Guldentaler Kalender 2003 - "Wegzeichen"
FEBRUAR
[Foto: jch; das Bild im Kalender
ist schwarzweiss wiedergegeben.]
Schauergeschichten und ein Heimatroman
Die Scheltenstrasse zweigt kurz nach Ramiswil von der Passwangstrasse westwärts
ab und führt kurz nach dem Hof «hintere Säge» über einen steilen Anstieg, «Wahlestich»
genannt. Dort wo sich das Tal wieder weitet, steht am rechten Strassenrand eine
kleine Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, welche eine schön gefasste barocke
Marienstatue mit Kind und vergoldetem Strahlenkranz beherbergt. Die Legende
erzählt, dass an dieser Stelle eine alte Frau aus dem hinteren Guldental von
fremden Kriegsknechten gemartert und lebendig begraben worden sei. Auch der Wahlestich selbst ist von Geschichten umrankt. Der Ramiswiler Pfarrer und
Volksschriftsteller Werner Liechti (1933-1941) brachte in seiner Erzählung «Der
Wahlestich» diese Stelle mit einem legendären Mordfall in Verbindung. Dort wo
sich über einem mächtigen Steinklotz ein Holzkreuz erhebt, schreibt er, habe ein
fremder Glasarbeiter, der «Wahler Köbi», seinen Rivalen Franz Seppli erschlagen.
Fotos: jch
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