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Guldentaler Kalender 2004  - "Güldenes Wasser"

JULI

    

Wilde Wasser

«Den 16. Juli 1830 und wiederum den 26. Juli 1831 entlud sich über die Gegend des Passwangs ein furchtbarer Wasserorkan, so dass man von ferne her das Wasser stromweise die Berghalden herunterstürzen sah. Da hatte das Rammiswylerthal die grössten Verheerungen auszustehen. Ein junger Mann verlor das Leben. Strassenbette, Brücken, Gärten wurden weggeschwemmt, Häuser und Scheunen fortgerissen oder beschädigt, Felder oder Wiesen mit Schutt u.s.w. überdeckt. Die Regierung steuerte an den Schaden, und Liebesgaben fielen reichlich.» So schilderte Urs Peter Strohmeier im Jahre 1836 in seinem Buch über den Kanton Solothurn ein Unwetter im Guldental. Auch die Jahre 1914 und 1926 blieben den Einheimischen als schlimme Hochwasserjahre in Erinnerung. Das Mümliswiler Limmernbach gilt als einziger staatlich anerkannter Wildbach im Kanton und hat auch nach seiner Korrektion im Jahre 1881 immer wieder erhebliche Überschwemmungen verursacht, bei denen auch mal Kühe aus der Limmern bis ins Dorf hinunter mitgerissen wurden. Nach der Begradigung beschränkten sich die Schäden eher auf das Unterdorf, wo sich bei der Engelbrücke durch mitgeführte Stämme das Wasser staute. Im heissen Rekordsommer des Jahres 2003 war der Limmernbach nicht wiederzuerkennen: Als bescheidenes Rinnsal kroch er dem Lobisey zu.
[jch]
 

Bild: Die Überschwemmung im Jahre 1926 - Der Mümliswiler Limmernbach staut sich vor dem Restaurant "Engel" [Foto: Josef Haefely-Glutz]

 

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