www.haefely.info

Guldentaler Kalender 2004  - "Güldenes Wasser"

APRIL

 

    

vetten, Waschbütten und Plumpsklosetts

«Rasch unter die Dusche und noch eine Trommel Wäsche in den Tumbler!» - Es sind noch keine hundert Jahre her, da wagten die Guldentalerinnen von solchen Segnungen der Zivilisation nicht zu träumen. Auch wenn schon damals Wert auf Sauberkeit gelegt wurde – in der Schule wurden Hände und Taschentücher inspiziert -, Hygiene war eine umständliche Angelegenheit. Die nicht eben wohlriechenden Plumpsklosetts wurden in separate ungeheizte Bretterverschläge verbannt, ihre Senklöcher hin und wieder abgepumpt. Statt unter der Dusche machte man sich am Morgen mit etwas Wasser aus der Küvette frisch. In der kalten Jahreszeit konnte es vorkommen, dass das in einer Karaffe bereitgestellte Wasser über Nacht vereiste. Gebadet wurde in der Regel am Samstag, und der erste in der Badewanne hatte auch das sauberste Wasser. Verschwitzte Hosen und Hemden, Leintücher und Leibchen, Socken und Strümpfe, alles wurde im Keller oder auf dem Dachboden gesammelt und alle paar Wochen oder Monate von Hand gewaschen. Dazu wurden schwere Holzbütten hervorgekramt, Seifenlauge gesiedet und die Schmutzware auf Waschbrettern kräftig geschlagen und sauber gerieben, an langen Wäscheleinen zum Trocknen aufgehängt und mit kohlebeheizten Bügeleisen geplättet. Bereits im Jahre 1828 war dafür im Unter- und im Oberdorf je ein öffentliches Waschhaus, ein «Buchhuus», errichtet worden. Heute sind die alltäglichen Diener kaum einen Gedanken der Dankbarkeit wert. [jch]
 

Bild: Waschtag bei "Steinwirts" an der Mümliswiler Hinteren Gasse im Jahre 1922. Das Waschwasser wurde vom Brunnen her über einen Holzkanal den Bütten zugeleitet. Der kleine Junge links ist der heutige 83jährige Hausbesitzer.

 

Zur Seite 'Guldentaler Kalender 2004', wo Sie Ihr Exemplar gleich bestellen können!

Seit dem 1. April sind Sie BesucherIn Nr. Zugriffszähler