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Für das Projekt "ViTHAL-Juraweg" gestalte ich Illustrationen zu zwei Thaler Sagen, die dem Wanderer auf Informationstafeln erzählt werden. Hier die eine davon:

                                                                                                                           

Eine sagenhafte Fluh

Hoch ragt die Geissfluh ob Herbetswil auf. Versetzen Sie sich in Gedanken zeitlich weit zurück! Im Thal sollen damals noch die geheimnisvollen Erdleutchen gelebt haben...

 

 Roseli, ein tierliebendes Mädchen, hatte eben eine grosse Kröte, die sich in die Nähe seines Bauernhauses verirrt hatte, am Waldrand ausgesetzt. Plötzlich raschelte es im Gras. Ein kleines Männlein stand da und fragte: "Gutes Mädchen, möchtest du unserem siebten Kind nicht Patin sein?" Roseli sagte nach kurzem Zögern zu, zog sich zu Hause die Sonntagstracht an und erschien wieder an der gleichen Stelle. Das Männchen wartete bereits. Es trippelte voraus und führte das Mädchen zur Geissfluh. Nach dem Eintreten in eine kleine Höhle durchschritten sie einen finsteren, langen Gang. Auf ein Klopfzeichen des Männchens hin öffnete sich ein Tor zu einer andern Welt. Eingebettet in prächtige Obstgärten erblickte Roseli ein schmuckes Dorf. Die Kirchenglocken läuteten eben zur Taufe. Nun stand kein Zwerg mehr, sondern ein gleich grosses Wesen neben Roseli. Schon kamen ihnen viele Leute entgegen. Roseli trug auf einem weissen Taufkissen das Kind in die Kirche. Nach der Taufe sass man im Haus der Eltern bei Speis und Trank noch lange fröhlich beisammen.

Erst am späten Nachmittag wurde das Mädchen zum Felsentor begleitet. Die Zwerge schenkten Roseli zum Abschied drei glänzende Brocken Kohle. Da sie sehr schwer waren, liess es zwei am Boden liegen und eilte nach Hause. Dort erzählte das Mädchen den Eltern sein sonderbares Erlebnis. Als es den Kohlebrocken aus der Tasche zog, hielt es einen faustgrossen Klumpen Gold in der Hand. Die Familie konnte ihr Glück kaum fassen. Vater und Tochter machten sich sofort auf, um die beiden anderen Klumpen zu suchen. Das Gold reichte, damit die Eltern dem Mädchen einen stattliche Hof kaufen konnten. Bald darauf heiratete es einen flotten Burschen aus dem Rosinlital. Die Höhle mit dem Tor zur Erdleutchenwelt fand es allerdings nie mehr...

 nach E. Pfluger, "Solothurner Sagen"

 

Hier eine weitere Thaler Sage: "Gold im Guldental"