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Für das Projekt "ViTHAL-Juraweg" gestalte ich Illustrationen zu Thaler Sagen, die dem Wanderer auf Informationstafeln erzählt werden. Hier die eine davon:
Gold im Guldental
Wie schlimm es enden kann, wenn jemand mit dem, was er hat, nie zufrieden ist, erzählt diese bedenkenswerte Sage.
Vor langer Zeit wohnte auf dem Passwang ein reicher, aber geiziger und hartherziger Senn. Ihm gehörten die saftigsten Weiden, die stattlichsten Kühe, der prächtigste Hof weit und breit. Er besass Geld wie Heu, sein Melkgeschirr war aus reinem Silber gefertigt. Das Gold hatte es ihm aber noch mehr angetan. Nachdem er für sein Vieh goldene Glocken hatte herstellen lassen, vergoldete er den Kühen auch die Hörner. Doch in seinem Dünkel war ihm dies alles noch zu wenig und er sann darüber nach, wie er sich selbst ein dauerhaftes Denkmal setzen könnte. Also liess er die markante Zingelenfluh, welche hoch über dem Nordportal des heutigen Passwangtunnels aufragt, vergolden. Der Glanz des Edelmetalls blendete ihn, wenn sich die Abensonne darin spiegelte. Doch bald darauf wendete sich das Blatt. Schwere Unwetter entluden sich über Hof und Weiden. Ein verheerender Erdrutsch begrub den ganzen Reichtum des Senns. Mausarm, wie er nun war, kratzte er in seiner Not das Gold von der Zingelenfluh, um einen neuen Stall bauen zu können. Doch das Glück war ihm nicht mehr hold. Sein neues Vieh wurde bald von Seuchen dahingerafft. Um überleben zu können, musste er sein Land verkaufen. Zuletzt zog er bettelnd von Haus zu Haus, zerlumpt, verlaust und von den Menschen gemieden. So starb schliesslich der ehemals so stolze und geizige Senn im Elend. Die glatte Zingelenfluh aber glänzt noch heute golden im Schein der untergehenden Sonne.
nach E. Pfluger, "Solothurner Sagen"
Hier eine weitere Thaler Sage: "Eine sagenhafte Fluh"