haefely.info                                          

zurück zu 'Fotos Guldental'

zurück zu 'Ortsgeschichte'

Der Passwang

Der alte Passübergang verbindet den Bezirk Thal mit dem Schwarzbubenland. Sein alter Name "Barschwang" ist fast in Vergessenheit geraten und wird nur noch von alten Guldentalern und Beinwilern gepflegt. Vor dem Bau des Zingelentunnels auf der Passwanghöhe war dieser Passübergang sehr steil und daher von Fuhrwerken nur mühsam zu befahren. Diese "alte Passwangstrasse" beginnt bei der Mümliswiler Käserei, führt den "Rank" hinauf und verläuft in gleichmässiger Steigung über das obere Reckenkien. Es lohnt sich, diesen alten Passübergang an einem schönen Tag zu Fuss abzulaufen. Über die ungewöhnliche Steigung der alten Passwangstrasse schrieb Urs Peter Strohmeier schon 1836:

»Die Strasse über diesen Berg wurde 1730 unter dem Bauherrn Suri erbauet; sie steigt an vielen Orten über 20 Fuss Prozent, und ist unstreitig die schlechteste Communikationsstrasse der Schweiz, obwohl sie eine der volksreichsten Amteien mit der Hauptstadt des Kantons verbindet. Es scheint, man habe beim Baue dieser halsbrecherischen Strasse die höchsten Joche und unschicklichsten Stellen geflissentlich ausgewählt, um sie da durchzuführen.«

 

Die Tonlithographie von Constantin Guise zeigt den Gasthof Neuhüsli an der Passwangstrasse um 1850. Er liegt auf Beinwiler Boden. (Original in der Zentralbibliothek Zürich) .

Der "Passwang-Berglauf", organisert von Skiclub Mümliswil, führt über diesen alten Weg mit ein paar schönen alten Wegkreuzen. Sie zeugen von längst vergangenen Unfällen. Dr. Oskar Wendel schrieb 1851 in seinem «Topographisch-statistisch-historischen Führer zu den schönsten Standpunkten und vorzüglichsten Naturschönheiten der Schweiz» (Weimar, S.304):

»Der Passwang, in der Volkssprache: Baschwang, auch Passwand, ein Gebirgsrücken des Jura im Kanton Solothurn, liegt 3730 Fusshoch, bietet auf seiner Höhe eine ausgedehnte, reizende Aussicht dar und ist deshalb noch bemerkenswerth, weil auf demselben, wie auch auf den nahen Alpen, ein vortrefflicher Käse bereitet wird. Am nördlichen Abhange desselben wurde im März 1798 ein hier stationirendes, französisches Bataillon von Solothurner Landleuten überfallen und vertrieben.«

Partie am Passwang. Aquarellierte Federzeichnung von Rudolf Müller um 1830, Kunstmuseum Olten

Die grossartige Aussicht inspirierte noch einen anderen Künstler: Im Juli 1813 malte der Basler Landschaftsmaler Samuel Birmann ein Passwangpanorama (Aquarell im Format  21x169,1cm, Kunstmuseum Basel, Inventarnummer Inv.Bi.406, Werkverzeichnis Nr. 72).

Die heutige neue Passwangstrasse über Ramiswil ist landschaftlich ebenso reizvoll. Auf halber Höhe steht die Hl. Blutkapelle Vorder Beibelberg, ein beliebter Aussichts- und Hochzeitort. Wer glaubt, dass er sich nach Durchquerung des Zingelentunnels bereits im Bezirk Thierstein befindet, irrt sich. Zum Gemeindegebiet von Mümliswil-Ramiswil gehört auch noch ein ansehnliches Stück auf der Nordseite. Der Hof "Unter Passwang" gegenüber dem Nordportal des Tunnels wie auch die beiden Höfe "Ober Schilt" und "Unter Schilt" auf 800 m Höhe befinden sich noch auf Ramiswiler Boden, während das "Schiltloch" bereits zu Beinwil gehört.

Unser Panorama zeigt links die bemerkenswerte glatte Felsplatte der "Zingelen" direkt über dem Nordportal des Passwangtunnels, in der Bildmitte links auf halber Höhe die Passwangstrasse, die Schilthöfe und rechts den Berghof "Unter Passwang".

Übrigens wurde auch in den USA der Reiz des Solothurner Jura entdeckt. Ein wunderschönes Winterpanorama von der Südseite des Passwanggebietes inklusive Alpensicht können Sie erleben, wenn Sie dem folgenden externen Link folgen: http://www.geocities.com/yosemite/falls/7335/pano/juralp.html

Geschichtliche Infos erfahren Sei unter folgendem Link:  http://www.guldental.com/passwang.htm

Wer sich für die Steigung der Passwangstrasse interessiert, findet hier eine Grafik: http://www.salite.ch/passwang.htm

Für potentielle Passwang-Wanderer gibt es hier die nötigen Infos: http://homepage.swissonline.ch/jurawanderungen

Auch für Mountain-Biker ist das Passwanggebiet ein Paradies: http://www.post.ch/SiteOnLine/DE/Accueil/1,1727,5166,00.html

Übernachten mit Alpenpanorama inklusive? Möglich im Naturfreundehaus Passwang: http://www.gruppenhaus.ch/objekte/d/133.html

Wer sich für die Gemeinde Beinwil auf der Nordseite des Passwangs interessiert, kann sie sich durch die "Beibeler" 3. / 4. Klässler gleich selbst vorstellen lassen: http://www.schulnetz.ch/schulen/baerschwil/plan.html

 

Website aktualisiert am 28.1.2003

zur Seite 'Fotos aus dem Guldental'

zur Seite 'Ortsgeschichte'