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Guldentaler Kalender 2003 - "Wegzeichen"

APRIL

   Bild: Erneuerung des Oberbergkreuzes im Jahre 1991 [Foto: Hanspeter Voegtli]

Gipfelkreuze und eine vergessene Kapelle

Auf Felsköpfen und Bergzügen rings um das Guldental stehen weithin sichtbare Wetterkreuze: Im Osten von Mümliswil auf dem Beretenflüehli, nördlich des Dorfes auf der Hauberghöhe, im Nordwesten von Ramiswil auf der Zingelen und der Barrenfluh und im Süden von Mümliswil auf dem Oberberg. Das acht Meter hohe Christ-König-Kreuz auf dem Oberberg wurde im Sommer 1937 von der katholischen Jungmannschaft am Rand des Nordabhangs errichtet und krönt dort die Bergsilhouette. 1957 wurde das Kreuz ein erstes Mal, 1991 zum zweiten Mal erneuert und jeweils vor und an Festtagen beleuchtet. Am Anfang seien junge Leute des Abends zum Kreuz aufgestiegen und hätten es mit Kerzen und Taschenlampen illuminiert, wird erzählt. Später wurden dann elektrische Lichter fest montiert. Das Oberbergkreuz ist ein Geheimtip für eine kurze Höhenwanderung. Der Standort bietet einen überwältigenden Ausblick
auf das Dorf Mümliswil. Auf dem Oberberg befand sich einst auch eine kleine Kapelle, welche etwas südlich des heutigen Kreuzes stand. Sie war den 14 Nothelfern geweiht und sei vom Oberbergsenn als Folge einer in Mümliswil wütenden Pockenepidemie errichtet worden. Der baufällige Andachtsort wurde um das Jahr 1902 aufgegeben.


  

Bilder: Relikte aus der ehemaligen Oberbergkapelle, links Votivtafel aus der ehemaligen Oberbergkapelle, 17. Jahrhundert, Eiche, Höhe 95 cm. Rechts zwei Engelfiguren aus dem 17. Jahrhundert, Linde, Standort unbekannt [entnommen aus  "Ortsgeschichtliches über Mümliswil-Ramiswil", Band 2 von Max Walter]

 

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