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Guldentaler Kalender 2004  - "Güldenes Wasser"

AUGUST

    

Weihwasser und Taufbecken


Ohne Wasser kein Leben! Der Regen galt den Erdenbewohnern zu allen Zeiten als Segen des Himmels. Es erstaunt nicht, wenn sich beim biblischen Propheten Ezechiel in Vers 36.25 folgendes Bild findet: «Dann sprenge ich reines Wasser über euch, damit ihr gereinigt werdet. Von all euren Unreinheiten und all euren Götzen will ich euch reinigen.» Hier wird bereits die symbolhafte Reinigung angedeutet, wie sie später Bussprediger Johannes der Täufer vollzog und so nahtlos überging in das christliche Sakrament der Taufe. Eigene Taufkapellen wurden dafür gebaut. Auch in Mümliswil und Ramiswil haben die Taufsteine der Pfarrkirchen eine Bedeutung, die Generationen verbindet. Mit Wasser übergossen bekommt der frischgebackene Erdenbürger seinen Namen. Auf unserem Bild von 1960 wird der Täufling von der damaligen Dorfhebamme Anna Jeker-Büttler gehalten, während die Mutter noch im Wochenbett liegt. Taufspender ist Niklaus Kaufmann, Vikar in Mümliswil. Wenn sich ein Lebenskreis schliesst, wird der Leib in geweihte, mit Weihwasser besprengte Erde zur Ruhe gebettet. Das Weihwasser wird vom Pfarrer an speziellen Festtagen gesegnet, so in der Osternacht, am Dreifaltigkeitssonntag und am Dreikönigstag. Zwar haben rationalistische Aufklärungsstürme manches zum Verschwinden gebracht. Vielerorts ist es aber nach wie vor Brauch, sich Stall und Haus, Vieh und Hausrat aussegnen zu lassen. In mancher Stube hat sogar das Weihwasserkrüglein seinen angestammten Platz als stilles Segenszeichen behauptet.
[jch]
 

 

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