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Ramiswil (links) und Mümliswil(rechts) kurz vor 1900

 

Wandel in den Ortsbildern von Mümliswil und Ramiswil

Chronologie

 redigiert von Josef C. Haefely, Ergänzungen oder Ungenauigkeiten bitte melden! Letzte Aktualisierung: 06.08.2003

 

 Ende des 7. Jahrhunderts

Der Weiler "Mumeliswile" könnte zufolge seiner Lage an den frühmittelalterlichen, evtl. sogar römischen Pässen Wasserfallen, Passwang und La Scheulte und die Nachbarschaft zu Granfelden Sammelpunkt der ersten christlichen Ansiedler des Guldentals gewesen sein. Evtl. stand schon ein bescheidenes Bethaus. (nach Max Walter 2, S. 27)

11. Jahrhundert

Die Pfarrkirche von Mümliswil wird von den Grafen von Bechburg gestiftet. Evtl. gehen die St. Martinskirchen im Kanton Solothurn bereits auf die letzten Jahrhunderte des ersten Jahrtausends zurück. Bauhistorische Mitteilungen über die erste Kapelle oder Kirche existieren nicht. (nach Max Walter 2, S. 27)

Um 1400

Steht eine Kirche, von der in der Folge die Rede sein wird.

1510

"Vogt Falkenstein, er soll den Herrn von Mümliswil erbitten, das Huss (Kirche) zu buwen"

1512

"Dem Herrn von Mümliswil soll der Vogt ein Malt Korn geben zu Stür an den Buw sines Huss"

31. August 1518

Erste Erwähnung eines Gotteshauses im Ramiswil: Ein Martin Ruoffli verkauft seine Alp auf dem Beibelberg und muss an das Gotteshaus zu Ramiswil zinsen.

1523

Für Ramiswil wird als Kirchenpatron St. Nikolaus genannt.

1549

Chronist Franz Haffner berichtet: "Das Pfarrhaus zu Mümlisweil gebawet, hat gemessen 63. Klaffter, jedes umb 21. Batzen"

1555

wird im "Urbar der Kilchen zu Ramiswyl" erstmals ein Gotteshaus erwähnt.

1562

Peter Jakob aus Montbeliard errichtet eine Papiermühle "an der Wasserfallen", später "obere Mühle" genannt. (Anmerkung von Max Brunner zu Beat Walter S.192)

1565

Peter Jakob baut an Stelle des alten Badhauses, das er gekauft hatte, eine zweite "untere" Mühle. (Anmerkung von Max Brunner zu Beat Walter S.192)

1577

„…ist sowohl am Pfarrhaus als auch am Kilchehuus gebaut worden.“

1596

In Ramiswil wird die Mühle von Hans Gasser gebaut.

Um 1600

Ein neues Gotteshaus wird gebaut. Gleichzeitig wird auch ein neben der Kirche stehendes Beinhaus restauriert. (1792 berichtet der frühere Ortspfarrer Philipp Jakob Pfluger, dass in unmittelbarer Nähe des alten Gotteshauses und abseits des Beinhauses noch eine Kapelle des hl. Wendelin gestanden hat.)

1608

Der Hof  "Untere Breiten" (Nr. 131) wird gebaut. Damals wohnten zehn Personen auf der Breiten, eine Familie Bloch mit ihren drei Kindern, mit zwei Knechten und drei Mägden. Sie lebten von der Alpwirtschaft, vom Anknen und Käsen.

17. Jahrhundert

Die kleine Kapelle an der Scheltenstrasse mit einer Marienstatue wird gebaut.

10. Oktober 1616

erfolgt die Einweihung der Kirche und der Altäre durch Weihbischof Johannes Bernhardus von Konstanz.

1631/32

wird ein steinernes Kreuz auf dem Kirchhof aufgestellt.

1651

wird der Kirchhof mit Mauern umgeben

1666

Auf der Breitenhöhe wird, vermutlich von einem Hans Jecker (1628-1696) "des Gerichts", ein Wegkreuz erstellt.

1670

Der Vogt zu Falkenstein stellt fest, dass sich die Ramiswiler Kirche in einem bedenklichen Zustand befindet, so dass der Vikar von Mümliswil nur unter grösster Gefahr die Messe lesen könne.

1672

Die Kapelle St. Wendelin "im Moos" wird errichtet, in Besitz der Glasfabrikanten Gresly.

1690-94

In Ramiswil wird eine Kapelle gebaut, die 1869 beim Bau der Kirche wieder abgebrochen wird.

2. Juli 1694

wird in der Ramiswiler Kapelle des hl. Niklaus, die von Grund auf neu erbaut worden ist, erstmals die hl. Messe gefeiert.

1715/17

wird eine Sakristei an die Kirche gebaut

1730

Die Passwangstrasse wird gebaut.

Der Rat zu Solothurn bewilligt einen Beitrag für die dringendsten Arbeiten an der Ramiswiler Kirche.

1748

Feldmesser Johann Ludwig Erb zeichnet Pläne von Mümliswil und Ramiswil (im Staatsarchiv Solothurn).

1770

schreibt der Landvogt auf Falkenstein der Regierung, dass die Pfarrkirche von Mümliswil baufällig sei und wegen der anwachsenden Pfarrei erweitert werden solle.

1788

In Mümliswil wird ein Schulhaus mit Wohnung gebaut, Nr. 75 "S'Freie Huus" genannt (später Josef Albani). Im Frühling 1788 ist es bezugsbereit für die 80 Schüler aus Mümliswil und Ramiswil. Lehrer war Wolfgang Nussbaumer. Bis dahin wurde im Haus Nr.32 "Sigrischte Hus" unterrichtet. Dieses stand dort, wo sich heute die "Chäsi" befindet.

1790-92

Kammmacher Urs Josef Walter errichtet eine Werkstatt.

1792

Unter Pfarrer Philipp Jakob Pfluger wird die Pfarrkirche niedergerissen, wobei der Kirchturm stehen bleibt. Die benachbarte St. Wendelinskapelle wird ebenfalls abgetragen. Um die Grösse der Kirche entsteht ein Streit, bei dem sich sogar die Regierung einschaltet.

16. Mai 1793

Grundsteinlegung der neuen Dorfkirche unter dem Pontifikat Pius VI. und Fürstbischof Joseph von Roggenbach, der 1792 vor den französischen Truppen aus Pruntrut nach Biel und später nach Konstanz fliehen musste.

Anfang des 19. Jahrhunderts

Nach Beat Walter: "Das Dorf Mümliswil hatte kein freundliches Aussehen. Es waren 12 Häuser mit Schindlendächer, wovon 7 mit Steinschindeln." Im Dorf waren fünf grosse Güllen oder Schlammsammler, drei im Oberdorf, einer in Mitteldorf und eine im Unterdorf. Dolen gab es keine. Steinerne Brunntröge gab es zwei, beim "Ochsen" und beim Pfarrhaus.

Auf dem Lindenplatz werden Neuigkeiten ausgetauscht. Dort stehen drei Prachtlinden, die grösste ist mit einer Bank umgeben, an Sonntagen findet dort der Wochenmarkt statt.

Im Haus Nr. 14 befindet sich die Gerberei von Niklaus Ackermann.

Im Haus Nr. 2 befindet sich die Nagelschmiede des Johann Diemand von Hubersdorf, bis 1844, dann wird sie infolge der Maschinennägel geschlossen.

In der Förstlen stellt Josef Jäggi Spielkarten her, ebenso Johann Schärr im Reckenkiener Herrenhüsli. Weitere Kartenmacher sind Johann Probst sowie Philipp und Franz Josef Schärr.

Die Mühle wurde von Victor Ackermann betrieben.

Im Haus Nr.78 befindet sich eine Schnupftabakmühle, welche Robert Brosy, Krämer, gehört.

Im Höchhus betreibt Urs Josef Brunner bis 1840 eine Fuhrhalterei zwischen Burgdorf und Basel. (nach B. Walter)

In Ramiswil befindet sich die Schule im sogenannten "Chilchlihuus", heue "alti Chesi" genannt, später wird auch im Haus Nr.14, der ehemaligen Wirtschaft "Eintracht" Schule gehalten.

1809

An der Nordostseite des Lindenplatzes wird ein Feuerspritzenhaus aufgestellt. Es steht dort bis zum Schulhausneubau von 1839.

um 1812

war die Schule im Haus Nr.31 untergebracht, welches später dem Pius Frey gehörte (daher "s'Freye Huus", noch später Josef Albani).

1818-1820

Urs Viktor Walter baut an der Stelle des alten Dorfwächterhauses ein stattliches Haus mit rückwärtiger Laube, Nr.190, und richtet 1828 im Erdgeschoss eine Pintenwirtschaft ein.

1822

Johann Jöcker baut nach zähen Verhandlungen nördlich des Schulhauses von 1788 ein stattliches Wohnhaus, Nr.195, (heute Geschwister Aeberhard, Kirchweg). Beat Walter erwähnt ebenso: Nr.195 von Geb. Jecker ab vordern Kirschenhof.

Hausbauten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wohl zw. 1820-1830

Nr.197 von Josef Walter .

Nr. 25 von Peter Walter (heute Farn. Pirracchio)

Nr.226 von Niklaus Ackermann, Gerber

Nr.207 von Benedikt Häfeli, Metzger (hinter der Schweizerhalle, vormals Jäggi Sepp)

Nr.203 von Jakob Strähl, Färber

Nr.203a von Theodor Probst

Nr.147 von Georg Günter, Wirt

(nach B. Walter)

1826-27

Drei steinerne Brunntröge im Ober- Mittel- und Unterdorf werden durch die Gemeinde erstellt und ersetzen solche aus Holz. (nach B. W.)

1828

werden zwei Waschhäuser erstellt. (nach Beat Walter)

Das obere (bei Möbel Kamber) wurde später als Schlachthaus genutzt, das untere stand bei der Engelbrücke.

17. Januar 1828

Das Haus von Josef Nussbaumer, mit Steinschindeln gedeckt, brennt nieder und  wird 1829-30 durch das nachmalige Haus Nr.45 ersetzt (heute Fritz Iseli). (nach Beat Walter)

1827

„solle der Kirchthurm nach dem vorhandenen Riss gemacht werden, wo aber unter dem Riss nur eine Zeittafel verstanden ist" (Gde. protokoll vom 14.1.1827)

ab 1830

Weil der wöchentliche Botendienst Dornach-Passwang-Solothurn aufhört, übernimmt Witwe Anna Maria Fluri, "Boten Anmeili" genannt, dreimal in der Woche Botengänge nach Balsthal. Sie wohnt am Förstlenweg (früher Schattengasse) Nr.16 im oberen Stock.

Juli 1830

Infolge eines heftigen Gewitters wird das Haus Nr.197 des Schreiners Leonz Nussbaumer umspült. Der Eingang des Gasthofes Kreuz von Georg Günther war auf der Nordseite und wurde ebenfalls überflutet. Vier gewölbte Steinbrücken wurden weggerissen. Kettensträflinge aus Solothurn wurden zum Räumen eingesetzt. Sie übernachteten im Haus Nr.48 des Baptist Büttler, alt Schullehrer (nach Beat Walter, S.202ff).

22. Dezember 1830

Anlässlich des Baisthalertages wird das Erdgeschoss des Hauses Nr. 190 von Hauptmann und Gerichtssäss Urs Viktor Walter durch hitzige Schwarzbuben verwüstet. Anstifter soll der liberale aus Mümliswil stammende Abbé Johann Baptist Brosi gewesen sein. Walter kann knapp entkommen.

bis 1832/33

gibt es nur eine Schule mit 110-120 Kindern, untergebracht im oberen Haus Nr.31a, Eigentum von Pius Frey. Wegen der grossen Zahl der Schüler wird 1833 eine zweite Schule eingeführt, welche im unteren Stock des Hauses Nr. 50 untergebracht wird. Im Herbst 1840 ziehen beide Schulen in das neue Schulhaus um.

1833

Für Mümliswil wird ein Jahrmarkt bewilligt.

1834

Renovation der Kirche, wobei "der Kirchturm frisch mit Schindeln angeschlagen und rot angestrichen" wurde.

Eine zweite Schule wird in Mümliswil eröffnet.

1836

U.P. Strohmeier schreibt in seinem Buch "Der Kanton Solothurn": "Wenige Dörfer des Kantons haben sich in den letzten dreissig Jahren so verschönert wie dieses. Wo man früher ärmliche Hütten sah, stehen jetzt neue, ansehnliche Häuser, die für den Wohlstand der Bevölkerung sprechen."

U.P. Strohmeier erwähnt in seinem Buch "Der Kanton Solothurn" eine Arbeitsschule in Mümliswil.

bis 1838

ist die Ramiswiler Schule in einem Privathaus untergebracht, das Ulrich Dobler gehört, "im obern Stock in der hintern Gass". 1838 wird die Gemeinde vom Regierungsrat aufgefordert, in Ramiswil ein Schulhaus zu bauen, was im selben Jahr ausgeführt wird. Zu Beginn des Winterschuljahres 1838/39 ziehen Lehrer Victor Brunners Schüler ein.

9. November 1838

Eröffnung einer Sekundarschule mit zwei Klassen auf privater Basis, die im Unterdorf Haus Nr.74 (Haus Pius Walter, Sägereistrasse) untergebracht wird. Lehrer ist Abbé Johann Baptist Cartier aus Oensingen. 20 einheimische und 15 auswärtige Schüler, darunter 8 aus Balsthal, einer aus Olten und 2 aus dem Kanton Bern. 1840 zieht sie ins neue Schulhaus um. Sie wird 1850 wieder aufgehoben wegen Geld- und Schülermangel. 1847 nämlich wird in Balsthal eine Sekundarschule eröffnet, die allerdings bereits 1853 nicht mehr besteht. (Nach B. Walter)

1839-1840

Auf dem Lindenplatz wird auf Aufforderung des Oberamtmanns vom 28. Juli 1838 hin ein Schulhaus (später "Vatikan" genannt) gebaut. Vier mögliche Standorte werden diskutiert: die Pfarrmatt, der Lindenplatz, das Haus des Franz Jekers sel. Erben, die Scheune des Franz Jekers sel. Erben. Um das zusätzliche dritte Geschoss (für die neu gegründete Sekundarschule auf privater Basis) entsteht langwieriger Streit. Es wird mit Schiefer gedeckt, muss aber nach 2-3 Jahren durch ein Ziegeldach ersetzt werden. Das Spritzenhaus an der Nordostseite wird abgerissen. Im Herbst 1840 ziehen beide Klassen ins neue Gebäude um, ebenso zieht die Sekundarschule samt Arbeitsschule in das 3. Geschoss ein. Es gilt als eines der schönsten im Kanton.

1840-42

War der Ochsen das Lokal der Liberalen, das Kreuz jenes der Konservativen (nach Beat Walter).

1842

Die Gde. versammlung beschliesst die Erweiterung des Friedhofes nach den Entwürfen von Förster Messer in Balsthal.

Das Ramiswiler Pfarrhaus wird gebaut.

1847

Das Missionskreuz auf dem vorderen Kirchhof wird aufgestellt.

1850

„Mümliswil ist eine aufblühende Gemeinde und wird als solche allerorts anerkannt“, schreibt Beat Walter (S.231 )

1851

Der Kirchturm wird statt mit Schindeln mit Schuppenblech beschlagen und die Wetterfahne durch Kugel und goldenen Hahn ersetzt.

1860 (nach Beat Walter) oder 1862-63 (nach Max Walter)

August Walter-von Rohr baut südlich des Dorfes seine erste Kammfabrik. Der untere Stock dient der Kammfabrikation, die beiden oberen Geschosse werden an Bandfabrikant Bürgi in Basel vermietet. (Anmerkung von Hans Brunner zu Beat Walter S.192)

7. September 1864

Morgens 9 Uhr werden beide Schildhäuser abgebrannt (der Roten und Grauen?).

1866-67

wird die Kantonsstrasse über die Breitenhöhe nach Langenbruck erstellt.

1867-70

August Walter-von Rohr lässt die untere Papiermühle und Nebenbauten, welche er 1859 von Gottlieb Brosy erworben hatte, abreissen und errichtet dort seine zweite Kammfabrik. Das Wohnhaus wird weiter benutzt. Auch die Nagelschmiede nebst Land und Wald gehören zur erworbenen Liegenschaft. Brosy zieht zu seinem Sohn Edmund, Pfarrer in Kappel.

6. April 1868

brennen zwei Häuser in der Förstlen nieder. Sie gehören Jakob Büttler, Urs Josef sel., Posamenter, von Mümliswil, und Josef Wigli von Seewen. Ursache sind zeuselnde Kinder. Im Sommer werden die Häuser wieder aufgebaut.

1868

Eine neue Kirchturmuhr wird angeschafft und am 29. Dezember in Gang gesetzt.

1869

Die 1690-94 gebaute Ramiswiler Kapelle wird unter Pfarrer Probst abgebrochen, an ihrer Stelle wird 1868/9 die heutige Kirche gebaut, St. Urs und Viktor geweiht. Baumeister ist ein Fröhlicher aus Solothurn.

1871

wird in der Gemeinde eine 1870 beschlossene Katastervermessung von Geometer Pfändler in Olten durchgeführt.

1871-1876

Der Friedhof wird erweitert.

1872

Ausmessungen für die Erstellung der Wasserfallenbahn

1873

Graben von Sondierlöchern für die Wasserfallenbahn. Das Dorf füllt sich mit Geometern, „Uebernehmern" und Arbeitern.

1874

wird auf Anordnung der Regierung der Kirchhof vergrössert ("auf der Nordseite der Kirche angefangen").

27. Oktober 1874

Mit 54 Mann wird an drei Stellen mit der Arbeit für den Tunnel begonnen.

Ab Oktober 1874

wird an der Bahn mit 250 bis 300 Mann ununterbrochen gearbeitet. Im Dorf wird gebaut, und neue Wirtschaften so das Restaurant Diemand (heute "Limmernschlucht"), werden errichtet.

Anfang Dezember 1874

Die erste öffentliche Laterne beim oberen Brunnen wird in Folge der Tunnelarbeiten von privater Seite installiert. Die Gemeinde liefert das Öl. Gleich darauf wird von den Mittlerdörflern beim Ochsenbrunnen eine zweite Laterne aufgestellt, nicht lange nachher beim Wegweiser. Alle drei werden durch die Anstösser bezahlt. Die Gemeinde übernimmt Brennstoff und Wartung.

1875

ist Mümliswil angefüllt mit Eisenbahnangestellten und Arbeitern.

28. September 1875

Die Arbeiten am Tunnel werden auf Weisung des Oberamtmanns eingestellt. Der Tunnel hat bereits eine Länge von 1360m (oder 4180m?). (Weitere Bahnprojekte von 1899 und 1909 siehe bei Beat Walter S. 247 unter Anmerkungen )

November 1875

Die Leitungen des Dorfbrunnens von Schürleboden bis zum oberen Brunnen im Oberdorf werden durch die Centralbahngesellschaft mit gusseisernen Rohren versehen, die Holzdünkel ersetzt. Durch die Kälte frieren die drei Brunnstöcke während drei Tagen ein.

1876

Die Brücke bei der Nagli wird durch die Gemeinde erstellt. Die Erstellung wurde Ammann Beat Walter und Kammfabrikant August Walter-von Rohr übertragen.

Der neue Kirchhof wird eingesegnet.

19. bis 21. März 1877

werden vom Brunnen im Oberdorf bis zum Brunnen bei Alois Haefely (heute Haefely-Candio) die Leitung mit Gusseisenrohren ausgestattet.

26. bis 30. März 1877

wird die Brunnleitung vom Limmernweg bis auf Schürliboden mit "Erdröhren" (Tonröhren) versehen. Damit sind bei den Gemeindebrunnen die Holzrohre verschwunden.

August 1878

Beide Schulhäuser werden "geweissget", und in Ramiswil der Giebel gegen Westen mit einem "Schindlenmantel angeschlagen".

März 1880

"Der steinerne Brunntrog bei Restauration gelegt mit eiserner Leitung" (?)

1880

Ein neuer Holzabfuhrweg auf Beretenwald wird durch Victor Strähl von Matzendorf gemacht.

Der Gemeinde wird als Entschädigung u. a. Land zugeteilt, wo der Bahnhof hätte zu stehen kommen sollen.

Die Kirche von Ramiswil erhält ein neues Geläute mit vier Glocken.

1881

Der Kirchturm wird um vier Meter erhöht, damit das neue Geläute Platz findet.

Vier neue Glocken der Firma Keller in Zürich werden am 17.Juli 1881 eingeweiht.

Kupferschmied Federli in Basel macht einen neuen Hahn für die Kirchturmspitze.

Ende März 1881

Ammann Beat Walter beginnt im Auftrag von Förster Allemann in Balsthal mit 12 Mann, die Tunnelschächte der Wasserfallenbahn zuzuschütten. Auch der Limmernbach erhält im Auftrag der Regierung einen neuen Lauf: vom hintern Bünenmätteli bis zum Hause des Edmund Jäggi. Das frühere Bachbett war ganz an den Häusern des Restaurants und früheren "Lunzihus". Der Bach richtete vorher bei jedem starken Regen Schaden an. Zwei steinerne Stufen werden gebaut, wie auch die "schöne Brücke in Gunzgersgass" (bei Diemand im Oberdorf). Bis Ende Dezember sind 40-50 Mann im Einsatz.

31. März 1882

"Das schöne Kreuz auf dem neuen Kirchhof' wird aufgestellt, gestiftet von Madame "Schuetelwort", geb. Sury, der Schwester des Pfarrers.

20. August 1882

Das Haus von Spielkartenmacher Niklaus Josef Jäggi in der Förstlen brennt nieder. Am neuen Domizil im Rank wird die Produktion noch eine Zeitlang weitergeführt.(nach B. Walter)

11. September 1882

Das Haus von Josef Bader auf Rindenhof in Ramiswil brennt infolge Blitzschlags nieder.

1882

Die Brücke über den Limmernbach bei "Gunzgergass" (bei Diemand im Oberdorf) wird vollendet.

1884/85

Das Wasser unter dem Schneckenhof wird gefasst und mit dem Brunnen ab Schürleboden vereint ins Dorf geleitet.

1886

In Mümliswil wird ein Kindergarten gegründet, der aber nicht näher umschrieben wird.

September/Oktober 1888

Die Kirchhofmauer wird repariert und die umgestürzte Gartenmauer zum Pfarrhaus ersetzt.

3. Oktober 1888

hoher Wasserstand, die steinerne Brücke bei der Kammfabrik wird weggerissen. Sie wird unverzüglich durch eine Eisenbrücke ersetzt.

15. Oktober 1880

Im Erdgeschoss des Hauses Nr.45 (heute Josef Baumgartner) wird im Mietverhältnis ein neues Lokal für die 1. Schule gefunden. Das Haus gehört den Geschwistern Bloch aus der Limmern. Der Mietvertrag wird mehrmals bis 1909 erneuert, dann zieht die 1. Klasse ins neuerbaute Schulhaus. L. Rumpel schreibt, in dieser Stube sei früher eine Wirtschaft untergebracht gewesen.

1887-90

Aus dem "Kammfabrikationsfonds" (Erlös aus dem Verkauf der Kammfabrik) werden u.a. auf dem "neuen Turnplatz" Bäume angepflanzt. Dieser wurde am Ort des geplanten Bahnhofs angelegt. Der alte Turnplatz war an der Stelle des späteren Gemeindehauses.

1889

Die Gemeinde lässt "die Schallen durch den Dorfweg vom obern bis mittlern Brunnen machen.“

Ein dritter Steg über den Limmernbach wird erstellt.

Otto Walter-Obrecht lässt bei der Kammfabrik einen 30m hohen Fabrikkamin erstellen.

22. April 1890

Das Haus Nr.75 von Gottlieb Füeg, Franzen sel. („Engel“) brennt. ab. Das daran angebaute Haus kann gerettet werden.

Sommer 1890

Der steinerne Brunnstock in Ramiswil wird durch die Gemeinde erstellt von Bargetzi aus Solothurn.

1890

Die Kirchgemeinde Mümliswil wird Eigentümerin von Pfarrhaus, Scheuer und Waschhaus.

1891

Das mit Steinen gewölbte Rickenbächlibrücklein stürzt ein, als Fuhrmann Baschung darüberfährt. Innert drei Tagen steht eine hölzerne Ersatzbrücke.

Otto Walter-Obrecht erstellt den einstöckigen Anbau beim Hauptgebäude der Kammfabrik.

November 1891

Beim Ochsenbrunnen wird das hölzerne Waschtröglein durch eines aus Zement ersetzt.

1893

Sämtliche Abtritte im Schulhaus werden durch Gebrüder Rütte in Balsthal neu gemacht, mit Zementgrube.

25. April 1894

Das grosse Haus und die Scheuer auf Haglehof in Ramiswil brennt ab. Eigentümer ist Anton Dobler, Franz Josef sel., von Mümliswil, und Josef Brunner von Laupersdorf. Brandursache unbekannt.

1894

Beim oberen und mittleren Brunnen werden die hölzernen Trögli durch Zementtrögli ersetzt. Beim Ochsenbrunnen wird ein neuer Brunnenstock aufgestellt.

1895

Weil die Quelle beim Schürleboden fast kein Wasser führt, lässt die Gemeinde bei dieser Quelle einen 51 Meter langen Tunnel graben, um soviel Wasser als möglich zu erhalten.

1896-97

Die Wasserversorgung von Mümliswil wird unter dem 78jährigen Ammann Beat Walter neu erstellt, mit Reservoir, Hydranten und Zuleitung zu den Häusern. Hydranten werden u.a. beim Haus von Robert Häfeli und einer zuunterst im Dorf aufgestellt. Vom 11. Mai bis zum 28. September 1897 dauern die Arbeiten. Das Reservoir wird auf dem Grundstück Nr. 171 "Flüelemätteli" des Victor Probst, Baptist sel., erstellt.

 1897 oder 1898

Kammfabrikant Otto Walter-Obrecht erstellt eine zweite Turbine, lässt in der Kätzlimatt einen neuen Aufzug machen und lässt von dem Wohnhaus alte Mühle einen neuen Wasserkanal graben bis zuunterst in der Mühlenmatt, wo das neue Turbinenhaus steht. Dadurch steht die doppelte Wasserkraft zur Verfügung.

1898

Das alte Sägegebäude mit unbrauchbarem Werk wird abgebrochen. Oswald Latscha, Roberts, beginnt mit dem Bau einer neuen Sägerei mit Cirkulationssägen, im Herbst wird sie in Betrieb gesetzt.

1898

Die gewölbte Brücke bei der Mühle stürzt duch eine zu schwere Last ein.

Durch die Gemeinde Balsthal wird der Versuch gemacht, von Oensingen bis Balsthal eine Zweigbahn zu bauen. Mit den Bauarbeiten wird unverzüglich begonnen.

Sommer 1898

Theophil Walter, Urs Josefs, Kammarbeiter, erstellt ein neues Haus beim Wegweiser im Oberdorf, wo die sogenannte Blechhütte stand. Alle sahen es als Verschönerung des Dorfes an.

1899

Otto Walter-Obrecht lässt den oberen am Waldrand gelegenen Trakt bauen.

31. März 1899

Die Pfarrscheuer brennt ab. Die neuen Hydranten verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude übergreift.

16. Juli 1899

Einweihung der Oensingen-Balsthal-Bahn

1899

Aussenrenovation der Mümliswiler Pfarrkirche samt Turm

1901

Die Ramiswiler Pfarrkirche erhält einen neuen Turm.

Otto Walter-Obrecht lässt einen neuen Trakt, das spätere Presswerkbüro, bauen.

1902

Bau der Villa durch Otto Walter-Obrecht

1905-06

Die St.Josefs-Kapelle in der Limmern wird auf Anregung von Pfr. Mäder errichtet.

1907-08

Bau des Schulhauses "im Rank" wegen stark angestiegenen Schülerzahlen nach der Jahrhundertwende (Industrialisierung im Thal). Einweihung am 18. Oktober 1908

30. September 1915

Eine Explosionskatastrophe zerstört das Hauptgebäude der Kammfabrik. Mit dem Wiederaufbau wird noch während der Kriegsjahre begonnen.

1919

Im Schulhaus Ramiswil, in der Schulscheune, wird eine Wohnung eingebaut.

Eine Kleinkinderschule wird eingerichtet. Sie wird im Schulhaus 1839 untergebracht.

Für die Baldeggerschwestern wird in der Autogarage der Villa Walter-Obrecht das Logis eingerichtet.

1923

Die Kleinkinderschule zieht vom Schulhaus 1839 ins damalige St. Martinsheim um (Liegenschaft, die nach Eröffnung des neuen Kindergartens von Thomas Baschung-Gasser erworben wurde), weil im Schulhaus eine Kleiderfabrik einquartiert wird. Die Schwestern sind schon vorher in die Liegenschaft "Post" umgezogen, da in der innegehabten Wohnung ein Polizeiposten eingerichtet wurde.

1926

Hochwasser verursachen wegen der Limmernbachkorrektion von 1881 nur vorwiegend im Unterdorf Verwüstungen.

1932

Die alte Pfarrkirche wird abgebrochen und mit dem Bau der neuen begonnen.

29. Oktober 1933

Einweihung der neuen Pfarrkirche.

1934

In Ramiswil wird die Lourdes-Grotte im Tümmelgraben gebaut.

1937

Die kleine Sebleten-Kapelle, der Gottesmutter Maria sowie den HI.Antonius und Aloysius geweiht, wird errichtet.

Die Rochus-Kapelle auf der Wasserfallen wird anstelle einer im Mittelalter gebauten Kapelle errichtet.

1938

Im Schulhaus von 1908 wird ein Schülerbad eingerichtet.

1942

Das letzte zur Verfügung stehende Schulzimmer im "Rank", welches als Dorfmuseum dient, wird als Schulzimmer für eine weitere 8. Klasse eingerichtet.

Das neue St. Martinheim wird gebaut und löst jenes am alten Postplatz ab.

1942-45

Reparaturen im und um das Schulhaus Ramiswil, u.a. wird das Dach neu gedeckt und neue Öfen eingebaut, der Schulhausplatz wird gepflästert.

1947

Der alte Ochsenbrunnen wird durch den Bruder-Klausen-Brunnen ersetzt. Der eingemeisselte Spruch des Landespatrons "Friede ist allerwegen in Gott" erinnert an das Kriegsende und die Verschonung der Schweiz im zweiten Weltkrieg.

September 1949

Es wird beschlossen, den Turnplatz im Ramiswil auszubauen.

1951

Die Mooskapelle wird restauriert.

März 1951

wird ein am 11. September 1949 von der Gemeinde erworbenes Stück Land, welches für die Schule zum Rasenspielplatz hätte ausgebaut werden sollen, an die Firma Roamer Watch verkauft, die darauf eine Uhrenfabrik erstellt. Als Ersatz kauft die Gemeinde ein Areal oberhalb des Kinderheims. Die etwas abgelegene Lage des Turnplatzes erweist sich auf Dauer als ungünstig. 1962 wurde er nochmals überholt. Jahrzehnte später wird er zum Tennisplatz ausgebaut.

1952-53

Bau des Schulhauses "Reckholder", welches am 13. September 1953 eingeweiht wird. Gleichzeitig erhält das Schulhaus 1908 einen Windfang.

1954

Das Schulhaus Ramiswil wird ausgebaut, damit eine dritte Klasse Platz findet. Der Eingang wird nach Süden verlegt. Am 1. August 1954 findet die Einweihungsfeier statt.

1957

Im Reckenkien wird auf Initiative einiger Reckenkiener die Fatima-Kapelle gebaut.

1958/59

Der Kindergarten Mümliswil wird gebaut

1961

Der Pfarrhof aus dem Jahre 1549 wird abgerissen und durch ein neues Pfarrhaus ersetzt.

1969

Der Turn- und Spielplatz im Ramiswil wird ausgebaut.

Das Ramiswiler Pfarrhaus wird renoviert.

1970

Ausbauarbeiten an den Plätzen rund um das Schulhaus 1908 und die Renovation der Turnhalle.

1974

Die HI. Blut-Kapelle am Passwang wird gebaut.

1974-79

Die Ramiswiler Pfarrkirche wird innen und aussen renoviert.

1976

Die Bürgergemeinde Mümliswil-Ramiswil renoviert aus Anlass des "Jahres des europäischen Denkmals 1975" die Chirsihofkapelle.

1976-77

Innenrenovation der Mümliswiler Pfarrkirche

1977

Das Schulhaus "Brühl" wird gebaut, nachdem die Gemeinde am 20. September 1974 ihre Zustimmung gegeben hat. Am 24. April 1977 werden die Räume von der Sekundar-, Ober- und Hilfsschule bezogen.

1978-80

Das Bürgerhaus wird gebaut.

1980

Das Schulhaus von 1839 wird abgebrochen, der Lindenplatz neu gestaltet. Nach der Idee des ursprünglichen Platzes stiftet der auswärtige Ortsbürger Dr. Paul Walter, Meilen, die drei neuen Linden.

1983

Auf dem Mümliswiler Friedhof  wird eine Aufbahrungshalle gebaut.

1989

Der Trauben-Brunnen wird restauriert und von der Nordseite der "alten Spenglerei" wieder an seinen ursprünglichen Platz vor dem Restaurant Traube zurückversetzt.

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