Guldentaler Kalender 2003 - "Wegzeichen"
OKTOBER
Foto: Bild der thronenden Muttergottes mit Kind hoch oben an der Felswand in der Schlucht [Foto: jch]
Das Kleinod in der Limmernschlucht
An der Strasse durch die Limmernschlucht, dort wo nach kurzem Anstieg ein
Geländer den Steilhang gegen den Bach sichert, erblickt der aufmerksame Wanderer
etwas vertieft im Felsen ein kleines Madonnenbild und darunter die Inschrift
«P.1794 F».
Zur Zeit der französischen Revolution flohen aus dem Elsass verjagte Priester
zum Teil bis in die Schweiz, um in den Städten und Dörfern Unterschlupf zu
finden. Die Geschichte erzählt, dass eine solche Gruppe über die Wasserfallen
gezogen sei. In der Limmernschlucht sei einer der Priester als Folge der
ausgestandenen Strapazen tot zusammengebrochen. Daran soll das unscheinbare Bild
erinnern.
Solch
kleinere und grössere Bildstöckchen und Wegzeichen trifft man immer wieder an
Strassen und Pfaden im Guldental. In früheren Zeiten waren einige von ihnen
Prozessions-, Wallfahrts- oder Kreuzwegstationen. Sie sollten den
Vorübergehenden Anlass zu einem kurzen Bittgebet für Haus und Fluren sein. Bis
in unsere Zeit werden zur Erinnerung an Unfallopfer solche Zeichen stillen
Gedenkens gestiftet.
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