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  Zur Lage im Irak

Hoffnung in einer nationalen Tragödie?

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06.05.2006   Obdachlose Irak-Veteranen in den USA: Verheizt, verstossen, vergessen - Hunderttausende US-Kriegsveteranen sind obdachlos. Immer mehr von ihnen kommen aus dem Irak nach Hause. Sie fühlen sich von der Nation, für die sie ihr Leben riskierten, verraten. Einer von ihnen ist der New Yorker Herold Noel. Mehr unter http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,414208,00.html Ein aktueller Dok-Film über die "vergessenen Helden" unter http://www.whenicamehome.com/

30.01.2006   UNO besorgt über Angriffe auf Christen im Irak - Die Vereinten Nationen (UNO) haben die Anschlagserie auf christliche Kirchen im Irak am Sonntag scharf kritisiert. Die Attentate versuchten, das Land religiös zu spalten, sagte der UNO-Sonderbeauftragte für den Irak, Aschraf Dschehangir Kasi. Einen Tag nach den Explosionen wurden die Opfer heute beigesetzt. Mehr unter http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/2/0,3672,3792354,00.html

30.01.2006   Nach Bombenangriffen Angst vor Flüchtlingswelle irakischer Christen - In Kirkuk wurden bei Bombenangriffen auf zwei Kirchen im Norden und im Zentrum der Stadt mindestens drei Menschen getötet. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=12693

07.12.2005   Sind die Tage der Christen im Irak gezählt? - Die grösste Opfergruppe bei Entführungen sind  Iraker, nicht Ausländer. Hunderte bis Tausende Iraker sind verschleppt worden. Diese Erfahrung bestätigt ein Beitrag der "Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV". Danach sind bis zu 90 % der entführten Personen irakische Christen, obwohl sie lediglich knapp 3 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Betroffen sind Kinder, Frauen und Männer gleichermassen. In dem Beitrag wird auf den Leiter einer christlichen irakischen Gemeinschaft verwiesen, der bereits am 16.11.2004 die Zahl seiner entführten Glaubensbrüder auf 200 schätzte, von denen 60 ermordet worden seien: "Christen und Mandäer, schreibt eine Kennerin der Menschenrechtslage im Irak, verhalten sich still und wollen nur, dass ihre Angehörigen schnell zurückkommen. Die Täter wissen, dass sie keine Schwierigkeiten machen. Das ermutigt zu immer neuen Entführungen." Was derzeit den irakischen Christen passiert, ist einfach nur eine Tragödie. Sie stehen oft alleine wegen ihrer Religion auf der Zielliste von Islamisten. Mehr als 25 Kirchen sind jeweils nach der islamischen Freitagspredigt in die Luft gesprengt worden. Unter den inzwischen ganz oder teilweise zerstörten Kirchen und Klöstern befanden sich syrisch-katholische, syrisch-orthodoxe, chaldäische, assyro-anglikanische, altapostolisch-nestorianische Kirchen der Assyro-Chaldäer, armenisch-katholische und armenisch-orthodoxe der kleinen armenischen Minderheit sowie eine adventistische Missionskirche. Die meisten der Angriffe fanden jeweils nach dem islamischen Freitag und vor dem christlichen Sonntag statt. Die Liste der seit Sommer 2003 ermordeten irakischen Christen hat die Zahl 300 überschritten. Ihnen wird vorgeworfen, mit den amerikanischen Besatzern zu kollaborieren, für sie zu arbeiten und daher mehr Geld zu besitzen als die übrige Bevölkerung. Wenn die irakischen Christen nicht bald Hilfe erhalten, dann wird ihre mittlerweile fast 2.000 Jahre alte Geschichte zu Ende gehen. Denn immer mehr verlassen wegen dieses Terrors gegen sie, der keine Schlagzeilen macht, das Land. Und wer weiss hierzulande, dass im Gebiet des heutigen Irak derzeit noch etwa 650.000 Christen leben. 1987 stellten sie noch 9 % der Gesamtbevölkerung, heute noch ein Drittel davon. Der prominenteste von ihnen sicherlich der jetzt im Gefängnis sitzende Tarik Asis, unter Saddam Hussein Aussenminister. Er ist chaldäischer Christ, wie die meisten der irakischen Christen. Die christlichen Gemeinden des Irak sind viel älter als die z.B. Europas, und einige Chaldäer sprechen noch Aramäisch, die Sprache von Jesus. Soll die Zeit der christlichen Iraker nun dem Ende zugehen? Es scheint so gemäss der GfbV: "In christlichen Wohnvierteln erscheinen Hetz-Graffitis auf Häuserwänden. Christen werden in Drohbriefen zum Zwangsübertritt aufgefordert. Frauen müssen sich verschleiern, werden bedrängt, beleidigt und angegriffen, christliche Studentinnen von Campus der Universität verwiesen, wenn sie kein Kopftuch tragen. Christen werden an ihrer Berufsausübung gehindert, Büros christlicher Parteien angegriffen." Quelle: http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=487&highlight=Irak|Christen

15.11.2005   Doppelte Moral - Die UN kritisiert weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen im Irak, das Pentagon musste nun doch den Einsatz von Napalm-ähnlichen Brandbomben in Falludscha einräumen. Die US-Regierung ist mit ihrer Koalition der Willigen in den Irak einmarschiert, um das Hussein-Regime zu stürzen und einen amerikafreundlichen demokratischen Rechtsstaat zu errichten, der für die Region Vorbildcharakter haben und wegen des irakischen Ölreichtums gleichzeitig die Energieversorgung im amerikanischen Sinne sicher stellen sollte. Hussein galt wegen der angeblichen vorhandenen Massenvernichtungswaffen als Bedrohung. Daneben bezichtigte die US-Regierung das Regime vor allem schwerer Menschenrechtsverletzungen. Mehr unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21354/1.html

12.11.2005   In Bagdad boomen die Baptisten - Im April 2003 besetzten die US-Invasionstruppen Bagdad. Seither wurden in der Stadt 15 neue freikirchliche Versammlungshallen eröffnet. Seit der Eroberung des Irak durch US-Truppen verlassen die Katholiken scharenweise das Land. Doch im Land wachsen die Freikirchen. Das berichtete die kalifornische Nachrichtenagentur ‘Compass Direct’, die über die weltweite Christenverfolgung informiert. Unter Saddam Hussein gab es in Bagdad nur zwei presbyterianische Kirchen, deren Gläubige aus Ägypten stammten. Mit den Invasionstruppen kamen die Baptisten, die Methodisten sowie die ‘Christliche und Missionarische Allianz’. Die Freikirchen sind sehr aktiv. Sie besitzen Radiostationen, Schulen und Buchläden. Im kurdischen Nordostteil des Landes profitieren sie von der Tatsache, daß die moslemische Lokalregierung, Konversionen von Moslems zum Christentum toleriert. Die Kurden gehören zu den am wenigsten praktizierenden sunnitischen Moslems des Nahen Ostens. Im Süden des Landes wachsen die Freikirchen ebenfalls schnell. Die meisten Mitglieder der neuen Freikirchen sind ehemalige Presbyterianer. Es gibt auch Übertritte von der mit Rom unierten chaldäisch-katholischen Kirche und von den Syrisch-Orthodoxen. Ein Hoffnungschimmer für die Kirche im Irak ist, daß viele der 40.000 Christen, die das Land im August 2004 nach einer Anschlagsserie flüchteten, wieder zurückgekehrt sind. Dennoch ist davon auszugehen, daß noch 10.000 in Flüchtlingslagern in Jordanien und Syrien leben. Vor allem die Christen der Mittelklasse suchen immer noch, das Land zu verlassen, weil sie beliebte Ziele für Entführungen und Gelderpressungen sind. Für Reisen benützt man gerne den frühen Morgen, um möglichen Problemen auf den Straßen aus dem Weg zu gehen. Nach 19.30 Uhr getraut sich wegen der Aufständischen und Plünderer niemand mehr auf die Straßen. Das Verhältnis zur US-Armee ist gespannt: „Keine Bevölkerung wird eine Armee unterstützen, die sie nicht schützen kann – die letzten Sympathien sind weg“, erklärt ein evangelikaler Pastor. Natürlich gibt es auch einen Konflikt zwischen den Freikirchen und den alten Kirchen des Landes. In Bagdad habe ein chaldäisch-katholischer Priester praktizierenden Verwandten von Abgefallenen angeblich mit der Verweigerung des Begräbnisses gedroht. Ein baptistischer Pastor aus Bagdad vermutet, daß sich die negative Einstellung der Kirchen den Evangelikalen gegenüber noch verschärfen wird. Quelle: http://www.kreuz.net/article.2193.html

05.06.2005   "Jetzt wird die grösste Beute aller Zeiten verteilt!" - Kürzlich landete ein Anlegestrategie-Newsletter von einem E-Mail-Dienst für Trader in meiner Mailbox. Versprochen wurde mit dem vorstehenden Titel ein Anlagegewinn in mehrhundertprozentiger Höhe! Im weiteren wurde gezeigt, auf welche Weise mit irakischen Ölanleihen Millionen zu verdienen seien. Insgesamt seien 6.235 Milliarden US-Dollar aus dem Irak herauszuholen. Ganz unabhängig davon, wie realistisch die Verheissungen der Anbieter auch sein mögen, sie offenbaren eine zutiefst menschenverachtende Haltung. Sie zeigen Respektlosigkeit gegenüber einem Land, das schon genug ausgeblutet ist. Anstatt dass die irakischen Ölgewinne nun zum Aufbau einer Infrastruktur im terrorgeschüttelten Land benutzt werden, sollen die Riesengewinne nach der Vorstellung dubioser Anlageberater in die westliche Welt abfliessen. Aber die Börsenheinis machen ja nur ihren Job...

27.01.2005   Bischof als Wahlhelfer - Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „asianews“ ermutigt der chaldäische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako (56), die irakische Bevölkerung, an den Wahlen vom 30. Januar teilzunehmen. Die Wahlbeteiligung sei eine „nationale und religiöse“ Pflicht, um dem Irak zu einem Neuanfang zu verhelfen. Es sei das erste Mal überhaupt, daß die Iraker die Führung in dem von den US-Amerikanern kontrollierten Land selbst bestimmen könnten. Trotz einer katastrophalen Sicherheitslage bestünde die Möglichkeit mittels der Wahlen, wieder zur Normalität zurückzukehren, erklärte Erzbischof Sako. Für die Wahlen im Irak am 30. Januar kandidieren 111 verschiedene Parteien. Rund 14 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Quelle: http://www.kreuz.net/article.572.html

12.11.2004   'Die Gewalt dieser Tage kommt nicht vom irakischen Volk' - Bischöfe von Ninive wenden sich an die muslimische Bevölkerung und verurteilen die Kopftuchvorschrift für christliche Schülerinnen. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=8881

13.10.2004   Die verratene Macht der Medien - Charles Lewis, ein ehemaliger CBS-Reporter, der heute das ‘Center for Public Integrity’ in Washington D.C. leitet, sagte zu John Pilger, einem renommierten Journalisten, er habe keinen Zweifel: Hätten seine Kollegen ihren Job getan - anstatt als Chiffrierer zu fungieren -, es wäre nie zur Invasion des Irak gekommen. Die modernen Medien haben Macht. Diese Macht müssen sie aus den Händen jener zurückzuerobern, die sie beschneiden. "Die Schuld der Medien bezüglich Irak" - Ein Artikel von John Pilger unter http://zmag.de/artikel.php?id=1245

06.10.2004   Christen flüchten aus dem Irak - Der Mord an zehn assyro-chaldäischen Christen in Bagdad führt zu einer Fluchtbewegung, warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=8623

10.09.2004   Trendwende? Viele irakische Flüchtlinge kehren in die Heimat zurück - Der designierte irakische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Albert Yelda, berichtet von einer Welle von Rückkehrern. Sie wollen das Land wieder aufbauen. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=8443

03.06.2004   Entscheidender Schritt in Richtung eines freien, demokratischen Irak - Pfarrer Nizar Semaan nimmt in einem Kommentar für den Fidesdienst zu der Regierungsbildung im Irak Stellung. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=7802

12.05.2004   "Anfangs hatte man noch grosse Hoffnungen, aber die sind alle dahin" - Ein Gespräch mit Hussein Sinjari, Präsident des "Iraq Institute for Democracy" und Herausgeber der Tageszeitung Iraq Today, über die aktuelle Lage im Irak, von Alfred Hackensberger. Mehr unter http://www.heise.de/tp/deutsch/special/irak/17392/1.html

29.04.2004   Irakischer Bischof: Viele Christen verlassen das Land - Sie leiden unter der Gewalt muslimischer Fundamentalisten. Es gebe jedoch Einzelinitiativen, die Brücken bauen, sagt Bischof Louis Sako. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=7548

22.04.2004   Liste aller bisher im Irak getöteten US-Soldaten - Unter dem Titel "Faces of the Fallen" stellt die Zeitung Washington Post kontinuierlich in Wort und Bild die Opfer einer verfehlten US-Politik vor. Zu jedem Kopf addiert sich noch das Leid von Angehörigen und Freunden. Offen ist, wie lange die Liste noch werden muss, bevor ein Umdenken einsetzt: http://www.washingtonpost.com/wp-srv/world/iraq/casualties/facesofthefallen.htm

22.04.2004   Sorge um Christen im Irak - Im Irak-Konflikt verbünden sich die islamischen Gruppierungen gegen die Besatzer. Damit könnten die assyrischen Christen zwischen die Fronten geraten, fürchten Fachleute. Die Bombardierung der irakischen Stadt Falludscha durch die Besatzungstruppen schweisst das irakische Volk nach Ansicht des Direktors von Caritas Irak, Faiq Bourachi, nachhaltig zusammen: „Es wird seit den Angriffen vom 5. April nicht mehr zwischen Schiiten und Sunniten unterschieden. Es gibt in Falludscha nur noch Iraker, die sich mit den Opfern solidarisieren und sich vereint gegen die Koalitionsgruppen wenden.“ Bourachi befürchtet, dass die Angriffe das Vertrauen des irakischen Volkes an die Versprechen der Amerikaner auf Befreiung und Demokratie dauerhaft erschütterten. Von einer fortgesetzten militärischen Befriedung des Irak durch westliche Militärmächte könne eine Bedrohung für die Christen im Land ausgehen, fürchtet Horst Oberkampf. Der evangelische Pfarrer aus dem schwäbischen Bad Schussenried begleitet seit Jahren Partnerschaftsprojekte der württembergischen Landeskirche in Gemeinden im Nordirak. Bislang seien die Christen respektiert worden, berichtet Oberkampf. Die Kirchen seien in ihren Zentren in der früheren nördlichen Schutzzone der Vereinten Nationen unbehelligt geblieben. Allerdings bestehe die Gefahr für christliche Iraker, von ihren muslimischen Landsleuten als religiöse Verbündete der Amerikaner betrachtet zu werden. Dadurch könnten die Christen in der Öffentlichkeit unter Druck geraten und schlimmstenfalls sogar Ziele von Angriffen werden. In der Politik militärischer Stärke sieht Oberkampf den falschen Weg, um dauerhafte Sicherheit im Irak zu erreichen. Mehr unter http://www.kirchenbote.de/s740.html

16.04.2004   Irakischer Priester kritisiert Berichterstattung des Westens - Die Entführungen seien von ausländischen Kräften initiiert, vermutet Pfarrer Nizar Semaan aus Mossul. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=7452
 

Irakischer Pfarrer begrüsst neue Verfassung

12.03.2004   "Die neue Verfassung ist ein positiver Schritt in Richtung Demokratie und Einheit im Irak", erklärt der irakische Pfarrer Nizar Semaan. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=7203
 

Israel wollte den Krieg

07.02.2004   Nach Aussage eines bekannten israelischen Abgeordneten wussten die israelischen Geheimdienste, daß der Irak nicht im Besitz von Massenvernichtungswaffen war, haben dies aber den USA verschwiegen, berichtete der britische Guardian am Mittwoch. http://www.freace.de/artikel/200402/israel050204.html
 

Irak darf nicht zu einem zweiten Palästina werden

15.11.2003   Der Ordensobere des einzigen chaldäischen Ordens. P. Denka H. Toma, im Gespräch mit dem Fidesdienst. http://www.kath.net/detail.php?id=6416
 

Gefahr durch Sektenmissionare

13.09.2003   Der römisch-katholische Bischof von Bagdad, Jean Benjamin Sleiman, hat vor einer Verschärfung der Spannungen im Irak durch christliche Sektenprediger aus den USA gewarnt. Sleiman sagte, in jüngster Zeit seien mehrere US-Prediger im Irak eingetroffen. Sie eröffneten Kirchen und versuchten, Muslime zum Christentum zu bekehren. "Sie begreifen nicht, dass sie damit das Klima unerträglich machen und die Sensibilität der Leute verletzen", beklagte Sleiman. Zugleich warnte er, dass durch dieses Vorgehen der islamische Extremismus im Irak gefördert werde. Der arabische Bischof beklagte auch die soziale Situation im Irak. Saddam Hussein sei ein gefährlicher Diktator gewesen, doch nach ihm gebe es keine Arbeit mehr, keine innere Sicherheit und keine Vision für das Land. (Quelle: KNA, http://www.suedwest-aktiv.de/landundwelt/christliche_welt/artikel788325.php )
 

Irak: Christen helfen, wo sie können

30.07.2003   Trotz Problemen sieht der chaldäische Pfarrer Louis Sako (Mosul) gegenüber der ICO die Zukunft des Landes und der Christen vorsichtig optimistisch. Mehr unter http://www.kath.net/detail.php?id=5678
 

Auch Bundesrat Schmid glaubte an die US-Mär irakischer Massenvernichtungswaffen

30.07.2003   Kurz vor dem Einmarsch der US-Truppen im Irak gab Bundesrat Samuel Schmid der Mittelland-Zeitung (Ausgabe vom 5. März 2003) ein Interview. Darin drückte er seine Besorgnis über die Zuspitzung der Krise aus. Wörtlich sagte Schmid: "Im Irak herrscht ein Regime, das die Grundrechte sträflich missachtet, dessen Machthaber Stalin verherrlicht, der Menschenleben hemmungslos aufs Spiel setzt und über Massenvernichtungswaffen zu verfügen scheint. Letzteres ist heute erhärtet. Andererseits steht die Glaubwürdigkeit der UNO und der USA auf dem Spiel. Ich befürchte, dass es nur Verlierer geben wird. Unser Interesse muss sein, dass die Massenvernichtungswaffen vernichtet werden. Dabei müssen wir auch die Kooperationsbereitschaft des Irak voraussetzen. Angesichts der bisherigen Politik wird der Point of no return aber einmal überschritten sein." Frage: "Der Irak ist mit der Verschrottungsaktion der Raketen den UN-Forderungen entgegengekommen. Wird dadurch der Point of no return hinausgeschoben?" Schmid: "Das mag sein. Saddam Hussein hat bisher allerdings immer nur auf Ultimaten reagiert. Er gibt nur zu, was ihm gerade bewiesen werden kann. Damit wird der Verdacht gefördert, dass nach wie vor grosses Gefährdungspotenzial vorhanden ist. Auch für uns."

Kommentar: Hätte unser Schweizer Verteidigungsminister nicht doch besser auf all die erfahrenen UNO-Experten abstellen sollen? Bereits im Vorfeld hatten sie eindringlich davor gewarnt, das angebliche Bedrohungspotenzial zu überschätzen und darauf hingewiesen, dieses werde durch eine aggressive US-Kriegspropaganda als Vorwand verwendet, um präventiv in den Irak einmarschieren zu können. Demgegenüber liess sich der Verteidigungsminister ins Netz der alliierten Sprachregelung einbinden. Eine enger an den Vorgaben der schweizerischen Neutralität orientierte Ausdrucksweise wäre in diesem Fall bestimmt angemessener gewesen. Hat der Bundesrat daraus wenigstens eine Lehre gezogen? Über historisch bedingte US-Anlehnungen des VBS mehr unter: Proamerikanische Tradition des schweizerischen Verteidigungsdepartementes

 

Irak: Islamisten drängen Christen zur Konversion
Christliche und muslimische Mädchen, die kein Kopftuch tragen, werden eingeschüchtert, Entführungen stehen auf der Tagesordnung.

22.07.2003   Vom steigenden Einfluss radikaler Islamisten im Irak berichtet das internationale Hilfswerk Kirche in Not/Ostpriesterhilfe in München. Einige Moscheen hätten Christen in Rundfunkbotschaften dazu aufgefordert, zum Islam zu konvertieren. Vor allem aus der Gegend um Basra gebe es schwere Übergriffe gegen Christen, teilte das Hilfswerk unter Berufung auf kirchliche Partner in Jordanien mit. Christliche und muslimische Mädchen, die kein Kopftuch trügen, würden eingeschüchtert. Es gebe unbestätigte Berichte, dass Mädchen aus diesem Grund entführt worden seien. Entführungen und Vergewaltigungen stünden auf der Tagesordnung. Der Irak sei nach Berichten von Gewährsleuten ein Dschungel geworden, wo jeder verschwinden könne und niemand es wage, dagegen einzuschreiten. Sauberes Wasser sei immer noch knapp und die Bevölkerung oft gezwungen, verseuchtes Wasser zu trinken. Siebzig Prozent der Todesfälle von Kindern seien auf Durchfall und Atemwegsinfektionen zurückzuführen. Es gebe immer mehr Fälle von Ruhr und Typhus, da verarmte Familien keinen Zugang zu sauberer Nahrung hätten. Das Hilfswerk berichtet von einem großen Mangel an Medikamenten und medizinischem Gerät in allen Teilen des Iraks. Das Gesundheitssystem arbeite mit weniger als der Hälfte seiner Vorkriegskapazität. Stromausfälle seien normal, in einigen Gebieten gebe es oft zehn Stunden am Tag keinen Strom. Kirche in Not hilft nach eigenen Angaben im Irak durch Partner in Jordanien und durch die katholischen Bistümer im Irak selbst. Das Hilfswerk will jetzt mit weiteren 100.000 Euro für Nahrungsmittel und 76.000 Euro für medizinische Hilfe und Geräte zur Wasserreinigung helfen. Spenden sind erbeten auf das Konto Nr. 215 2002 bei der Liga-Bank München, BLZ 750 903 00.

 

Kein Ende im amerikanischen Massenvernichtungsaffentheater

16.07.2003  Hier einige Bonmots, welche das Vertrauen in die eigene Urteilskraft des Lesers wiederherstellen:

George W. Bush, US-Präsident, am 28. Januar 2003: «Die britische Regierung hat erfahren, dass Saddam Hussein kürzlich bedeutende Mengen Uran in Afrika kaufen wollte. Unsere Geheimdienste sagen uns, dass er versuchte, Aluminiumrohre, die für die Produktion von Nuklearwaffen geeignet sind, zu beschaffen.»

Dick Cheney, US-Vizepräsident, am 16. März 2003: «Wir wissen, dass er [Saddam] absolut versessen darauf war, sich Atomwaffen zu beschaffen. Und wir glauben, dass er tatsächlich wieder Atomwaffen hergestellt hat.»

Donald Rumsfeld, US-Verteidigungsminister, am 24. Juni 2003: «Sie lesen vielleicht zu viel. Ich kenne niemanden, der behauptet hat, die Iraker hätten Atomwaffen.»

Das Weisse Haus trage seit kurzem einen rötlichen Schimmer: Schamröte...

  http://www.facts.ch/facts/factsArtikel?artikelid=293028&rubrikid=784
 

Anatomie einer Lüge
„New Republic“ erklärt Bush zum Sicherheitsrisiko

02.07.2003   Amerika reinigt sich wieder einmal selbst. Die Debatte um die irakischen Massenvernichtungswaffen bringt die Regierung zunehmend in Erklärungsnöte. Die großen Medien haben längst die Fährte aufgenommen. Nicht nur die New York Times, auch ein Massenblatt wie USA Today fragt mittlerweile, ob die amerikanische Öffentlichkeit getäuscht wurde. Dabei war es ein offenes Geheimnis, dass die Suche nach Massenvernichtungswaffen nicht der einzige Kriegsgrund war. Aber die US-Regierung hat bekanntlich immer wieder erklärt, die irakischen Massenvernichtungswaffen stellten eine unmittelbare Bedrohung Amerikas dar. Für die Mehrzahl der Amerikaner war das der einzige Kriegsgrund. http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel4205/



Augenschein in Basra

Die Deutsche Journalistin Eva-Maria Hobiger berichtet: "Die furchtbaren Erlebnisse der letzten Wochen stehen unübersehbar in ihren Gesichtern geschrieben, und sie befinden sich noch immer in einem Schockzustand. Es gibt keine Zukunftsvision, die sie aus dem Schock befreien könnte. Ein Land voller potentieller Flüchtlinge, aber kein Staat dieser Erde will sie haben."   Wiederbegegnung mit Basra

 

Der Irak nach der Vertreibung von Saddams Regime: Die christliche Minderheit unter zunehmendem Druck durch moslemische Fundamentalisten

21.06.2003   Nach dem Sturz Saddam Husseins verschärft sich, wie von Irak-Kennern im Vorfeld der Besetzung erwartet, die Lage der christlichen Minderheit. Davon berichteten Helmut Steindl und Marie-Ange Siebrecht vom internationalen katholischen Hilfswerk Kirche in Not/Ostpriesterhilfe nach Rückkehr von einem zehntägigen Aufenthalt im Irak. Im mehrheitlich schiitischen Süden des Landes würden christliche Frauen gezwungen, den Tschador zu tragen, sagte Steindl, der die Projektabteilung von „Kirche in Not“ leitet. Tausende christlicher Familien stünden seit Monaten ohne Einkünfte dar. Der von Christen betriebene Verkauf von Alkohol habe nach zwei Mordanschlägen gegen Christen eingestellt werden müssen. Die Lage der Menschen im Irak bezeichnete Steindl als „katastrophal“. Wichtig sei jetzt vor allem, den an Unterernährung leidenden Kindern zu helfen, die mancherorts von Cholera bedroht seien. Die von „Kirche in Not“ mitfinanzierte Medikamentenversorgung und die beständig durch Konvois aus Jordanien kommende Notversorgung mit Hilfsgütern sei nur ein tropfen auf den heißen Stein. In dieser Lage helfe die Kirche Christen und Moslems gleichermaßen. Viele Ordensgemeinschaften arbeiteten „unermüdlich“ in Krankenhäusern, Kindergärten und Waisenhäusern. Auch hoffe die Kirche, in einem demokratischen Irak die von der Regierung unter Saddam Hussein beschlagnahmten Schulen wieder zu bekommen. Trotz des Drucks moslemischer Fundamentalisten wollen die Katholiken weiterhin auch in Not geratenen Moslems helfen, sagte Steindl unter Berufung auf den Bischof von Basra, Djibrail Kassab.

Von den 23 Millionen Einwohnern des Iraks bekennen sich 97 Prozent zum Islam, etwa zwei Drittel von ihnen zur sunnitischen, ein Drittel zur schiitischen Richtung. Etwa drei Prozent der Iraker sind Christen, die Hälfte davon Katholiken, die mehrheitlich der mit Rom in Gemeinschaft stehenden chaldäischen Kirche angehören. Sie leitet ihren Ursprung vom Apostel Thomas ab, der in dieser Region von 42 bis 49 nach Christus missionierte.

 

Die christliche Minderheit im Irak

Es ist wenig bekannt, dass im Irak - im völligen Gegensatz zu Saudiarabien etwa - seit biblischen Zeiten eine christliche Minderheit relativ unbehelligt leben kann, wenigstens solange sie nicht politisch aufbegehrt. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.
Lesen Sie auch das Interview mit dem irakischen Journalisten
P. Yousif Thomas Mirkis, der in Fribourg über die Situation in seinem Land befragt wurde.

 

Madeleine Albright: "Eine halbe Million tote irakische Kinder sind ein akzeptabler Preis."

Da war am 12.Mai 1996 eine US-Fernsehsendung namens "60 Minutes" mit der damaligen UN-Botschafterin Madeleine Albright als Gast. Frage: »Wir haben gehört, dass im Irak mehr als eine halbe Million Kinder gestorben sind. Ich meine, da sind mehr Kinder gestorben als in Hiroshima.« - Albright: »Ich denke, dass es eine sehr schwierige Wahl war. Aber der Preis, wir denken, dass der Preis es wert ist.«

Ein anderes Zitat: »Die Entfesselung eines Angriffskrieges ist das größte internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen nur dadurch unterscheidet, dass es in sich alle Schrecken vereinigt und anhäuft.«

Woher das stammt? Aus der Urteilsbegründung des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals, maßgeblich verfasst vom Anklagevertreter der Vereinigten Staaten, jener Grossmacht also, die das Wort "Angriffskrieg" kürzlich durch "Präventivverteidigung" ersetzt hat.

 

Zwei Schweigeminuten für die Opfer des 11. Septembers

Reichen Powells 'Beweise' für einen Angriffskrieg aus?

Hintergrundinformationen zum Irak-Embargo

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