Guldentaler Kalender 2003 - "Wegzeichen"
SEPTEMBER
Bild: Im Jahre 1957 - Das gemeinsame Werk der Reckenkiener Bevölkerung ist vollendet! Als letztes wird das Turmkreuz aufgerichtet. [Fotos: Thomas Baschung]
Was lange währt wird endlich gut
Die Kapelle im Reckenkien, welche der
Muttergottes von Fatima in Portugal geweiht
ist, wurde nach eineinhalb Jahren Bauzeit am 8. September 1957 mit einem grossen
Fest eingeweiht. Robert Latscha-Nussbaumer erzählt: „Bereits vor dem Ende des
zweiten Weltkrieges verspürte ich den Wunsch, für mich im Reckenkien ein kleines
Kapellchen zum Beten zu erstellen. Über lange Zeit hegte ich diesen Gedanken,
verfolgte das Ziel jedoch ohne Eile. Allerdings erstellte ich bereits Pläne
dafür. Nach und nach erfuhren andere Reckenkiener von dieser Idee und fanden
Gefallen daran. Erst als Pfarrer Johann Baptist Graber von meinen Absichten
erfuhr, kam der Stein so richtig ins Rollen. Wenn man schon etwas baue, habe der
Pfarrer erklärt, dann ein richtiges Kirchlein für alle.“ Zwei Jahre lang wurden
in Mümliswil und den umliegenden Gemeinden von Heribert Schmid-Haefeli, Josef
Fluri-Roth und anderen eifrig Spenden gesammelt und im Frühjahr 1956 mit dem Bau
begonnen. Das Land stellte Arnold Eggenschwiler gratis zur Verfügung. Die
Bauleute und Handwerker machten Spezialpreise und die Reckenkiener packten
tüchtig selbst mit an. „Eine harte Zeit ist das gewesen neben Beruf und Stall,
aber der Aufwand hat sich gelohnt“, meint Robert Latscha. Bis heute ist die
Kapelle neben der Käserei ein Stück Reckenkiener Identität.
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