281/1.html
Wenn ein Basketballfreundschaftsspiel dabei helfen könnte, die Spannung zu lösen, warum nicht?
21.07.2003 Bei der
Jugendmannschaft von Maccabi Jerusalem herrscht eine zwischen Siedlern und
Arabern selten erlebte Koexistenz. Die Spannung dieser Tage hat die herzlichen
Beziehungen zwischen den Mannschaftsmitgliedern nicht zerstört. Vor wenigen
Tagen gelang es Jerusalem die sportliche Aufgabe zu erfüllen, die sie sich zum
Ziel gemacht hatte: jetzt ist Jerusalem Meister der Landesliga im südlichen
Bezirk, im nächsten Jahr wird die Mannschaft also bei der Nationalliga antreten.
Alon Hassid der Trainer: “Beim Trainieren und bei den Spielen spürten wir gar
nicht, daß es Araber und Juden gibt. Sie bildeten eine einzige Mannschaft.
Irgendwann begannen die jüdischen Spieler, Arabisch zu lernen, und die Araber
lernten Hebräisch, einschliesslich der Lieder von Meir Banai. Alle wurden gute
Freunde”.
http://nahost-politik.de/israel/hoffnung.htm
Shaul Mofaz: Vom vollkommenen Skeptiker zum optimistischen Skeptiker
Ein Kommentar von Yo'el Marcus, Ha'aretz
19.07.2003
Nach der erfolgreichen Rettung des Taxifahrers Eliyahu Gurel sagte der
israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz in privatem Rahmen, dass
"auf palästinensischer Seite positive Dinge geschehen, die wir nicht durch
unsere Finger gleiten lassen sollten". Weil alle seine Vorgesetzten ausserhalb
des Landes waren, war Mofaz der Mann an der Spitze und traf die Entscheidungen
in der Angelegenheit 'Gurel'. Die Israelischen Verteidigungskräfte IDF hatten in
der Nacht die Häuser der beiden palästinensischen Entführer des israelischen
Taxifahrers Eliyahu Gurel in der Umgebung von Ramallah zerstört. Ahmad Hajaji
und Ramez Rimawi hatten den Mann vier Tage lang in Bithuniyah bei Ramallag
festgehalten, bis israelischen Sondereinheiten den Vermissten am Dienstag
befreiten und die beiden Entführer festnahmen. Die Anrufe, die Mofaz von
palästinensischer Seite erhielt, waren voller Betroffenheit und
Hilfsbereitschaft und auch voller Bestreben, die Sache nicht abzublasen. Diese
Anrufe hinterliessen einen tiefen Eindruck. Die Gespräche mit den Palästinensern
über den Fahrplan haben Mofaz verändert. Er wandelte sich von einem vollkommenen
Skeptiker in einen optimistischen Skeptiker. Der Mann, der den Kampf gegen die
Al-Aqsa-Intifada mit eiserner Faust führte und eine Spur der Zerstörung und
Tausende von Toten und Verwundeten hinterließ, spricht nun von 'positiven
Zeichen' aus dem palästinensischen Lager. Er spricht über einen drastischen
Rückgang der Hetze und der Terrorwarnungen und über den wirklichen Wunsch der
neuen palästinensischen Führung, nicht zur Intifada zurückzukehren. Dahlan sagte
öffentlich: "Von unserer Perspektive aus gesehen ist die Intifada vorbei."
(Quellen: Israelische Zeitung Ha'aretz vom 18.Juli 2003 und Newsletter der
israelischen Botschaft in Deutschland vom 19.07.2003)
Mofaz: "Wir müssen der gegenwärtigen Initiative eine Chance geben."
Mofaz
nannte in einem Interview mit NBC zwei Gründe für seinen Optimismus:
amerikanische Einmischung und die Tatsache, dass beide Seiten zu dem Schluss
gelangt sind, dass ein militärischer Sieg unmöglich ist. Er sieht Mohammed
Dahlan, den palästinensischen Sicherheitschef für Gaza, als Schlüssel zum
Erfolg des Fahrplans. Inmitten eines Treffens mit Sharon und seinen Ministern,
überbrachte ihm Sharons Sekretär eine Nachricht. "Was ist das? Noch ein
Terroranschlag?" fragte einer der Minister. "Nein, kein Anschlag", sagte Dahlan
schnell wie ein Augenzwinkern. "Die kommenden Wochen werden kritisch sein", sagt
Mofaz. Wir wissen, dass die Feuerpause den Terrororganisationen Zeit gibt, um
sich mit Waffen einzudecken. Und zwei (palästinensische) Führungszentren haben
zu einer Situation geführt, in der Arafat das Leben Abu Mazens (Mahmud Abbas)
schwer machen kann. Doch wir erkennen auch an, dass die Palästinenser Zeit
brauchen." - "Die Dinge mögen sich zum Besseren gewandelt haben", sagt Mofaz,
"doch wir müssen unsere Augen weit geöffnet halten." Zur gleichen Zeit wird er
nie müde, zu sagen, dass wir der gegenwärtigen Initiative eine Chance geben
müssen. Denn wenn sie misslingt, wird die Rückkehr zu dem, was wir vor der
Feuerpause hatten, sehr mühevoll werden. (Quellen: Israelische Zeitung
Ha'aretz und Newsletter der israelischen Botschaft in Deutschland vom
19.07.2003)
Palästinensischer Autodieb hilft israelischer Frau bei Reifenpanne
16.07.2003 Die israelische Botschaft in Deutschland berichtet, ein palästinensischer Autodieb, der im Negev sein Unwesen treibt, habe in der Nacht zum Dienstag vorübergehend eine Arbeitspause eingelegt und einer israelischen Geschäftsfrau seine Hilfe angeboten. Der Wagen der Frau war wegen einer Reifenpanne auf einer verlassenen Landstrasse liegengeblieben. Frau Schwarz, Inhaber einer Kosmetikfabrik, hatte sich noch spät in der Nacht auf den Weg zu ihrer Firma gemacht. Dort soll jemand eingebrochen haben, hatte man ihr telefonisch mitgeteilt. "Fräulein, haben Sie keine Angst, wir haben jetzt ,hudna' (befristete Waffenpause nach arabischer Tradition), und ich bin dazu verpflichtet, den Israelis zu helfen", soll der Palästinenser der Frau erklärt haben. Danach packte er Wagenheber und Drehkreuz aus und wechselte den Reifen. "Ich war schockiert", berichtete die Frau später, "während er die Reifen austauschte, erzählte mir der Mann, dass er gerade ein Auto in Be'er Sheva gestohlen hatte und dass er auf dem Weg nach Dahariyah sei: "Ich bin der Meinung, die ,hudna' hat mich gerettet. Wer weiss, was passiert wäre, wenn der Palästinenser mir nicht geholfen hätte?" Quelle: (Ma'ariv) Newsletter der Israelischen Botschaft in Berlin, Mittwoch, 16. Juli 2003
zurück zur Seite 'Gesellschaft + Politik'